Manege frei für… Circo Barranca

Samstag, 09. Dezember 2017 von Jan Kaatze

Vor ein paar Wochen war es soweit – die erste Aufführung mit dem Zirkus stand bevor!  Aber mal ganz von vorne…

Seit einigen Wochen läuft nun das Zirkusprojekt, in welchem nun jeden Mittwoch auf Wiese der Schule die Kinder sich in Akrobatik und Jonglage auszuprobieren. Gleich von Anfang an merkete ich, wie viel Spaß dies den Kindern machte und so entstanden sehr schnell die ersten Pyramiden und bei der Jonglage zeigten sich auch erste Erfolge. Mit der Zeit wurde es schon normal, dass sich jede Menge schaulustige Schüler versammelten um den „Zirkuskindern“ zuzuschauen. Somit kam natürlich schnell die Nachfrage, wann denn nun endlich die erste Aufführung sei..

Die erste Pyramide

Die Gelegenheit dafür bat sich am 20. November, dem Tag der Mexikanischen Revolution, an welchem jede Klasse und einige Kurse etwas auf dem Sportplatz der Schule aufführten. „Hast du nicht Lust auch etwas mit dem Zirkus zu präsentieren..?“ wurde ich dann gefragt. Klar, eine gute Gelegenheit um den Kindern ein erstes Gefühl zu geben wie es ist das Gelernte vorführen zu können und auch dem Rest der Schule den Zirkus zu zeigen. Also machte ich mich an die Arbeit mit den Kindern in Kleingruppen erste Nummern einzuüben. Sagenhafte 3 Unterrichtseinheiten verblieben uns, um die komplette Show auf die Beine zu stellen. Ein großes Problem war auch, dass jede Woche andere Kinder fehlten und es somit scheinbar unmöglich schien in den Kleingruppen die Abläufe zu gestalten. Es stellte sich jedoch herraus, dass die Kinder sehr gut auch alleine Ideen für die Nummern entwickeln konnten, was mich teilweise sehr beeindruckt hat.

In der letzten Stunde wurde dann noch eine neue Nummer ausgearbeitet, die Kostüme zusammengestellt und jegliche Musik ausgesucht, welche bei den Vorführung laufen sollte.

Dann kam der Tag der Aufführung und wir waren alles andere als fertig – zwei Kinder hatten ihre Kostüme vergessen, einer seine Jonglierbälle und ein Kind fehlte ganz, wesshalb die Nummer nocheinmal umgeändert werden musste… Wirklich auf den allerletzten Drücker war dann alles bereit für die Aufführung und die Nervösität war einigen Kindern formlich anzusehen.

Dann hieß es: „Toi – Toi – Toi“ und los ging die Schow.

Letztendlich kann ich jedoch stolz sagen, dass die Aufführung sehr gut gelaufen ist und auch die Kinder sehr zufreiden mit dieser waren. Auch vom Publikum bekamen die Kinder sehr viel positive Rückmeldung für diese mal ganz andere Aufführung, was ihnen auch nocheinmal zeigte,wie viel sie in den letzten Wochen geschafft haben und wie bei vielen auch die Motivation stieg Neues zu erlernen . Das machte sich auch in der nächsten Zirkustunde sehr bemerkbar.

Die Clownsnummer.. 😀

 

Jonglage

Die „Zirkuskinder…“

Die nächste Aufführung in einer Woche steht auch schon an, wofür die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren laufen.

Mir macht es von Woche zu Woche mehr Spaß mit den Kindern zu trainieren und auch die kleinen Lernerfolge mit zu erleben.

Bis dann

 

An einem toten Tag ist viel los…

Montag, 06. November 2017 von Jan Kaatze

„Der Tote ins Grab und der Lebende auf die Feier“

oder

„Er ist nicht gestorben, er ist feieren gegangen“

Diese Mexikanischen Sprichwörter beschreiben sehr gut, wie hier mit dem Tot umgegangen wird. Somit ist auch der Tag der Toten, welcher in Deutschland vielleicht mit Allerheiligen verglichen werden kann, ein großes Fest. Dieses ging für mich schon am 2. November abends los. In einem kleinen Dorf in der Nähe von Guadalajara traf ich mich mit ein paar Lehrern der Schule um diesen Tag zusammen mit vielen anderen zu feiern. Ich bin vorher schon einemal in dem Dorf gewesen und es war fast nicht mehr wiederzuerkennen: Auf den Straßen waren Altäre aufgebaut, mit denen an verstorbene Personen erinnert wurde und viele Stände mit handgemachten Dingen lockten die Menschen zum beschauen an. Derweil konnte man um sich herum unzählige Menschen sehen, welche als Skelett bemalt waren.

