Besser spät als nie ;-)

26. Jan 2017 | von | Kategorie: Danica Helmlinger in Bolivien, Freiwillige 2016/2017

Zum neuen Jahr habe ich es mir zum Vorsatz gemacht, von nun an öfters Blogeinträge zu verfassen und euch über meinen Freiwilligendienst und mein Leben hier in Sucre, der Hauptstadt Boliviens, zu berichten. Hier nun also nach 5 Monaten mein erster Blogeintrag 😉 :

Meine Einsatzstelle ist das ETI, kurz für Escuela Taller de Integración (dt.: Schule und Werkstatt für Integration), ein Zentrum für Menschen mit und ohne Behinderungen  unterschiedlicher Altersklassen. Hierzu gehören eine Nähwerkstatt, zwei integrative Kindergärten, Physiotherapie, ein Wohnheim und die terapía ocupacional, ein Angebot für erwachsene Menschen mit Behinderung. Außerdem gehört auch die Schule Cristina Aitken de Guitierrez dazu, die in enger Verbindung mit den anderen Angeboten des Zentrums steht.

Die Frauen und Männer in der Nähwerkstatt nehmen Aufträge an und schneidern beispielsweise Schuluniformen. Je nach Auftrag sind unterschiedlich viele Menschen dort beschäftigt. Die Näherei soll vor allem alleinerziehenden Müttern eine gute Existenz ermöglichen.

In den Kindergärten lernen die Kinder durch Spiele ihre motorischen Fähigkeiten zu verbessern, Grundkenntnisse wie die Farben oder Zahlen und Sozialkompetenzen zu entwickeln. Diese sind besonders wichtig, um die Kinder für die Behinderungen ihrer Mitmenschen zu sensibilisieren. So ist es für die Kleinen selbstverständlich, ihrem blinden Freund die Hand zu reichen und ihm so den Weg zu zeigen.

Zwei Physiotherapeutinnen behandeln Personen unterschiedlichen Alters, die teilweise den Kindergarten besuchen, im Wohnheim leben oder auch externe Patienten sind. Das ETI ermöglicht diese Hilfe auch Menschen, die sich eine derartige Therapie in anderen Praxen nicht leisten könnten.

Ein weiterer und sehr wichtiger Bestandteil des ETI ist die Residenz, in der zurzeit 16 Menschen im Alter von 14-50 Jahren leben. Einige von ihnen besuchen die oben genannte Schule oder die Universität. Andere arbeiten in der Näherei oder nehmen nur an den Therapien teil.

In der terapía ocupacional lernen verschiedene Menschen alltägliche Kenntnisse wie Lebensmittel zuzubereiten oder den Wert verschiedener Geldmünzen zu erkennen, aber auch andere Tätigkeiten wie stricken oder Schmuck herzustellen, der zu Gunsten dieser Teilnehmer an verschiedenen Anlässen verkauft wird.

Mein Arbeitsbereich erstreckt sich von eben genannter terapía ocupacional über die mittägliche Hausaufgabenbetreuung der Kinder. Da ich im Projekt zu Mittag esse, bietet sich auch die Gelegenheit, viel mit den Residenzbewohnern zu reden und ihnen bei unterschiedlichsten Aufgaben zur Hilfe zu stehen. In der Klausurenphase der drei Studenten im Wohnheim habe ich beispielsweise auch diesen bei der Bewältigung des Lernstoffes geholfen. Ich begleite die Bewohner  auch zu Arztbesuchen oder bei kleinen Einkäufen.

Besonders Spaß macht es mir, mit den Kindern auf dem Sportplatz Fußball zu spielen oder andere Spiele zu veranstalten, so dass sie sich nach dem Schultag austoben können, um wieder mit neuer Konzentration ihre Hausaufgaben zu erledigen. Sehen zu dürfen, wie jeder einzelne sich weiterentwickelt und es mit dem Einmaleins immer besser klappt, ist eine sehr, sehr schöne Erfahrung. Auch das Gefühl, langsam ein Teil des ETI zu werden und einen festen Platz zu haben, erfreut mich ungemein.

Dazu gehört auch meine Teilnahme an einigen Festen, die vom ETI veranstaltet wurden, unter anderem ein großes Theater- und Tanzfest, von dem ich euch bald näher berichten werde. Bis dahin wünsche ich euch allen ein frohes neues Jahr 2017 und wie man hier in Bolivien sagt ¡Qué les vaya bien! (Machts gut!).

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