Die wahrscheinlich wichtigste Sache der Welt

30. Jan 2017 | von | Kategorie: Julia Wolf in Peru

Nun, wer sich einen philosophisch angehauchten Beitrag erhofft, der muss leider wo anders suchen. Denn heute geht es um, zumindest für mich, die wahrscheinlich wichtigste Sache der Welt: Essen. Ganz ernst gemeint ist das natürlich nicht, aber wer mich kennt, der weiß: ich esse gern, ich esse viel und bin dabei nicht ganz einfach, mich als wählerisch zu bezeichen ist noch ziemlich wohlwollend. Aber ich glaube, mit meinem Essverhalten bin ich nur in die falsche Kultur hineingeboren, denn  hier in Cajamarca esse ich fast alles, was auf den Tisch kommt unglaublich gerne.

Yuca - Maniok

Ganz allgemein gibt es zu jedem Mittag Reis. Ein Freund von mir hat mal gesagt: „Ein Essen ohne Reis ist kein Essen“. Und diese Einstellung merkt man auch. Selbst in den wenigen Fällen, in denen es mal Nudeln gibt, wünschen sich die Peruaner Reis dazu. Für mich unvorstellbar, aber zum Glück ist der Reis lecker und ich hab mich inzwischen gut daran gewöhnt. Ungefähr jeden zweiten Tag in der Woche gibt es dann zum Reis Kartoffeln und Hühnchen. Die anderen Tage wird variiert: Reis mit Süßkartoffel (viel leckerer als in Deutschland) und Hähnchen, Reis mit Linsen (auch besser) und Hähnchen, Reis mit Erbsen (leider nicht besser) und Hähnchen.  Und Yuca, Maniok, ist auch sehr zu empfehlen, gibt es auch mal, natürlich mit Reis und Hähnchen;)

Selten gibt es auch mal anderes Fleisch, zum Beispiel Ente, ganz selten Schwein. Aber Fisch wird hier auch öfters in der Woche zubereitet. Und weil immer welche Fragen: Meerschweinchen habe ich schon gegessen. Ich finde das schmeckt ganz gut, aber für mich nicht unglaublich besonders. Auch Ceviche (roher Fisch eingelegt in eine Limonensauce) ist gut, aber ich brauche es nicht jeden Tag.

Und wenn wir schon bei den Spezialitäten sind, erzähle ich euch noch von meinen Lieblingsspeisen:

Arroz chaufa

Arroz chaufa: Ein peruanisch – japanisches Reisgericht, bestehend aus Reis (arroz), Hühnchen, Frühlingszwiebeln, Lauch und Sojasoße, alles angebraten und vermischt

Aji de Gallina: Kommt dem Deutschen Hühnerfrikasse sehr nahe, schmeckt super lecker und vor allem ist es schärfer


Alles mit Camote oder Yuca: Camote ist die Süßkartoffel und wie ich schon sagte, viel besser als die deutsche und meiner Meinung nach nicht zu vergleichen. Vielleicht habe ich aber auch die falsche in Deutschland probiert, das kann natürlich sein. Yuca kannte ich davor nicht, der deutsche Name ist Maniok. Insgesamt gibt es hier sehr viele verschiedene Kartoffelsorten, die auch sehr viel besser sein können, als die gelbe Kartoffel, die auch bei uns bekannt ist

Aber das allerbeste, dass es hier gibt und in Deutschland nicht, ist manjar  blanco. Das ist Milch und Zucker verkocht, bis eine cremeartige Konsistenz entsteht. Die Peruaner benutzen das als Brotaufstrich, als Kuchenfüllung aber auch als Verfeinerung von jedlichem Gebäck. Alfajores de maizena sind zum Beispiel kleine Kekse aus Maismehl übereinandergelegt und mit manjar blanco gefüllt. Super lecker, ich kann davon unendlich essen.

alfajores aus Maismehl mit manjar blanco

Alfajores aus Maismehl mit manjar blanco

Zu den Früchten kann ich leider nicht viel sagen, die schmecken mir auch hier nicht. Aber die anderen Freiwilligen lieben sie und ich habe gehört sie sind ziemlich billig. Wenn man in der Mangozeit (um Weihnachten) ein Schnäppchen macht, kauft man 5 Mangos für 1 Sol (28ct.). Ich gebe diesen Sol eher für ein Kilo Äpfel aus, die schmecken gleich.

Insgesamt kann man hier sehr günstig essen gehen, für 4 Soles (1,12€) bekommt man schon ein gutes Mittagessen, natürlich ist das dann kein Luxusmahl, aber auf jeden Fall ausreichend und mit reichlich Reis natürlich.

Nun zum Schluss bleibt mir noch zu sagen, ich hoffe mir passen meine Hosen im August noch, denn das Essen ist köstlich und es wird schwer, Hosen zu finden, weil ich 20 cm über der Durchschnittsgröße einer peruanischen Frau liege (ca. 1,51m, ich bin 1,76m). Aber bis es soweit ist genieße ich Arroz, papa y pollo, also Reis mit Kartoffeln und Hähnchen:)

Liebe Grüße aus Cajamarca und guten Appetit,

Julia Wolf

Ein Kommentar
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  1. Typisch Julchen ♡
    Aber wenigstens gibt es genug was dir schmeckt.
    Sehr schön immer mal wieder von dir zu hören.
    Viel Spaß und genieße die restliche Zeit und auch die Zeit mit deinen Schwestern. ♡
    Die schönste Zeit ist natürlich dann wenn ich komm.

    Liebe Grüße aus deiner Heimat

    mit ganz viel Liebe
    deine kleinste Schwester Sonja ♡♡

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