Wieder zu Hause

Dienstag, 30. August 2011 von Sebastian Ulbrich

Tel Aviv bei Nacht

Tel Aviv bei Nacht

Nach einem wunderschönen Tag im Projekt „Beit Noah“ der Benediktiner in Tabgha sind wir an unserem letzten Tag über Kana, dem Ort des ersten Wunders Jesu, und Nazareth nach Tel Aviv gefahren. Denn von hier startete am Sonntagmorgen unser Flugzeug zurück nach Deutschland.

Unseren Abschiedsabend in der Hauptstadt nutzten wir für eine Auswertungsrunde und eine Führung durch die Altstadt. Unser Reiseführer Georg entführte uns ein letztes Mal in die Welt des Alten Testaments und erzählte uns begeistert die Geschichte von Jonas und dem Wal. Anschließend nutzen wir die freie Zeit für ein nächtliches Bad im Mittelmeer, zum Entspannen oder zum abschließenden Beisammensein mit neuen Freunden.

Der letzte Morgen begann sehr früh, denn die Ausreiseformalitäten und Sicherheitsvorkehrungen brauchen in Israel immer ein bisschen mehr Zeit. Bei uns hat aber zum Glück alles gut geklappt und so traten wir den Rückflug nach Deutschland an.

Im Zug nach Aachen habe ich mich gefreut, wieder nach Hause zu kommen. Müdigkeit und die Entspannung, alle wieder gesund nach Hause gebracht zu haben, dominierten meine Gefühle. Am Abend aber, als ich die Reise in Gedanken noch einmal Revue passieren ließ, spürte ich große Zufriedenheit und freute mich einfach riesig über die gemeinsamen Erlebnisse in Israel.

Danke an alle fürs Mitfahren, Begleiten und Organisieren in den vergangenen zehn Tagen!

 

Bye bye Jerusalem

Sonntag, 28. August 2011 von Lisa Braun

Die Grabeskirche Jesu Christi – einer der beeindruckendsten Stationen der Sternsingerreise.

Die Grabeskirche Jesu Christi – einer der beeindruckendsten Stationen der Sternsingerreise.

Leider vergeht die Zeit viel zu schnell und somit endet heute schon der 8. Tag der Sternsingerreise. 4:30 Uhr: Der Wecker klingelte heute besonders früh, denn wir wollten gemeinsam in aller Ruhe die Grabeskirche Jesu Christi besuchen und die Stille und Atmosphäre in dieser für uns alle ganz besonderen Kirche auf uns wirken lassen. Rückblickend war es wohl einer der ganz besonderen Momente der Reise und alle Teilnehmer waren sichtlich beeindruckt. Nach dem Besuch der Kirche hieß es dann jedoch: “Adieu Jerusalem. Danke für zwei unglaublich lehrreiche, beeindruckende, lustige und heiße Tage”, denn unser Sternsingerbus stand bereit für die Fahrt nach Tabgha.

Tabgha liegt direkt am See Genezareth und gilt als Ort der Brotvermehrung. Nach einer kurzen Abkühlung an einem Flusslauf zogen wir uns festes Schuhwerk an und bestiegen den Berg der Seligpreisungen, welcher sich direkt hinter unserer Unterkunft befand. Nach christlicher Überlieferung handelt es sich dabei um den Ort, an dem Jesus die Bergpredigt gehalten hat, die mit den Seligpreisungen („Selig sind, …“) beginnt.

Da wir uns erst gegen 17 Uhr auf den Rückweg machten, wurden wir am Ende unseres Weges mit einem wunderschönen Sonnenuntergang und einer fantastischen Aussicht über den See Genezareth belohnt.

Am Abend haben wir zusammen Nudeln mit Gemüsesoße gekocht und gemeinsam gegessen! Wie gesagt, die Zeit vergeht viel zu schnell und bald werden wir schon wieder im Flieger ins kalte Deutschland sitzen. Doch noch nicht, denn jetzt heißt es erstmal: „Tel Aviv, wir kommen!“

 

Für die Kinder in der Welt

Donnerstag, 25. August 2011 von Sebastian Ulbrich

Immer mit dabei: der Sternsingerstern.

Immer mit dabei: der Sternsingerstern.

Dass die Sternsinger über die Grenzen Deutschlands hinaus vielen Menschen ein Begriff sind, steht außer Frage. Unser Goldener Stern, der uns jeden Tag begleitet, ist deshalb auch in Jerusalem aufgefallen. Immer wieder hören wir Worte wie: “Schau, die Sternsinger sind auch hier!” oder “Seid ihr Sternsinger?”

