Weihnachten bei 30 Grad und Silvester in Kapstadt

Donnerstag, 08. Februar 2018 von Daniela Alofs

Nach dem Ferienprogramm ging es für die meisten meiner Mitbewohner auf Reisen, und auch ich habe mit drei anderen Deutschen und einem Australier ein paar Tage Urlaub in Durban

Unser Weihnachtsbaum im Haus

gemacht, wo ich bereits ein paar Tage im Oktober verbracht hatte. Es war zwar nur für wenige Tage aber dennoch sehr schön. Über Weihnachten waren wir dann wieder in Johannesburg, wo ich einen sehr ruhigen 24. Dezember verbracht habe, denn hier wird Weihnachten erst am 25. Dezember gefeiert. Diesen Tag haben wir dann bei meinem Mentor Colin und seiner Familie verbracht, wo wir ein leckeres Mittagessen draußen in der Sonne hatten und danach Spiele wie zum Beispiel Wörter mit denselben Bedeutungen suchen usw. gespielt haben, was mich doch sehr an meine englisch-Grenzen gebracht hatte, aber auch sehr lustig war. Nachdem wir ein paar leckere, selbstgebackene Plätzchen und leckeren Pudding zum Nachtisch hatten, haben wir alle zusammen einen Weihnachtsspaziergang über das Schulgelände des Sacred Heart Colleges gemacht und ein paar der Familie sind danach noch in den großen Schulpool gegangen. Wieder am Haus haben wir noch einen Weihnachtsfilm geschaut, ehe es dann auch wieder nach Hause ging. Auch wenn mir meine Familie und Freunde über Weihnachten sehr gefehlt haben war es doch sehr interessant Weihnachten bei 30 Grad zu feiern.

Kurz nach Weihnachten waren wir dann nochmal bei Colin, da seine Tochter Kate uns zu ihrem 21. Geburtstag eingeladen hatte. Die ganze Familie und Freunde waren dort und ich habe mich mit vielen Leuten gut unterhalten. Es ist sehr schön das wir so offen in der Familie aufgenommen und zu solch großen Festen eingeladen werden. Das fühlt sich schon richtig wie eine zweite Familie an.

Am Morgen darauf ging es dann für mich und meinem Mitbewohner schon früh los zum Flughafen, von wo aus wir nach Kapstadt geflogen sind, wo wir dann die drei anderen Deutschen wieder getroffen haben. Kapstadt habe ich vom ersten Moment an geliebt, es ist eine atemberaubend schöne Stadt und wir haben sehr viel tolles erlebt wie zum Beispiel den Lions Head hochzuklettern, den Kap der guten Hoffnung zu bestaunen, Im Vogelpark „World of Birds“ Vögel aus aller Welt sowie einige Affen und Wildkatzen zu bestaunen oder mit der Gondel den Tafelberg hochzufahren. Die Natur in Kapstadt ist einfach wunderschön und ein besonderes Highlight war für mich die Südafrikanischen Pinguine zu sehen. Etwas seltsam war es aber so viele Deutsche dort anzutreffen, denn überall wo wir hingingen haben wir deutsche Touristen getroffen, denn offensichtlich ist Kapstadt ein sehr beliebtes Reiseziel für Touristen aus aller Welt. Was ebenfalls ein Highlight in Kapstadt war, war Silvester. Wir haben erst alle zusammen in unserer Unterkunft gekocht und sind dann zur Waterfront, das ist ein großen Hafen mit einer schönen Promenade mit vielen Restaurants, einem Einkaufszentrum und sogar einem Riesenrad. Dort haben wir dann erst gemütlich an der Promenade gesessen und uns dann das große Feuerwerk angeschaut. Es war wirklich ein sehr schöner Abend und es war schön ihn mit einigen meiner Mitbewohner erleben zu können. Schnell waren unsere Tage in Kapstadt dann schon wieder vorbei und es ging am 05.01. zurück nach Johannesburg, wo wir uns noch eine Woche lang ausruhen konnten, ehe es mit der Arbeit im Projekt wieder los ging.

Lions head                              

Südafrikanische Pinguine

 

Aussicht vom Tafelberg

 

Das war es erstmal von meinen Ferien in Südafrika. Ganz liebe Grüße, eure Dani!

 

185 Tage Nicaragua – was die Zeit so mit sich brachte

Samstag, 03. Februar 2018 von Lea Feldhaus

Hallo alle zusammen,

Ich schlage die Augen auf und frage mich, was anders ist. Mein Handy neben mir erklärt mir, es sei 16:02 Uhr. Komisch. Ich habe doch noch gar nicht den Tag angefangen. Und dann sind da noch die komischen Geräusche: ein Hahn kräht, ein Auto hupt, Hund bellen sich an – und was mich am meisten verwirrt – eine ganze Gruppe von Menschen, die irgendetwas reden, das ich nicht verstehe. Da fällt es mir wieder ein. Ich bin irgendwo in einem Zimmer in einer Stadt knapp 9300 Kilometer von meiner Heimatstadt entfernt. Wer hätte das je gedacht. Ich auf jeden Fall nicht. Nach all der Vorbereitung irgendwann einmal aufzubrechen. Wow.

Diese Situation ist nun schon sechs Monate her. Oder genauer gesagt 4440 Stunden. Denn gestern war so zusagen mein nicaraguanischer halber Geburtstag. Seit dem ist viel Zeit vergangen und noch viel mehr Situationen. Manchmal hat sich die Zeit gezogen und ich habe mich gefragt – Wieso bin ich noch mal hier? Und dann kommt irgendjemand, man unterhält sich, lacht und merkt – genau deshalb.

Für die vielen lieben Menschen, die hier in Nicaragua leben.

Für die Kinder, die dir quer über die Straße „Adiós profe“ zurufen und beim Verabschieden ein: „Ich mag euch sehr“ hinterherschieben.

Für die Geschichten, die sie mit dir teilen. Und die Umarmungen, nach denen sie sich zwischen den Arbeiten manchmal sehnen.

Für die wunderschöne Natur, die einen ganz großen Teil des zentralamerikanischen Landes ausmacht.

Für die Erfahrung, nicht zu wissen, was der Gegenüber dir sagen will und du dich fragst, ob er nicht doch ein bisschen verrückt ist, wenn er dir erklärt, dass du bei Grippe und Fieber bitte als allererstes kalt duschen sollst.

ABER: Es ist nicht immer deine Kultur, die das Richtige macht und alles andere, das Fremde, ist falsch. Alle Wege führen nach Rom. Und es sind hundert Wege, die zum gleichen Ziel führen. Man muss sich nur darauf einlassen. Probiere es einfach mal aus. Und wenn es nichts ist, dann weißt du es für das nächste Mal. Dieses Einlassen ist nicht immer leicht. Aber das soll es ja auch nicht sein, oder?! Überwinde dich.

Ich durfte es im letzten halben Jahr ein bisschen lernen. Noch immer fallen mir Dinge schwer, weil ich mich nach dem Sinn frage, aber das ist – denke ich – normal. Denn auch wenn ich in Nicaragua lebe und mich oft wie eine Halbnica fühle, komme ich aus Deutschland. Und damit aus einer Kultur, die im ersten Moment sehr ähnlich ist. Aber sich in den Kleinigkeiten von der nicaraguanischen sehr unterscheidet. Zum Glück. Denn die Abwechslung macht unsere Welt erst so bunt, so schön, so verdreht, so hässlich, so unverständlich, so multikulturell, so WELTLICH, wie sie ist.

