Die „Wiphala“ – bunte Vielfalt und Gleichheit

Mittwoch, 18. Oktober 2017 von Marianka Rehm

Seit 2009 hat Bolivien offiziell zwei Nationalflaggen: Eine in den Nationalfarben „rot-gelb-grün“ und die sogenannte „Wiphala“. Diese ist die Flagge der indigenen Bevölkerung, denn die Mehrheit der Bolivianer hat indigene Vorfahren. Die vielen bunten Quadrate stehen für die Vielfalt und Gleichheit der verschiedenen Bevölkerungsgruppen, die hier zusammenleben. Ob an wichtigen Gebäuden, Plätzen oder Uniformen, stets treten die beiden Flaggen gemeinsam auf.

 

Die beiden bolivianischen Nationalflaggen an einem Regierungsgebäude in La Paz

Insgesamt gibt es in Bolivien 36 verschiedene Volksgruppen, die je ihre eigene Sprache haben. Zu den offiziellen Amtssprachen zählen neben Spanisch auch Quechua, Aymara und Guaraní. Diese werden deshalb auch in der Schule unterrichtet.

Die Zahlen von 1 bis 10 auf Aymara (Plakat in „Michme“)

 

 

Palliri – für Integration und Bildung

Mittwoch, 18. Oktober 2017 von Marianka Rehm

El Alto ist eine ständig wachsende Millionenstadt, denn in der Hoffnung auf bessere Lebensbedingungen, Bildungs- und Arbeitsperspektiven ziehen immer mehr Menschen vom Land in die Stadt. Das ist der Grund, warum in El Alto Menschen von vielen verschiedenen Volksgruppen zusammenleben. Doch auch das Leben hier gestaltet sich nicht immer einfach. So schämen sich viele etwa für ihre Herkunft und sind hin- und hergerissen zwischen ihrer eigenen Identität und der modernen Lebensweise in der Stadt. Unter den Problemen leiden leider nicht selten auch familiäre Strukturen.

Die Fundación Palliri kümmert sich um genau diese Menschen und setzt sich zum Beispiel für gesellschaftliche Integration und schulische Bildung für benachteiligte Kinder und Jugendliche ein. Wegen der familiären Atmosphäre ist Palliri für viele wie ein zweites Zuhause. Kurz gesagt ist das Ziel der Fundación, wichtige Werte zu vermitteln und die Kinder und Jugendlichen stark fürs Leben zu machen.

Palliri ist sehr groß und vielseitig und besteht aus mehreren Zentren. Dazu zählen ein Kindergarten, zwei Zentren, in welchem Schulkinder betreut werden (eines davon ist „Michme“), eine Fußballschule und eine Nähwerkstatt. Dort werden Kleider (mitunter edle Abendkleider) hergestellt, welche in zwei projekteigenen Boutiquen in La Paz verkauft werden.

Die Fundación Palliri war Beispielprojekt der Sternsingeraktion 2016. Deshalb war sogar der bekannte deutsche Reporter Willi Weitzel schon einmal hier, um den damaligen Sternsingerfilm zu drehen. Der Film ist meiner Meinung nach sehr eindrucksvoll und echt empfehlenswert:

https://www.youtube.com/watch?v=JW8S5DPhjfc

 

 

Wie schnell die Zeit verrennt…

Dienstag, 17. Oktober 2017 von Marianka Rehm

Ich kann gar nicht glauben, dass ich nun schon über zwei Monaten hier in Bolivien bin. Die Zeit vergeht einfach unglaublich schnell. Jedenfalls habe ich mich sehr gut eingelebt und fühle mich echt wohl hier. Auch die Leute im Projekt sind unglaublich nett und die Arbeit dort bereitet mir sehr viel Freude! Im Folgenden werde ich einen kleinen Einblick in meinen Arbeitsalltag geben:

„Michme“, so wird das Zentrum genannt, in welchem ich arbeite, ist ein Zentrum, in welchem Kinder und Jugendliche von 4 bis 18 Jahren vor beziehungsweise nach der Schule betreut werden. In „Michme“ können sie ihre Hausaufgaben machen, gemeinsam Freizeit verbringen und erhalten täglich Mahlzeiten wie Frühstück, Mittagessen und Tee am Nachmittag. Außerdem finden rund ums Jahr auch außerhalb des Zentrums verschiedene Aktionen statt.

Nach einer kurzen Minibusfahrt und Fußmarsch am Morgen komme ich in „Michme“ an und betrete den Saal der 9-12-Jährigen. Sobald ich bemerkt werde, rennen die Kleinsten (zwischen 4 und 8 Jahre alt) auf mich zu und rufen „Marianka!“. Nach dieser freudigen Begrüßung setzen auch sie sich wieder an ihren Platz und machen durch das vorausgegangene Frühstück gestärkt ihre Hausaufgaben. Meine Aufgabe ist es, sie dabei zu unterstützen. Der Saal wird betreut von Tania, der Leiterin von „Michme“. Sie ist echt nett und hat mich sehr lieb als ihre Assistentin aufgenommen =)

Nachdem die Hausaufgaben alle erledigt sind, steht Freizeit auf dem Tagesplan. Dann gehen meist alle nach draußen und wir spielen zusammen solange Fußball bis plötzlich irgendjemand ruft: „A la sala!“. Um 12.30 wird gemeinsam Mittaggegessen. Dieses ist wirklich lecker! Zubereitet wird es von zwei sehr sympathischen Frauen, die tagtäglich in der Küche von „Michme“ stehen und liebevoll die Mahlzeiten für die Kinder zubereiten.                                                                                
Nun findet ein fliegender Wechsel statt: Diejenigen Kinder und Jugendlichen, die morgens im Projekt waren, gehen mittags zur Schule. Andere waren morgens in der Schule und trudeln nun bis ca. 14.00 zum Mittagessen ein. Zuständig bin ich jetzt für die 5- und 6-Jährigen. Hat jedes Kind den Teller leergegessen und seine Zähne geputzt, geht es auch für sie an die Hausaufgaben. Später dürfen sie nach draußen zum Spielen oder wir gehen gemeinsam in die sogenannte „Ludotheca“. Dort können sich die Kinder austoben, aber auch Lern- und Brettspiele machen. Ein weiteres Highlight ist freitags ab und zu der Besuch des Fernsehraums, wo zur Einstimmung aufs Wochenende ein Film gezeigt wird.

Bevor um 17.00 Uhr alle nach Hause gehen, gibt es schließlich nochmal eine kleine Stärkung (meist Kaba oder Tee mit Keksen, Brötchen oder auch Obstsalat).

