Stille – oder was?

Mittwoch, 16. August 2017 von Jan Kaatze

Es war als würde man Regenwürmer husten hören, als das Radio ausging und wir in „La Barranca“ austiegen. Endlich Ruhe…
Über eine Stunde lang ging das Duell im Auto zwischen mir und meiner Gastmutter: „Wie laut geht das Radio?“.

Es kling fast ein bisschen lächerlich, dennoch ist die Lautstärke im Allgemeinen eine der ersten Sachen gewesen, die mir hier aufgefallen ist. Vor allem in den stark bewohnten Gebieten ist es ziemlich laut. Den ganzen Tag hört man irgendwelche Autos vorbeifahren, das Radio des Nachbarn, irgendjemand der durchs Haus ruft oder die Musik des Fitnessstudios von nebenan.
Kommt beim Autofahren ein gutes Lied im Radio wird die Lautstärke nach oben gedreht. Da nun das Radio aber so laut ist, dass man sich förmlich anschreien muss, um die Worte des Anderen zu vernehmen, wird das Lied noch ein Stück lauter gemacht – sonst hört man ja gar nichts mehr vor lauter Geschreie…    Fällt euch was auf?

Nein… so schlimm ist es nun auch wieder nicht, das mit dem Radio ist ein bisschen übertrieben. Ich drehe das Radio dann immer ein bisschen leiser…
Worauf ich eigentlich hinaus will ist die wirlich unvergleichlich schöne Stille im Kontrast, welche mich nun jeden Morgen in „La Barranca“ empfängt. Dazu eine frische Morgenbriese und ein Ausblick, welcher einem den Atem raubt.

„La Barranca“ am Morgen

 

Doch nicht nur der Ausblick hat etwas zu bieten. Das Schulgelände ist durchzogen von den unterschiedlichsten Pflanzen, die man sich nur vorstellen kann…

Eine Bananenstaude

Oliven..

Mhhh… lecker…

Vorsicht scharf…! Eine Chillischote

 

Jeden Tag bin ich hier Willkommen

Moment – Ruhe an einer Schule mit fast 400 Kindern…?! Achso das hatte ich noch nicht erwähnt, hier ist momentan noch 1  Woche Ferien, also noch gar keine Kinder da… Allzu oft habe ich bereits gehört:“Genieß die Stille bis die Kinder wieder da sind…

Ich freue mich trotzdem schon total auf das Ferienende, wenn es hier endlich so richtig los geht.

Bis dahin,
„Adios“

 

9.500 Kilometer – ein Katzensprung

Freitag, 11. August 2017 von Jan Kaatze

Nach einem halben Jahr des Wartens war es dann endlich so weit – Auf nach Mexiko!!

Den Koffer gepackt, in der Hoffnung nichts vergessen zu haben, ging es um 4 Uhr(!!) morgens los zum Flughafen in Frankfurt. Dort angekommen kam schon das erste Problem auf mich zu:“ Wie sie sind nicht mit dem Zug gekommen?! Dann ist ihr Flugticket aber ungültig..Was?? Falls das jetzt ziemlich verwirrend klingt – ich weis immer noch nicht genau, was es damit auf sich hatte. Aus irgendeinem Grund konnte ich nicht im Flughafen einchecken, da ich nicht mit der Bahn sondern mit dem Auto gekommen bin, wobei die Bahnfahrt in dem Flugicket inbegriffen war.
Nach einer halben Stunde des Diskutierns mit einem Angestellten, war ich schon fest davon überzeugt, dass ich den Flieger verpassen würde und mein Jahr nun doch nicht in Mexiko verbringen würde.
Letztendlich hat es doch geklappt und ich konnte meinen Flug auf den letzten Drücker noch bekommen.

Über den Wolken.. lalala.. ging die Zeit doch erstaunlich schnell vorbei. 11 Stunden in denen ich mir panisch nochmal alle gesammelten Spanischsachen angeschaut habe, um nicht völlig aufgeschmissen in Guadalajara anzukommen.

2 Stunden Verspätung nach Guadalajara

Nach 6 Stunden Aufenthalt in Houston ging dann der zweite Flieger nach Mexiko.
Dort angekommen empfing meine Gastfamilie einen völlig ermüdeten Jan, welcher dazu auch noch fast kein Wort Spanisch sprach. Das machte ihnen jedoch gar nichts aus und ich wurde herzlich empfangen. Sofort wurde mir bewusst, dass die Gastfamilie sich wirklich sehr freute mich endlich kennenzulernen. Ehe ich mich versah saß ich auch schon im Auto auf dem Weg in mein neues Zuhause. Dort angekommen rief das Bett bereits nach mir, inzwischen war ich fast 25 Stunden wach.. Noch ein kurzes Abendessen und schon fielen mir die Augen zu und es hieß „Buenas noches“.

Bereits nach wenigen Stunden in Mexiko fühle ich mich richtig heimisch und freue mich auf das kommende Jahr.