Motor aus für die Umwelt – Tag des Fussgängers

Und wo lang jetzt ? Geradeaus – einfach geradeaus. Ok, ist auch nicht so schwer zu erraten. Wir fahren jetzt schon bestimmt über eine Stunde in die selbe Richtung. Auf der selben Straße! Und ein Ende ist immer noch nicht in Sicht. Langsam frage ich mich wie lang diese Straße eigentlich geradeaus gehen will. Egal. Wenigstens können wir uns so nicht verfahren;) Also: Weiterstrampeln! Links und rechts fliegen die Häuser nur so vorbei, während wir mit Vollgas über den Asphalt radeln. Die Sonne bruzelt wärmend von oben, ein kühler Fahrtwind weht mir ins Gesicht und kein Auto ist zu sehen. Ab und zu kreuzen Fußgängern oder andere Radfahrern die Fahrbahn. Ansonsten gehört die Straße uns. Freiheit!!

Hier ist normalerweise IMMER Stau.

Aber ich fang mal ein bisschen weiter vorne an. Schon fast zwei Monate bin ich jetzt hier. Wow! Eigentlich schon unglaublich lange. Mittlerweile habe ich mich auch gut an die neuen Umstände gewöhnt. Also keine Kopfschmerzen mehr, die Kälte kommt mir nicht mehr schlimm vor, mein Spanisch wird besser und die Hunde sind zu angenehmen Zeitgenossen geworden. Alles in Allem geht es mir super! Ich hatte ebenfalls Zeit genug, die neue Umgebung ein bisschen näher kennenzulernen. So habe ich zusammen mit einigen Jungs aus meinem Projekt z.B. schon eine Fahrradtour gemacht. Zweimal im Jahr gibt es in Bolivien nämlich den Tag des Fußgängers. Von 10 -17 Uhr dürfen an diesem Tag überall keine Autos fahren. Die sonst so verstopften Straßen sind dann voller Spaziergänger, Jogger oder Fahrradfahrer. Fast jeder ist an diesem Tag unterwegs. Auch ein riesiges Straßenfest findet statt. Mit diesem Tag soll auf die steigende Umweltverschmutzung durch Abgase hingewiesen werden. Warum gibt es das eigentlich nicht in Deutschland? Wer doch mal ne gute Idee! Ein weiterer Vorteil ist außerdem, dass die Menschen animiert werden sich mal wieder sportlich zu betätigen und nicht nur „faul“ mit dem Bus zu fahren. Und genau das haben wir gemacht!

Wir bei der Fahrradtour

25Km bis in den Nachbarort Viacha und wieder zurück. 20Km davon auf der selben Straße, immer geradeaus. Das „Altiplano,“ die Hochebene auf der auch El Alto liegt, ist flach und einfach riesig. Erschöpft und glücklich falle ich an diesem Tag ins Bett aber noch eine Woche später merke ich in den Beinen was ich gemacht habe. Vielleicht ist es gut, dass ich normalerweise auch den Bus nehmen kann 😉

Bis Bald euer Jakob