So ungefähr sieht mein Tag in Palliri aus. Die Arbeit ist sehr vielseitig und macht echt Spaß! Die Kinder sind meist sehr neugierig auf mein Herkunftsland Deutschland =)

Tagesablauf in „Michme“

 

Der Saal der 5- und 6-Jährigen

 

Im Computerraum haben die Schüler und Schülerinnen von Palliri die Möglichkeit, sich mit modernen Medien zu informieren. Die hinten liebevoll eingerichtete Ecke erinnert die Kinder und Jugendlichen an ihre Herkunft und Identität, denn viele der Familien in El Alto kommen ursprünglich vom Land.

 

Noch ist der Hof leer und drinnen werden fleißig Hausaufgaben gemacht, doch das ändert sich gleich und es wird zusammen Fußball gespielt.

 

 

Kleine Stärkung bevor alle nach Hause gehen

 

 

Zebras in Sicht!!

Dienstag, 17. Oktober 2017 von Marianka Rehm

Nanu, wer hat sich denn da verirrt? – Ein Verkehrszebras in El Alto

Nein, um dieses Foto zu machen, war ich nicht etwa im Zoo… ein solches Bild ist in La Paz und El Alto völlig alltäglich. Logischerweise gibt es in den beiden Großstädten ein ziemlich großes Verkehrsaufkommen und manchmal kann es dabei ganz schön chaotisch sein. Genau deshalb kam vor mehreren Jahren die Idee mit den Zebras als Verkehrshelfer auf. Hier stellt ein Zebra mit einem roten Stoppschild in der Hand sicher, dass bei roter Ampel auch wirklich jedes Fahrzeug anhält, dort hilft ein Zebra einer älteren, schwer bepackten Dame über die Straße. So arbeiten diese Tiere hier Tag für Tag, sorgen für mehr Sicherheit im Straßenverkehr und zaubern mit ihrer Art ganz nebenbei ein Lächeln auf die Gesichter der Passanten =)

 

Minibusse, das wohl wichtigste Verkehrsmittel überhaupt

Nachdem ich letztes Mal vom Teleférico, der Seilbahn mitten in La Paz/ El Alto, erzählt habe, stelle ich Euch heute das wohl wichtigste Verkehrsmittel überhaupt vor: den Minibus.

Man stelle sich an den Straßenrand und warte bis ein Minibus mit der richtigen Aufschrift vorbeikommt. Diese sind sehr zahlreich unterwegs und stellen gefühlt die Hälfte aller Fahrzeuge dar, die auf der Straße zu finden sind. Kommt der richtige Minibus angefahren, winke man diesen mit einer kurzen Handbewegung heran. Oft, vor allem auch an zentralen Plätzen, wird lautstark und kaum überhörbar die Fahrtrichtung verkündet. Die kräftigen Stimmen, mit denen die Fahrer oder ihre „Assistenten“ beispielsweise „Ceja Ceja Ceja… !“ rufen und dabei kaum atmen zu scheinen, sind echt bewundernswert! Das praktische am Minibus ist, dass man wirklich ein- und aussteigen kann, wo man möchte. Das Fahrzeug nimmt also wieder Fahrt auf und sogleich wird man von lautstarker (bolivianischer) Musik umgeben (nicht selten auch vom hier natürlich ebenfalls sehr bekannten Song „Despacito“ :p ).

So wichtig wie etwa das Lenkrad und die Bremse ist für einen Minibusfahrer, aber auch für alle anderen, die Hupe. Diese ist kaum wegzudenken und wird einfach immer benutzt, was dann meistens ungefähr so viel bedeuten soll wie „Achtung, aus dem Weg, jetzt komme ICH!“ :p Dies gilt insbesondere auch an Kreuzungen, denn wer meint, hier gebe es ein Rechts vor Links (Verkehrsschilder gibt es nämlich in El Alto so gut wie keine), der hat weit verfehlt: Auf die eigene Vorfahrt kann man auch einfach mit einem Hupen aufmerksam machen. Dass man dennoch nicht durchgehend rast, sind gefühlt alle paar Meter Erhebungen in die Straße eingebaut, vor denen alle Fahrzeuge abbremsen müssen, um diese passieren zu können. Der Straßenverkehr in einer bolivianischen Großstadt ist wirklich höchst interessant, aber das Allerwichtigste: Es funktioniert!

Vor kurzem war hier „Tag des Fußgängers“ und offiziell blieben für 24 Stunden (zumindest fast) alle Autos und sonstige Fahrzeuge stehen. Bei einem Spaziergang durch die Stadt bemerkte ich, wie ruhig es im Vergleich zu sonst war. Tatsächlich waren viele Fußgänger und auch Fahrradfahrer unterwegs. Auf einmal wurde es sogar so still, dass es für kurze Zeit so schien, als würde die Stadt den Atem anhalten…

 

 

Die Kinder machen Zirkus…!

Montag, 16. Oktober 2017 von Jan Kaatze

Nach dieser Überschrift kann ich gleich beruhigen, es handelt sich hierbei um ein Zirkusprojekt, welches ich diese Woche gestartet habe.

Da ich bereits in Deutschland an meiner ehemaligen Schule in einem Zirkus tätig war, kam diese Idee ziemlich am Anfang des Freiwilligendienstes. Doch wie fängt man mit so einem Projekt an?

Zunächst einmal musste geklärt werden welche der vielen Bereiche eines Zirkuses überhaubt abgedeckt werden können. Heraus kamen dann Jonglage und Akkrobatik; für beides benötigt man kaum Materialien, was mir sehr entgegen kam. Matten für die Akrobatik waren schon von anderen AGs vorhanden, dass einzige Problem stellten zunächste die Jonglierbälle dar. Da diese ziemlich teuer zu kaufen sind und ich nicht das Geld der Schule verwenden wollte, was mir sogar angeboten wurde, beschloss ich diese selber herzustellen. Wie das…?

Eigentlich ganz einfach: Aus mehreren Luftballons und feingesiebter Erde entstanden so die ersten Jonglierbälle.

Zuerst wurde genügend Erde gesiebt…

…welche dann mit Hilfe eines Flaschen-trichters in den Luftballon eingefüllt wurde.

Zur Stabilität kamen dann noch mehrere Ballons drüber und…

…fertig sind die ersten Jonglierbälle!!

Un wärend man so durch die Schule läuft, passiert es schon mal, dass man in eine Klasse gerufen wird und eine kleine Jongliervorführung geben soll..

