Zebras in Sicht!!

17. Okt 2017 | von | Kategorie: Freiwillige 2017/2018, Marianka Rehm in Bolivien

Nanu, wer hat sich denn da verirrt? – Ein Verkehrszebras in El Alto

Nein, um dieses Foto zu machen, war ich nicht etwa im Zoo… ein solches Bild ist in La Paz und El Alto völlig alltäglich. Logischerweise gibt es in den beiden Großstädten ein ziemlich großes Verkehrsaufkommen und manchmal kann es dabei ganz schön chaotisch sein. Genau deshalb kam vor mehreren Jahren die Idee mit den Zebras als Verkehrshelfer auf. Hier stellt ein Zebra mit einem roten Stoppschild in der Hand sicher, dass bei roter Ampel auch wirklich jedes Fahrzeug anhält, dort hilft ein Zebra einer älteren, schwer bepackten Dame über die Straße. So arbeiten diese Tiere hier Tag für Tag, sorgen für mehr Sicherheit im Straßenverkehr und zaubern mit ihrer Art ganz nebenbei ein Lächeln auf die Gesichter der Passanten =)

 

Minibusse, das wohl wichtigste Verkehrsmittel überhaupt

Nachdem ich letztes Mal vom Teleférico, der Seilbahn mitten in La Paz/ El Alto, erzählt habe, stelle ich Euch heute das wohl wichtigste Verkehrsmittel überhaupt vor: den Minibus.

Man stelle sich an den Straßenrand und warte bis ein Minibus mit der richtigen Aufschrift vorbeikommt. Diese sind sehr zahlreich unterwegs und stellen gefühlt die Hälfte aller Fahrzeuge dar, die auf der Straße zu finden sind. Kommt der richtige Minibus angefahren, winke man diesen mit einer kurzen Handbewegung heran. Oft, vor allem auch an zentralen Plätzen, wird lautstark und kaum überhörbar die Fahrtrichtung verkündet. Die kräftigen Stimmen, mit denen die Fahrer oder ihre „Assistenten“ beispielsweise „Ceja Ceja Ceja… !“ rufen und dabei kaum atmen zu scheinen, sind echt bewundernswert! Das praktische am Minibus ist, dass man wirklich ein- und aussteigen kann, wo man möchte. Das Fahrzeug nimmt also wieder Fahrt auf und sogleich wird man von lautstarker (bolivianischer) Musik umgeben (nicht selten auch vom hier natürlich ebenfalls sehr bekannten Song „Despacito“ :p ).

So wichtig wie etwa das Lenkrad und die Bremse ist für einen Minibusfahrer, aber auch für alle anderen, die Hupe. Diese ist kaum wegzudenken und wird einfach immer benutzt, was dann meistens ungefähr so viel bedeuten soll wie „Achtung, aus dem Weg, jetzt komme ICH!“ :p Dies gilt insbesondere auch an Kreuzungen, denn wer meint, hier gebe es ein Rechts vor Links (Verkehrsschilder gibt es nämlich in El Alto so gut wie keine), der hat weit verfehlt: Auf die eigene Vorfahrt kann man auch einfach mit einem Hupen aufmerksam machen. Dass man dennoch nicht durchgehend rast, sind gefühlt alle paar Meter Erhebungen in die Straße eingebaut, vor denen alle Fahrzeuge abbremsen müssen, um diese passieren zu können. Der Straßenverkehr in einer bolivianischen Großstadt ist wirklich höchst interessant, aber das Allerwichtigste: Es funktioniert!

Vor kurzem war hier „Tag des Fußgängers“ und offiziell blieben für 24 Stunden (zumindest fast) alle Autos und sonstige Fahrzeuge stehen. Bei einem Spaziergang durch die Stadt bemerkte ich, wie ruhig es im Vergleich zu sonst war. Tatsächlich waren viele Fußgänger und auch Fahrradfahrer unterwegs. Auf einmal wurde es sogar so still, dass es für kurze Zeit so schien, als würde die Stadt den Atem anhalten…

 

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