Einige Eindrücke aus den letzten 185 Tagen möchte ich euch noch in Bilder zeigen. Vergesst nicht. Ich zeige euch nicht Nicaragua. Ich zeige euch einen ganz kleinen Teil von dem kleinen Teil, den ich kennenlernen darf!

Schon vor der Ausreise begann das Jahr – im letzten Seminar gestalteten alle Freiwilligen zusammen diese Leinwand

 

Auf Wiedersehen Deutschland. Frankfurt wird das letzte sein, dass ich für ein Jahr von meinem Heimatland sehe

 

Herzlich Willkommen. Das ist man hier fast immer. Denn die Nicaraguaner sind ein sehr gastfreundliches Völkchen

 

Ein viel zu großes Zimmer, aber wunderschön und mein Zuhause für die nächsten 51 Wochen

 

Eine neue Sprache zu lernen ist gar nicht so einfach. Die erste Zeit habe ich jeden Abend eine neue Vokabelliste an die Tür geklebt.

 

Ein Teil meiner Gastfamilie. Ja, es fehlen noch welche…

 

Ich bin euch noch ein Foto vom typischen Nica-Gericht schuldig: Gallo Pinto – Gemalter Hahn

 

Willkommen im Centro „Jesús Amigo“ – Freund Jesu

 

Wenn die Kinder mal wieder Bastelhausaufgaben haben, dann helfe ich gerne mit, denn es ist eine Abwechslung zwischen Mathe, Englisch und Spanisch

 

Im Januar haben wir einmal alles umgeräumt und ausgemistet. Da kam eine ganze Menge Dinge hoch, die schon als verschollen galten.

 

Im Dezember ging es anderthalb Wochen nur ums Spielen. Besonders Sackhüpfen ist weltweit echt der gleiche Spaß

 

Trotzdem wird immer wieder gearbeitet, gedacht und überlegt. Und das am besten gemeinsam

 

Einige wenige Male im Jahr wird für alle gekocht. Und dann sieht es in der Küche ungefähr so aus…

 

Piñata – darüber habe ich euch ja schon ein wenig erzählt

 

Am 15. September wird hier der Unabhängigkeitstag gefeiert. Der ganze Monat ist danach benannt und es gibt Umzüge und Veranstaltungen nur zu diesem Thema. Mit dabei sind immer die Trachten und Nationalsymbole Nicaraguas

 

Die Nationalblume Sacuanjoche

 

So sieht es aus, wenn man beim Tanzen der Folklore aus ganzem Herzen dabei ist

 

Während der Regenzeit hier sind viele Straßen manchmal über Stunden überschwemmt. Es schüttet aus Strömen und will gar nicht mehr aufhören. Aber es sorgt auch dafür, dass das Wetter erträglich ist. Und es macht Spaß, im Regen zu tanzen

 

In Nicaragua ist Präsentation und Aussehen noch viel wichtiger. Die Nägel zu bemalen gilt dabei als Kunst und wichtig. Wer es kann muss es ganz bestimmt auch für den Rest der Familie machen. So wie meine Mentorin. Manchmal sitzt sie den ganzen Samstag und bemalt nach und nach alle Fußnägel, die es mal wieder nötig haben

 

Währenddessen habe ich angefangen, ein bisschen zu knüpfen und Ukulele zu spielen. Das Leben in Juigalpa ist ziemlich passiv und es gibt kaum etwas zu machen, da die meiste Freizeit vor allem in der Familie gefeiert wird. Dann suche ich mir doch auch ein bisschen Abwechslung

 

Im Dezember und Januar hatte ich die Ehre, einen Teil des Landes meiner Familie zu zeigen.

 

Da kommt auch schon mal Blödsinn bei rum…

 

Ein kritischer Blick – Ich hatte tatsächlich nach fünf Monaten Nicaragua vergessen, wie viele Eindrücke in den ersten Tagen auf einen einrieseln

 

Seht ihr die Vulkane rauchen?! Dieser hier heißt Masaya und ist noch immer sehr aktiv. Auf Grund der giftigen Gase darf man nur fünfzehn Minuten oben sein…

 

Wer von euch Kaffeeliebhaber ist, der ist in Nicaragua genau an der richtigen Stelle. Besonders im Norden wird er angebaut und in die ganze Welt exportiert

 

Da Nicaragua so viel Natur hat gehört auch viel Wasser (im hiesigen Winter) dazu…

 

Ich sehe was, was du nicht siehst – und das ist Schwarz.
Seht ihr die Mückenschwärme?

 

Auf einen Teil der Reise sind auch meine zwei Gastgeschwister und gute Freunde mitgekommen. Mit den beiden habe ich unglaublich viel Spaß

 

Bei aller Liebe – hier lässt sich wohl kaum noch das Heimatland leugnen 🙂

 

Das ist Managua, die Hauptstadt Nicaraguas. Die Lebensbäume sind ein Projekt der Vizepräsidentin, welches aber durchaus kritisch betrachtet wird.

 

Gemeinsam mit meiner Mentorin und ihren Kindern auf einem Benefizlauf in Managua. Das Thema: Brustkrebs

 

 

Und schwups sind die Haare ab. Die werden für Perücken verwendet. Irgendwie eine lustige Vorstellung, dass jetzt eine Nica mit meinen Haren rumläuft. Zumal ja eigentlich alle Menschen hier schwarze oder dunkelbraune Haare haben

 

Purisima – Maria Empfängnis
In jedem Haus wird ein Altar gestaltet, der für einige Tage daran erinnert, was am 08.Dezember gefeiert wird

 

Jeden Abend wird ein Rosenkranz gebetet. Und das ganze auch mit Musik unterlegt. Denn ich habe das Gefühl, es gibt mehr spanische Purisimalieder als deutsche Weihnachtslieder…

 

Im Dezember finden auch die Firmungen statt. Und zwar in blau – weiß. Wer nicht in Uniform kommt, darf nicht gehen.

 

Im Anschluss gibt es auf dem Kirchplatz für alle etwas zu essen.

 

An was müsst ihr hier denn denken?
Jup: an eine Schuleinführung

 

 

Darf ich vorstellen: Das ist Luz

 

Viele Grüße und bis bald

LEA

 

Summer Holiday Program – Purer Spaß

Mittwoch, 31. Januar 2018 von Daniela Alofs

Nach langer Zeit melde ich mich auch endlich wieder mit einigen Neuigkeiten. Die letzte Zeit war sehr spannend und ich habe wirklich viel erlebt. Am 23. November hatten wir eine kleine Abschiedsfeier für unsere 6. Klasse, da das Three2six Projekt am Sacred Heart College nur von der 1. bis zur 6. Klasse geht. Wir sind mit den Kids am Nachmittag zu einem Park in der Nähe gefahren, wo wir dann ein Braai hatten, also gegrillt haben und die Kinder sowie der Klassenlehrer, Esther und ein paar Eltern Reden gehalten haben und die Kinder Zertifikate und jedes kind ein Buch bekommen haben. Leider ist während der Feier ein großer Strum ausgebrochen mit viel Regen und Gewitter, sodass wir uns alle unterstellen mussten und das Essen ein wenig ungemütlich ablief. Später kam die Sonne aber wieder und die Kinder und alle Angehörigen hatten trotzdem sehr viel Spaß. Danach, am 01. Dezember war

Der Anfang unserer Geschenkesammlung für jedes Kind.