Eine Spontanaufführung in der Schulklasse

 

Leider konnte ich diese Woche noch nicht mit dem Zirkus anfangen, da noch nicht fest stand, welche Kinder in dem Zirkus mitmachen können. Da mehr als 200 Schüler an der Schule sind und nicht alle Nachmittags in einer AG sind, gab es sehr viele Kinder, die unbedingt in einem Zirkus mitmachen wollten. Als eine Person, welche nur mäßig Spanisch spricht, ist es jedoch fast unmöglich mit 50 Kindern gleichzeitig zu trainieren, weshalb letztendlich zufällig entschieden wurde, welche Kinder mitmachen können.

 

Ein Ausflug in die größte Stadt der Welt

Letztes Wochenende war ich in Mexiko-Stadt. Der Grund für diesen „Ausflug“ war ein Sicherheitsbriefing in der Haupstadt, an welchem ich und ein anderer Freiwilliger meiner Organisation, Markus, teilnahmen. Als Unterkunft diente uns das Projekt, in dem Markus zu der Zeit arbeitete.

Abends nach 7 Stunden fahrt angekommen, empfing mich Markus am Bahnhof, worauf hin wir beide gleich feststellten, wie merkwürdig es doch ist nach zwei Monaten wieder Deutsch zu reden…

Am nächsten Tag ging es dann los zum Sicherheitsbriefing, wo wir gleich auf 20 andere deutsche Freiwillige trafen, was fast schon ein Kulturschock ind die andere Richtung war… Trotzdem war es sehr interresant von den anderen Freiwilligen in Mexiko zu hören und sich auszutauschen. Das eigentliche Briefing war auf Punkte wie Kriminalität und Erdbeben ausgelebt, was vor allem in der letzten Zeit ein sehr aktuelles Thema in Mexiko war und einem hilfreiche Tipps für solche Fälle geben konnte.

Am Tag darauf haben wir die Pyramiden von Teotihuacán besucht, welche mit zu den Bedeutensten in ganz Amerika zählen. Nach einem anstrengenden Aufstieg wurden wir dann mit einer unglaublichen Sicht über große Teile der Stadt belohnt.

Die „Sonnenpyramide“

Die Pyramide des Mondes

Wie die Überschrift schon sagt, ist Mexiko-Stadt eine unglaublich große Stadt. Für jede Strecke die man mit dem Auto zurücklegt, kann man im Vorhinein schon mal mindesten eine Stunde Fahrt einplanen, da fast auf allen Straßen Stau herscht. Bei fast 9 Millionen Einwohnern in einer Stadt wann es einem schonmal sehr unheimlich vorkommen, dass so viele Menschen auf einem Fleck leben. Umso mehr hat man das Gefühl von den Menschen die man dort trifft gleich als Freund aufgenommen zu werden.

Die Zeit in Mexiko-Stadt habe ich wirklich sehr genossen und werde die Stadt auf jeden Fall nochmal besuchen.

 

2 Millionen Menschen laufen für Maria

In der letzten Woche habe ich an der „Romeria“ teigenommen. Hierbei handelt es sich um einen Lauf von vielen Kilometern, zu Ehren der Maria (la virgen), welcher jedes Jahr am 12. Oktober stattfindet. Morgens um 6 Uhr ging es von Guadalajara los zur Basilika von Zapopan, einer angrenzenden Stadt. Schon von weitem hört man die Musik und die vielen Tänzer die auf der Straße sind.

Morgens ging es schon im Dunkeln los…

Viele Tänzer sind auf der Straße

Nach Stunden des Tanzens und Laufens gab es dann in, bzw. vor der Basilika eine Messe zu ehren der Maria.

 

Seifenkreativität

Samstag, 14. Oktober 2017 von Lea Feldhaus

Hey alle zusammen,

Vor knapp einer Woche zog durch Zentralamerika ein Tropensturm, der alles lahmgelegt hat. Costa Rica hatte weder Strom noch Wasser und auch Nicaragua hat seine Portion abbekommen. Ich glaube, ihr habt ein paar Bilder gesehen, die in den Nachrichten waren.
Schon seit ich angekommen bin, bin ich vom Regen und Wasser hier fasziniert. Es formt den Tagesablauf. Wenn es regnet, lässt jeder alles stehen und liegen und geht tendenziell nicht mehr vor die Tür.
In den vergangen Tagen waren schon mehrere größere Regenschauer in Juigalpa angekommen. Einmal so heftig, dass der Strom im Centro ausgefallen ist und wir mit den Kindern im Dunkeln saßen.
Am Donnerstag Morgen um sieben fing es richtig an, zu schütten. 14 Stunden Dauerregen ergossen sich aus den Wolken und sorgten dafür, dass die Straßengräben sich in reißende Flüsse verwandelten. Die Kinder wurden aus der Schule geholt. Keiner verließ mehr das Haus. Die Vizepräsidentin suspendierte alle Schüler für Freitag aus der Schule.
Irgendwann gegen 10 Uhr stand in der Küche (und zum Glück in keinem anderen Zimmer im Haus) das Wasser knöchelhoch. Der Regen hatte das Erdreich durchtränkt und drückte sich von unten durch den Boden ins Haus. Mit Eimer, Besen, Kehrblech und Tüchern haben wir es raustransportiert. Und dann passierte das, was ich so faszinierend fand. Irgendwie mussten wir die Löcher stopfen. Aber Zement war nicht im Haus.
Da kam eine andere Idee auf: Wir brauchen etwas, was dicht ist, beweglich, und im Haus ist.
Na, fällt es euch ein?
Seife!
Ich war am Anfang ziemlich skeptisch. Schließlich löst Seife sich im Wasser ja auf. Aber es hat funktioniert. Sogar richtig gut.
Alle Seife wurde zusammengesucht, und Stück für Stück in die Ecken geklebt. Der Rest des Tages war viel entspannter. Es mussten zwar immer noch Tücher gewrungen werden, aber da es uns allen gut ging, und der größte Teil des Wassers draußen blieb hatten wir Zeit 🙂

Diese „Seifenkreativität“, wie ich sie mal nenne, fasziniert mich total. Mit dem wenigen, was gerade zur Verfügung steht, kann man trotzdem total viel machen. Einen Bus für die Schule bauen? Kein Problem. Warum nehmen wir nicht die leere Saftflasche dafür?
Eine Wand hat undicht? Nimm Seife. Dann können wir später Zement kaufen und es abdichten, wenn es getrocknet ist.
Und falls es doch nicht funktioniert und der nächste Regen wieder einen Besuch in der Küche macht, wissen wir jetzt:
Seife ist die ultimative Lösung

Viele Grüße an alle aus Juigalpa
Lea

 

 

Wilkommen in der Regenzeit

Sonntag, 08. Oktober 2017 von Vreda van den Hurk

Erst einmal hieß es für ich vor einem Monat „Wilkommen in Mityana“. Mityana als der Ort, in dem ich das nächste Jahr leben und arbeiten werde. Der Ort, den ich für ein Jahr lang mein Zuhause nennen darf.
Der Abschied von meiner Gastfamilie viel mir schwerer als gedachtt. Vor allem meinen kleinen Gastbruder John werde ich vermissen. John stand in sein Gesicht geschrieben, dass auch er mich gerne noch länger da gehabt hätte. Deshalb habe ich ihm versprochen, am 09. Oktober, seinem Geburtstag, mit einem Kuchen nach Kampala zu kommen. Der 09. Oktober ist gleichzeitig der Unabhängigkeits Tag in Uganda. Ich bin schon gespannt, wie der hier gefeiert wird.

