Lima, CIMA und das Klima

Donnerstag, 01. September 2016 von Julia Wolf

Endlich ist es soweit, ich bin in Peru angekommen! Die ersten 2 Wochen in Lima, eigentlich in Cineguilla, 2 Stunden Busfahrt vom Zentrum entfernt, sind schon wieder vorbei.

Mit Friedrich, einem anderen KMW/Missio Freiwilligen, habe ich in einem Jugenprojekt gewohnt, dass zurzeit das Zuhause von 76 Jungen ist, die entweder von der Strasse kommen und/oder nicht in ihren Familien leben koennen, aufgrund von Alkohol- und Drogenmissbrauchs oder Gewalt. CIMA bietet ihnen ein Dach ueber dem Kopf, ausreichend Essen und vor allem Beschaeftigung. Wer genaueres lesen moechte, auf der Webseite http://www.hogarcima.org/de/das-kinderheim/ gibt es ganz viele Informationen, sogar auf deutsch:)

Der Tag in CIMA beginnt um 6.10 Uhr (!) mit einer Morgenandacht. Dabei wird ein Text aus der Bibel vorgelesen, eine kurze Predigt gehalten und gemeinsam gebetet. Zum Schluss, der Teil der mir am Besten gefallen hat, wird ziemlich laut und kraftvoll gesungen. Danach geht es zum morgendlichen Fussballspiel, allerdings nicht mit mir, denn ohne Fruehstueck geht bei mir nichts, noch dazu sind alle viel schneller, kleiner und wendiger als ich. Durch einen Nelkenbrei (besser als es sich anhoert) und Broetchen gestaerkt, geht es um halb 9 mit der Ansprache weiter (gebt Bescheid wenn ihr das Gelaende verlasst, hebt euren Muell auf, nehmt die Muetzen ab,…) um dann mit den Talleres, also Workshops, anzufangen. Ungefaehr die Haelfte der Jungs befindet sich da bereits in der Schule. Die anstehenden Aufgaben in der Kueche, auf dem Feld, dem eigenen Bauernhof mit Schweinen, einer Kuh, Huehnern und ganz vielen Meerschweinchen, in der Werkstatt und in der Hydrokultur werden unter den Jungen aufgeteilt, einige musizieren auch zusammen oder malen auf Stoff. Gleichzeitig findet auch Unterricht statt. Sie lernen mit den Computer umzugehen, Dinge zu reparieren, aber auch Mathematik und andere grundlegende Sachen. Nach dem Mittagesssen (in den 2 Wochen gab es einmal Nudeln, sonst immer Reis, aber sehr lecker:) und einer Pause, werden die Arbeiten in den verschiedenen Workshops fertiggestellt und bis spaetestens 18.00 Uhr sind alle Jungen aus der Schule zurueck und ueberbruecken die Zeit bis zum Abendessen mit Fussball spielen oder anderen Aktivitaeten. Um 21.00 Uhr laeutet die Glocke und es ist Schlafenszeit.

In den 2 Wochen hier habe ich keine grossen Aufgaben uebernommen, langweilig war es trotzdem nie. Beim Reinschnuppern in die Workshops habe ich gemalt, Gitarre „gespielt“ (es tut mir immernoch Leid fuer Alex, der Junge, der es versucht hat mir beizubringen, dem wahrscheinlich untalentiertesten Menschen der Welt), auf dem Feld mitgearbeitet, Schweinestall ausgemistet, oder einen Jungen zum Zahnartzt begleitet.

Mein Eindruck von CIMA ist wirklich sehr positiv, ich habe mich sehr wohlgefuehlt. Alle hatten sehr viel Geduld mit mir und meinem Spanisch, die Jungs sind sehr freundlich und aufgeschlossen. Die meiste Zeit merkt man ihnen ihre so schwere Vergangenheit nicht an, es war toll ein Teil ihrer Gemeinschaft gewesen zu sein.

Von Lima habe ich ausser der deutschen Botschaft, ganz viel Verkehr und der Busstaion nichts gesehen, ich werde also bestimmt nochmal zurueckkehren und vielleicht klappt ja auch ein  Besuch in CIMA:)

Und zum deutschen Liebliengsthema: In Lima ist zurzeit Winter, dass bedeutet nachts, in der Frueh und am Abend ist es richtig kalt, am Tag angenehm warm. Der Landschaft sieht man allerdings an, dass es die zweittrockenste Hauptstadt der Welt ist, sehr staubig und kaum Pflanzen, ausser sie werden extra bewaessert.

Es waren 2 wundervolle erste Wochen in Peru, in einem wunderschoenem Land mit sehr freundlichen Leuten und leckerem Essen (z.B. Ceviche und Cuy, also Meerschweinchen) und ich freue mich schon euch ueber Cajamarca zu berichten!

Liebe Gruesse,

Julia