dann der letzte Schultag im Projekt, wo es eine große Weihnachtsfeier gab, wo alle Kinder und Eltern eingeladen waren. Jede Klasse hat dort etwas musikalisches aufgeführt, was wirklich sehr schön war und wo sich alle Klassen sehr viel mühe gegeben haben. Dann haben die Kinder Zertifikate für besondere Leistungen bekommen und ebenso ihre Zeugnisse, zusammen mit einer Geschenktasche, die wir am Tag davor bis zum Sonnenuntergang für jedes einzelne Kind gepackt hatten. Die Geschenke darin bestanden aus Spenden die wir bekommen hatten, was echt tolle Sachen waren und worüber sich die Kinder wirklich sehr gefreut haben. Sogar wir Freiwillige haben eine Geschenktüte von Colin und Esther bekommen, worüber ich mich auch sehr gefreut habe. Nach der Feier wurde dann die 6. Klasse aus dem Projekt entlassen und die anderen Klassen ins Wochenende, denn anstelle von Ferien gab es für die Kids noch zwei Wochen Ferienprogramm.
Das Sommer Ferienprogramm ging über zwei Wochen und fand zwar im Sacred Heart College statt, es wurden aber alle Kinder von allen drei Three2Six Campussen eingeladen, wodurch das Programm ganz schön groß war. Dadurch brauchten wir natürlich auch viele Freiwillige, wo viele extra aus Australien und England angereist sind. Dieses Programm vorzubereiten hat viele Meetings und Zeit gebraucht, wobei zwar ein Freiwilliger sich um die Hauptbestandteile des Programmes usw. gekümmert hat, wir aber alle helfen und organisieren mussten damit alles klappen konnte. Dadurch war es auch sehr spannend nach all der Zeit zu sehen wie sich die Arbeit auszahlt und wie alles so funktioniert. Mit den Kindern haben wir in dieser Zeit dann zum Beispiel Ausflüge zum Zoo, Kino und Planetarium gemacht und die Kinder haben auch gekocht, Experimente

durchgeführt und ich habe mit den Kindern eine Garten Session gemacht, wo die Kinder ihre eigenen Gemüsepflanzen pflanzen und mit nach Hause nehmen durften. Die Idee hinter diesem Programm ist dabei nicht nur den Kindern ein paar besonders schöne Wochen zu geben, sondern auch mit ihnen Unterrichtsfächer zu machen, die in ihrem normalen 3 Stunden Unterricht am Nachmittag nicht möglich sind. Obwohl die erste Woche des Ferienprogramms durch sehr viel Regen etwas eingeschränkt wurde, hatten die Kinder sehr viel Spaß und mir haben diese zwei Wochen auch wirklich sehr gefallen. Ein besonderes Highlight für die Kids war auch der letzte Tag, wo wir ein Sportfestival mit vielen verschiedenen Stationen wie zum Beispiel Sprint, Parcour, Fußball oder Basketball aufgebaut hatten und im Anschluss ein Weihnachts Braai hatten. Zum Abschluss des Ferienprogramms haben dann noch alle Kinder in Gruppen etwas aufgeführt, was sie während der zwei Wochen einstudiert hatten und es gab zu guter letzt noch eine kleine Disco, wo die Kids einfach nur tanzen und spaß haben konnten. Es war ein guter Abschluss für die sehr schönen und Intensiven zwei Wochen und es war schön zu sehen wie viel Spaß die Kids hatten.

Unser Freiwilligen Team und Lehrer im Ferienprogram

 

 

 

 

 

 

 

 

Zusätzlich haben wir Freiwillige am Nachmittag nach dem Programm auch noch viele Ausflüge gemacht, wie zum Beispiel einen Besuch in Soweto im Nelson Mandela Haus, ein Essen in einem Äthiopischen Restaurant zuammen mit allen Lehrern vom Projekt oder auch das Besichtigen des Arpatheid Museums. Am Wochenende zwischen den zwei Wochen Ferienprogramm waren wir in dem Nationalpark von Pilanesberg, wo wir einige Safaritouren gemacht haben, was einfach wunderschön und sehr spannend war. Vor allem wilde Löwen zu sehen hat mich besonders erfreut und es war ein sehr schönes Wochenede. Ebenso haben wir in den zwei Wochen in einer Suppenküche Obdachlosen Essen gegeben und uns mit den Obdachlosen unterhalten, was auch sehr interessant war.

Elefanten im Pilanesberg Nationalpark.

 

Löwen im Pilanesberg Nationalpark

 

Nelson Mandela Haus in Soweto

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eins, Zwei oder Drei

Sonntag, 28. Januar 2018 von Sandra Abrantes Diaz

Nachträglich wünsche ich euch allen frohe Weihnachten (eins), ein frohes neues Jahr (zwei) und einen gesegneten Dreikönigstag (drei). Auch ich habe alle diese Feste mit lieben Menschen verbracht und denke, dass nun mal Zeit wird euch davon zu berichten!

Eins Ein Weihnachten ohne Schnee, ohne Plätzchen und mit viel amerikanischem Schnickschnack war meine diesjährige Abwechslung aus dem gewohnten Heilig Abend, besinnlich in Familie. Den Tage über wurde außer Kochen nicht sonderlich viel gemacht. Das Kochen hat sich aber auch sehr in die Länge gezogen, da nicht nur ein Gericht gezaubert wurde, sondern gleich eins, zwei, drei! Nummer eins war die Zunge. Ja, hier eine Delikatesse, die meine Gastmama schon in den frühen Morgenstunden anfing zuzubereiten. Dazu gab es noch eine Lasagne, was hier sehr besonders ist. Gerade für meine Gastschwestern war es ein Highlight, nicht nur wegen der teuren Zutaten (diese gibt es ja schließlich hier nicht), sondern auch, weil wir keinen Ofen haben und eine Freundin uns ihren zur Verfügung gestellt hat. Und das dritte Gericht wurde mit meinen Händen zubereitet: Es gab Spanische Paella. Als es dann so weit war zur Messe zu gehen, standen schon die Gäste vor der Tür bzw im Haus. Also wurde diese dann gestrichen und allen unerwarteten Gästen noch Stuhl und Teller gebracht. So ist das hier wenn man einen einlädt und dann fünf erscheinen. Mit über zwanzig Personen ging es nach dem Essen zum Tanzen! Und das kam nicht zu kurz. Bis tief in die Morgenstunden lief die Musik und alle begaben sich mit Fußschmerzen in den Schlaf.

 

Der ganz schlichte Weihnachtsbaum

 

Unsere improvisierte lange Tafel am 24.

Zwei Neujahr in einem Land zu verbringen, wo der Hüftschwung in die Wiege gelegt wird, bedeutet auch, dass mir meine Gastschwester die richtige Bewegung beibrachte. Die Feier ist sehr ähnlich wie in Deutschland, nur, dass ich eine besondere Tradition, die des Alten Mannes erzählen möchte. Üblich ist es nämlich um Mitternacht einen gebastelten Alten Mann, der mit Feuerwerkskörpern gefüllt ist, anzuzünden, um sich symbolisch von allem Schlechten des vergangenen Jahres zu befreien.

Drei Den sechsten Januar, Tag der heiligen drei Könige, feiert man leider nicht in Nicaragua. Daher war es für mich umso schöner diese Tradition mit den hier zu teilen. Aus Deutschland bekam ich den Segenspruch gesendet und wurde  auch gleich mit dem Haus meiner Gastfamilie und meines Projektes geteilt.

Bis nach Nicaragua schafft es der Segen

… Wochen frei?

Die Spontanität der Nicas gab mir das große Fragezeichen auf, wieviele Tage das Personal über die Feiertage frei haben würde, da die Kinder über einen Monat nicht da sein werden, schließlich sind momentan die langen – sehr langen – Sommerferien hier. Wundert euch nicht, dass ich Sommerferien schreibe, obwohl Nicaragua auf der Nordhalbkugel liegt und wir Winter haben, aber es ist derzeit einfach unglaublich heiß, weil es nicht regnet! Und wundert euch auch nicht, dass ich sehr lange schreibe, weil 10 Wochen schon ziemlich viel sind, oder?