Abgeholtt wurde ich vom Fahrer Ben, der mich bereits vom Flughafen aus nach Kampala gebracht hatte. Beim Herausfahren aus Kampala fiel mir das erste Mal auf, wie grün Uganda ist. Ich habe noch nie so viele und auch unterschiedliche Pflanzen auf einmal gesehen. Es ist wirklich wunderschön hier! Auf der Fahrt bin ich ein wenig eingeschlafen, da ich den letzten Abend in Kampala gemeinsam mit den anderen Deutschen aus meinem Sprachkurs feiernd verbracht habe. Es war für mich das erste Mal, dass ich in Uganda ausgegangen bin. Ich habe sogleich ein paar Tanz Moves von einer Uganderin beigebracht bekommen. Sie war sehr begeistert, dass ein „Muzungu“ tatsächlich tanzen kann:)
Als wir in Mityana ankamen, holten wir Penelope, meine Mentorin und ihren Sohm Elisha ab. Zusammen fuhren wir zu dem Gästehaus, in dem ich jetzt ein Jahr lang leben darf. Es ist wirklich riesig! Ich habe drei Schlafzimmer, ein Wohn-und Esszimmer, zwei Bäder und eine sehr gut eingerichtete Küche für mich. Ich habe mich sogleich sehr wohl gefühlt. Penelope hat in der ersten Woche viel Zeit mit mir verbracht. Ich habe sie und ihren Sohn schon sehr in mein Herz geschlossen. Penelope ist für mich Mentorin, Mama und beste Freundin zugleich. Wir verstehen uns super und ich kann mit ihr über alles reden. Sie hat mich gleich am ersten Sonntag ihrer Gemeinde, der Mityana Baptist Church, vorgestellt. Ich war noch nie in einem so schönen Gottesdienst. Ich saß in einer Bank nur mit Kindern, mit denen ich die ganze Zeit Klatschspiele gespielt habe. Der Gottesdienst hat insgesamt drei Sunden lang gedauert. Jedoch hat es sich viel kürzer angefühlt. Denn es wurde sehr viel getanzt und laut gesungen. Es war unglaublich lebendig. Jeder konnte laut für sich beten und seine Wünsche und Sorgen mit in den Gottesdienst einbringen.. Da ich mich so wohl gefühlt habe, hat Penelope vorgeschlagen, dass ich zum nächsten „Youth meeting“ der Kirche mitkomme. Penelope selber ist die Leiterin der Kirchenjugend. Gleich am nächsten Donnerstag kam ich mit zu einem Treffen. Die Mitglieder sind alle älter als ich. Also ist es nicht unbedingt die Kirchenjugend sondern eher die jungen Erwachsenen der Kirche. Es wird sehr offen diskutiert. Bei der Anmerkung, dass man besser früh heiraten sollte, um seine Beziehung als Christ vollständig ausleben zu können, musste ich ein wenig schmunzeln. Der Glaube ist hier viel präsenter, was für mich noch ein wenig neu ist. Ich persönlich habe die Bibel nicht immer wortwörtlich genommen. Aber ich freue mich, dass ich dieses Jahr den Glauben auf eine ganz andere Weise kennenlernen darf.