Nicht selten folgt darauf ein kurzes Gespräch, und mit Spannung - und ein wenig Neid - folgen die Pilger unseren Erzählungen der letzten Tage. Heute ist es sogar vorgekommen, dass wir von einer Pilgergruppe aus dem Tiroler Raum eine Spende für die Kinder in der Welt bekommen haben! Schön, dass so ganz konkret der weltweite Einsatz der Sternsinger sichtbar ist und weltweit wahrgenommen wird.

 

Jerusalem

Donnerstag, 25. August 2011 von Sebastian Ulbrich

Seit heute sind wir nicht mehr auf den Spuren der Heiligen Drei Könige unterwegs. Wir folgen nun - ganz nach der Legende vom vierten König - Jesus nach. Seine heute sichtbaren Wirkungsstätten helfen uns, dass die beschrieben Orte der Bibel “ein Gesicht” bekommen. Wir werden uns hineinversetzen in die Zeit Jesu und so die Wurzeln unseres Glaubens kennenlernen.

Jerusalem bei Tag...

Jerusalem bei Tag...

... und bei Nacht

... und bei Nacht

So machten wir uns wieder auf den Weg nach Jerusalem. Statt der sonst üblichen Routen gingen wir zu Fuß durch das Kidrontal zur alten Davidsstadt, dem einstigen Jerusalem. Hier ist Jesus unter dem Jubel des Volkes in die Stadt eingezogen. 3000 Jahre alte Ausgrabungen haben uns gezeigt, wie lebendig und fortschrittlich die damalige Zeit war. Die hohen Temperaturen kompensierten wir mit einem besonderen Abenteuer im 550 Meter langen und dunklen Hiskia Tunnel. Wir liefen im knietiefen Wasser unter der alten Stadt entlang bis zu den berühmten Siloah Teichen. So haben wir Religion, Archäologie, Historik und Erfrischung auf einmalige Art und Weise kombiniert.

Auf der gerade erst ausgegrabenen Treppe, die damals hinauf zum Tempel führte, betraten wir nun endlich die heutige Altstadt von Jerusalem. Fast zu viele Eindrücke von Orten wie der Via Dolorosa mit der Auferstehungskirche, der Klagemauer oder dem Tempelberg strömten - neben exotischen Gerüchen, unglaublich vielen Devotionalien, Verhandlungserfolgen bei den Händlern, Soldaten und den vielen verschiedenen Sprachen - auf uns ein.

 

Frohe Weihnachen!

Donnerstag, 25. August 2011 von Sebastian Ulbrich

Nach dem Besuch im Lifegate Projekt waren wir auf der “Zielgeraden” zu den Heiligen Drei Königen. Denn die heiligen Stätten, die von den Königen besucht wurden, wollten wir natürlich auch besuchen und erleben.

Die erste Station war das Kloster Theodosius. Die Tradition erzählt, dass die Könige hier Rast gemacht haben, als Gott ihnen im Traum erschien und sie vor der Rückkehr zu König Herodes warnte.

Unsere zweite Station waren die Hirtenfelder. Die Heiligen Drei Könige haben diese zwar höchstens nur durchquert, dennoch ist hier etwas ganz Wichtiges passiert. Der Engel des Herrn hat sich die Hirten und nicht etwa die hohen Priester ausgesucht, um die Botschaft von der Geburt des Herrn zu verkünden. Diese haben sich im festen Glauben an diese Botschaft sofort auf den Weg gemacht, um die Heilige Familie zu huldigen und um die Frohe Botschaft zu verbreiten. Wir haben uns damit beschäftigt, was wir in dieser Situation getan hätten: Hätten wir den Engel ernst genommen? Hätten wir anderen erzählt, dass uns der Engel erschienen ist?

die Geburtsstelle Jesu Christi

die Geburtsstelle Jesu Christi

Die dritte Station war schließlich die Geburtskirche des Herrn selbst. Das Ziel auf unserer Suche nach den Heiligen Drei Königen. Die ausführliche Besichtigung fand ihren Höhepunkt in einem kurzen Moment der Stille an der Geburtsstelle Jesu Christi. Nach dem anschließenden kurzen Gebet wünschten wir uns gegenseitig mit frohem Herzen “Frohe Weihnachten”!