Hieß es für mich also ein, zwei oder drei arbeitsfreie Wochen zu haben?  Erst am letzten Arbeitstag wurde ich aufgeklärt, dass der ursprüngliche Arbeitsbeginn einfach um fünf Tage vorverlegt und die Ferien auf zwei Wochen gekürzt wurden. Das ist eigentlich auch kein Problem, wenn man nicht schon – so wie ich – seinen Urlaub im Oktober unter dem vorgegebenen Termin plant. Letzten Endes habe ich nur drei Tage später wieder die Tür des Heims betreten und  ab da auch bis heute keinen Tag ausgelassen (dazu später mehr 🙂 ).

Was ich in dieser Zeit gemacht habe? Klar, reisen und meine neue Heimat kennenlernen. Dabei habe ich gleich drei (nicht nur ein oder zwei) verschieden Facetten Nicaraguas sehen können. Zunächst ging es in den Norden, also habe ich natürlich auch Pullis eingepackt, weil mir viel gesagt wurde, dass es dort kalt sei, die ich letztendlich bei 25 Grad nun wirklich nicht brauchte.

Als erstes fuhren wir nach León, um dort das „Volcano Boarding “ zu machen. Was das ist? Ein riesiger Spaß kombiniert mit einem aktiven Vulkan und rasanten Abfahrt bei 45 Grad Steigung. Es war tatsächlich nicht so schlimm, vielleicht auch einfach weil ich sicherheitshalber die langsame Bremsvariante gewählt habe, aber diese Erfahrung, einen Vulkan hochzuklettern, oben angekommen den Krater zu sehen, die heiße Asch unter seinen Füßen zu spüren und dann binnen wenigen Sekunden den Vulkan hinter sich zu lassen war einzigartig!

Zum Norden gehört es auch fast bis an die Landesgrenze zu reisen. Nur zwei Kilometer vor Honduras ging es nämlich zum Cañon. Zugegeben, hier war es kalt. Die Tour durch diesen Cañon (ganze Fünf Stunden) begann mit einer kleinen Wanderung bevor es dann ins Wasser ging. Einmal drinnen kam man da auch für die nächsten Stunden aus diesem Eiswasser auch nicht heraus und durfte mit Anziehsachen und Schuhen über zwei Kilometer schwimmen und Klippenspringen. Nein, ich gehöre nicht zu den Mutigen, die sich aus zehn oder fünfzehn Metern ins Wasser wagten, aber zu den Mutigen, die sich durch diesen Cañon geschwommen haben!

Die letzte „Nordstation“ führte nach Matagalpa, der Stadt des Kaffees. Ich möchte nicht allzu viele neidisch machen, aber frischer Kafee direkt vom Feld ist schon was Feines! Außerdem konnten wir noch einen Wasserfall etwas außerhalb besuchen. Mein erster  und hoffentlich nicht letzter 🙂

Matagalpa von oben

Die zweite Station meiner Reise war die Umgebungen Granadas kennezulernen. Dabei ging es in  verschieden Nachbardörfer und auch hoch hinaus auf den Mombacho. Auf einer Höhe von 1344m hatte man einfach einen wunderschönen Ausblick über Nicaragua!

 

Ein, zwei oder drei Sternsinger in Nicaragua

 

Zum Abschluss meiner Reise ging es noch für ein paar Tage in die Karibik. Nicht nur türkisenes Wasser unter Palmen wartete dort auf uns, sondern leider auch ein Unwetter, welches sich erst am vorletzten Tag legte. Little Corn Island kommt dem Paradies aber schon sehr nahe und es ist so anders dort. Zum Einen natürlich das Essen, hier wird alles auf Basis von Kokosnuss gekocht. Zum Anderen aber auch die Einsamkeit, weil es keine Elektrizität gibt, das heißt nachts mit Taschenlampe um die Insel zu laufen und natürlich unterscheiden sich auch die Menschen. Ich war erstaunt, dass hier nur Englisch oder Miskito (die Sprache der Ureinwohner) gesprochen wird. Mit Spanisch kam man also gar nicht so weit hier.

An einem Tag ging es tief ins Wasser, um neben Korallenriffen auch eine Vielfalt von Fischen zu sehen. Kugelfische, Rochen und Haie. Ja, das Schwimmen mit den Haien hat mir wirklich Angst gemacht, ich meine, dass auf einmal sechs Haie um einen sind kommt nicht jeden Tag vor! Es ist nichts passiert, keine Sorge 🙂

Vor unserer Hütte das Meer

 

…Neuigkeiten im Heim?

Das neue Jahr brachte viele neue Überraschungen für mich im Projekt. Die größte Umstellung ist wohl, dass nach vier Jahren unsere Direktorin gewechselt hat und nun auch zusätzlich eine Novizin mir im Heim wohnt. Einen neue Chefin zu haben ist durchaus nicht einfach, aber Sor Claudia ist sehr offen und für viele Späße zu haben. Alle Befürchtungen, die man immer so hat, sind also schnell vom Tisch gewesen. Die zweite große Neuigkeit war eine einwöchige Schlung mit dem Personal. Es war als würde man sich vielleicht neu kennenlernen, denn wie verbrachten diese Schulung in Managua, wo wir sehr gemütlich in einem Zimmer Matratze an Matratze gequetscht schliefen, die Toilette durch einen Vorhang abgetrennt war und der Straßenlärm keine Nachtruhe gewährte. Dennoch haben wir viel gelacht und sind abends auch zusammen raus gewesen, was mir definitiv in schöner Erinnerung bleibt! Die Schulung war zum einen hilfreich das Kollegium besser kennenzulernen und in ihrer Gruppendynamik zu stärken, aber auch um pädagogisch hilfreiche Maßnahmen im Umgang mit den Kindern zu erhalten.

Am Mittwoch ist es dann so weit gewesen und die Tür für unsere nun 45 Kinder wurde wieder geöffnet. Es war alles neu! In den vergangenen wichen wurde nämlich das ganze Heim gestrichen und wir bastelten tatkräftig an neuer Zimmerdekoration, aber auch der Speisesaal, der Salon und die Wäscherei wurde  nicht ausgelassen. Da wir jetzt mehr Kinder haben und besonders auch kleine Kinder, denn die Jüngste ist erst drei Jahre, haben wir einen großen Spielraum, der dank Spenden mir Puppenhäusern gefüllt werden konnte und erste sehr anstrengende Tage hinter uns.

 

Ich merke schon, dass ich an verschiedenen Aufgaben gewachsen bin, aber auch an meine Grenzen kam. Die ersten drei Tage hieß es nämlich mit den Kindern verschieden themen zu besprechen, wie Respekt, Ernährung und das Benehmen miteinander. Am Dienstag Abend wurde mir noch mitgeteilt, dass ich eine eigene Gruppe haben werde. Das hieß für mich noch bis tief in die Nacht alles vorzubereiten, damit ich den Kindern möglichst spielerich und verständlich alles erklären konnte. Mit Stolz kann ich sagen, dass mir das wohl gut gelungen ist!

 

 

Ich hoffe, dass die nächsten Wochen vielleicht etwas weniger anstrengend aber mindestens genauso schön werden!