Jetzt möchte ich gerne meine Arbeit hier in Mityana vorstellen:
Ganz grob ist es so eingeteilt, dass ich jeden Montag bis Mittwoch bei HOSFA und donnerstags und freitags bei COSNA arbeite. HOSFA (Hope Sharing Family) ist eine sehr große Organisation mit vielen unterschiedlichen Bereichen. Zuerst habe ich das Ausbildungszentrum St. Thereza kennengelernt. Dort habe ich zwei Wochen in den Bereichen „Fashion Design, „Catering“ und „Hairdressing gearbeitet. Es war eine sehr spannende und schöne Zeit, die ich mit den Schülern und Lehrern verbracht habe. Im Bereich „Catering“ haben wir zusammen ugandische Gerichte gekocht und ich konnte meine eigenene Kocherfahrungen mit einbringen. Im Bereich „Fashion“ habe ich eine Handytasche mit einer manuellen Nähmaschiene genäht. Es war das erste Mal, dass ich an einer Nähmaschiene saß. Ich konnte mich aber schnell einarbeiten und auch das ständige Treten der Pedale fiel mir nicht schwer. Elektrische Nähmaschienen sind in Uganda sehr selten, da sie zu teuer sind. Im Bereich „Hairdressing“ durfte ich lernen, wie man Braids flechtet und die Haare mit sehr vielen Chemikalien glättet. Haare sind hier in Uganda ein sehr wichtiges Thema. In seine eigenen Haare wird viel Zeit und Mühe gesteckt. Frauen können ihre Haare geglättet, als Braids geflochten, hochgesteckt, abrasiert oder mit einer Perücke tragen. Alle Möglichkeiten könnte ich hier gar nicht aufzählen. Mir ist aufgefallen, dass Männer ihre Haare meistens abrasiert tragen. Lange Haare oder Dreads gelten hier als ungepflegt. Meine Haare werden oft bewundert, weil meine Haarstrucktur eine ganz andere als die der Ugander ist. Deswegen wurde natürlich sogleich im Bereich „Hairdressing“ ausprobiert, ob man mit meinen Haaren Braids flechten kann. Es hat tatsächlich geklappt, jedoch haben sie sich bereits nach zwei Tagen wieder geöffnet. Das nächste Mal werde ich Braids mit Extensions ausprobieren. Dann werden sie hoffentlich besser halten.
Seit einer Woche arbeite ich im Krankenhaus. Zuerst war ich im „Social departement“. Deren Arbeit kann man sich ein wenig wie die eines Sozialarbeiters vorstellen. Von HOSFA werden vor allem Waisenkinder, HIV-Kranke und ältere Menschen unterstützt. Die Unterstützung geht dabei von Stipendien für die Schulgebühren bis hin zu Häuer-Projekten. Ich selber habe erst einmal die Ordner der Schüler und Studenten sortiert. In den nächsten Wochen werde ich mit in die Dörfer fahren, um vor Ort zu sehen, was mit dem Geld passiert. Ich bin schon sehr gespannt auf die Menschen, die ich in dieser Zeit kennenlernen werde. Ich habe auch bereits im „Chronical Care Unit“ gearbeitet. Dieser Bereich kümmert sich hauptsächlich um HIV-Patienten, die aus der Umgebung von Mityana kommen, um mit den Ärzten zu sprechen und ihre Medikamente zu kriegen. In diesem Beriech habe ich Tests sortiert, die die Patienten regelmäßig machen müssen, um zu überprüfen, ob ihre Medikamente weiterhin anschlagen. Wenn dieser Test negativ ausfällt, müssen die Patienten mit dem Arzt über neue Medikamente sprechen. Außerdem helfe ich noch in der Apotheke des Krankenhauses mit. Die Apotheke ist auf jeden Fall der geschäftigste Ort im Krankenhaus. Mir wurde gesagt, dass mein Vorfreiwilliger Thomas hier ganze acht Monate verbracht hat. Ich kann das auf jeden Fall nachvollziehen, denn die Arbeit in der Apotheke macht sehr viel Spaß! Trotzdem finde ich es gut, dass ich die Möglichkeit habe, in fast alle Bereiche von HOSFA rein zu schnuppern:) Im Januar werde ich noch einmal neu entscheiden, wo ich das letzte halbe Jahr arbeiten möchte.
COSNA ist eine Grundschule. Wobei die Grundschule hier mit dem Kindergarten anfängt. Der Kindergarten ist hier kein Kindergarten, wie man den von Deutschland aus kennt. Mit bereits drei Jahren kommt man hier in die sogenannte „Baby Class“, in der man lesen und schreiben lernt. Mir kam das ganze am Anfang sehr fremd vor. Ich hatte die ganze Zeit meinen kleinen Bruder vor Augen, der auch drei Jahre alt ist. Er spielt den ganzen Tag mit seinen Freunden, während die Dreijährigen in Uganda in der Schule sitzen und dem Lehrer fünfmal hinterher sprechen müssen. Natürlich ist es super, dass sie so bereits mit drei Jahren Englisch lernen. Trotzdem kann ich mich an das Schulsystem noch nicht ganz gewöhnen. Am absurdesten finde ich, dass man hier in Uganda Schulgebühren zahlen muss, wenn der Großteil der Bevölkerung diese nicht erfordern kann. Für mich ist Bildung ein Menschenrecht, dass jedem Kind kostenfrei gewährleistet werden sollte. Die meisten Ugander beenden nur die Grundschule, die sieben Jahre lang geht. Nur vier Prozent der Bevölkerung hat die Möglichkeit, die Universität zu besuchen. Wenn ich den Lehrern hier erzähle, dass die Schule in Feutschland kostenlos ist, schauen sie mich immer ganz ungläubig an. Jetzt aber erst einmal genug zu meiner Arbeit.

Vor zwei Wochen war ich wieder in Kampala, wo ich mich mit den anderen Deutschen aus dem Sprachkurs getroffen habe. Zusammen haben wir das Bayimba Festival besucht. Es gab viel Musik, leckeres Essen, coole Kleidung zum Kaufen, eine kleine Modenshow und Comedy und Theater. Wir hatten sehr viel Spaß zusammen. Nur leider wurde die Tasche von Anne geklaut, in welcher ihr Handy, ein wenig Geld und unser Hotelschlüssel waren. Das Hotel hatte nachts leider keine Ersatzschlüssel. Zum Glück hatte noch eine andere Freundin ein Zimmer im gleichen Hotel gemietet. So haben wir dann zu viert in einem Ein-Bett-Zimmer geschlafen 🙂

Aber wie sagt man nicht so schön: Tetupapa mu Africa! Das bedeutet so viel wie, dass man sich in Afrika nicht stresst. Das einzige wo es gerade Stress in Uganda gibt, ist das Parlament. In der ugandischen Verfassung steht festgeschrieben, dass der Präsident nicht älter als 75 Jahre alt sein darf. Der momentane Präsident, Museveni, der bereits seit dreißig Jahren an der Macht ist, ist 73 Jahre alt. Somit darf er eigentlich nicht zur nächsten Wahl 2021 antreten. Gerade wird jedoch eine Verfassungsänderung im Parlament diskutiert, die diese Altersbeschränkung auflösen würde. Museveni behauptet, dass er der Einzige sei, der Uganda regieren könne. Vor allem die ältere Generation unterstützt ihn, da sie Museveni nach Obote und Idi Amin als den Friedensbringer sehen. Der Großteil der Bevölkerung ist jedoch nicht mit der möglichen Verfassungsänderung einverstanden. Deshalb kommt es momentan zu vielen Demonstrationen, auch hier in Mityana. Vor allem am Mittagstisch wird die Politik viel diskutiert. Bis jetzt habe ich nur Menschen kennengelernt, die gegen die Verfassungsänderung sind. Auch verschieden Oberhäupter der Kirche in Uganda haben sich öffentlich gegen die Verfassungsänderung positioniert. Ich werde das Thema auf jeden Fall weiterhin verfolgen und euch auf dem Laufenden halten.

Zeitgleich mit meiner Ankunft in Mityana hat auch die Regenzeit begonnen. Das heißt, dass es jeden Tag mindestens eine Stunde regnet. Dadurch sind viele Straßen zu großen Matschanlagen geworden und das Laufen stellt sich zu einer rutschiegen Angelegenheit heraus. Dafür wird Uganda jetzt noch grüner!

Damit wünsche ich euch allen eine schöne Zeit!

Liebe Grüße aus Mityana

Vreda

 

Nach zwei Monaten – Fast schon eine Nica

Mittwoch, 04. Oktober 2017 von Sandra Abrantes Diaz

Jetzt bin ich schon seit zwei Monaten von Zuhause weg und muss feststellen, wie schnell einerseits die Zeit vergangen ist und andererseits wie viel ich schon gesehen und erlebt habe.

