Feliz cumpleaños! Happy Birthday! Alles Gute!

15. Apr 2017 | von | Kategorie: Julia Wolf in Peru

Nun, ich weiß, der 19. März ist jetzt schon ein bisschen her, aber die Erinnerungen sind noch da, also wollte ich euch heute von der Geburtstagsfeier MICANTOs erzählen, die am Josefstag (19.März) gefeiert wird, da er der Schutzpatron der Arbeiter ist und damit auch der Heilige MICANTOs.

Natürlich werden 12 Jahre gebührend gefeiert. Los ging es am Freitag, mit allen Kindern, die sich jeden Samstag in ihren Gruppen treffen, um zusammen darüber zu sprechen, was MICANTO eigentlich ist, wofür es steht und wie es den Kindern hilft. Danach führte jede Gruppe eine einstudierte Nummer auf, hauptsächlich Tänze, aber auch Gedichte oder Clowns waren unter den unterhaltsamen und teilweise aufwändigen Stücken.

Samstag ging es  morgens schon mit einem Fußball- und Volleyballtunier weiter. Aber mit Verspätung, denn es hatte die ganze Nacht stark geregnet, bis es erst gegen halb zehn aufhörte. Es wurde trotzdem ein ereignisreicher, spannender und sportlicher Vormittag, auch wenn verlieren gelernt sein muss;)

Und nachmittags war dann das Highlight der Kinder: eine Unsha. In wenigen Worten erklärt, ist das ein gefällter Baum, der (eigentlich) in die Mitte der Straße, hier aber in die Mitte der Rasenfläche, gestellt wird und mit Früchten geschmückt wird. Man nimmt sich an die Hände, tanzt um diesen Baum herum und eine Axt wird rumgegeben, mit der die Kinder diesen Baum  „fällen“. Als er umgekippt ist, sind die Mädels und Jungs wie wild hingerannt, obwohl mir mein Instinkt eher gesagt hat: Wegrennen! Muss man wahrscheinlich damit aufwachsen, um bei einem umfallenden Baum nicht vor Angst begraben zu werden das Weite zu suchen, sondern zu schauen wo er hinfliegt und genau da hin zu sprinten. Hört sich gefährlich an, ist aber nichts passiert und war lustig anzuschauen:). Danach wurde noch getanzt, unglaublich schön, Kinder die in ihrem kurzen Leben schon zu viel erlebt und gelitten haben, so ausgelassen, glücklich und unbeschwert zu sehen.

Und Sonntags, also der offizielle Tag, fing in der Früh mit einem Gottesdienst an. Danach wurde zusammen durch die Straßen gezogen, mit Luftballoons, Flyern und einer Menge Gebrüll, aber leider auch mit Regen. Abgeschlossen wurde mit einem gemeinsamen Mittagessen und einer Torte (übrigens mit Manjar blanco, super lecker!).

 

 

Es waren wunderschöne, sehr anstrengende Tage, schon die Woche davor wurde geschmückt, gebastelt und dekoriert, manchmal bis spät am Abend. Und doch hat es sich gelohnt. MICANTO ist für die 120 Kinder, die aktuell teilnehmen und auch für die „Ehemaligen“ ein zweites Zuhause. Sie kommen mit all ihren Problemen, oder auch nur, wenn ihnen langweiligen ist. Ein Ort, der ihnen so gut es eben geht, gibt was sie brauchen. Lebensfreude schenkt, wenn die Sorgen groß sind, Ohren, wenn die Probleme übermächtig werden, Entspannung, wenn der alltägliche Stress, zwischen Schule und Arbeit, zwischen Eltern und Geschwistern, nicht mehr zu bewältigen scheint, Hilfe, wenn niemand sonst sich dafür interessiert, Liebe, wenn sie an anderen Stellen fehlt. Auch hier ist nicht alles perfekt, aber ich kann nur sagen:

Auf viele Jahre mehr!

 

 

 

 

 

 

Und wer die Nachrichten über Peru und die schweren Regenfälle gesehen hat: Ich habe ja oben schon erwähnt, dass es bei uns viel geregnet hat, im Hochland kam es aber zu keiner Katastrophe. Die Nordküste allerdings ist stark betroffen, die Autobahnen stark beschädigt, viele haben ihr Leben verloren, noch mehr ihre Häuser. Die Bilder habt ihr ja gesehen, die Berichte gehört. Inzwischen hat sich die Situation beruhigt, die Menschen sind allerdings noch besorgt, da die Regenmonate noch nicht vorbei sind.

Ich melde mich bald wieder, machts gut,

Julia

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