Aller Anfang ist schwer …

Eine Woche habe ich nun mit meiner Gastfamilie in Liloan gelebt, um ein wenig die Kultur kennenzulernen. Alles war für mich neu und ich musste erstmal damit zurechtkommen, dass in meinem Zimmer nur ein Ventilator steht und keine Klimaanlage. Zu jeder Mahlzeit Reis zu essen, ist in der Familie auch ganz normal.

Da es hier zu jeder Tages- oder Nachtzeit super heiß ist, ist die morgendliche Dusche schon zum Alltag geworden. Auf den Philippinen benutzt man dabei jedoch einen großen Eimer mit einer Schüssel, um sich mit dem Wasser abzukühlen. Wasser aus dem Duschkopf ist hier nicht für jeden selbstverständlich!

Eingang zu meinem Zuhause
Meine Gasteltern, Tante und Enkel

Das Leben bei der Familie Bantilan ist sehr familiär! So habe ich nun schon fast jeden kennengelernt, der auch nur über fünf Ecken mit der Familie verwandt ist! Jeden Sonntagabend gibt es bei den Eltern ein großes Familienessen. Die Tür zum Elternhaus steht daher immer allen offen! Für mich ist es nun schon zur Gewohnheit geworden immer jemand anderen im Haus zu sehen und es ist sehr lustig mit den Kindern herum zu albern. Ein großes Hobby von allen ist singen, daher ist immer Musik im Haus.

Der katholische Glaube ist für die Familie ein wesentlicher Aspekt im Leben und daher war ich nun auch schon sehr oft in der philippinischen Messe. Dazu gehört ebenfalls das Gebet vor jeder Mahlzeit.
Auch im Auto wird ein Gebet gesprochen bevor man losfährt, was für mich dann doch etwas befremdlich ist. Außerdem benutzen meine Gasteltern, ich nenne sie auch „nanay“ (Mutter) und „tatay“ (Vater), nie den Sicherheitsgurt!

Messe in der Don Bosco Kirche

Innerhalb dieser Woche habe ich schon so viel erlebt mit der Familie:
Ich war bei zwei Geburtstagsfeiern, die hier sehr groß gefeiert werden und verbunden sind mit super leckerem Essen. Darüber hinaus konnte ich die Erfahrung machen mit einem „Jeepney“ zu fahren (dazu aber später mehr) und bereits Freundschaften schließen. Zudem konnte ich verschiedene Friedhöfe besuchen und sogar eine Beerdigung begleiten. Mit meinen Gasteltern habe ich auch schon in mehreren Kirchen zur Messe gesessen, wobei mir die Kirche im Don Bosco Haus von Liloan am besten gefallen hat. Außerdem habe ich zwei Schulen besucht, wo mich die Kinder mit großer Freude begrüßt haben! Sie waren auch sehr erstaunt von meinem bisherigen Bisaya Wortschatz, den ich Stück für Stück verbessere.

auf dem Friedhof in Liloan
kleiner Ausblick vom Essen auf der Geburtstagsfeier

Die Familie ist mir schon sehr ans Herz gewachsen und ich bin froh, dass ich hier eine Woche wohnen durfte. Ich hoffe, dass ich über das Jahr nochmal die Chance habe, sie wiederzusehen!