Ankommen!
Unser erster Tag sollte ruhig beginnen, denn Pilgern heißt mit allen Sinnen unterwegs zu sein und es braucht eine gewisse Ruhe und Zeit, diese zu sammeln. So hatte Georg, unser israelischer Reiseleiter, direkt eine schöne Überraschung für uns. Unser erstes Ziel war der Strand von Aschdod, eine Hafenstadt südlich von Tel Aviv. Hier erwarteten uns die ersten Sonnenstrahlen des Tages und ein leckeres Frühstück. Die fröhliche Stimmung und das Kennenlernen wurde jedoch leider plötzlich und für alle unerwartet unterbrochen.
Laute Sirenen. Menschen verlassen das Wasser. Der Bademeister ruft etwas und wir verstehen dank Georg schnell: Es sind Raketen aus dem Gaza Streifen unterwegs. Kurz danach hören wir einen lauten Knall. Die Sirenen gehen aus und alle gehen wieder an den Strand zurück, als wäre nie etwas geschehen. Wir hingegen beschließen, dass es sicherer ist, den Strand früher als geplant zu verlassen. Wir fahren auf einer anderen, sicheren Route Richtung Süden.
In Lotan, unserer ersten Station, werden wir herzlich empfangen und nutzen den Rest des Tages, um uns besser kennen zu lernen und uns auf die Fahrt einzustimmen. Der Pool und schöne Schattenplätze bieten uns dafür die richtige Atmosphäre. Abgerundet wird unser erster Tag mit einer schönen Erfahrung. Wir dürfen die Gastfreundschaft der Kibbuzbewohner erfahren. Das gemeinsame Brotbrechen zum Sabbatbeginn gibt uns einen guten Einblick in die jüdische Tradition und wir fühlen uns sehr willkommen.
Ein goldener Stern im Flugzeug
Heute ist es soweit. Zusammen mit 19 Sternsingern aus ganz Deutschland mache ich mich auf den Weg ins Heilige Land. Dabei werden wir aber nicht auf den üblichen Routen der Pilger unterwegs sein, sondern auf den Spuren der Heiligen Drei Könige. Der Weg beginnt also im Süden des Landes und führt schließlich nach Bethlehem selbst. Angeknüpft an die Legende vom vierten König folgen wir anschließend den Spuren Jesu Christi im Heiligen Land. Dabei wollen wir nicht nur suchen, sondern ganz in seiner Nachfolge lebendige Begegnungen mit Projektpartnern der Sternsinger gestalten.
Der Abreisetag und das erste Treffen unserer Gruppe wurde überschattet von den Nachrichten über einen Anschlag im Süden von Israel. Ein Telefonat mit unserem israelischen Reiseleiter und den Behörden vor Ort konnte uns zum Glück alle beruhigen. Wir werden diese Orte nicht besuchen und auch weiterhin steht unser Reiseleiter in Kontakt mit lokalen Behörden und der Polizei. Sollte in unserer Nähe ein Problem auftreten, werden wir um der Sicherheit Willen das Programm oder die Reiseroute entsprechend ändern.
Während der Sicherheitskontrolle sind die Sternsinger aufgefallen. Natürlich kennt jeder die Sternsinger, aber warum muss ein goldener Stern mit ins Flugzeug? War Jesus nicht der vierte König? Wie geht das eigentlich mit der Sternsingeraktion? Muss man da Mitglied sein? Könnt ihr ein Sternsingerlied singen? Hat das was mit Kirche zu tun?
Diesen ersten Test haben wir alle bestanden und wir freuen uns, dass wir schon am Flughafen bei der Kontrolle Werbung für die Sternsinger machen durften. Jetzt freuen wir uns auf den Abflug.


