Eindrucksvolles Bolivien

Samstag, 13. Mai 2017 von Julia

 

Ein Blick von El Alto auf La Paz

Jetzt ist es schon wieder Mai und ich habe schon lange nichts mehr von mir hören lassen. Zu meiner Ausrede: Ich hatte wirklich viel zu tun. Aber jetzt habe ich wenigstens viel zu erzählen, aber verzeiht mir, wenn ich nicht alles bis ins kleinste Detail erzähle;-)  Alles fing im Dezember mit Weihnachten an. Meine bisherige Vorstellung war nicht allzu groß und auch in Bezug zum Heimweh habe ich mir keine allzu große Gedanken gemacht, sind ja schließlich nur 3 Tage…. Doch es kam anders als gedacht. Ich habe meine Familie und Freunde schrecklich vermisst. Aber Grüße meiner Familie, meiner Freunde und Bekannten aus meiner Gemeinde haben mir gut getan; außerdem war es schön, meine Gastfamilie, die ich sehr lieb gewonnen habe, um mich zu haben, so wurde ich wenigstens etwas von zu Hause abgelenkt.

Dann hat sich spontan ergeben, dass Danica, die Freiwillige des Kindermissionswerkes in Sucre, direkt nach Weihnachten nach La Paz kam und wir uns getroffen haben; aus eigentlich geplanten drei Tagen in La Paz wurden dann doch mehr: noch ein Ausflug zum Laga Titicaca, nach Tiahuanaco, einer alten Inkastadt, nach Potosi, nach Uyuni in die Salzwüste und letztendlich nach Sucre, wo dann auch unser gemeinsames Zwischenseminar stattgefunden hat. Alles in allem eine unglaublich schöne Zeit, die nach vielen Monaten Arbeit und des Eingewöhnens auch nötig war.

 

Danica und ich in der Salzwüste

Kurz darauf hat Rosse, eine Erzieherin aus meinem Projekt, mich gefragt, ob ich an Karneval in Oruro „Tobas“ mit einer Tanzgruppe tanzen würde. Natürlich fiel mir die Antwort auf die Frage, ob ich beim größten Karneval in Bolivien tanzen wolle, sehr leicht. Darauf folgten einige Wochen harter Arbeit, in denen wir uns mehrmls wöchentlich trafen, um die Schritte einzuüben. Alles in allem ziemlich anstrengend und auch alles ziemlich überwältigend. Und dann war es endlich soweit. Es war Ende Februar und die Karnevalstage standen bevor. Ich, schon total aufgeregt, wie es sein würde, versuchte mir schon auszumalen, was mich erwarten würde, was natürlich nicht ansatzweise dem entsprach, wie es dann tatsächlich war: es war viel größeer, bunter und lauter, einfach viel besser, als ich es mir je hätte vorstellen können, und ich tanzend mittendrin, war einfach der Hammer!!!

Unsere Tanzgruppe

 

Und trotz der vielen Aufregung und Anstrengung blieb mir dennoch keine Zeit zum Ausruhen, denn in der darauffolgenden Woche sollte Verstärkung aus Deutschland kommen. Eine deutsche Praktikantin, Fidelis, ist seit Anfang März da und wir verstehen uns schon wirklich super!  Einfach toll, sich mal wieder richtig in unserer Muttersprache unterhalten zu können.

Doch damit nicht genug; jetzt schaffe ich es , mich mal in Ruhe hinzusetzen, um etwas für euch zu  schreiben und euch zu berichten. Über Ostern haben Danica, Fidelis und ich uns getroffen und sind für ein paar Tage nach Tarija gefahren.

Lagunas Coloradas/farbige Lagunen

 Es ist in den letzten Monaten ganz schön viel passiert. Ich hoffe, die Bilder helfen dabei, Euch einen kleinen Überblick in mein Leben hier in Bolivien zu verschaffen. Ich versuche jetzt wieder etwas regelmäßiger zu schreiben, doch allzu viel Zeit bleibt da nicht mehr, nur noch knappe drei Monate und das Jahr ist vorbei. Ganz schön krass, wie schnell die Zeit vergeht und eigentlich möchte ich noch gar nicht weg, so gut gefällt es mir hier…. Die Menschen sind mir sehr ans Herz gewachsen und die Arbeit macht mir riesig viel Freude. Doch noch bleibt ja Zeit und die sollte und möchte ich genießen, also bis dahin

Eure Julia

 

 

 

 

 

 

Eine schöne kleine Abwechslung

Montag, 05. Dezember 2016 von Julia

Blick auf Tarija

Blick auf Tarija

Hallo zusammen!

