Spieglein, Spieglein an der Wand…

10. Nov 2017 | von | Kategorie: Aktion Dreikönigssingen, Freiwillige 2017/2018, Sandra Abrantes Diaz in Nicaragua

…Wer ist die Schönste im ganzen Heim?

In diesem Monat haben wir den Tag der Resistencia indígena gefeiert. Am 12. Oktober haben wir im Heim dieses Fest mit einer Miss-Wahl gefeiert. Das war ein sehr schöner und besonders lustiger und abwechslungsreicher Tag. Auch die Mädchen haben es sehr genossen, dass der Alltag einfach einmal bei Seite geschoben wurde.

Die Kandidatinnen

Zuvor hatten sich je zwei Kandidaten für Miss Chiquitita, Miss Princesa und Miss Reina durch Abstimmungen durchgesetzt. Sie konkurierten also in drei Altersklassen. Da es bei diesem Wettkampf nicht in unserer Hand liegen sollte, wer von den Mädchen gewinnt, kamen zwei Frauen von außerhalb, die die Mädchen nicht kennen und stellten die Jury dar. In drei Kategorien traten dann die Mädchen an und jetzt wurde es erst einmal hektisch, denn in wenigen Minuten hieß es Anziehsachen zu finden. In einem kleinen Abstellraum haben die Erzieherinnen und ich zusammengequetscht die Spenden, die ins Heim gebracht werden für die Mädchen, nach einem sportlicher Kleidung und Abendkleidern durchsucht. Währenddessen mussten sich die Mädchen auf den schwierigen Teil der ganzen Miss-Wahl vorbereiten. Es gab verschieden Fragen bezüglich der Bedeutung des Tages und den Glauben, auf die sie später überzeugend antworten mussten.

Alles in allem war es unglaublich hektisch, weil dann noch die Schuhe fehlten, die Frisur nicht gefiel und die Kandidatinnen immer nervöser wurden. Auch ich fieberte eifrig mit und fand es so schön zu sehen wie alle begeistert auf diese Aktivität warteten. Es wurden noch Plakate gebastelt, der Saal hergerichtet und dann ging es los!

Siegerinnen

Die Krone wird abgegeben

Nach den drei Präsentationen sportlich, folklorrich und schick, ging es in die Fragerunde. Es war unglaublich süß, wie nervös auf einmal die Mädchen wurden. Normalerweise kenne ich sie so offen und zappelig, aber in diesem Moment zitterten bei der einen die Beine, bei der anderen die Hand. Und dann standen unsere Siegerinnen fest! Die ,Ex-Majestäten‘ mussten ihre Krone abgeben und es gab viele Umarmungen und es war auch keine traurig, dass sie nicht gewonnen hat.

Es war so schön anzusehen, wie sich die Mädchen untereinander unterstützthaben, Sachen geliehen haben und es auch jeder gegönnt haben. hier gign es Ihnen in erster Linie nicht um den Sieg, sondern die Vorbereitung und die Show stand für sie viel mehr im Vordergrund, was ich unglaublich bewundere!

 

…wer ist die zweite in diesem Land?

Diesen Monat ging es für mich nach Juigalpa, um dort Lea, die zweite Sternsingerin an meiner Seite zu besuchen. Die Fahrt dorthin war ein wenig umständlich, weil ich nachdem ich Managua, die hauptstadt erreicht hatte dort noch ans andere Ende der Stadt musste, um die Bushaltestelle zu erreichen, ab der die Busse nach Juigalpa abfahren. Bei Lea angekommen, durfte ich ein frisches kühles Klima erleben und unglaublich viele Mücken.

Von ihrer doch sehr großen Gastfamilie wurde ich auch ganz herzlich begrüßt und lecker bekocht. Am nächsten Morgen ging es  mit Lea also auf eine große Sightseeingtour, wobei wir denke ich die größte Attraktion waren. Während ich in Granada entspannt durch die Straßen laufe, merkte ich wie sehr die Blicke auf uns „Weiße“ gerichtet waren. Juigalpa wird nicht von Touristen angefahren und daher waren wir wirklich die einzigen „Nicht-Nicas“, was durchaus schön war, um in ein traditionelles Leben einzutauchen.