Bis dann, eure Sandra

 

Was es bedeutet …

Dienstag, 23. Januar 2018 von Lea Feldhaus

… Frei zu haben

Wie ich euch ja bereits vor knapp einem Monat erzählt habe, standen in Nicaragua die großen Ferien an. Gefühlt das ganze Land hatte frei und hat das auch genutzt. Häuser wurden repariert, der Bauernhof auf dem Land mal wieder langfristig bewohnt, die Familie besucht. Eben dies galt auch für meine Familie, die über Weihnachten und Neujahr hier in Nicaragua meine Gastfamilie und das wunderschöne Land kennenlernen durfte. Drei Wochen lang reisten wir von Ort zu Ort. Die Gastfreundschaft war dabei immer zu spüren. Bereits am zweiten Tag ging es auf die Schuleinführung meiner kleinen Gastschwester. Da die Koffer meiner Eltern in Madrid geblieben sind, kam es kurzerhand zum Klamottenaustausch, sodass meine Mama die Kleidung meiner Mentorin anhatte, um auch wirklich den Festlichkeiten angebracht erscheinen zu können

Die fremde Kleidung fällt gar nicht auf, oder?
Nur die Kopfbedeckung sieht etwas anders aus:)

Und so ging es auch weiter, gemeinsam mit zwei sehr guten Freunden durften sie Land und Leute kennenlernen. Vor allem touristische Orte wie Granada, Ometepe, Matagalpa, Estelí und Somoto standen auf der Karte. Aber eben auch Juigalpa, die Stadt, in der ich seit fast sechs Monaten wohne (könnt ihr das glauben?). Da sich dorthin eigentlich nie irgendwelche „Fremden“ verirren, fielen wir auch gleich auf: Gleich bei nächstbester Gelegenheit, auf dem Weg zum Tortilla-Kaufen wurde ich gefragt, ob ich jetzt glücklich sei. Schließlich seien jetzt meine Eltern da. Und das von einer Person, die ich zwar vom Sehen kenne, aber noch nie mit ihr gesprochen habe. So ist es hier. Da wird genauestens aufgepasst, was passiert und jede Neuigkeit direkt mit dem Nachbarn ausgetauscht

Ein paar Eindrücke der Reise folgen hier, da ich euch schlecht drei Wochen „Elternzeit“ wiedergeben kann:

Granada mit seinem „Hausvulkan“ Mombacho

Vulkan Masaya: Jup, das ist Lava…

Isla de Ometepe

Mitten im Nicaraguasee

Laguna de Apoyo

Cañon de Somoto – wenn ihr durchwollt, müsst ihr schwimmen und springen…

In der Nähe Matagalpas
Das ist Kaffee

… 2018 zu feiern

Über Silvester ging es zu meiner Gastfamilie, mit der wir das neue Jahr einläuten durften. Für mich war das ein schöner Moment, mit meinen nun zwei Familien vereint zu feiern. Schließlich begleiten sie mich 2018 in fast gleichen Teilen und liegen mir fest am Herzen.

Die Feier selbst lief sehr ruhig da. Da eine Gastschwester erst kurz zuvor operiert wurde und nicht bei uns sein konnte, fehlten auch ihre Schwester und Eltern. Umso enger war der Kontakt per Telefon mit ihnen.

Um Mitternacht ging es dann los, wirklich laut zu feiern, wie es in Nicaragua eigentlich der Fall ist. Der sogenannte „viejito“, also der kleine Alte, wurde verbrannt und das letzte Jahr gleich mit ihm. Bereits einen Tag vorher begannen die Basteleien an ihm. Alte Kleider wurden zusammengenäht und mit Papier befüllt. So wachte er den ganzen 31. Dezember vor der Tür und grüßte die Passanten. Schön drapiert im Schaukelstuhl sah er so echt aus, dass ich mich mehrmals erschreckt habe…

Kurz vor zwölf wurde die lebensgroße Puppe dann noch mit Böllern gefüttert. Das ging ab! Vor einigen Jahren soll das hier wohl jedes Haus gemacht haben, aber mittlerweile sind die Preise der Knaller so hoch, dass es sich viele nicht mehr leisten können. Und offen gestanden, mein Herz hätte auch nicht mehr als die zwei „viejitos“ in der Nachbarschaft mitgemacht 🙂

Viel entspannter war dann der letzte Teil des Abends. Alle saßen in einem Kreis, einschließlich meiner Schwester Mirjam. In der Mitte ein Hühnerknochen. Der wurde reihum geworfen. Je nachdem wie er landete sollte er dir sagen, ob du im folgenden Jahr ein Mädchen oder Jungen gebären wirst. Naja, da wurde auch schon mal sechs Mal geworfen, bis der Knochen dir ein Mädchen vorhersagte… Folgen nun vorher im gleichen Jahr fünf Jungs?!?!?! Ich hoffe, nicht:) Lustig war es trotzdem. Und wer weiß?

… Wenn die Arbeit wieder anfängt

Seit dem 8. Januar nun arbeiten wir nun wieder im Centro. Der Abschied von meinen Eltern vorher ist mir schwergefallen, denn die Zeit mit ihnen habe ich sehr genossen. Doch dank einiger Freunde und der Spontanität hier hatte ich nicht allzu lange Heimweh.

Im Centro begann die Arbeit nur wenige Tage später. Wir haben fast alles umgeräumt, geputzt und gereinigt. Jetzt glänzt es wieder. Es sieht alles anders aus. Denn wir haben einmal alle Klassenräume getauscht. Nun geht es daran, herauszufinden, wie viele der Kinder aus dem letzten Jahr auch im kommenden Schuljahr wieder bei uns lernen werden. Bisher haben sich noch nicht alle angemeldet, doch es sind deutlich weniger, als ich erwartet habe. Mal schauen, wie sich das entwickelt, es sind noch zwei Tage Zeit.

(Das habe ich vor einer Woche geschrieben. Update: 110 Kinder in allen Altersstufen werden in den nächsten Monaten hier studieren…)

… Priester zu werden

Ich singe für die Mutigen, die ihren Weg suchen, die das zurück lassen, was sie gefangen hält. Ich sing‘ für die vertrauenden, die Gottes Ruf hören, die auch ins Ungewisse gehen mit ihm.“

An dieses Lied musst ich am 13. Januar denken. Denn an diesem Samstag ging es für die Pfarrei „Nuestra Señora de Guadaloupe“ mit zwei Bussen in Richtung Camoapa. Das ist eine kleine Stadt im angrenzenden „Bundesland“ und knapp eine Fahrstunde von Juigalpa entfernt. Nach dort hatte Policarpo uns eingeladen, um mit ihm gemeinsam seine Priesterweihe zu feiern. Der Diakon hat zuvor fast ein halbes Jahr unsere Gemeinde geleitet, da ein Pfarrer fehlt. Und wie es so ist, wenn großzügig eingeladen wird: die Leute sind von nah und fern gekommen. Mehr 200 Menschen. In einer großen Messe mit Chor, „Keyboard-Orgel“, Bischof, der gefühlt ganzen Priesterschaft des Bistums, allen nicaraguanischen Priesteramtskandidaten und viel Freude wurde ihm das Sakrament gespendet. Nicht zu vergessen, sind aber auch die vergossenen Tränen. Denn neben der Freude war auch viel Traurigkeit zu spüren. Später hat uns Padre Policarpo erklärt, dass es eben auch ein Abschied ist, und er ins Ungewisse geht. Ungewiss, wann und wie oft er seine Familie sehen kann, wo er eingesetzt wird und was nun Neues für ihn beginnt. Da ist eine große Gefühlswolke schon zu verstehen, oder?! Daher gebe ich seine Bitte an euch weiter, für ihn zu beten. Auch wenn ihr ihn nicht kennt.