Diesen besonderen Tag ließen wir mit einem Spaziergang über den Markt von Bethlehem und einem Fußmarsch zurück in unser Quartier in Beit Sahour ausklingen. Das tägliche Angebot zum Gespräch und Austausch fand an diesem Abend bis zu später Stunde bei wunderbarer Aussicht auf dem Dach des Patriarchates statt.

 

Das Tor zum Leben

Mittwoch, 24. August 2011 von Sebastian Ulbrich

Hier entsteht das neue Lifegate-Gebäude.

Hier entsteht das neue Lifegate-Gebäude.

Heute stand für uns Sternsinger ein Besuch in einem Hilfsprojekt auf dem Programm. Das Rehabilitationszentrum Lifegate wird schon lange von den Sternsingern unterstützt. Hier bekommen Kinder und Jugendliche mit einer Behinderung aus dem Westjordanland die Förderung und Anerkennung, die sie für ein würdiges und möglichst selbstständiges Leben benötigen.

Der Leiter von Lifegate, Burghard Schunkert, hat uns sehr herzlich empfangen und wir starteten direkt mit einer Führung durch die Einrichtung. Aufgrund des Ramadans waren zwar weniger Jugendliche da als an normalen Tagen, aber alle Auszubildenden, die anwesend waren, haben uns ebenso freundlich empfangen und wir durften so ganz praktisch erleben, wie die “arabische Welt” mit dem Thema Behinderung umgeht.

Gemeinsam fertigt die Gruppe Kamel-Serviettenhalter aus Olivenholz.

Gemeinsam fertigt die Gruppe Kamel-Serviettenhalter aus Olivenholz.

Nach diesem spannenden Kennenlernen und dem wirklich interessantem Einblick durften die Sternsinger anschließend selbst zusammen mit den Jugendlichen arbeiten. Während dieser gemeinsamen Arbeit entstanden für alle Sternsinger wunderschöne Andenken aus Olivenholz. An der Stichsäge, an der Schleifmaschine, beim Kleben oder Polieren – alle Sternsinger und die Auszubildenden von Lifegate waren stolz auf das gemeinsam erreichte Ergebnis.

Die Besichtigung der Baustelle des neuen Lifegate-Gebäudes rundete unseren Besuch ab. Hier soll in naher Zukunft das gesamte Projekt mit allen Bereichen einziehen. Wir Sternsinger freuen uns zusammen mit den Kindern, Jugendlichen und Mitarbeitern über eine neue und moderne Einrichtung, in der endlich genügend Platz ist.

 

Nach dem Weg fragen

Mittwoch, 24. August 2011 von Sebastian Ulbrich

Nach dem Aufenthalt am Toten Meer haben wir uns wieder auf unseren Weg konzentriert und sind wie die Heiligen Drei Könige nach Jerusalem hinaufgezogen (eigentlich sind wir gefahren, denn von minus 417 Meter am Toten Meer bis auf ca. 700 Meter in Jerusalem ist es ein steiler und langer Weg).

Hier haben wir symbolisch bei Herodes nach dem Weg gefragt und einen ersten Blick auf die Heilige Stadt geworfen. Mit der richtigen Information, wo denn der neue König geboren wurde, fuhren wir nach Bethlehem. Als Gäste des griechisch-katholischen Patriarchates haben wir unseren ersten Abend in dieser so für uns so bedeutsamen Stadt verbracht. Während eines leckeren arabischen Abendessens lernten wir Ibrahim, unseren Reiseführer für Bethlehem, kennen.

 

Masada und das tote Meer

Mittwoch, 24. August 2011 von Sebastian Ulbrich

Sonnenaufgang über der Negev Wüste

Sonnenaufgang über der Negev Wüste

Frühstück in der Wüste

Frühstück in der Wüste

Die Nacht in der Wüste endete für uns mit dem Krähen des Hahnes und mit einem wunderschönen Sonnenaufgang über der Negev Wüste, den wir direkt aus unserem Schlafsack beobachten durften. Vollendet wurde dieses einmalige Erlebnis durch einen arabischen Tee von der Feuerstelle.

Nach dem Frühstück und einer herzlichen Verabschiedung von unseren beduinischen Gastgebern begaben wir uns wieder auf den Weg der Heiligen Drei Könige in Richtung Masada. Oben auf der Felsenfestung haben wir, neben vielen anderen Erzählungen bis zur aktuellen Geschichte, vor allen den für unsere Pilgerfahrt wichtigen Herrscher Herodes den Großen kennengelernt. Bei über 38 Grad Temperatur haben wir uns aber auch gefragt, warum Herodes in seinem Palast auf dem Berg ein beheiztes, römisches Bad errichtet hat.