Üblich ist es hier noch, dass man mit Pferden seine Wege macht, dass es keine Straßen gibt, dass es keinen Markt gibt und dass man im Grünen wohnt. Wie unterschiedlich ein Land doch sein kann, nicht wahr? Im Zentrum Granadas ist es nämlich sehr touristisch und laut. Hier sind auch alle Straßen asphaltiert und es gibt zwei große amerikanische Supermärkte.

Der Aussichtspunkt

Berg rauf Berg runter leifen wir dann bis zu einem Aussichtspunkt, der einfach traumhaft schön war. Über die ganze Stadt bis weit ins Land konnten wir den Ausblick genießen. Nach einer Runde im Park und der Kirche war dann alles gesehen und wir konnten uns über die letzten Wochen austauschen, was unglaublich gut getan hat.

Am nächsten Vormittag habe ich dann noch Leas Projekt kennenlernen dürfen und war auch sehr begeistert! Mal sehen, wann es dann wohl für die Kinder in meinem Projekt ein neues deutsches Gesicht gibt…

Juigalpa

Eine von vielen steilen Straßen

 

 

 

… wie geht die Arbeit im Projekt voran?

In den letzten Wochen merke ich wie sehr das Heim für mich mein zweites Zuhause geworden ist und auch das Umfeld mir sehr vertraut wird. Mittwochs begleite ich die Mädchen immer um 6.30 Uhr in die Messe und heute wurde ich sogar in den Fürbitten von Priester erwähnt, was mir ehrlichgesagt in diesem Moment sehr unangenehm war, da ich nie daran gedacht habe, dass nicht nur für die Kinder, die ich unterstütze, sondern auch für mich gebetet wird. Natürlich habe ich mich in diesem Moment auch sehr gefreut mit ins Gebet genommen zu werden und Dankbarkeit für mein Dasein zu erhalten!

Außerdem laufen momentan viele Vorbereitungen für den kommenden Monat, in dem mich ein viel stressiger Alltag einholen wird, da in zwei Wochen hier die großen Sonmerferien anfangen werden. Dann werden wir vierundzwanzig Stunden die Mädchen im Heim haben, keine Hausaufgaben und auch keine Bügelstunde für die Uniform etc. Derzeit sammle ich viele Bastelideen, um besonders mit Recyceltem Material zu arbeiten. Die Ergebnisse werde ich euch dann in den nächsten Wochen präsentieren!

Dass ich im Heim Madre Albertina meinen Alltag gefunden habe merke ich auch daran, dass die Mädchen ein engere Bindung zu mir gewonnen haben. Kleinigkeiten sind es die mir zeigen, dass ich mittlerweile auch für sie Teil der „Familie“ geworden bin. Besonders freue ich mich, dass ich Firmpatin sein werde von einem Mädchen! Genauer berichte ich dann wenn es so weit ist.

Wie jeden Monat wurden auch für Oktober die Mädchen prämiert, die sich gut benommen haben. Deshalb ging es nach Rivas, um dort zunächst einen Pilgerort zu besuchen und danach fuhren wir in die Stadt und konnten den Nachmittag zusammen genießen. Immer mehr lerne ich von den Kindern, dass jeder Moment schön sein kann, solange du dich glücklich machst. Einfach nur an das Positive zu denken und dass was einen stört nicht allzu sehr zu gewichten habe ich in dieser Zeit definitiv gelernt! Besonders die Rückfahrt mit den drei Jugendlichen wurde sehr witzig. Zwar war es schon dunkel und wir mussten draußen auf der Transportfläche die lange Fahrt verbringen, aber wir haben uns mit Singen und Tanzen beschäftigt. Während also drei gesungen haben musste eine die Hüfte schwingen. Das zeigt wie normal diese Kinder sind und nicht vielmehr als ein bisschen Freiraum brauchen, um Spaß zu haben.

 

Die Aussicht auf den Volkan Concepcion

Auf dem Weg nach Rivas

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich melde mich schon bald wieder und wüncshe euch ein frohes Martinsfest

Eure Sandra

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