In den letzten Wochen im Projekt habe ich mit einigen Mädels sehr persönliche Gespräche geführt, die mir  gezeigt haben, dass ich für sie nicht die „Deutsche“ bin, sondern auch eine Freundin und Teil der ganzen Gruppe. Besonders die älteren Mädchen suchten bei mir nach Antworten, aber auch nach einer Umarmung und Verständnis. So gerne ich auch dem Wunsch der Mädchen nachkommen möchte, dass wir einmal wöchentlich Zumba tanzen (der Tanzlehrer nennt sich nicht Sandra, sondern „Youtube“), so unmöglich ist es aufgrund der wenigen Zeit die wir haben. Der Tagesablauf ist hier sehr geregelt. Aufstehen ist um 4.30 Uhr, Frühstück um 6 Uhr und danach werden die Älteren auch schon vom Schulbus abgeholt und kommen erst um 13 Uhr zum Mittagessen. Danach waschen wir zusammen und es werden Hausaufgaben gemacht. Jetzt ist es etwa 16 Uhr und wir könnten tanzen. Wir könnten, denn dir Mädchen erhalten verschiedenen Unterricht außerhalb der Schule: Zwei Mal die Woche gibt es Computerunterricht, ein Mal Religionsunterricht, einmal beten wir zusammen den Rosenkranz und am anderen Tag gibt es eine Art „Mädchenstunde“, in der die Mädchen besondern über Krankheiten und sexuelle Gewalt aufgeklärt werden. Ich hoffe aber sehr, dass ich euch bald berichten kann, dass wir nachmittags das Programm für die älteren Mädchen ein wenig modofizieren konnten.

 

Sportttag mit 30 Mädchen

Gruppenfoto nach dem Sport

Am Freitag hatten die Mädchen keine Schule. Das ist hier jeden letzten Freitag im Monat. Deswegen haben wir, das Personal, einen Sporttag

organisiert. Los ging es morgens mit dem Einteilen der vier Gruppen und dem Gestalten eines Logos. Gestärkt in ihrem Teamgeist durften die Teams in verschidenen Spielen gegeneinander antreten.

Wir haben unglaublich viel gelacht, geschwitzt und für Muskelkater gesorgt! Stolz hat mein Team den ersten Platz belegt und sich einen leckeren Preis abgeholt. Es gab Schokokekse!

Am Nachmittag haben wir ein Mädchen aus dem Heim besucht, dass vor einigen Wochen operiert wurde und sich leider noch nicht gut von der Operation erholt hat, da sie sich eine Infektion eingeholt hat und muss vermutlich erneut ins Krankenhaus. Wir wünschen ihr alle eine schnelle Genesung!

 

 

Happy Birthday! Feliz Cumpleaños!

Diesen Monat durfte ich gleich an drei Geburtstagen teilnehmen, die so unterschiedlich waren! Zuerst wurde meine Arbeitskollegin 25 und wir gingen mit dem Personal in Granada gemeinsam raus. Das hat mir sehr gut getan, weil ich für sie dazugehöre und sie sich mir auch anvertraut haben über Schicksäle, die ihnen verfahren sind und sie mit mir teilen wollten. „Weil du unsere Freundin bist“ sagten sie!  Und so fühle ich mich auch. Die Arbeit war an diesem Arbeit ein „Tabu-Thema“ und so konnten wir viel persönlicher miteinander reden.

Geburtstagsfeiern

Danach ging es auf den Geburtstag des Neffen meiner Kollegin, der sechs wurde. Vor dem Haus wurden Plastikstühle aufgestellt, Musik laut gedreht, Essen und Trinken verteilt, eine Piñata aufgehangen und nach dem leckeren (aber natürlich viel zu süßen) Kuchen getanzt. Ich kannte niemanden und dennoch waren alle so herzlich zu mir. Groß und Klein haben zusammen getanzt.

Zum Ende des Monats feierte Julia, meine Gastschwester, ihren 14. Geburtstag. Da hier der 15. Geburtstag groß gefeiert wird (etwa wie bei uns der 18.), gab es dieses Jahr keine Feier. Dennoch haben die Eltern an sie gedacht und um 5 Uhr wurde ich diesmal nicht vom Hahn des Nachbarn wach, sondern von Geburtstagmusik. Es gab einen Geburtstagskuchen, sowie viele Umarmungen und Glückwünsche. Da ich arbeiten musste, konnte ich nicht mit ihr den Tag verbringen, aber umso überraschter war ich, als ich nach Hause kam und sich auf einmal die Familie im Wohnzimmer versammelt hatte. Man muss hier niemanden einladen, es ist selbstverständlich, dass du an dem Geburtstag deiner Familie denkst und sie an diesem Tag besuchst. So wurde Musik angemacht, im Wohnzimmer getanzt, Kuchen gegessen und ihre Patentante bestellte Pizza. Danach haben wir noch zusammen aufgeräumt und gingen spät ins Bett.

 

Die Vielfalt der Natur

Am Wochenende habe ich mich in der Umgebung auf die Suche nach einem ruhigen Ort gemacht, um nach einer stressigen und arbeitsreichen Woche zu entspannen. Was ist dann passender als die Lagune. Also fuhr ich am Sonntag dorthin und entspannte dort. Obwohl es regnete konnte ich bis in den Nachmittag in einer Hängematte entspannen und mit einer Freundin den Tag genießen. Am Montag wurde ich morgens wieder mit Regen begrüßt, was mich zwar ärgerte, aber nicht von meinem Plan abhielt, den aktiven Vulkan Masaya zu besteigen. Okay, ich wollte ihn besteigen, aber da er momentan zu aktiv ist, wurde ich dann dort hoch gefahren. Mit viel glück ging ich bei der Kontrolle als Nica durch. Auch wenn im heim Besuch ist sind die Gäste irritiert, wenn ich erzähle, dass ich aus Deutschland sei. Mein erster Vulkan! Man konnte bis tief in den Krater schauen, es war einfach unglaublich!

Die Lagune de Apoyo

Der Vulkan Masaya

 

Reis und Bohnen

Typisches nicaraguanisches Frühstück

Das esse ich. Jeden Tag. Jetzt denkt ihr vermutlich, dass ich es nicht mehr sehen kann, aber so ist es nicht. Hier wird morgens Gallopinto (Reis mit Bohnen) gefrühstückt, welcher mit Ei, Käse und Kochbananen serviert wird. Die anderen traditionellen Gerichte in Nicaragua sind meist basierend auf Hühnchen oder Fleisch. Richtig, ich habe hier gelernt, dass Hühnchen kein Fleisch ist. Genauso habe ich auch gelernt, dass Käse nicht gleich herzhaft ist. Als es mich in eine Bäckerei zog (die große Sehnsucht bach Brot hat schon begonnen!), stellte ich zunächst fest, dass es hier nur das weiche Brot, welches man von Hot Dogs oder Burgern kennt, in variierter Form und Größe gibt. Also nahm ich etwas, dass etwas anders aussah und mit Käse sein sollte. Ein Biss und ich erlebte den Genuss eines Süßgebäcks. Gut, also ich denke ich vertraue nicht mehr auf das, was drin ist, sonders probiere mich durch die Leckereien, um richtig urteilen zu können. Lecker war es dennoch!

