Aller Anfang ist schwer …

Freitag, 18. August 2017 von Luise Reichelt

Eine Woche habe ich nun mit meiner Gastfamilie in Liloan gelebt, um ein wenig die Kultur kennenzulernen. Alles war für mich neu und ich musste erstmal damit zurechtkommen, dass in meinem Zimmer nur ein Ventilator steht und keine Klimaanlage. Zu jeder Mahlzeit Reis zu essen, ist in der Familie auch ganz normal.

Da es hier zu jeder Tages- oder Nachtzeit super heiß ist, ist die morgendliche Dusche schon zum Alltag geworden. Auf den Philippinen benutzt man dabei jedoch einen großen Eimer mit einer Schüssel, um sich mit dem Wasser abzukühlen. Wasser aus dem Duschkopf ist hier nicht für jeden selbstverständlich!

Eingang zu meinem Zuhause

Meine Gasteltern, Tante und Enkel

Das Leben bei der Familie Bantilan ist sehr familiär! So habe ich nun schon fast jeden kennengelernt, der auch nur über fünf Ecken mit der Familie verwandt ist! Jeden Sonntagabend gibt es bei den Eltern ein großes Familienessen. Die Tür zum Elternhaus steht daher immer allen offen! Für mich ist es nun schon zur Gewohnheit geworden immer jemand anderen im Haus zu sehen und es ist sehr lustig mit den Kindern herum zu albern. Ein großes Hobby von allen ist singen, daher ist immer Musik im Haus.

Der katholische Glaube ist für die Familie ein wesentlicher Aspekt im Leben und daher war ich nun auch schon sehr oft in der philippinischen Messe. Dazu gehört ebenfalls das Gebet vor jeder Mahlzeit.
Auch im Auto wird ein Gebet gesprochen bevor man losfährt, was für mich dann doch etwas befremdlich ist. Außerdem benutzen meine Gasteltern, ich nenne sie auch „nanay“ (Mutter) und „tatay“ (Vater), nie den Sicherheitsgurt!

Messe in der Don Bosco Kirche

Innerhalb dieser Woche habe ich schon so viel erlebt mit der Familie:
Ich war bei zwei Geburtstagsfeiern, die hier sehr groß gefeiert werden und verbunden sind mit super leckerem Essen. Darüber hinaus konnte ich die Erfahrung machen mit einem „Jeepney“ zu fahren (dazu aber später mehr) und bereits Freundschaften schließen. Zudem konnte ich verschiedene Friedhöfe besuchen und sogar eine Beerdigung begleiten. Mit meinen Gasteltern habe ich auch schon in mehreren Kirchen zur Messe gesessen, wobei mir die Kirche im Don Bosco Haus von Liloan am besten gefallen hat. Außerdem habe ich zwei Schulen besucht, wo mich die Kinder mit großer Freude begrüßt haben! Sie waren auch sehr erstaunt von meinem bisherigen Bisaya Wortschatz, den ich Stück für Stück verbessere.

auf dem Friedhof in Liloan

kleiner Ausblick vom Essen auf der Geburtstagsfeier

Die Familie ist mir schon sehr ans Herz gewachsen und ich bin froh, dass ich hier eine Woche wohnen durfte. Ich hoffe, dass ich über das Jahr nochmal die Chance habe, sie wiederzusehen!

 

Ich lande auf dem Wasser!

Donnerstag, 17. August 2017 von Luise Reichelt

 

Ausblick aus dem Flugzeug

Als das Flugzeug zur Landung ansetzte, stieg bei mir die Aufregung auf das, was kommen wird. Von meinem Fenster aus habe ich fast immer nur Wasser gesehen, doch dann sah ich endlich das Festland. Der kleine Flughafen, direkt vor der Stadt Cebu, liegt auf einer Insel, daher hatte ich beim Landen fast das Gefühl im Wasser anzukommen. Aber in den Philippinen ist alles von Wasser umgeben, da das Land aus über 7.000 Inseln besteht, wie mir bereits fast jeder Filipino erzählt hat. Nachdem ich wieder meinen Koffer bei mir hatte, ging es raus aus dem Flughafengelände und mich Umgab sofort die Hitze!
 