Hinfahrt von El Alto nach Tarija

Hinfahrt von El Alto nach Tarija

Ich melde mich nach einiger Zeit mal wieder und berichte von meinem Leben hier in Bolivien. In der Zeit seit dem letzten Eintrag ist Einiges passiert, doch eine Sache hat mich besonders fasziniert: Ich bin Ende Oktober mit meinen neuen Freunden für ein paar Tage verreist. Wohin? Nach Tarija. Tarija ist die südlichste Großstadt Boliviens auf ca. 1900 m Höhe; das Departamento Tarija grenzt an Argentinien und die Stadt selbst ist wirklich wunderschön. Doch nicht nur landschaftlich oder von den Sehenswürdigkeiten, sondern auch vom Klima her. Es ist sehr mild dort. So wird hier Obst und Wein angebaut. Gerade der Weinanbau hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Und so durfte ich für ein paar Tage meine Winterpullis und -jacken zuhause lassen und in Shorts und T-Shirts rumlaufen. Eine schöne Abwechslung, wenn man die Kälte von El Alto/La Paz gewöhnt ist.

Damit ihr auch einen kleinen Eindruck davon bekommt, was ich in den paar Tagen erlebt und gesehen habe, folgen nun ein paar Bilder. Viel Spaß beim Durchschauen J

Markt in Tarija

Markt in Tarija

Weinanbau der Casa Vieja

Weinanbau der Casa Vieja

Weinverkostung

Weinverkostung

Casa Vieja

Casa Vieja

Casa Vieja  (heißt übrigens "altes Haus")

Casa Vieja (heißt "altes Haus")

unterwegs in Tarija

unterwegs in Tarija

Die Rückfahrt: die Landschaft scheint unendlich zu sein

Hinfahrt von El Alto nach Tarija

 

Eine ungewöhnliche Geburtstagsfeier

Donnerstag, 03. November 2016 von Julia

Ich melde mich mal wieder aus dem schönen Bolivien.

In den letzten Wochen habe ich einiges erlebt, wovon ich euch berichten möchte. Ich habe an einer für mich ungewöhnlichen Geburtstagsfeier teilgenommen. Vor zwei Wochen wurde groß gefeiert: einige Mädchen und Jungen aus der Fundation wurden 15 Jahre alt und mit 15 galt und gilt man hier aus alter Tradition heraus als erwachsen und so eine Feier durfte ich miterleben. Zuerst ist mir aufgefallen, dass es so etwas wie eine Kleiderordnung gibt: die Geburtstagskinder ziehen sich sehr festlich an, es erinnerte mich an meinen Abi-Ball: die Mädchen trugen schicke, farbenfrohe Abendkleider, die Jungen Anzug mit Krawatte. Es gab aber auch eine Geburtstagstorte und etwas zu essen, allerdings war alles nicht so üppig wie bei uns. Wenn ich bedenke, wie viel es bei unseren Feiern zu essen gibt! Dafür wurde aber ganz viel getanzt und das Erwachsenwerden so richtig ausgiebig gefeiert! Es war auch für mich ein sehr schöner Abend und ich bin froh, dass ich so eine Feier miterleben durfte.

Die „strickenden Frauen“:

die strickenden Frauen

Strickwaren

Strickwaren

Das nächste Ereignis, von dem ich berichten möchte, sind die Besuche von deutschen Besuchergruppen bei uns im Projekt. Alle paar Wochen kommen nämlich Besuchergruppen von ca. 30 Deutschen zu uns zu Besuch, um mehr über das Projekt zu erfahren. Es wird dann ein kleiner Vortrag gehalten, dabei Coca-Tee getrunken und dann werden die Touristen durch die Räume geführt. Zu unserer Fundation gehört auch eine Strickgruppe, die Teil des Projektes Wiphala ist. Sie nennen sich „Uthan Phitiris“, was übersetzt „die strickenden Frauen“ bedeutet. Doch darauf möchte ich in einem der nächsten Blogeinträge genauer eingehen. Es ist immer wieder schön, sich ab und zu von Angesicht zu Angesicht mit anderen Deutschen zu reden. Auch, wenn es natürlich Skype gibt, ist es doch noch etwas anderes, sich direkt mit Menschen aus der Heimat unterhalten zu können. Auch, wenn die Besuche immer nur 1-2 Stunden dauern, erheitern sie den ganzen Tag!

Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Einblick in die doch sehr andere Kultur Boliviens gewähren und sage

Bis bald!

Eure Julia

 

Ein Unterschied wie Tag und Nacht

Mittwoch, 14. September 2016 von Julia
La Paz

La Paz

Jetzt bin ich schon fünf Wochen in Bolivien und die Zeit ist blitzschnell vergangen. Im Moment gibt es nichts Neues aus Wiphala zu berichten, deshalb hier mal ein kleiner Bericht von meinem letzten Wochenende.

So durfte ich am letzten Samstag eine erste Entdeckungstour durch La Paz machen. Ein Junge aus meinem Projekt hat am kommenden Montag eine Englischprüfung und so haben wir beides miteinander verbunden: Er führte mich durch die Stadt, während ich ihm immer wieder mit dem Englischen half.

"Zebras"

"Zebras"

Am frühen Nachmittag ging es dann von mir zu Hause los! Mit der Seilbahn, die von El Alto nach La Paz führt, ging es ins Tal. Als wir dann durch die Straßen gingen, war ich wirklich erstaunt. Nicht nur das Wetter ist in La Paz anders (es ist nämlich wesentlich wärmer), sondern auch die Gebäude und die Menschen: während in El Alto sehr viele Aymara (so nennt man die indigene Bevölkerung) leben, sind sie in der Großstadt La Paz kaum zu sehen. Doch auch die Gebäude sind in La Paz keine Hütten, sondern gut ausgebaute Hochhäuser.

La Paz

La Paz

Nachdem wir also mit der Seilbahn gefahren sind, gingen wir zu einem Park, der, wie sich herausstellte, halb Kinderspielplatz und halb Museum war. Das Museum war im Hinblick auf meine Spanischkenntnisse vielleicht nicht die beste Idee, doch das, was mich erwartete, war es wert! Von dort aus hatte man nämlich einen Ausblick über die ganze Stadt, der wirklich unvergleichlich schön war!

Danach gingen wir weiter zu einem Essensmarkt. Dort wurde alles mögliche an Essbarem verkauft. Was mich aber am meisten freute, war ein Kaffeestand, der Kaffee aus Kaffeebohnen anbot! So durfte ich nach 5 Wochen wieder einmal einen „richtigen“ Cappuccino trinken, denn bei mir zuhause gibt es nur Instantkaffee. Auf diesem Markt ist dann auch das Foto mit den Zebras entstanden. Menschen in Zebrakostümen spielten dort mit den Kindern und sorgten für gute Stimmung. Im Alltag findet man sie auch öfters an Straßenübergängen, dort helfen sie Fußgängern, die Straße zu überqueren; das ist hier nämlich gar nicht so einfach, denn Ampeln gibt es nur in den reicheren Gebieten und die Autofahrer halten nicht für Fußgänger.

Am Ende des Tages wurden wir dann von dem Onkel meines Begleiters (er ist Busfahrer) wieder zur Seilbahn gefahren und von da aus ging es mit einem heißen Kakao mit Milch nach Hause.

Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Einblick in die Stadt La Paz geben und aufzeigen, wie unterschiedlich die Menschen in La Paz und El Alto leben. Mich hat es auf jeden Fall beeindruckt und ich denke, die Bilder sprechen für sich.

Dann sage ich mal

Bis bald

Eure Julia

 

Herzlichen Glückwunsch Wiphala!

Mittwoch, 31. August 2016 von Julia

Alles Gute, Wiphala!

Kaum zu glauben, aber es ist jetzt schon meine dritte Woche, die ich hier bin. Die Zeit ist wirklich rasend vergangen. Doch es gab auch einiges zu erleben.

So stand die ganze letzte Woche unter dem Thema „Geburtstag von Wiphala“.

Die Fundation ist letzte Woche 14 Jahre alt geworden und das musste natürlich groß gefeiert werden! So haben alle Altersgruppen der Fundation einen Beitrag geleistet. Es wurde bis zum letzten Tag geprobt, geprobt und geprobt, so dass auch alle wussten, was sie während ihres Auftrittes zu tun hatten. Das bunte Programm ging von traditionellen und modernen Tänzen bis hin zu Comedy und Gesang. Auch ich durfte mitmachen und habe so mit meiner Gruppe einen Tanz aufgeführt. Die Kostüme waren einfach überwältigend!