Die Vielfalt von Reis und Bohnen begleitet also den ganzen Tag. Auch wenn es Nudeln gibt, ist die Beilage immer Reis mit Bohnen. Eigentlich ganz simpel, denn es ist für Nicas wie für uns das Brot.

Zu meinem Lieblingsgericht ist hier etwas geworden, was auch für Nicas als große Delikatesse gilt. Als ich zum ersten Mal kosten durfte, musste ich schmunzeln. Mit großen Worten wurde mir gesagt, dass es heute etwas ganz besonderes geben würde. Ich hoffe meine Reaktion war nicht allzu irritiert. Die Delikatesse war Bohnensuppe mit Reis. Genau, das Gleiche wie sonst nur als Suppe und mit einem Spritzer Zitronensaft serviert. Aber auch ich freue mich jedes Mal, wenn es wieder Sopa de Frijoles gibt!
Ein bisschen möchte ich euch aber dennoch neidisch machen, denn die Obstvielfalt ist hier ganz anders. Ich darf hier lecker Drachenfrucht löffeln und auf Äpfel verzichten, denn die gibt es hier kaum und sind sehr teuer.

Wir sind vereint – 3. Oktober

Ein kleines Handbuch über Deutschland

Auch hier! Da für mich der dritte Oktober ein Feiertag ist, habe ich das mit den Mädchen teilen wollen, so wie sie auch mit mir ihre Festigkeiten teilen. Daher habe ich mir Gedanken gemacht und ihnen Apfelkuchen gebacken. Die Idee war schnell da, die Umsetzung schwieriger als gedacht. Am Ende habe ich mit meinen Kräften morgens um 6 Uhr den Teig zubereitet. Den habe ich dann mit ins Heim genommen, weil wir zuhause keinen Ofen haben und dort in einem Mikrowellenofen gebacken. Einer war natürlich wenig für 35 Personen, als wurden sie nacheinander gebacken. Das Resultat: Sie haben sich sehr gefreut!

Darüber hinaus bereitete ich noch kleine Karten vor, die ein wenig die Geschichte und den Hintergrund darstellen sollten.

Die Freude über ihren ersten Apfelkuchen war groß!

 

Uganda – Luganda – Baganda – Buganda

Dienstag, 03. Oktober 2017 von Lena Neuenhofer

Hallo ihr Lieben! Endlich habe ich es geschafft mir etwas Zeit zu nehmen und euch ein bisschen über meine Eindrücke und Erfahrungen zu erzählen. Ich hoffe ich habe euch nicht zu lange warten lassen!J

Nach einer relativen langen Reise dafür, dass ich dachte, dass eine Reise um eine Zeitzone nach Osten nicht so weit sein kann, bin ich endlich in, „die Perle Afrikas“, Uganda angekommen. Ganz entgegen meinen Erwartungen verlief die Reise problemlos. Es gab keine Verspätungen, keine Schwierigkeiten bei der Einreise, …. Dies lag aber wahrscheinlich auch daran, dass Vreda (eine Mitfreiwillige von mir) fünf Tage vor mir geflogen ist und somit mein Versuchskaninchen war. Sonst hätte es gut sein können, dass ich den, ohne Vorwarnung, unerwarteten Zwischenstopp in Kigali, Rwanda als mein Ziel empfunden hätte und vielleicht einen etwas anderen Eindruck über mein Einsatzland gehabt hätte als meine Vorfreiwillige. Während des Fluges gingen mir so viele Fragen durch den Kopf zu denen ich immer noch keine Antwort gefunden hatte. Ich musste mir dabei immer wieder sagen „Lass dich überraschen. Die Antwort wird schon irgendwann kommen.“

Obwohl ich erst um drei Uhr morgens in Entebbe gelandet bin, hatten meine Mentoren mich mit offenen Armen empfangen und die Müdigkeit war schnell vergessen, weil ich das Gefühl hatte, jetzt fängt es richtig an! Anschließend sind wir von Entebbe in die Hauptstadt von Uganda gefahren und haben dort noch ein paar Stunden Schlaf nachgeholt.

Am Sonntagmittag hatte ich endlich die Möglichkeit Kampala bei Tageslicht zu sehen und mir auch ein Bild von der Stadt und den Menschen zu schaffen. Zum Glück hatten meine Mentoren mich zu Beginn an die Hand genommen, damit ich meine neue Umgebung bewundern konnte, ohne von einem BodaBoda (Motorrad) oder Taxi im ungewohnten Linksverkehr umgefahren zu werden. Meine ersten Eindrücke waren Chaos und Lärm.

Nach meinen ersten Stunden in Kampala hatten meine Mentoren mich zu meiner Gastfamilie nach Mpererwe, im Norden Kampalas, gebracht. Die Familie besitzt viele Tiere, u.a. über 200 Hühner (die mir das Ausschlafen am Wochenende nicht einfach gemacht haben), drei Kühe und 20 Schweine. Dort habe ich gewohnt während ich die Grundlagen der Sprache Luganda gelernt habe. Luganda ist leider überhaupt nicht mit den schon bekannten Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch oder Spanisch zu vergleichen, weshalb es mir sehr schwer fällt diese neue Sprache zu lernen aber es macht trotzdem sehr viel Spaß. Die Ugander meinen nämlich, dass die „Weißen“,  oder auch „Muzungus“ genannt, nur Englisch können. Wenn ich aber meine bisherigen Kenntnisse mal anwende und z.B. den Taxifahrer bitte an der nächsten Ecke zu halten, sind alle überrascht und fangen an zu lachen, weil sie nicht davon ausgegangen sind, dass ich, als Muzungu, Luganda kann. Leider führt das dazu, dass viele der Meinung sind, dass ich jetzt fließend Luganda sprechen kann und muss sie deswegen schnell enttäuschen und sagen, dass ich erst seit ein paar Wochen Luganda lerne.

Hier in Uganda ist es sehr typisch zwei Namen zu haben: einmal den Namen, der von den Eltern gegeben wird und dann noch den bagandischen Namen, der von den Großeltern gegeben wird. Meine Gastfamilie meinte zu mir, dass ich erst eine richtige Uganderin bin, wenn ich auch einen bagandischen Namen besitze. Deswegen habe ich direkt an meinem ersten Tag den Namen „Nakimuli“, der übersetzt „Sonnenblume“ heißt, bekommen und stelle mich auch seitdem immer als Nakimuli Lena vor. Ob ich diesen Namen wegen meinen roten Haare bekommen habe…..

Außerhalb von der Sprachschule habe ich die verschiedensten Seiten von Kampala gesehen. Ich war zusammen mit Vreda auf dem Bahai Tempel von dem wir eine super Sicht über ganz Kampala hatten.