Nachdem ich von meiner Mentorin, Taichi, und Priester Arvin vom Flugplatz abgeholt wurde, ging es für mich nach einer kleinen Stärkung zum Don Bosco Provincial House. Dort habe ich zunächst einmal alle kennengelernt und durfte die nächsten Tage interessante Gespräche führen mit den Priestern, die dort wohnen.

ein kleiner Teil, der Leute vom Provincial House

Die Zeitumstellung lässt einen auch hier nicht locker und so verbrachte ich den nächsten Vormittag in meinem Bett. Nachdem ich alle kennengelernt hatte, wurde ich direkt in die philippinische Küche integriert und probierte mich durch vielerlei Früchte und Gerichte. Am Nachmittag gab es für mich eine kleine Lehreinheit, in der mir meine Mentorin einiges über die Don Bosco Häuser auf den Philippinen erzählte! Wer dachte, dass es sich hierbei um nur zwei oder drei Häuser handelt, hat falsch gedacht! Denn insgesamt sind es sogar 24 Häuser.

Am folgenden Tag durfte ich eine kleine Kulturreise miterleben, auf der mich Priester Arvin und eine Bekannte begleitet haben und sie mir einiges über die Geschichte der Philippinen erzählen konnten. Vormittags ging es auf Kirchentour, wobei ich unter anderem Santo Niño gesehen habe. Dann wurden mir die anderen Don Bosco Häuser in Cebu City gezeigt, wie Pasil und Lawaan. Beide Standorte waren sehr interessant und die Leute haben mir begeistert von ihrer Einrichtung erzählt.

eine Sehenswürdigkeit in Cebu City (Fort San Pedro)

Am nächsten Tag wurde ich dann zu meiner Gastfamilie gebracht, in der ich jedoch nur für kurze Zeit bleiben sollte! Davon möchte ich euch aber noch in einem anderen Blog mehr erzählen…

 

Stille – oder was?

Mittwoch, 16. August 2017 von Jan Kaatze

Es war als würde man Regenwürmer husten hören, als das Radio ausging und wir in „La Barranca“ austiegen. Endlich Ruhe…
Über eine Stunde lang ging das Duell im Auto zwischen mir und meiner Gastmutter: „Wie laut geht das Radio?“.

Es kling fast ein bisschen lächerlich, dennoch ist die Lautstärke im Allgemeinen eine der ersten Sachen gewesen, die mir hier aufgefallen ist. Vor allem in den stark bewohnten Gebieten ist es ziemlich laut. Den ganzen Tag hört man irgendwelche Autos vorbeifahren, das Radio des Nachbarn, irgendjemand der durchs Haus ruft oder die Musik des Fitnessstudios von nebenan.
Kommt beim Autofahren ein gutes Lied im Radio wird die Lautstärke nach oben gedreht. Da nun das Radio aber so laut ist, dass man sich förmlich anschreien muss, um die Worte des Anderen zu vernehmen, wird das Lied noch ein Stück lauter gemacht – sonst hört man ja gar nichts mehr vor lauter Geschreie…    Fällt euch was auf?

Nein… so schlimm ist es nun auch wieder nicht, das mit dem Radio ist ein bisschen übertrieben. Ich drehe das Radio dann immer ein bisschen leiser…
Worauf ich eigentlich hinaus will ist die wirlich unvergleichlich schöne Stille im Kontrast, welche mich nun jeden Morgen in „La Barranca“ empfängt. Dazu eine frische Morgenbriese und ein Ausblick, welcher einem den Atem raubt.

„La Barranca“ am Morgen

 

Doch nicht nur der Ausblick hat etwas zu bieten. Das Schulgelände ist durchzogen von den unterschiedlichsten Pflanzen, die man sich nur vorstellen kann…

Eine Bananenstaude

Oliven..

Mhhh… lecker…

Vorsicht scharf…! Eine Chillischote

 

Jeden Tag bin ich hier Willkommen

Moment – Ruhe an einer Schule mit fast 400 Kindern…?! Achso das hatte ich noch nicht erwähnt, hier ist momentan noch 1  Woche Ferien, also noch gar keine Kinder da… Allzu oft habe ich bereits gehört:“Genieß die Stille bis die Kinder wieder da sind…

Ich freue mich trotzdem schon total auf das Ferienende, wenn es hier endlich so richtig los geht.