Jetzt wird es ernst

Die ersten Worte des Priesters.

Kennt ihr mich noch?

Bis sehr bald. Ich hab euch lieb

Lea

 

Geburtstag, Weihnachten, Silvester – So feiert man in Bolivien

Montag, 08. Januar 2018 von Jakob Dybowski
 

Bunte Lichter und Lametta – was kann das wohl heißen

Freitag, 05. Januar 2018 von Luise Reichelt

 

Nun ist schon eine sehr lange Zeit vergangen, dass ich mich nicht gemeldet habe aber ich war sehr viel im Projekt beschäftigt! Besonders in der Weihnachtszeit habe ich gemerkt, wie viel doch hier auf den Philippinen los ist.

 

In Weihnachtsstimmung bin ich hier eigentlich schon seit September, da in diesem Zeitraum die ersten Weihnachtslieder in den Einkaufszentren laufen. Was für mich anfangs schon sehr komisch war, habe ich aber bald als selbstverständlich angenommen! Außerdem lieben die Filipinos die Weihnachtszeit und man merkt sofort, dass die Stimmung viel fröhlicher und feierlicher ist. Das ist ja auch logisch, da es die Geburt von Jesus zu feiern gibt! Aber nicht nur das, auch Maria Empfängnis am 08.12. wird groß gefeiert und dazu gehört natürlich der Besuch des Gottesdienstes.

Aber für die Filipinos ist das noch nicht genug, denn genau 9 Tage vor Weihnachten beginnt die „Misa de Gallo“. Jeden Morgen gibt es mehrere Gottesdienste und mit morgen meine ich eigentlich schon fast nachts! Auch ich habe mich daran versucht, die Misa de Gallo komplett zu besuchen, muss aber leider zugeben, dass es für mich dann doch zu schwierig war mit diesem Schlafdefizit auch noch im Projekt zu arbeiten.

 

kein Platz mehr in der Kirche … also einfach draußen stehen!

es ist noch dunkel, wenn die Messe anfängt…

Im feeding center habe ich an mehreren Tagen morgens mitgeholfen das Frühstück vorzubereiten und zu servieren für die vielen Helfer in der Messe wie den Ministranten oder den Chormitgliedern. Mittlerweile helfe ich gerne mal im feeding center mit und durfte auch schon im Catering mit anpacken!

 

noch alles leer – aber gleich kommen fast 400 Menschen zum Frühstück

 

Der Dezember war für mich auch etwas stressig, da ich neben meiner Arbeit im Projekt auch einen Adventskalender für die scholars vorbereitet hatte. Diese typisch deutsche Tradition ist schon etwas schwierig zu erklären und einige Kinder haben auch nicht verstanden, wieso man jeden Tag ein Tütchen öffnet und nicht gleich alle auf einmal.

jeden Tag durfte ein anderes Kind ein Tütchen öffnen

 

Weihnachtsfeier für die Straßenkinder

Mitte Dezember fing dann das große packen an! Was für mich bisher schon stressiger Alltag war, kam nun zum Höhepunkt. In allen Projekten haben wir Geschenke (bandle of joy) für die Kinder zusammen gepackt. Was mit dem Feeding von Fr. Mac begonnen hat und mit dem Sponsorenprojekt geendet!

ein Meer voller Tüten

Reis abwiegen, Nudeln in Tüten packen und dann noch Kaffee dazu! So haben wir ungefähr 300 Tüten mit den verschiedensten Dosenprodukten und anderen Dingen für die Straßenkinder vorbereitet. Am 18. Dezember war es dann so weit und die große Weihnachtsparty für die Straßenkinder stand bevor. Schon sehr früh am Morgen haben wir alle Tüten mit einem Truck zur Sporthalle gefahren und dann ging es auch schon an die Dekoration. Mit Tickets, die zuvor verteilt wurden kamen die ganzen Familien hinein und es war so schön in die ganzen lachenden Gesichter der Kinder zu blicken! Nach einigen sehr lustigen Spielen für groß und klein und natürlich nicht zu vergessen, nach dem Auftritt von Santa Klaus haben wir dann einige Süßigkeiten an die Kinder verteilt!

Einige Freiwillige standen auch schon seit den frühen Morgenstunden in der Küche, um für die Straßenkinder ein Mittagessen vorzubereiten! Nachdem alle glücklich und gesättigt waren, konnten nun die großen und vor allem schweren Tüten verteilt werden! Auch wenn das ein wenig chaotisch zuging, hat am Ende alles gepasst und wir konnten auch unser wohlverdientes Mittagessen genießen.

Der Weihnachtsmann ist da!

 

der geschmückte Weihnachtsbaum und das Plakat

 

 

die Leute mit den Weihnachtsmützen haben tatkräftig mitgeholfen

 

eine wunderschöne Feier mit tollen Freiwilligen

Wer jetzt aber denkt, dass war´s… der hat Unrecht, denn das war erst der Anfang!

In der darauffolgenden Woche ging schon das nächste Packen los und auch im Feeding Center wurde eine Weihnachtsfeier für die Straßenkinder vorbereitet! Die Filipinos zelebrieren Weihnachten wirklich in vollen Zügen und so konnte ich auch bei vielen Weihnachtsfeiern dabei sein! Ein großes Essen und Wichteln gehört  dabei natürlich auch mit dazu, was mich sehr stark an Deutschland erinnert. Und trotzdem sind es die kleinen Dinge, wie Spiele und Tanzeinlagen, die den Unterschied ausmachen. Aber damit dieser Blog nicht zu lang wird, erzähle ich euch später mehr! Seit also gespannt auf meine Eindrücke von Weihnachten und Silvester, die bald folgen werden!

 

Feliz Navidad!

Sonntag, 31. Dezember 2017 von Marianka Rehm

 

Es ist Ende Dezember und so langsam hat sich auch das Jahr in Palliri dem Ende zugeneigt. Da die Sommerferien bereits begonnen hatten und somit keine Hausaufgaben und Schularbeiten mehr anstanden, war der Palliri-Alltag etwas lockerer und zum Ausklang des Schuljahres, welches hier im Dezember endet, wurden in der vorletzten Woche vor Weihnachten einige Ausflüge unternommen:

 

 

Am Dienstag starteten wir mit dem Besuch eines Schwimmbads. Schon Tage zuvor freuten sich die Kinder und Jugendlichen auf diesen besonderen Tag und immer wieder wurde ich gefragt, ob ich denn auch mitkomme. „Na klar!“ antwortete ich und schließlich war es so weit. Ab ging‘s ins kalte Nass! Dass Kinder schwimmen lernen ist hier keine Selbstverständlichkeit. Doch die Kinder und Jugendlichen waren sehr ehrgeizig und wollten, dass ich ihnen zeige wie man schwimmt. Alle bemühten sich sehr und wir hatten unglaublich viel Spaß miteinander. Auch beim anschließenden Ballspiel (Mädchen gegen Jungs) ging es rund und ich würde behaupten, die Mädels hatten eindeutig mehr Ballbesitz :p Leider verging die Zeit wie im Flug und etwas ausgepowert aber glücklich kamen wir wieder zurück.

 

Palliris Bauernhof: Hühner, Enten, Meerschweinchen, Kühe, Schafe und sogar Lamas haben hier ihr Zuhause.