Sicht auf Kampala vom Bahai Tempel

Seitdem ich in Uganda angekommen bin, gab es schon ein Paar Umstellungen auf die ich mich zum Teil vorbereitet hatte bzw. über die ich mir Gedanken gemacht hatte. Die erste Umstellung, die direkt am ersten Tag auf mich zu kam war, dass ich nach zwei Jahren wieder Fleisch und Fisch gegessen habe… und nicht nur am ersten Tag, sondern seit meiner Ankunft gefühlt jeden Tag! Aber es schmeckt sehr gut! Eine weitere ist, dass sich jüngere Kinder aus Respekt vor mich hinknien, wenn sie mir hallo sagen oder mir etwas zu essen oder zu trinken bringen. Als ein Kind sich das erste Mal vor mich hinkniete, war ich sehr schockiert und wusste überhaupt nicht wie ich reagieren sollte. Meine Gastmutter hat mir dann aber erklärt, dass das Hinknien vor Übergeordneten oder Gästen, vor allem vor den Großeltern, zur Kultur gehört und ich es nicht als unangenehm empfinden soll.

Ich habe in meinen ersten paar Wochen schon viel über das Land Uganda und insbesondere die Region Buganda gelernt, wo ich mein Jahr verbringen werde. Dabei werde ich viel über die Kultur der Baganda, die Einwohner Bugandas, und hoffentlich die Sprache Luganda lernen.

Diese vier Begriffe Uganda, Baganda, Buganda und Luganda habe ich für meine Überschrift gewählt, weil sie meine ersten Erfahrungen und Eindrücken umfassen und mich das ganze Jahr hier in meiner neuen Heimat begleiten werden.

 

Geburtstag auf philippinisch

Samstag, 23. September 2017 von Luise Reichelt

Ich komme nun endlich dazu auch von meinem Geburtstag zu berichten, der am 27. August war. Dieses Wochenende war auch gleich mein zweites richtiges Wochenende in meiner Gastfamilie und ich kannte bisher noch nicht so viele Leute. Geplant war daher nur eine kleine Feier mit meiner Gastfamilie und ein paar Bekannten!
Doch wie ihr selbst sehen könnt, ist es dann zu einem kleinen Nachbarschaftsfest geworden und ich wurde liebevoll in die kleine Gemeinschaft „Villa Christina“ (mein Bezirk) aufgenommen.

eine „kleine“ Geburtstagstruppe

Aber wie hat der Tag eigentlich begonnen? Den Vormittag habe ich noch in Ruhe genossen und habe mit meinem neuen Fahrrad, welches mir meine Familie zur Verfügung gestellt hat um zur Arbeit zu fahren, die Gegend erkundet. Ihr könnt euch vorstellen, dass dies auf ein paar Meter hinaus gelaufen ist, da die Sonne dich schon genug schwitzen lässt!
Das Fahrrad ist jetzt zu meinem täglichen Begleiter geworden und dazu gehört natürlich auch der Helm! Und ihr braucht euch nicht wundern, für mich wurde auch extra ein höherer Sitz gefunden, damit ich auch richtig fahren kann.

mein tägliches Transportmittel

Nachdem ich mich fertig gemacht hatte, kamen schon die ersten Gäste und für mich wurde ein Gebet gesprochen, welches meine Gastmutter vorbereitet hatte. Anschließend habe ich dann die Kerze auf meinem selbstgebackenen Kuchen ausgeblasen und alle haben probiert. Damit habe ich versucht ein bisschen Heimat auf die Philippinen zu bringen, was bei der Suche so mancher Zutaten doch sehr schwierig war.

Bananen-Kokos Kuchen

 

Mit meinem selbstgebackenen Kuchen wollte ich ihnen auch zeigen, wie wir Geburtstage in Deutschland feiern. Normalerweise wird hier nämlich ein Kuchen gekauft! Meine Gasteltern hatten auch eine riesige Menge an Essen vorbereitet und alles hat super lecker geschmeckt! Davon haben wir dann auch noch die nächsten Tage essen können, da man auf den Philippinen immer für genügend Essen sorgt!

… und da fehlt der Nachtisch noch!

 

Nachdem mir dann auch unzählige Male „Happy Birthday“ gesungen wurde haben sich auch alle wieder verabschiedet.
Dazu muss ich euch noch erzählen, dass die Filippinos es lieben vorträglich und auch nachträglich zu gratulieren! Daher wurde mir schon am Abend vorher in der Abendmesse zum Geburtstag gratuliert und natürlich gesungen! Für mich ist das schon etwas komisch.
Außerdem hat mir meine Gastfamilie ein kleines Geschenk gemacht und ein Plakat vorbereitet. So etwas ist auf den Philippinen sehr typisch und wird bei jeder Feier oder jeglicher Veranstaltung vorbereitet.

Geburtstagsplakat

Anschließend haben wir dann einen Kurztrip in ein Resort gemacht, wo wir den freien Tag verbracht haben. Das war für mich dann nochmal wie ein Geburtstagsgeschenk und auch die Enkelkinder haben sich sehr über den Badespaß gefreut! Es war für mich daher ein gelungener Geburtstag! Und auch wenn ich mehrere tausende Kilometer von meiner Heimat entfernt bin, hat mir meine Gastfamilie einen wunderschönen Geburtstag bereitet!

viel Platz zum Schwimmen

kleines Paradies

Auch von meinem Projekt wurde ich mit einer kleinen Karte beschenk! Dabei haben fast alle Kinder etwas schönes geschrieben und mit in die Karte geklebt. Obwohl ich zu dem Zeitpunkt noch ganz frisch im Projekt war, habe ich mich sehr gefreut, dass die Kinder schon an mich gedacht haben!

ganz viele Zettel mit Geburtstagswünschen!

Gastfamilie

Das ist genau das Stichwort, um euch auch meine Gastfamilie vorzustellen mit der ich nun das Jahr gemeinsam verbringen werde! Meine Gasteltern haben mich wie ihre eigene Tochter aufgenommen! Beide arbeiten noch und sind daher fast genauso viel unterwegs, wie ich. Denn auch an einem Samstag heißt es hier für viele: früh aufstehen und zur Arbeit fahren!

In dem Haus wohnt außerdem meine Lehrerin für Bisaya (die Sprache, hier in Cebu), die gleichzeitig ein paar Kinder in der Nachbarschaft unterrichtet. Auf der anderen Straßenseite liegt ein weiteres Haus der Familie, welches von dem Sohn und seinen zwei kleinen Jungs bewohnt wird.

Bis bald!