Bis dahin,
„Adios“

 

Jeden Tag Fiesta – ich streiche das Wort „Arbeit“

Dienstag, 15. August 2017 von Sandra Abrantes Diaz

Hallo ihr Lieben!

Wie versprochen möchte ich euch von meiner Arbeit berichten, der ich hier seit letzter Woche nachgehe. Wobei ich sagen muss, dass Arbeit schon fast das falsche Wort ist. Nicht nur, weil ich die große Ehre hatte bereits an meinem dritten Tag im Heim die Mädchen auf eine Fiesta zu begleiten – nein, vorallem weil ich sehr viel Freude an meiner Arbeit habe!

Langsam habe ich mich an das Klima hier gewöhnt, aber es ist einfach winterlich heiß! Ich sitze draußen und kann mir nicht vorstellen, dass es etwas erfrischenderes als ein bisschen Kälte gäbe… und dann kommt ein Regenschauer und ich bin dankbar für die eine Stunde, die der Regen die Temperatur auf 27 Grad akühlen lässt! Ja, Deo ist in letzter Zeit nicht nur mein bester Freund und treuer Begleiter geworden, sondern leider auch mein hoher Kostenfaktor bei diesem Konsum!

Für die Menschen ist dieses Klima natürlich normal und auch die Mädchen im Heim stört der Regen und die Hitze kaum. Momentan sind 29 Mädchen mit verschiedenen Hintergründen, die sie hierher brachten, im Heim „Madre Albertina“ untergebracht und jede hat schon einen Platz in meinem Herzen eingenommen! Es ist für mich besonders faszinierend wie die Mädchen untereinander umgehen. Die Jüngste ist vier und die Älteste ist bereits sechszehn. Es treffen also neunundzwanzig Charaktere mit einer Altersamplitude von zwölf Jahren auf mich und schaffen es, dass ich am Liebsten das Bett Nummer dreißig beziehen möchte.

Jetzt sollt ihr nicht denken, dass es bei mir zuhause nicht schön sei – im Gegenteil – ich bin sehr gut aufgehoben bei meiner Gastfamilie und gehe von Dienstag bis Samstag (da ich samstags arbeite, habe ich Sonntag und Montag frei) folgenden Alltag nach:

Um 5.00 Uhr geht hier der Tag los, der Hahn des Nachbarn fängt an zu krähen und meine Familie stampft nacheinander in die Duschkabine, die sich neben meinem Zimmer befindet, um den Tag mit einer kalten Dusche zu beginnen. Duschen gibt es, aber kein fließendes Wasser, also heißt es meistens (ich hatte bisher zwei Mal das Glück fließend Wasser zu haben!) sich das Wasser mit einer kleinen Schale über den Körper zu gießen. Klingt für euch wahrscheinlich komisch, aber ich habe mich schnell daran gewöhnt und plane morgens schon ein paar Minuten länger ein, da es natürlich die Morgendusche verzögert.

Um 6.00 Uhr klingelt mein Wecker das erste Mal und – natürlich – wird erst einmal auf „Schlummern“ gedrückt. Jetzt ist es schon 6.30 Uhr und ich höre wie meine jüngere Gastschwester das Haus verlassen hat, weil hier die Schule schon um 6.40 Uhr beginnt. Das letzte Mal drehe ich mich in meinem Bett um und dann geht es auch für mich unter die Dusche. Das Frühstück steht auch schon bereit – Danke Mama Nica– und dann geht es auch schon mit dem Rad zum Heim.

Um 8 Uhr bin ich nun angekommen und muss mich zunächst von allen umarmenden Mädchen befreien, um meine Tasche abstellen zu können. Morgens gehen die Kleinen (vier bis sechs Jahre) und die Älteren (vierzehn bis sechszehn Jahre) zur Schule bzw. Vorschule. Dann bleiben noch zwanzig Gesichter, die fragen, was ich denn als Merienda (Zwischenmahlzeit) vorbereitet hätte. Bisher habe ich Kuchen, Kekse, Obst und andere nicaraguanische Spezialitäten verteilt. Hier muss ich auch noch eine Menge von der Köchin lernen, die bereits aufgelistet hat, was sie mir alles beibringen wird.