Ein Altar für Frida Kahlo

 

Ein Totenkopf mit Blumen

Ja.. wenn man das so sieht kommt man vielleicht auf die Frage: Ist es für die Menschen hier nicht traurig, wenn eine nahestehende Person stirbt? Natürlich! Auch hier wird der Verlust eines Menschens bewient und vor allem bei jungen Verstorbenen ist es alles andere als fröhlig. Dennoch wird am Tag der Toten kein Trubsahl geblasen, sondern es wird mit den Verstorbenen zusammen gefeiert. Für viele ist dieser Tag einer der schönsten und emotionalsten im Jahr. Man sagt, dass der Verstorbene nicht wollen würde, dass man nur um ihn trauert, sondern für ihn feiert und somit alle schönen Erinnerungen am Leben hält. Sonst würde die Person nur in der Trauer in Erinnerung bleiben.

 

Später ging es dann los mit der Zeremonie, in welcher verkleidete Brautpaare als Skelette durch die Straßen zogen. Diese waren jedoch anfangs so mit Schaulustigen überfüllt, dass es erst 2 Stunden später los gehen konnte. Man konnte die unterschiedlichsten Paare mit den unterschiedlichsten Kostumen sehen. Diese wurden von den umstehenden Menschen bestaunt und bejubelt. Eine vorbeiziehende Mariachi-Gruppe sorgete für die musikalische Untermalung und es herschte eine fröhliche Stimmung.

Die Brautpaare laufen durch die Straße

Noch mehr Feierei

Am nächsten Tag ging es dann in der Schule weiter mit dem Feiern. Auf dem Schulhof befanden sich Traueraltäre und viele Schüler waren verkleidet und geschminkt. Und natürlich wurde auch ich gleich geschminkt, als ich die Schule betrat…

Ja, ein bisschen habe ich mich vor mir selber gegruselt…

Die Messe

In der Messe, welche am Anfang statt fand, wurde an verstorbene Personen erninnert und ein wenig von der Geschichte dieses Tages erzählt.

Nach der Messe führten dann einige Klassen etwas auf und anschließen fand die Wahl zu dem besten Brautpaar statt. Vor allem die Wahl wurde von allen sehr gefeiert und man feuerte sein Lieblingspaar an.

Jetzt wo ich mein ersten Tag der Toten in Mexiko erlebt habe muss ich sagen, dass dieser Tag auch für mich ein besonderer geworden ist, vielleicht soger einer meiner Lieblingstage. Es fasziniert mich immer noch wie hier mit dem Tod umgegangen wird, auf eine Weise, die ich eine sehr schöne finde. Und somit geht ein toter Tag zuende, welcher alles andere als langweilig war!!

Bis dann
Euer Jan

 

Die Kinder machen Zirkus…!

Montag, 16. Oktober 2017 von Jan Kaatze

Nach dieser Überschrift kann ich gleich beruhigen, es handelt sich hierbei um ein Zirkusprojekt, welches ich diese Woche gestartet habe.

Da ich bereits in Deutschland an meiner ehemaligen Schule in einem Zirkus tätig war, kam diese Idee ziemlich am Anfang des Freiwilligendienstes. Doch wie fängt man mit so einem Projekt an?

Zunächst einmal musste geklärt werden welche der vielen Bereiche eines Zirkuses überhaubt abgedeckt werden können. Heraus kamen dann Jonglage und Akkrobatik; für beides benötigt man kaum Materialien, was mir sehr entgegen kam. Matten für die Akrobatik waren schon von anderen AGs vorhanden, dass einzige Problem stellten zunächste die Jonglierbälle dar. Da diese ziemlich teuer zu kaufen sind und ich nicht das Geld der Schule verwenden wollte, was mir sogar angeboten wurde, beschloss ich diese selber herzustellen. Wie das…?