Nach einem Kinobesuch am Mittwoch, ging es am Donnerstag aufs Land nach Achocalla, welches rund 20 km von La Paz entfernt ist. Hier hat Palliri ein weiteres Zentrum mit einem kleinen Bauernhof. „Schau mal, ein Esel!“ ruft ein kleiner Junge voller Begeisterung und zeigt aus dem Fenster des Busses. Der Ausflug nach Achocalla ist für alle, selbst für die „Profes“, immer etwas Besonderes. Auch ich freue mich jedes Mal aufs Neue, für ein paar Stunden von der Großstadt hier her zu kommen und bemerke dann plötzlich die Stille, die hier herrscht, was ich von der Stadt gar nicht mehr gewohnt bin. Doch nicht nur die Stille, vor allem die unglaubliche Landschaft, welche das Achocalla-Tal umgibt, ist wirklich atemberaubend! Sogar der Illimani, mit 6439 Metern der zweithöchste Berg Boliviens, ist im Hintergrund zu sehen. Mit insgesamt drei Bussen, kamen die Leute der Fußballschule „Zona Joven“, des Zentrums „Delicias“ und wir vom Zentrum „Michme“ her und sogleich war das Gelände belebt und wuselte nur so von Menschen. Zuallererst teilten sich alle in Kleingruppen auf und wir pflanzten zusammen neue Bäume. Hier seht ihr ein paar Impressionen davon:

Teamwork: Fleißige Hände beim Bäume pflanzen.

Später wurde Fußball und Volleyball gespielt, Tau gezogen oder einfach nur gemütlich zusammengehockt und geredet. Auch das Küchenteam war mit dabei und so kam selbst das Mittagessen – heute zur Abwechslung im Grünen – nicht zu kurz. Am Nachmittag traten wir müde und zufrieden wieder den Heimweg nach El Alto an.

Uno, ein Spiel, das Menschen auf der ganzen Welt verbindet.

 

Unser Christbaum im Zentrum „Michme“ – ist er nicht kreativ? =)

 

Mit einer kleinen Weihnachtsfeier am Freitag wurde das Palliri-Jahr 2017 schließlich abgeschlossen. Im Voraus hatten die Kinder und Jugendlichen Tänze und verschiedene andere Nummern einstudiert und vorbereitet, welche nun vorgeführt wurden. Auch ich durfte gleich zweimal auf der Bühne stehen: Einmal mit „Macarena“, welchen wir mit den 5-8-Jährigen aus unserem Saal vortanzten und ein zweites Mal bei einem traditionellen Tanz mit den „Profes“ meines Zentrums, weshalb ich jetzt stolz behaupten kann, schon einmal einen traditionellen bolivianischen Tanz getanzt zu haben :p Anstatt Lebkuchen und „Bredla“, wie das bei uns in der Vorweihnachtszeit so üblich ist, gab es „gelatina“, Popcorn und Sandwiches. Zwar fehlten mir ein wenig die Weihnachtslieder und die für eine Weihnachtsfeier so typische weihnachtliche Stimmung, aber die Kinder und Jugendlichen hatten sich wieder einiges einfallen lassen und den Nachmittag sehr schön gestaltet. Zum Ausklang waren abends alle Mitarbeiter eingeladen und es wurde gegrillt – tja, bei uns ist gerade eben Sommer =)

 

 

Die Weihnachtskrippe mal etwas anders: Gondelkabinen der verschiedenen Teleférico-Linien.

Weihnachten wird hier sehr ähnlich gefeiert wie in Deutschland. In den Wohnzimmern steht ein geschmückter Christbaum (normalerweise aus Plastik und deshalb schon ab Anfang Dezember) und eine Weihnachtskrippe. Traditionell geht am 24. Dezember die ganze Familie zusammen in die Kirche und isst anschließend gemeinsam zu Abend. Um genau 00:00 Uhr gibt es Geschenke. Schon Wochen vor Heiligabend gab es in La Paz unten kaum ein Haus ohne wild blinkende und farbenwechselnde Lichterkette. Die Weihnachtsdekoration fällt hier eindeutig kitschiger aus als in Deutschland. Vor allem in den Teleférico-Stationen wurde an Deko nicht gespart: Jeder freie Platz, selbst die Treppengeländer wurden genutzt um weihnachtliche Motive anzubringen. In fast jeder Station waren Maria, Josef und das Christkind (teilweise sogar zweimal) anzutreffen und selbst die Mülleimer wurden in Weihnachtsmänner verwandelt. Ich muss jedoch sagen, mir gefiel die Deko dort sehr. Typisches bolivianisches Weihnachtsgebäck ist der „Panetón“, ein Weihnachtskuchen mit kandierten Früchten und Rosinen, welcher in der Vorweihnachtszeit an nahezu jedem Marktstand und in jeder „tienda“ angeboten wird.

Heiligabend habe ich dieses Jahr mit meiner bolivianischen Familie gefeiert und ein paar sehr schöne Stunden verbracht. Zwar fehlten mir ehrlich gesagt ein wenig der Schnee und die winterlichen Temperaturen, doch trotzdem war Weihnachten dieses Jahr sehr eindrucksvoll und wunderschön.

 

Zwar kein Schnee, aber immerhin weiß und gefroren :p

Der Panetón darf in Bolivien an Weihnachten in keiner Familie fehlen.

Nun steht auch schon Silvester vor der Türe. Deshalb wünsche ich euch:

Einen guten Rutsch ins neue Jahr 2018! (5 Stunden später rutschen wir hier hinterher :P)

Próspero año y felicidad!                                                                    

 

Leise rieselt der Schnee…

Dienstag, 26. Dezember 2017 von Jan Kaatze

… bei mir dieses Jahr kein bisschen!

Spätestens mit dem ersten Advend wurde auch mir bewusst, dass die Weihnachtszeit so langsam aber sicher kommen würde. Die Wochen vergingen und es wollte einfach keine Weihnachtsstimmung aufkommen. Das Wetter half dabei auch nicht wirklich weiter: Wärend es nachts mit 5 Grad schon ziemlich kalt war, konnte man am Tag immernoch bei 25 – 30 Grad im T-shirt in der Sonne schwitzen. Weihnachten bei dieser Hitze?!

Doch schneller als ich es merkte befand ich mich mitten in den Weichnachtsvorbereitungen. In der Schule half ich ein Krippenspiel aufzubauen, die Wände wurden mit Deko beschmückt und immer wieder hörte man in den Klassen Weihnachtslieder für das Weihnachtspiel proben.

Das Krippenspiel

Frohe Weihnachten!

Recht schnell viel mir jedoch auf wie viele Dinge hier im Vergleich zur „deutschen Weihnachtszeit“ anders sind. Ein Beispiel dafür ist der Advenskranz, welcher hier oft noch eine Ketze mehr in der Mitte und somit 5 Kerzen hat. Auch haben die Kerzen je nach Region unterschiedliche Farben und jede dieser hat eine eigene Bedeutung.

Uns dann sind da natürlich noch die „Posadas“, welche ab dem 16. Dezember anfangen uns sich vielleicht am Besten als vorweihnachtliche Feiern beschreiben lassen. Jeder der verbleibenden 9 Tage bis Weihnachten bedeutet somit ein Monat der Schwangerschaft Marias. In diesen Tagen wird also viel gefeiert und vor allem sehr viel gegessen!! Und natürlich dachte sich mein Magen das jetzt ein sehr guter Zeitpunkt wäre mal krank zu werden…

Die letzte und größte „Posada“ mit alle Verwandten der Schüler

Nach einer sehr aufregenden Vorweihnachtszeit war es dann endlich so weit und Heilligabend stand vor der Tür. Dieses verbrachte ich mit meiner Gastfamilie Zuhause. Und auch hier war der wichtigste Punkt der Abends – das Essen, wofür extra ein Truthahn zubereitet wurde.