Besonders stolz bin ich auf unsere Sternsingergruppe, dass wir nach den Anstrengungen während der letzten beiden Tage nun auch gemeinsam diesen Aufstieg in der sengenden Hitze auf uns genommen haben. Belohnt wurden wir alle mit einem phänomenalen Ausblick über das Tote Meer und der Gewissheit, dort bald baden gehen zu können.

 

Die gute Nachricht

Mittwoch, 24. August 2011 von Sebastian Ulbrich

Fußwanderung durch die Wüste

Nach einer Fußwanderung durch die Wüste und einem abschließenden Aufstieg aus einem Wadi erreichten wir unseren neuen Gastgeber, eine Beduinenfamilie in der Nähe von Mitzpe Ramon. Für eine Nacht durften wir hier die traditionelle beduinische Gastfreundschaft erfahren. Abseits von allen äußeren Entwicklungen (zum Glück erfuhren wir kurz vorher von der Entspannung an der Grenze zu Ägypten) herrschte im Dorf pure Freude.

der neugeborene Esel und sein Namensgeber

der neugeborene Esel und sein Namensgeber

Nicht etwa unsere Ankunft, sondern die Geburt eines Esels war im gesamten Gebiet dieser Familie das Freudenereignis: die gute Nachricht des Tages. Auf Wunsch einiger wurde das Familienoberhaupt des Stammes überzeugt, den Esel nach einem Sternsinger unserer Gruppe zu benennen.

Nach der Dämmerung haben alle die Gelegenheit genutzt, im großen Familienzelt etwas über das Leben in der Wüste und die Traditionen der Beduinen zu lernen.

 

Das Wüstenschiff

Mittwoch, 24. August 2011 von Sebastian Ulbrich

LKW statt Kamel: das Sternsinger-Wüstenschiff

LKW statt Kamel: das Sternsinger-Wüstenschiff

Die Karawanen in vergangenen Zeiten haben mit bis zu 1000 Kamelen gleichzeitig die lebensfeindlichen Wüsten durchquert. Da es leider nicht möglich war, für jeden Sternsinger ein Kamel als Wüstenschiff zu besorgen, wurde uns als Ersatz ein besonderes, größeres Wüstenschiff geschenkt: Mit einem umgebauten Off-Road-LKW haben wir alle zusammen unser erstes Quartier verlassen und den Weg der alten und berühmten Weihrauchstraße erkundet.

Viele Kilometer sind wir mit unserem Wüstenschiff gefahren. Über Stock und Stein, durch trockene Flussbetten und vorbei an alten Karawansereien, die wir natürlich auch ausgiebig besichtigt haben, sind wir bis zum Ramon-Krater gefahren. Unseren Weg dahin mussten wir uns teilweise aber auch erarbeiten. So passierte es, dass 20 Sternsinger mitten in der Wüste mit Straßenbauarbeiten beschäftigt waren und mit einigen hundert Kilo an Steinen die Straße aufgefüllt haben.

Mit vielen Steinen präparieren die Sternsinger die Straße, damit sie ihre Reise im Wüstenschiff fortsetzen können.

Mit vielen Steinen präparieren die Sternsinger die Straße, damit sie ihre Reise im Wüstenschiff fortsetzen können.

Kleine Pause im Schatten

Kleine Pause im Schatten

Der Ramon-Krater - der größte Erosionskrater der Welt - sollte für die nächsten beiden Nächte unsere Heimat sein. Kleinere und größere Wanderungen haben diese Tage begleitet. Wir haben nachgespürt, wie anstrengend eine Reise durch die Wüste sein kann und haben uns selbst gefragt, ob wir auf der Suche nach dem neuen König diese Strapazen auf uns nehmen würden. Diese Grenzerfahrungen haben uns als Gruppe gestärkt und die Rast im Beduinenzelt zu einem besonderen Erlebnis werden lassen.

In unserem ersten Camp in der Wüste haben wir Sternsinger ganz hautnah erleben dürfen, welch wunderbare Gabe die Heiligen Drei Könige von Gott geschenkt bekommen haben. Denn nach den Überlieferungen waren sie auch Sterndeuter. Erst als das Licht im Camp gelöscht wurde, konnte die unendliche Pracht der Sterne auf uns wirken und wir erkannten die Anziehung des Sterns auf die Sterndeuter und konnten und den Drang fühlen, dem Stern zu folgen.