Und auf einmal ist alles wieder anders?

17. Aug 2017 | von | Kategorie: Freiwillige 2016/2017, Mafalda Sondermann in Nicaragua

Seit drei Wochen bin ich zurück zuhause. Obwohl das gar nicht ganz richtig klingt, denn seit meinem Freiwilligendienst in Nicaragua ist Deutschland nicht mehr mein einziges Zuhause. Nach einem Jahr im Centro, bei meiner Gastfamilie und mit meinen Freunden habe ich mich auch in einer erst fremden Kultur, gar nicht mehr so fremd gefühlt. Stattdessen ist das, was zunächst wie eine Vielzahl von außergewöhnlichen Erlebnissen schien, nach und nach zu meinem Alltag geworden.

Dazu gehören viele kleine Dinge, wie die „buenos días“-Rufe der Kinder jeden Morgen, das gemeinsame Mittagessen am großen Tisch mit der ganzen Familie oder einfach die holprige Busfahrt in die Innenstadt. Man könnte ja denken, so wäre es mit der Zeit langweilig geworden, gerade bei der Arbeit, wo meine Aufgaben das Jahr über recht ähnlich geblieben sind. Doch ganz im Gegenteil, je besser ich die Kinder kennengelernt habe, desto mehr Spaß hat es mir gemacht. Da war es gar nicht so einfach, im Juli Abschied nehmen zu müssen.

„Kannst du nicht noch ein bisschen bleiben?“ – Die Kinder im Centro wünschen mir eine gute Reise

Auch meine Gastfamilie habe ich sehr lieb gewonnen. Denn am Ende war das herzliche Zusammenleben viel wichtiger, als der Internetanschluss oder ständig fließend Wasser. Ich durfte also auch außerhalb des Centros die Lebensweise in Nicaragua auf eine ganz direkte Weise kennenlernen und habe noch dazu ganz viele Gastgechwister, -nichten und -eltern gewonnen. Dabei hat es mich zwar manchmal überrascht, wenn auf einmal abends um zehn die kleine Gastnichte an meinem Schreibtisch saß und malen wollte. Aber dann habe ich mich daran gewöhnt und einfach schon vorher die Stifte bereit gelegt. Das zeigt auch, dass Kinder doch überall auf der Welt irgendwie ähnlich sind.

Ein letztes „gracias“ in der Gastfamilie, ab jetzt heißt es wieder „danke“

Das ist mir im Laufe des Jahres immer wieder aufgefallen: So anders sind die Menschen gar nicht in Nicaragua. Auch wenn der Lebensstandard verglichen mit Deutschland sehr unterschiedlich ist, haben die Personen selbst doch ähnliche Wünsche. So kann ich selbst jetzt sagen: Ich fühle mich sowohl dort als auch hier zuhause.

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