Gegen 9.30 Uhr sehe ich wie sich schlagartig die Miene der Mädchen ändert: Hausaufgaben stehen an. Während die einen schnell fertig sind, brauchen andere etwas länger. Ich muss nun mit einem Mädchen ihre Hausaufgaben machen und wir gehören nicht zu den Schnellen… Am Dienstag gibt es dann noch Musikunterricht. Letzte Woche haben alle Mädchen eine eigene Blockflöte bekommen! Was für eine Freude, aber leider nicht für meine Ohren, da alle auf mich zuliefen und mir ihre Flöte zeigen wollte ohne jedoch auf ihr spielen zu können. Ich warte schon auf die nächsten Wochen, wenn sich der Klang verbessert!

Um 11.30 Uhr machen sich die Mädchen für die Schule fertig, die Uniform wird nochmal gebügelt, die Haare gekämmt und dann gibt es vor der Schule noch Mittagessen. Für mich auch. Deswegen fahre ich nach Hause, wo ich von meiner Mama Nica wieder einen leckeren Teller serviert bekomme.

Nach einem kurzen Mittagsschlaf geht es um 14 Uhr weiter. Sicher, es ist ruhiger, aber deswegen nicht langweilig. Jetzt steht auf meinem Plan Englisch und Mathematik. Genau, ich helfe zwei Mädchen, die keine ausreichende Schulbidung erfahren haben, auf die Srpünge und komme nie um viele Witze und Späße herum! Spätestens um 16 Uhr dampft uns der Kopf und ich spiele mit den Kleinen.

Um 17 Uhr schaue ich nie auf die Uhr. Eigentlich wäre dann mein Feierabend, aber irgendetwas hält mich immer dreißig, vierzig, fünfzig Minuten länger.

Puh, jetzt bin ich zuhaue und freue mich auf meinen Schaukelstuhl, ein lekeres Abendessen und den alltäglichen Film mit meiner Familie.

 

Und was hat es jetzt mit der Fiestta auf sich?

Am  Donnerstag hatte ich die große Ehre zehn Mädchen und die Schwestern zu einem Fest in der Hauptstadt, Managua, zu begeiten. In einem Auto mit siebzehn Personen – ja das ist nur hier möglich – ging es um 8 Uhr los zur Prozession des Santo Domingo, des Stadtpatron. Es war so bunt und alle waren fröhlich, eine unglaubliche Stimmung! Von hieraus wurde mir ein wenig die Stadt gezeigt und es ging zur Kathedrale, wo die Prozession ihr Ende hatte. Zunächst gab es aber eine große Tanz- und Musikeinlage in der Kirche, dann pilgerten Menschen auf Knien, mit verbunden Augen oder mit dem Rücken zum Altar die letzten Meter. Dieser Teil war für mich sehr bewegend. Die Menschen nahmen große Anstrengungen auf sich, sie trugen ihre Kinder als zusätzliche Last auf den Schultern, man sah leidende Gesichter und hörte viele Bitten, die die Menschen im Glauben sendeten.

 

Gefeiert wurde dann wieder als das Allerheiligste nun den Altarrum erreicht hatte und es wurde gemeinsam gesungen, getanzt und gebetet. Die Mädchen und ich waren jetzt schon sehr erschöpft und dann hieß es nach einem leckeren Abendessen, das uns die Schwestern zur Verfügung stellten, im Regen nach Granda zu fahren. „Kein Problem“, wurde mir gesagt, als ich die Regengüsse sah, „wir haben eine Überdachung!“ Ja, die hatten wir tatsächlich: eine Plastikplane. So kam ich abends gegen 21 Uhr trocken und vor Freude von Energie wieder geladen zuhause an und durfte von meinem spannenden Tag berichten. Gracias! Ich bin sehr dankbar das erlbet haben zu können!

 

So viel Text und trotzdem könnte ich viel mehr schreiben und viel mehr Ausdrücke finden, um zu beschreiben wie schön es hier ist! Ich hoffe, dass auch ihr eine schöne Zeit habt und gesundt bleit – man glaubt es kaum, aber meine Mama Nica hat einen grippalen Infekt (schließlich ist hier ja Winter).

Bis bald!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Winterliche Grüße im August!

