Ein Jahr im Mädchenheim Madre Albertina geht zu Ende

27. Nov 2017 | von | Kategorie: Freiwillige 2017/2018, Sandra Abrantes Diaz in Nicaragua

Und wieder stelle ich fest, dass eine Woche voller Aufregung und schlaflosen Nächten hinter mir liegt, dass mir durch die weihnachtliche Dekoration einiger Häuser ins Gedächtnis gerufen wird, dass es nur noch ein Monat bis Heilig Abend ist und dass ein neues Jahr beginnt.

Tatsächlich beginnt heute kein neues Kalenderjahr, sondern das neue Kirchenjahr und das wurde im Heim gefeiert! In der vergangenen Woche haben wir uns mit den Mädchen intensiv auf diesen Tag vorbereitet: es wurden Bilder gemalt, Gebete gesprochen, Lieder gesungen und Flöte geübt für das große Fest des 26. Novembers! Auch ich habe dabei geholfen diesen Tag so schön wie möglich zu gestalten. Mit viel Freude habe ich die Aufgabe entgegengenommen, mich um die Dekoration zu kümmern, bis ich am Samstag gemerkt habe wie viel Arbeit es doch ist für 50 Gäste alles zu koordinieren und wir bis 23 Uhr noch im Heim die letzten Sachen fertig machten und ich mir an der Sitzordnung den Kopf zerbrach. Ein großes Dankeschön geht hier an Lea, die aus Juigalpa angereist kam, um noch zu helfen aber natürlich auch um den Festtag mitzugenießen. Als wir dann nachts Zuhause das Licht ausmachten und der Wecker nach drei sehr kurzen Stunden Schlaf um vier Uhr in der Früh klingelte, spürte ich schon wie mir die Müdigkeit mein diestägiger Begleiter sein würde. Auf dem Weg zum Projekt konnten wir aber zumindest den Sonnenaufgang genießen und dann ging es auch schon alle 30 Kinder für den Gottesdienst zu kämmen und pünktlich um sieben Uhr  begann dieser mit dem Bischof. Mit knurrendem Magen erreichten wir am Morgen das Heim und wurden lecker bedient: nach dem Frühstück noch etwas Gaseosa, was hier Cola oder Fanta ist und nur selten auf den Tisch kommt, und meinen ersten nicht überzuckerten Kuchen. So konnten wir die letzten Ballons aufhängen, hier und da noch an der Sitzordnung Änderungen vornehmen und alles für die Ankunft des Bischofs herrichten. Da alle mit anpackten war es deutlich entspannter als am vorherigen Tag! Dann ging das Tor auf, der Bischof fuhr ein, die Musik ging an und das leckere Essen wurde verspeist. Es gab hauseigenes Schwein. Ja genau, ein Jahr lang wird ein Schwein gefüttert, um es dann für diesen Tag zuzubereiten. Glücklicherweise habe ich das Schwein nur im lebenden als auch toten Prozess gesehen und nicht den Übergang! Mit vollem Magen tanzten wir alle zusammen, ja auch die Schwestern und der Priester schwingte das Hüftbein bis die Musik ausging und ich erschöpft, aber wieder sehr zufrieden nach Hause kam.

Wie gut, dass Lea so groß ist!

Ganz stolz tragen heute alle neue Kleider

Ich bin zufrieden mit dieser Tischdeko!

Lea und ich – wessen Augenringe sind tiefer?

Die Großen dürfen das Essen servieren

Das war unser Schwein

Nicaraguanische Livemusik: Marimba

 

 

 

Mit Gottes Segen auf all deinen Wegen

So hieß es am vergangenen Mittwoch für vier Mädchen, die das Sakrament der Taufe, Kommunion und Firmung empfingen. Besonders schön war es, dass wir in der eigenen Kapelle diesen Anlass feiern konnten und ich die Messe mitgestalten durfte. In den Tagen zuvor haben wir zusammen die Lieder geübt und ich durfte auf meiner Querflöte die Messe begleiten. Daraufhin waren auch alle Mädchen so begeistert, dass sie zu mir kamen und auch gerne Flöte lernen wollen, sodass ich nun in Kleingruppen Flötenunterricht gebe. Ehrengast war an diesem Tag ein deutscher Bischof, der diese Messe sehr unterhaltsam für die Kinder gestaltete. Danach ging es natürlich auch zu einem besonderen Mittagessen in dem von mir dekorierte n Speisesaal und am Nachmittag machten wir einen wohlverdienten Ausflug in den Park, denn die Ferien haben begonnen!

Die Kapelle wurde festlich dekoriert

Der große Tag der Kommunion

 

Mittagessen

 

Ausflug ist auch das Stichwort, mit dem die Woche (diesmal montags) begann. Mit dem Personal fuhren wir raus und genossen es zusammen ohne den alltäglichen Stress ein bisschen abzuschalten und sich auszustauschen!

Einmal bitte ausruhen!

 

 

 

 

 

 

 

Es ist momentan sehr  viel los, da die Mädchen nun Sommerferien haben und wir sie den ganzen Tag über beschäftigen müssen. Ja, es ist schon anders, wenn die Zeit für die Hausaufgaben, die Zeit für das Anziehen und Bügeln der Uniform, die Zeit für den Schulunterricht frei werden. Ich denke aber, dass ich euch über viele Projekte, die wir inszeniert haben berichten werden kann!

 

Eure Sandra

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