Der Truthahn

Und dann ging es auch schon in die Weihnachtsmesse. Diese hätte nicht unterschiedlicher zu der mir bekannten deutschen Messe sein können. Stille Nacht, Heilige Nacht..? Ne, der Begriff „Weichnachten feiern“ bekam hier eine ganz andere Bedeutung. Mit sehr viel guter Laune, Gejubel und Feuerwerk wurde so die Geburt Jesus gefeiert. So ging es Zuhause angekommen auch gleich weiter. Das Essen war aufgegessen, die Musik lauter gedreht und es wurde getanzt bis in die Nacht hinein.

Das Weihnachtsessen mit meiner Gastfamilie

Mit diesem einmal ganz anderem Weihnachten wünsche ich euch allen Frohe Weihnachten und ein Frohes neues Jahr!!

Bis dann

Euer Jan

 

Weihnachtsstress

Sonntag, 24. Dezember 2017 von Sandra Abrantes Diaz

Weihnachten steht vor der Tür und auch meine Ferien! Nach einem sehr ereignisreichen Dezember ging es jetzt auch für die Mädchen nach Hause. Was im vergangenen Monat die weihnachtliche Stimmung aufbringen ließ war der so gut bekannte Weihnachtsstress, der uns jede Minute Schlaf zu genießen zeigte.

Das Fest der Feste – Purísima

Im Dezember steht für die Nicas das wichtigste Fest an, die Purísima (Maria Empfängnis). Auf diesen Tag haben wir uns sehr intensiv vorbereitet, sowohl geistlich als auch körperlich. Für den geistlichen Teil gingen wir neun Tage lang vor dem 8. Dezember, dem Tag der Purísima selbst, morgens früh in die Messe. Früh heißt,  dass ich um 5 Uhr im Heim war, um die Messe pünktlich um 6 Uhr mit Sitzplatz zu besuchen. Am letzten Tag anzukommen war wie der Zieleinlauf eines Marathons, aber ich muss sagen, würde es immer wieder tun. Auch wenn das Aufstehen trotz kalter Dusche im Morgengrauen schwer fiel, war es umso schöner im Tageslicht aus der Kathedrale zu kommen.

Mit den Mädchen im Heim haben wir täglich am Nachmittag den Rosenkranz gebetet (die Novena) und dann ging es zum körperlichen Teil über, dem Essen. Das ist wohl kaum zu kurz gekommen! Jeden Tag bereiteten zwei vom Personal etwas zu essen und zu trinken vor. Es bot sich für mich  sehr an, um viele noch nicht entdeckte Leckereien zu entdecken! Als ich an der Reihe war wurde natürlich etwas „Besonderes“ erwartet. In meiner deutschen Tüte war dann die dunkle Köstlichkeit namens Schokolade, die trotz langer Reise von über 9.000 km heile ankam und ich überlegte mir mit den Kindern Plätzchen zu backen. Alle waren begeistert und sogar die Erzieherinnen fanden ihren Spaß am Backen!

Jeden Tag wurde die Maria-Statue dekoriert und abends durch die Straßen getragen

In der Weihnachtsbäckerei

 

Wie besonders dieses Fest ist zeigt der Ausflug in die Haupstadt Managua am 7. Dezember. Am Nachmittag ging es aus Granada los bis zur Kathedrale, wo wir vom Kardinal in Empfang genommen wurden und sogar auch von Radio- und Fernsehsendern aufgenommen wurden. Während hunderte von Menschen vor dem Eingang warteten, um an die Übergabe des Beutels zu gelangen, konnten wir glücklicherweise durch die Begeleitung der uniformierten Schwestern problemlos einen Beutel voll Reis, Bohnen, Zucker, Öl, etc. abholen und dann auch schon mit unserem Bus von Haus zu Haus fahren. Ein wenig erinnerte es mich an das Martinsingen, denn in jedem Haus war ein Altar aufgebaut, vor dem wir der heiligen Maria zu Ehren sangen und dann gab es eine Kleinigkeit für jeden. Das ging von einem Eimer bis hin zu einem Abendessen, Spielpuppen oder Obst. Ich war erstaunt wieviel die Menschen für diese Veranstaltung ausgaben. Alleine unsere Gruppe zählte sechsizig Personen und es kamen viele mehr an einem Abend zusammen! Spät in der Nacht kam ich mit zwei großen vollen Säcken und einer unvergesslichen Erfahrung zuhause an und verabschiedete mich für wenige Stunden in den Schlaf, bevor es am nächsten Morgen zum Höhepunkt der Purísima kam. Wir haben viele Einladungen von Sponsoren bekommen, um sie zu  besuchen, weil sie uns  mit einem Mittag- oder Abendessen erwarteten oder sie kamen ins Heim, um die Mädchen zu empfangen! Hier gab es nicht nur Essen, sondern es wurden auch neue Kleider, Schulbücher, Schuhe und Hygieneutensilien gespendet. Fast täglich bekamen die Mädchen noch eine Piñata mit allen ihren typischen Festlichkeiten. Jeder Besuch hieß aber natürlich auch Stress für uns, da alles hergerichtet werden musste, während der Veranstaltung die Mädchen ruhig gehalten werden mussten und das Aufräumen überließ man uns dann auch noch.

 

Eine große Menschenmasse wartet vor der Kathedrale von Managua

Gerade wurde für das Fernsehen gesungen

 

Ferien

Da der ganze Monat schon von Ferien- und Feierlaune begleitet war, gab es im Heim auch jeden Tag zusätzlich eine kleine Feierlichkeit – der Adventskalender. Keiner in dem Heim kannte diese Tradition und das machte es auch nicht einfacher zu erklären, dass man täglich ein Paket öffnet und nicht sofort alle vierundzwanzig! Es kostete mich durchaus viel Geduld das ein, zwei, drei und auch vier Mal zu erklären, bis das Fragezeichen aus den gesichter verschwand. Aus weihnachtlichen Spargründen gab es jeden Tag für ein Kind ein kleines Geschenk (ich füllte ihre Tütchen mit einem Haargummi, Kekse und einige Bonbons), sodass nicht alle 32 Mädchen täglich ein Geschenk hatten.

Der Weihnachtskalender aus recycelten Klorollen

 

Am Mittwoch war dann die große Abschiedsfeier, die gleichzeitig traurig und sehr amüsant war! Nach der Abschlussmesse und einem sehr leckeren Abendessen beisammen, führten die Mädchen noch zwei Weihnachtslieder auf, die ich die Wochen zuvor mit ihnen eingeübt hatte, wir Wichtelten und danach wurde auch schon die Musik aufgedreht! Wir tanzten, lachten und genossen den letzten geinsamen Abend! Da ich meinen Haustürschlüssel vergessen hatte, durfte ich auch noch die letzte gemeinsame Nacht mit den Mädchen verbringen. Manchmal bin ich über meine Vergesslichkeit doch ganz froh, denn auch mit dem Personal wurde noch bis tief in die Morgenstunden gelacht und an die ein oder anderen Momente des Jahres zurückerinnert.

Das letzte Gruppenfoto für 2017

Donnerstag, Tag der Abreise – aber nicht für uns. Erst am Freitag Abend hieß es für mich das letzte Mal für 2017 Feierabend zu haben, da wir noch alles aufräumten und den Jahresbericht erarbeiteten. Heute wurden dann alle Weihnachtseinkäufe erledigt und ich freue mich schon sehr morgen mit meiner Familie den Tag zu verbringen!

In diesem Sinne wünsche ich euch allen schöne Weihnachtstage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Eure Sandra