Samstag, 12. August 2017 von Marianka Rehm

Hoch hinaus…

Hola ihr Lieben! Während ihr vergangenen Sonntag schon das Mittagessen genossen habt, war es in Bolivien noch früh morgens und nach einer fast 23 Stunden langen Reise bin ich hier in El Alto am internationalen Flughafen gut angekommen. Dort wurde ich von Isa, der Projektleiterin des Projektes Palliri, und Awa, einer deutschen, bald ehemaligen Freiwilligen, schon erwartet und sehr herzlich in Empfang genommen. Mit dem Auto ging es zur WG, in der ich aktuell mit Awa, zwei aus Spanien und einer Italienerin – alles echt super nette Leute – zusammen wohne.

Orange markiert: El Alto/La Paz.
La Paz ist der Regierungssitz Boliviens, die Hauptstadt ist Sucre.

Glücklicherweise habe ich mich schnell an die Höhe hier gewöhnt. Schließlich komme ich von der auch nicht ganz so niedrigen Schwäbischen Alb. Na gut… 4100 Höhenmeter sind für deutsche Verhältnisse schon nicht ganz alltäglich und zugegebenermaßen kann einem hier nach dem Treppensteigen schon einmal die Puste ausgehen… – nicht umsonst heißt die Stadt „El Alto“ (=„Die Höhe“). El Alto war früher einmal ein Stadtteil und grenzt daher im Westen direkt an La Paz. Die Stadt hat über 1 Million Einwohner und wird nun für ein Jahr meine neue Heimat sein.

Am Dienstag konnte ich gleich erste Einblicke ins Projekt Palliri gewinnen: Morgens war ich mit Awa in der guardería, einem Kindergarten, in welchem Kinder im Alter von acht Monaten bis fünf Jahren betreut werden. Die Kinder haben mich sehr lieb begrüßt und sogleich Allerlei auf Spanisch erzählt – ich habe natürlich fast alles (nicht) verstanden, aber man konnte sich trotzdem gut verständigen. Mittags waren wir dann bei den Älteren und haben Schulkinder bei ihren Hausaufgaben unterstützt. Die Arbeit im Projekt gefällt mir sehr gut und ich freue mich auf das kommende Jahr!

Vom deutschen Hochsommer bin ich direkt in den bolivianischen Winter gereist. Zwar scheint die Sonne hier tagsüber sehr stark und es ist ziemlich warm, sodass man hier sogar im Winter Sonnencreme benötigt und das Gras bewässern muss, jedoch ist es im Haus rund um die Uhr sehr kalt. Sobald die Sonne untergeht, kühlt es auch außen sehr stark ab und es kann nachts zu Minustemperaturen kommen. (Eine für Deutsche sehr interessante Kombination von Wärme und Kälte) Kommt man hier nach der Arbeit nach Hause, versammeln sich meist alle am Wohnzimmertisch – Warum? Dort befindet sich nämlich versteckt die hier im Haus sehr geschätzte Heizung.

Bewässerung des Rasens im Winter!

 

Versteckte Heizung unter dem Wohnzimmertisch.

Mittlerweile war ich auch schon „unten“ in La Paz. Da die Metropole in den Anden und somit in einer sehr bergigen und steinigen Region liegt, wäre der Bau einer U- oder Straßenbahn unmöglich. Weil aber trotzdem in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Leute befördert werden müssen und die für La Paz und auch andere bolivianische Städte typischen Minibusse alleine nicht ausreichen, hat man sich etwas Grandioses einfallen lassen: Der Teleférico, eine Seilbahn, welche mitten durch die Stadt führt und unter anderem La Paz mit dem etwas höher gelegenen El Alto verbindet. Es gibt schon mehrere „Linien“ und weitere sind zurzeit im Bau. Auf Besucher wirkt das Bild einer solchen Seilbahn mitten in der Großstadt zunächst möglicherweise etwas paradox. Doch für viele Einwohner ist der Teleférico längst zum alltäglichen Verkehrsmittel geworden. Außerdem bietet sich von den Gondelkabinen aus eine wirklich atemberaubende und unglaubliche Aussicht über die Städte La Paz bzw. El Alto. Ich habe versucht, diese annähernd in einem Foto festzuhalten.

Unfassbare Weite…

 

Rot umkreist: Ein Passagierflugzeug, welches zur Landung auf dem höchstgelegenen Zivilflughafen der Welt (in El Alto) ansetzt.