Doch wenn mal nicht so ein großes Ereignis ansteht, geht es in der Fundation Wiphala ruhiger zu. Hier mal ein kleiner Einblick in meinen Tagesablauf:

Ich muss jeden Tag erst um elf Uhr in der Einrichtung sein. Das bedeutet, ich habe einen sehr entspannten Morgen. Zum Glück ist sie nur ein paar Minuten zu Fuß entfernt, sodass ich nicht jeden Morgen mit dem Bus fahren muss. Dann kommen auch bald schon die ersten Kinder, die durch z.B. Ballspiele beschäftigt werden wollen. Wenn es dann gegen 13-14 Uhr Mittagessen gibt, sind die meisten Kinder und Jugendlichen eingetroffen.

Seit dieser Woche übernehme ich mit noch ein bisschen Hilfe und Anleitung den Verkauf der Essensmarken. So kann ich noch ein paar Namen lernen. Danach muss dann erst einmal wieder für Ordnung gesorgt werden und die Schulaufgaben erledigt werden. Dabei helfe ich natürlich auch fleißig mit. Wenn es dann gegen 18 Uhr noch einmal Tee mit einer kleinen Knabberei gibt, sind die Kinder und Jugendlichen schon wieder fleißig am Spielen. Um 19 Uhr ist dann Ende und auch ich darf nach Hause gehen. Allerdings ist es dann auch schon dunkel. Und nach dem Abendessen geht es auch meistens schon wieder ins Bett.

Blick auf La Paz bei Nacht

Blick auf La Paz bei Nacht

Ich hoffe, ihr konntet euch einen ersten Eindruck von meiner Arbeit hier in Bolivien in der Fundation Wiphala machen und euch mit mir auf die nächsten Tage und Wochen freuen, die bestimmt genauso schnell vergehen, wie die ersten und sage

Bis bald

Eure Julia

 

Herzlich Willkommen in La Paz

Samstag, 13. August 2016 von Julia

Herzlich Willkommen in La Paz

Nun ist es endlich soweit. Am Sonntag bin ich gut in La Paz angekommen und konnte auch schon die ersten Eindrücke der Stadt und der Menschen sammeln.

Vom Flughafen aus ging es mit dem Taxi zu meiner Gastfamilie. Die erste Überraschung waren die Verkehrsregeln. Wer es gewohnt ist in Deutschland Auto zu fahren, würde hier kaum zurechtkommen.

Als ich in der Gastfamilie angekommen bin, wurde ich sofort herzlich aufgenommen und habe mich auf Anhieb wohl gefühlt. Ich habe fünf Gastgeschwister und, kaum zu glauben, neun Hunde und eine Katze!! Das ist auch etwas völlig Neues für mich. Allerdings leben diese nicht im Haus.

Doch nicht nur das war neu für mich. Hier ist es üblich, nach jedem Essen den Menschen, mit denen man gegessen hat, „Gracias“ also „Danke“ zu sagen, dass sie mit einem gegessen haben. Auch der Toilettengang ist anfangs ungewöhnlich, denn Toilettenpapier kommt nicht, wie bei uns in die Toilette, sondern in einen Mülleimer. Daran muss man sich erst einmal gewöhnen.

Nachdem ich also  in La Paz angekommen bin, durfte ich schon direkt einen Einblick in das geschäftige Leben der Andenstadt einwerfen. Jeden Sonntag und Donnerstag findet in den Straßen La Paz‘ ein riesiger Markt statt. Aber nicht so, wie wir es von Deutschland kennen, sondern in viel größerem Umfang. So gibt es neben Anziehsachen, Möbeln, Nahrungsmitteln bis hin zu Tieren, alles zu kaufen, was man sich nur vorstellen kann. Es war wirklich eindrucksvoll!

Als der nächste Tag anbrach, ging es auch schon in die Fundatión Wiphala. Auch, wenn ich bisher nur wenig Spanisch spreche, wurde ich direkt in den Alltag integriert, habe mit den Kindern gespielt und ihnen bei ihren täglichen Aufgaben geholfen. Sie waren alle sehr geduldig und haben mir, wenn nötig, auch alles dreimal erklärt, wenn ich es nicht verstanden habe.

Jetzt freue ich mich erst einmal auf die nächsten Tage und Wochen, in denen ich sicherlich einiges erleben werde und sage

bis bald

eure Julia