Eigentlich ganz einfach: Aus mehreren Luftballons und feingesiebter Erde entstanden so die ersten Jonglierbälle.

Zuerst wurde genügend Erde gesiebt…

…welche dann mit Hilfe eines Flaschen-trichters in den Luftballon eingefüllt wurde.

Zur Stabilität kamen dann noch mehrere Ballons drüber und…

…fertig sind die ersten Jonglierbälle!!

Un wärend man so durch die Schule läuft, passiert es schon mal, dass man in eine Klasse gerufen wird und eine kleine Jongliervorführung geben soll..

Eine Spontanaufführung in der Schulklasse

 

Leider konnte ich diese Woche noch nicht mit dem Zirkus anfangen, da noch nicht fest stand, welche Kinder in dem Zirkus mitmachen können. Da mehr als 200 Schüler an der Schule sind und nicht alle Nachmittags in einer AG sind, gab es sehr viele Kinder, die unbedingt in einem Zirkus mitmachen wollten. Als eine Person, welche nur mäßig Spanisch spricht, ist es jedoch fast unmöglich mit 50 Kindern gleichzeitig zu trainieren, weshalb letztendlich zufällig entschieden wurde, welche Kinder mitmachen können.

 

Ein Ausflug in die größte Stadt der Welt

Letztes Wochenende war ich in Mexiko-Stadt. Der Grund für diesen „Ausflug“ war ein Sicherheitsbriefing in der Haupstadt, an welchem ich und ein anderer Freiwilliger meiner Organisation, Markus, teilnahmen. Als Unterkunft diente uns das Projekt, in dem Markus zu der Zeit arbeitete.

Abends nach 7 Stunden fahrt angekommen, empfing mich Markus am Bahnhof, worauf hin wir beide gleich feststellten, wie merkwürdig es doch ist nach zwei Monaten wieder Deutsch zu reden…

Am nächsten Tag ging es dann los zum Sicherheitsbriefing, wo wir gleich auf 20 andere deutsche Freiwillige trafen, was fast schon ein Kulturschock ind die andere Richtung war… Trotzdem war es sehr interresant von den anderen Freiwilligen in Mexiko zu hören und sich auszutauschen. Das eigentliche Briefing war auf Punkte wie Kriminalität und Erdbeben ausgelebt, was vor allem in der letzten Zeit ein sehr aktuelles Thema in Mexiko war und einem hilfreiche Tipps für solche Fälle geben konnte.

Am Tag darauf haben wir die Pyramiden von Teotihuacán besucht, welche mit zu den Bedeutensten in ganz Amerika zählen. Nach einem anstrengenden Aufstieg wurden wir dann mit einer unglaublichen Sicht über große Teile der Stadt belohnt.

Die „Sonnenpyramide“

Die Pyramide des Mondes

Wie die Überschrift schon sagt, ist Mexiko-Stadt eine unglaublich große Stadt. Für jede Strecke die man mit dem Auto zurücklegt, kann man im Vorhinein schon mal mindesten eine Stunde Fahrt einplanen, da fast auf allen Straßen Stau herscht. Bei fast 9 Millionen Einwohnern in einer Stadt wann es einem schonmal sehr unheimlich vorkommen, dass so viele Menschen auf einem Fleck leben. Umso mehr hat man das Gefühl von den Menschen die man dort trifft gleich als Freund aufgenommen zu werden.

Die Zeit in Mexiko-Stadt habe ich wirklich sehr genossen und werde die Stadt auf jeden Fall nochmal besuchen.

 

2 Millionen Menschen laufen für Maria

In der letzten Woche habe ich an der „Romeria“ teigenommen. Hierbei handelt es sich um einen Lauf von vielen Kilometern, zu Ehren der Maria (la virgen), welcher jedes Jahr am 12. Oktober stattfindet. Morgens um 6 Uhr ging es von Guadalajara los zur Basilika von Zapopan, einer angrenzenden Stadt. Schon von weitem hört man die Musik und die vielen Tänzer die auf der Straße sind.

Morgens ging es schon im Dunkeln los…

Viele Tänzer sind auf der Straße

Nach Stunden des Tanzens und Laufens gab es dann in, bzw. vor der Basilika eine Messe zu ehren der Maria.