 

Die Basilica San Francisco in La Paz – nein, das im Hintergrund ist keine raue Berglandschaft, das sind unendlich viele Häuser!

 

Bis bald!

 

 

9.500 Kilometer – ein Katzensprung

Freitag, 11. August 2017 von Jan Kaatze

Nach einem halben Jahr des Wartens war es dann endlich so weit – Auf nach Mexiko!!

Den Koffer gepackt, in der Hoffnung nichts vergessen zu haben, ging es um 4 Uhr(!!) morgens los zum Flughafen in Frankfurt. Dort angekommen kam schon das erste Problem auf mich zu:“ Wie sie sind nicht mit dem Zug gekommen?! Dann ist ihr Flugticket aber ungültig..Was?? Falls das jetzt ziemlich verwirrend klingt – ich weis immer noch nicht genau, was es damit auf sich hatte. Aus irgendeinem Grund konnte ich nicht im Flughafen einchecken, da ich nicht mit der Bahn sondern mit dem Auto gekommen bin, wobei die Bahnfahrt in dem Flugicket inbegriffen war.
Nach einer halben Stunde des Diskutierns mit einem Angestellten, war ich schon fest davon überzeugt, dass ich den Flieger verpassen würde und mein Jahr nun doch nicht in Mexiko verbringen würde.
Letztendlich hat es doch geklappt und ich konnte meinen Flug auf den letzten Drücker noch bekommen.

Über den Wolken.. lalala.. ging die Zeit doch erstaunlich schnell vorbei. 11 Stunden in denen ich mir panisch nochmal alle gesammelten Spanischsachen angeschaut habe, um nicht völlig aufgeschmissen in Guadalajara anzukommen.

2 Stunden Verspätung nach Guadalajara

Nach 6 Stunden Aufenthalt in Houston ging dann der zweite Flieger nach Mexiko.
Dort angekommen empfing meine Gastfamilie einen völlig ermüdeten Jan, welcher dazu auch noch fast kein Wort Spanisch sprach. Das machte ihnen jedoch gar nichts aus und ich wurde herzlich empfangen. Sofort wurde mir bewusst, dass die Gastfamilie sich wirklich sehr freute mich endlich kennenzulernen. Ehe ich mich versah saß ich auch schon im Auto auf dem Weg in mein neues Zuhause. Dort angekommen rief das Bett bereits nach mir, inzwischen war ich fast 25 Stunden wach.. Noch ein kurzes Abendessen und schon fielen mir die Augen zu und es hieß „Buenas noches“.

Bereits nach wenigen Stunden in Mexiko fühle ich mich richtig heimisch und freue mich auf das kommende Jahr.

 

Wo bist du?

Montag, 07. August 2017 von Sandra Abrantes Diaz

Nachdem ich vor einigen Tagen hier angekommen bin, kann ich euch zeigen wo ich hier gelandet bin. Vorweg, es ist traumhaft schön und die lange Reise hat sich definitiv gelohnt! Für viele von euch ist Nicaragua oder auch Granada ein Punkt auf der Weltkarte oder sogar nur ein Name, mit dem man nicht viel verbindet. Von meiner Heimat unterscheidet sich nicht nur der Name, die Kultur, das Klima und der hier typische koloniale Baustil, sondern auch die Mentalität. So hieß es bei jedem Onkel und Cousin, jeder Tante und Cousine, jedem Bekannten und Nachbarn: Bienvenida, Sandra! (Herzlich Willkommen, Sandra!)

 

Vor allen Türen hieß man mich herzlich Willkommen

 

Hier wohne ich und bin immer Bienvenida

 

Neben den vielen netten Menschen, konnte ich auch schon die Stadt ein wenig kennenlernen und hoffe, dass ich mich bald nicht mehr verlaufen werde. Granada ist eine sehr große Stadt und besonders durch die Lage am Nicaragua-See einfach traumhaft schön. Ich denke die Bilder werden euch einen Eindruck von der Schönheit Nicaraguas geben.

Die Kathedrale von Granada

 

Die Kathedrale von oben

 

Der Nicaragua-See

 

Überall Schaukelstühle

 

Jetzt zur Regenzeit sind alle Parkanlagen grün

 

Einer von vielen Plätzen Granadas

 

 

Ab morgen werde ich im Heim arbeiten und auch davon bald berichten. Ich schicke euch viele Grüße aus dem sehr heißen Granada.

