Irgendwo im Nirgendwo geht der Tank leer…

12. Sep 2017 | von | Kategorie: Aktion Dreikönigssingen

Nach einer kleinen Pause möchte ich euch heute von meinem ersten „Irgendwo-im-Nirgendwo-Abenteuer“ erzählen! Auch wenn Nicaragua ein kleines Land ist, landete ich nachts mit leerem Tank in… tja, so genau weiß ich das nicht… Irgendwo auf dem Rückweg nach Hause.
Mein Tag fing gestern sehr gut an (und vorweg: er endete auch gut!), denn mit drei anderen Freiwilligen planten wir einen entspannten Sonntag am Strand. Den klassischen Bustrip konnten wir leider nicht machen, da dort sonntags kein Bus hinfuhr. Deshalb mieteten wir uns günstig ein Auto, das uns viel Zeit ersparte, um an die Playa Gigante zu gelangen. Es war wirklich traumhaft schön!

 

Gut, der Name Gigante war vielleicht etwas zu vielversprechend, denn der Strandabschnitt gehört sicher nicht zu einem der gigantischen, aber in jedem Fall traumhaft schönen!

Und ich feierte Prämiere: meine erste Schwimmeinheit im Pazifik! Und ja, es war warm. Ich werde immer mehr bestätigt, dass Kälte hier nur im Kühlschrank oder neben einem Ventilator existiert…

 

Danach machten wir noch einen kleinen Abstecher zu einer Bucht, die nur wenige Autominuten enfernt war. An der Playa Popoya wurden unsere ersten Eindrücke übertroffen! Einen solchen Strand mit einer großartigen Idylle habe ich noch nie erlebt. Diese Ruhe und Entspannung spiegelte die Mentalität der Nicas so gut wieder.

Den Sonnenuntergang betrachteten wir in einem kleinen Fischerdorf, von wo aus wir dann unsere Rückfahrt antraten – oder besser gesagt unser „Irgendwo-im-Nirgendwo-Abenteuer“ erlebten:

 

Und wieso findet man seinen Weg nicht Heim?

Diese Frage stellte ich mir tatsächlich, als, nachdem wir glücklicherweise schon die Hälfte der rappelig Strecke hinter uns gelassen hatten (es handelte sich hier um keine richtigen Straßen, die auch gerne von Hunden, Pferden oder Kühen gesperrt wurden), der Weg in eine große Pfütze führte. Und jetzt?

Es war schon dunkel und um uns war nichts außer Natur. Also stiegen zwei aus, um die Wassertiefe zu testen und – welch ein Wunder – konnten wir mit unserem Corolla nicht weiter. Also hieß es wohl die mühsam hinter sich gelassene Strecke zurückzufahren und den anderen Weg zu nehmen (es gab nur zwei).

Alle waren schon sehr müde und wollten nur noch in Granada ankommen. Nur wie, wenn auf einmal der Tank leer ist? Ja, die Tankleuchte blinkte und wir bangten bloß nicht liegen zu bleiben. Da es bis zur Hauptstraße durchaus noch eine Dreiviertelstunde dauern würde, rettete uns eine Familie, die Benzin verkaufte! Ja, wie froh wir waren, dass sie uns mit einem Trichter eine Gallone Benzin einfüllte und die Ankunft in Granada ermöglichte.

Also ich habe wohl noch nie so getankt, so wenige Verkehrsregeln beachten müssen und erst Recht nicht so sehr eine asphaltierte Straße vermisst!

 

Ich bin fleißig am Paddeln

Ein viel entspannteres Naturerlebnis machte ich bereits letzte Woche ganz ohne auf ein Kraftfahrzeug angewiesen zu sein auf den Islettas von Granada. An der Küste Granadas (es handelte sich ja eigentlich um ein See-Ufer, aber aufgrund der Größe des Sees nennt man sie hier auch Küsten des Nicaragua-Sees) kamen meine Arme zum Einsatz. In einem Kanu verbrachte ich mit einem anderen Mädchen un unserem Guide drei Stunden auf dem Wasser. Es war nicht zu glauben welch eine umfassende Naturvielfalt dort zu finden war. Vielmehr erstaunte mich die Tatsache, dass 70% der Islettas besiedelt sind und es dort sogar zwei Schulen gibt. Jeden morgen zur Schule zu paddeln – nicht schlecht. Auch einen Friseur gab es auf einer der Inseln, der die umfangreiche Fahrt in die Stadt erspart.

Erstaunlich ist für mich aber besonders der Magen dieser Menschen: Das Wasser des Sees wird benutzt – für alles. Richtig, es gilt nicht nur zum Wäsche waschen, zur Morgendusche und zum Kochen, sondern auch zum Trinken!

Der Vulkan Mombacho

 

 

 

 

 

 

 

Das ist für mich natürlich unglaublich schade, weil dadurch dieses traumhaft schöne Leben für mich auf den Islettas unmöglich ist…

Ganz so schlecht habe ich es aber auch nicht hier in Granada mit einem täglichen Blick auf dem Mombacho!

 

Bis zu meinem nächsten Abenteuer!

 

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