 

Ein Tag wie kein Anderer

Mittwoch, 13. September 2017 von Jan Kaatze

Sooo… ich habe mich gut erhohlt und habe nun schon meine ersten Wochen im Schulalltag verbracht, sodass ich euch ein ungefähres Bild von meiner Arbeit an der Schule geben kann.

Und so ungefähr sieht mein Tag aus:

Morgens klingelt um kurz vor 6 der Wecker, was nach meiner „Nach-Abitur-Zeit“ am Anfang eine ziemliche Umstellung war… Dem Wecker folgen dann meistens schon die Rufe der Mama, dass wir spät dran sind und los müssen. Noch schnell unter die Dusche und anziehen, dann geht es auch schon los zur Schule.

Der Weg zur Schule ist ziemlich lang, da diese auf der anderen Seite der Stadt liegt – und die Stadt ist ziemlich groß… Da Meine Gastmutter jedoch auch an der Schule arbeitet kann ich morgens mit ihr zusammen im Auto fahren.

Nach ca. 1 1/2 Stunden an der Schule angekommen habe ich direkt meine erste Stunde Sport. Im Unterricht bin ich vor allem jetzt am Anfang als „helfende Hand“ da. Nach und nach bringe ich jedoch auch eigene Ideen ein oder helfe dabei den Unterricht zu gestalten und vorzubereiten.

Dann ist – endlich – das Frühstück an der Reihe, welches bei mir meist aus „Bolillo“ (eim Baguette ähnlichen Brot, gefüllt mit Bohnen und Käse), Obst und Müsli besteht.

Gesättigt geht es dann kurz darauf in die nächste Unterrichtsstunde, je nach Wochentag ist diese eine weitere Sport-/ oder Englischstunde. Im Englischunterricht helfe ich Beispielsweise dabei die Vokabeln zu vertiefen oder Themen zu wiederhohlen, wozu ich letzte Woche einen Vokabeltest vorbereitet habe. Ich habe noch nie erlebt, dass sich Schüler so über einen Test gefreut haben, wie es letzte Woche der Fall war. Aber dazu später mehr…

Wenn ich gerade keine Schulstunde habe bin ich meistens im Garten und helfe dort. Zu Beginn des neuen Schuljahres durfte ich mit den Kindern zusammen die Beete neu bepflanzen. Neben Karrotten und Spinat wächst nun Kohl, Basilikum und Rote Bete, um die es sich zu kümmern gilt. Die „Arbeit“ im Garten ist vor allem nach einer kaotischen Schulstunde eine erholsame Beschäftigung. Doch solche anstrengenden Stunden habe ich hier fast noch nicht erlebt..! Der Lehrer, und somit auch der Unterricht, wird von den Kindern mit sehr großem Respekt behnadelt, da die Schüler sehr genau wissen, was für eine Chance die Schule ihnen bietet. Somit kommt es kaum vor, das der Unterricht unterbrochen werden muss oder zu laut ist.

 

Naa wer hat schon mal Karottensamen gesehen?

Die neuen Pflanzen werden gleich begutachtet…

Ca. um halb 4 ändet dann der Tag für mich in „La Barranca“ und ich mache mich auf die Heimfahrt. Diese ist deutlich abwechslungsreicher aber auch länger als die Hinfahrt, da ich mit Bus und Bahn zurück fahre. In ganz Guadalajara fahren 2 Straßenbahnen, dafür aber jede menge Busse, bei denen man jedoch nie so ganz genau weiß wo sie herfahren… Nach 2 Stunden komme ich dann Zuhause und es geht direkt los mit dem Kochen für den nächsten Tag, was gleichzeitig als Abendessen dient.

Und dann ist schon wieder ein weiterer Tag für mich in Mexiko vergangen…

Bis dann!

 

Leben in Mexiko – ist das gefährlich?