 

 

 

 

Bienvenida

Freitag, 04. August 2017 von Lea Feldhaus

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben.

Was denn zum Beispiel? Seid versichert, der Fantasie muss keine Grenzen gesetzt werden.
Als ich am Mittwoch, dem 02. August 2017, gemeinsam mit Sandra in unsere neue Wahlheimat aufbrach, reisten mit uns 22 kg Gepäck, 6.7 kg Handgepäck, Handtasche mit Pass, Reiseverbindung und Kalender als umfunktioniertes Tagebuch und natürlich ungefähr ein Pfund Briefe, die ich zum Abschied für das nächste Jahr bekommen habe. Das ist viel zu viel Gepäck, selbst wenn man einen Sitzplatz bekommen hätte. Das heißt, nein, erst einmal begann unsere Reise mit dem Einchecken. Dabei bekam ich einen Sitzplatz, aber Sandra nicht. Nach Abgabe des Gepäcks ging es dann los, ab durch die Sicherheitsschleuse. Und dann hoffen, dass noch ein Platz frei ist. Es hat alles geklappt, aber aufregend war das schon. Und noch cooler war es, als wir angefangen haben, mit allen möglichen Menschen Plätze zu tauschen. Das Ende der Geschichte: Zwei Plätze neben einander, einer davon am Fenster, beide mit mehr Beinfreiheit. Und das für den elf Stunden langen Flug. Der Ausblick während der Zeit war wunderschön: Unser Weg führte über Großbritannien, den Atlantik (größtenteils mit Wolken bedeckt) vorbei an dem nicht sichtbaren Island, Grönland (das ich erst beim zweiten Blick erkannte, denn es guckten nur Bergspitzen durch die dichte weiße Decke), über Kanada, die USA nach Houston.

Dort mussten wir in das Flugzeug nach Managua umsteigen (mit vorherigem Transitvisumsantrag, viermaligem Fingerabdruck nehmen und noch einmal durch die Sicherheitsschleuse). Dieser ganze Vorgang lief mach meiner inneren Uhr um halb drei nachts ab.

Dass da fast alle im Flugzeug schliefen ist klar, aber die wenigen wachen Momente lohnten sich: Ein Gewitter von oben, Lichter, die wie kleine Glühwürmchen aussahen und natürlich der Moment, in dem man kapiert, dass das echt ist und man bald in seiner neuen Wahlheimat angekommen ist!

Ihr Lieben,
Von ebenda sende ich euch heiße Grüße und glaube ganz fest, dass sich die weite Reise lohnt!
Macht es gut und bis bald
Eure Lea

 

Mein neues Zuhause auf Zeit

Freitag, 04. August 2017 von Daniela Alofs

So, elf Stunden saß ich im Flugzeug, bis ich endlich in meinem neuen Zuhause angekommen bin. Johannesburg. Am Flughafen wurde ich von meinem Mentor Colin abgeholt, der mich dann erstmal mit zu sich nach Hause genommen hat, was direkt auf dem Schulgelände des Sacred Heart College ist, wo ich von nun an mithelfen werde. Dort konnte ich dann direkt einige Mitarbeiter und andere Freiwillige kennenlernen.

Mittags haben mich Colin und seine Frau mitgenommen zur Universität von Witwatersrand, wo ihre Tochter Kunst studiert. Wir waren dort dann im „Wits Art Museum“, was auch sehr interessant war. Am Abend waren wir dann mit den anderen Freiwilligen, mit denen ich in einem Haus wohne, Colin, seiner Tochter und Bec, eine Mitarbeiterin im Three2Six Projekt die sich auch viel um die Freiwilligen kümmert, essen. Es war ein sehr netter Abend, allerdings ging es mir später nicht so gut und ich war sehr Müde von meiner Reise, sodass ich auch froh war, als ich in meiner wirklich schönen und gemütlichen Unterkunft angekommen war, meinen Koffer auspacken konnte und dann schnell einschlafen konnte.

Es war ein super schöner Tag mit vielen tollen Eindrücken und ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Tag, wo ich auch die Kinder kennenlernen darf.                                                                                   I

 

Nach 24 Stunden am anderen Ende der Welt

Donnerstag, 03. August 2017 von Sandra Abrantes Diaz