ein kleines bisschen Freiheit, ein kleines bisschen Abenteuer

Ende Februar ging es endlich los: einen Monat Rundreise durch Ecuador, zusammen mit meinem Bruder Alexander und unserem Kumpel Felix. Das Gepäck sollte möglichst gering ausfallen: Ein großer Rucksack pro Person, mehr nicht. Klamotten für ein paar Tage, mehr nicht. Ein Paar Wanderschuhe, ein Paar Straßenschuhe, mehr nicht. Kamera, Regenjacke, gutes Buch, das war’s dann aber auch. Unsere Reiseplanung war eindeutig: Erstmal müssen Alexander und Felix hier landen, dann kann man weiter gucken. Fest stand lediglich: Geschlafen wird in möglichst günstigen Mehrbettzimmern in Hostals, sich von A nach B bewegt mit dem Bus UND: gegessen wird, wat auf den Tisch kütt.

Reisen ist Freiheit, Reisen ist Abenteuer. Jeden Tag aufs Neue kann ich entscheiden: Wo schlafe ich? Was mache ich morgen? Wo fahre ich morgen noch hin?

Reisen ist aber auch ein unfassbares Privileg: Mit dem deutschen Reisepass kann man in so viele Länder visafrei einreisen, wie mit keinem anderen Reisepass. Privileg 1. Viel wichtiger aber: Bezahlbarkeit. An dieser Stelle mal die Kosten für eine Ecuadorreise überschlagen (in Ecuador zahlt man mit dem US-Dollar): 700 Dollar Flug von Deutschland nach Ecuador, 10 Dollar pro Nacht für ein Hostal, 7,50 Dollar Kosten fürs Essen pro Tag, 2,50 Dollar für den Bus in die nächste Stadt. Somit ist man schnell bei 1300 US-Dollar. 1300 US-Dollar sind gute drei durchschnittliche Monatsgehälter hier in Ecuador. Des Weiteren hat der Durchschnittsecuadorianer, der nicht bei Behörden arbeitet, nur 15 Tage Urlaub im Jahr.

Nutzt die unfassbaren Möglichkeiten, die wir metaphorisch durch unseren Reisepass in die Wiege gelegt bekommen haben. Traut euch hinaus: Auch abseits von Europa und Nordamerika gibt es unfassbar viel zu entdecken! Auch in Teilen der Welt, in denen nicht Englisch gesprochen wird, kann man unfassbar viel entdecken! Durch eine Reise in ein nicht typisches Touristenland unterstützt ihr sogar noch die lokale Wirtschaft.

Dennoch muss man sich immer im Hinterkopf behalten: Es ist ein unfassbares Privileg, die finanziellen Möglichkeiten zu haben, andere Teile der Welt zu sehen. Dementsprechend sollte man, egal wo man ist, dem Fremden und Unbekannten immer mit absolutem Respekt begegnen und sich Gedanken machen, wie man vielleicht gerade in seiner Reisegruppe auf Einheimische wirken könnte.

Und selbst wenn es z.B. nach Mallorca geht: Auch dort ist man fremd. Auch dort kann es als respektlos gelten, kein Wort der Sprache zu können. Auch dort kann es als respektlos gelten, rumzugröhlen und Bierdosen rumzuwerfen, auch wenn es auf Grund der Masse an Touristen vielleicht nicht auffällt.

Dennoch denke ich, dass wir die Privilegien, die wir nun einmal haben, gut z.B. bei schönen Reisen nutzen können, als den puren Materialismus zu unterstützen.

Ecuador ist ein wunderschönes, unfassbar vielfältiges Land. Kein Land ist so vielfältig wie Ecuador. Hier kann man in drei Stunden Busfahrt im absoluten Andenhochland sein, aber genauso in drei Stunden Busfahrt an einem traumhaften Strand. Anstatt jetzt noch weiter zu schreiben, dachte ich, lasse ich einfach die Bilder für mich sprechen:

Los ging’s in der Hauptstadt Quito: Ausblick über die 60km lange Stadt

 

Quilotoa Lagune – Ausmaß und Schönheit praktisch nicht fotografierbar – höchster Punkt unserer Wanderung lag auf 4930m über dem Meerespiegel – wortwörtlich „über den Wolken“

 

Wanderung beim Touristenort Baños

 

Fahrradtour auf einer der Andenstraßen

 

Cascada del Diablo „Teufelswasserfall“

 

in Latacunga ins Karnevalgeschehen involviert worden – Karneval bedeutet hier nicht laute Musik und Alkohol, sondern Mehl, Ei und Sahneschlacht – zusätlich wurden wir von einer Schülergruppe in einen See geworfen

 

irgendwann viel später beim Chimborazo – Ecuadors höchstem Vulkan – 6310m und schneebedeckt – leider auch fast die ganze Zeit wolkenverhangen zu dieser Jahreszeit

 

eine Schlucht in der Nähe eines Wasserfalles in der Nähe des Chimborazos

 

ein verdammt knuffiger Blaufußtölpel – gesehen auf der Isla de la Plata, eine Insel die als eine einzelne Galapagosinsel beworben wird…. Naja 😀

 

Die Surfcrew – sogenannte Bodyboards (Surfbretter für Leute die nicht surfen können) ausgeliehen und in den Hammerwellen des Örtchens Canoas gesurft

 

für die ein oder andere Tür ist einmeterirgendwasneunziggroßfelix dann doch zu groß

 

Nächster Stopp: Santo Domingo, die Stadt in der ich arbeite – Felix und Alexander natürlich eingeladen in „mi casa“ (unteres Stockwerk ist die Wohnung von mir und meiner Mitfreiwilligen)

 

hier ging’s zu einem der für Santo Domingo typischen Flußschwimmbäder – auf Grund der aktuellen Regenzeit und der deswegen sehr starken Strömung in den Flüssen hatten wirr diesen fast für uns alleine

 

Am Ende ging es für uns ins Casa Hogar de Jesús – auf dem Foto zu sehen: die jüngsten Bewohner des Heimes: Emiliano, Patricio, Luis Fernando, Antonio und Santiago zusammen mit ihrer Erzieherin Karla

Abschließend möchte ich sagen: Danke Alexander, Felix, und allen netten Leuten die wir auf der Reise getroffen haben!

Auch danke an euch, wenn ihr bis hier gelesen habt!

Sein wir mutig für Neues und mindestens genauso respektvoll vor Allem, was uns in dieser schönen Welt begegnen kann!

(ihhh drei Sätze mit Ausrufezeichen hintereinander)

Viele Grüße und bastante pasaje (ordentlich Fahrtkosten)

wünscht euch

Konni