Dienstag, 29. August 2017 von Jan Kaatze

Läuft man in Guadalajara durch die Straßen so fällt einem sehr schnell auf, wie viele Zäune es hier doch gibt. Vor vielen Häusern befindet sich ein Tor und die Fenster sind mit Gittern abgedeckt. Dieser Anblick kann einen vor allem am Anfang schon ziemlich verunsichern. Schnell fragt man sich, ob man hier überhaupt vor die Tür gehen kann, was sehr schade ist, da der größte Teil der Menschen denen ich hier begegnet bin wirklich unglaublich hilfsbereit und freundlich war.

Hier wohne ich

Vor allem in den neueren und etwas wohlhabenderen Vierteln, außerhalb der Innenstadt, findet man oft Wohngebiete, welche komplett eingezäunt sind. Am Eingang trifft man meist auf mehrere Sicherheitsleute.

Zugang zu der Siedlung haben nur die Bewohner oder Gäste.

Etwas stört auf diesem Bild…

Ganz so schlimm wie es sich jetzt anhört ist es jedoch nicht..  Ich habe mich inzwischen daran gewöhnt, dass ich vor dem Rausgehen erst durch mehrere Türen muss und am Abend nicht alleine herumlaufen sollte. Dennoch sollte man stehts abwägen, in welche Straßen man gehen kann und um welche man vielleicht doch lieber einen Bogen macht.
Doch abgesehen davon, lebt es sich hier unglaublich gut. Bereits nach wenigen Tagen habe ich viele neue Leute kennen gelernt.

Ich habe ja bereits von dem Ausblick in „La Barranca“ berrichtet. Da es hier ziemlich bergig ist, stößt man ständig auf solche Ausblicke, welche vor allem bei Nacht unheimlich schön anzusehen sind…

 

Und was isst man hier jetzt eigentlich??

Das kann man eigentlich gar nicht so verallgemeinern. Der größte Teil des Essens betseht dennoch aus Bohnen (Frijoles), Fleisch und Maismehl, woraus unter anderem die Tortillas gemacht werden. Dazu kommen jedoch unzählige andere Lebensmittel wie zum Beispiel: Nudeln, Reis, Kartoffeln oder Gemüse. Und – ganz wichtig – die Salsa darf natürlich nicht fehlen und schmeckt auch fast zu allem gut.

Bohnen mit Totillas und Brot

Eingekauft wird meist im Supermarkt. Doch auch die regionalen Märkte, an denen das Obst und Gemüse meist viel frischer und leckerer ist, sind gerade am Nachmittag gut besucht.

Jaa ich weiß, wahrscheinlich wollt ihr jetzt endlich auch mal erfahren was ich so in der Schule mache. Da die Schule erst vor einer Woche angefangen hat bin ich noch nicht so wirklich in den Schulalltag eingespannt. Ich versuche jedoch möglichst niemandem auf den Füßen zu stehen und zu Helfen, falls jemand gerade Hilfe braucht. Dann bekommt man zwar oft so Aufgaben wie: 3000 Schulbücher zu Stapeln machen und mit zuvor geschnittenen Papierstreifen zusammenkleben. Zugegebenerweise ein recht einseitiges Beispiel.. Aber trotzdem wird es nie langweilig an der Schule und ich habe das Gefühl etwas Sinnvolles zu machen.

Jedes Schulkind bekommt ein Packet mit den Büchern jedes Faches

Noch ein bisschen was zu tun…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Leider hat mein Bauch das Essen bis jetzt noch nicht so gut verkraftet, weshalb ich die letzten Tage mit Grippe und Fieber im Bett geblieben bin und auch die nächsten Tage leider Zuhause bleiben muss…

Ich halte euch auf dem Laufenden!

Bis Bald

 

 

Stille – oder was?

Mittwoch, 16. August 2017 von Jan Kaatze

Es war als würde man Regenwürmer husten hören, als das Radio ausging und wir in „La Barranca“ austiegen. Endlich Ruhe…
Über eine Stunde lang ging das Duell im Auto zwischen mir und meiner Gastmutter: „Wie laut geht das Radio?“.

Es kling fast ein bisschen lächerlich, dennoch ist die Lautstärke im Allgemeinen eine der ersten Sachen gewesen, die mir hier aufgefallen ist. Vor allem in den stark bewohnten Gebieten ist es ziemlich laut. Den ganzen Tag hört man irgendwelche Autos vorbeifahren, das Radio des Nachbarn, irgendjemand der durchs Haus ruft oder die Musik des Fitnessstudios von nebenan.
Kommt beim Autofahren ein gutes Lied im Radio wird die Lautstärke nach oben gedreht. Da nun das Radio aber so laut ist, dass man sich förmlich anschreien muss, um die Worte des Anderen zu vernehmen, wird das Lied noch ein Stück lauter gemacht – sonst hört man ja gar nichts mehr vor lauter Geschreie…    Fällt euch was auf?

Nein… so schlimm ist es nun auch wieder nicht, das mit dem Radio ist ein bisschen übertrieben. Ich drehe das Radio dann immer ein bisschen leiser…
Worauf ich eigentlich hinaus will ist die wirlich unvergleichlich schöne Stille im Kontrast, welche mich nun jeden Morgen in „La Barranca“ empfängt. Dazu eine frische Morgenbriese und ein Ausblick, welcher einem den Atem raubt.

„La Barranca“ am Morgen

 

Doch nicht nur der Ausblick hat etwas zu bieten. Das Schulgelände ist durchzogen von den unterschiedlichsten Pflanzen, die man sich nur vorstellen kann…

Eine Bananenstaude

Oliven..

Mhhh… lecker…

Vorsicht scharf…! Eine Chillischote

 

Jeden Tag bin ich hier Willkommen

Moment – Ruhe an einer Schule mit fast 400 Kindern…?! Achso das hatte ich noch nicht erwähnt, hier ist momentan noch 1  Woche Ferien, also noch gar keine Kinder da… Allzu oft habe ich bereits gehört:“Genieß die Stille bis die Kinder wieder da sind…

Ich freue mich trotzdem schon total auf das Ferienende, wenn es hier endlich so richtig los geht.

Bis dahin,
„Adios“

 

9.500 Kilometer – ein Katzensprung

Freitag, 11. August 2017 von Jan Kaatze

Nach einem halben Jahr des Wartens war es dann endlich so weit – Auf nach Mexiko!!

Den Koffer gepackt, in der Hoffnung nichts vergessen zu haben, ging es um 4 Uhr(!!) morgens los zum Flughafen in Frankfurt. Dort angekommen kam schon das erste Problem auf mich zu:“ Wie sie sind nicht mit dem Zug gekommen?! Dann ist ihr Flugticket aber ungültig..Was?? Falls das jetzt ziemlich verwirrend klingt – ich weis immer noch nicht genau, was es damit auf sich hatte. Aus irgendeinem Grund konnte ich nicht im Flughafen einchecken, da ich nicht mit der Bahn sondern mit dem Auto gekommen bin, wobei die Bahnfahrt in dem Flugicket inbegriffen war.
Nach einer halben Stunde des Diskutierns mit einem Angestellten, war ich schon fest davon überzeugt, dass ich den Flieger verpassen würde und mein Jahr nun doch nicht in Mexiko verbringen würde.
Letztendlich hat es doch geklappt und ich konnte meinen Flug auf den letzten Drücker noch bekommen.

Über den Wolken.. lalala.. ging die Zeit doch erstaunlich schnell vorbei. 11 Stunden in denen ich mir panisch nochmal alle gesammelten Spanischsachen angeschaut habe, um nicht völlig aufgeschmissen in Guadalajara anzukommen.

2 Stunden Verspätung nach Guadalajara

Nach 6 Stunden Aufenthalt in Houston ging dann der zweite Flieger nach Mexiko.
Dort angekommen empfing meine Gastfamilie einen völlig ermüdeten Jan, welcher dazu auch noch fast kein Wort Spanisch sprach. Das machte ihnen jedoch gar nichts aus und ich wurde herzlich empfangen. Sofort wurde mir bewusst, dass die Gastfamilie sich wirklich sehr freute mich endlich kennenzulernen. Ehe ich mich versah saß ich auch schon im Auto auf dem Weg in mein neues Zuhause. Dort angekommen rief das Bett bereits nach mir, inzwischen war ich fast 25 Stunden wach.. Noch ein kurzes Abendessen und schon fielen mir die Augen zu und es hieß „Buenas noches“.

Bereits nach wenigen Stunden in Mexiko fühle ich mich richtig heimisch und freue mich auf das kommende Jahr.