Weihnachten – und was fehlt ist Sonnenschutz

1. Jan 2017 | von | Kategorie: Aktuell, Julia Wolf in Peru

WeihnachtenZu Reflexion waren noch nicht alle da;) – feiert man rund um die Welt – aber immer anders. Wie das Weihnachtsfest in Cajamarca aussehen kann, dass möchte ich euch heute erzählen.

Am 17. Dezember wurde die Geburt Jesu in meinem Projekt „MICANTO“ gefeiert. Schon am Tag davor wurde geschmückt, geputzt und geübt, dass dann auch alles klappt. Geplant war um 9 Uhr zu beginnen, tatsächlich wurde es dann aber ungefähr eine halbe Stunde später, fast pünktlich;)

Alle (ungefähr 160 Kinder, wenige Mütter und 30 Gruppenleiter) versammelten sich und reflektierten zusammen, was Weihnachten für sie bedeutet. Ich war zu der Zeit noch damit beschäftigt, die letzten Vorbereitungen zu beenden, deswegen kann ich euch dazu leider nichts näheres berichten.

Danach ging es auf die Wiese und jede Gruppe durfte etwas Einstudiertes präsentieren. Tänze, Lieder oder Texte wurden vorgetragen und es kamen sogar Maria und Josef vorbei, um bei den Gruppen Unterschlupf zu suchen. Aber wie wir alle wissen war nur noch der Stall frei…
Als kleine Geschenke bekamen die Kinder Tüten mit Süßigkeiten und ein Stück Panetón, das traditionelle Weihnachtsgebäck, das sehr stark an Weihnachtsstollen erinnert. Außerdem wurde heiße Schokolade dazu serviert, das typische Getränk hier an Weihnachten, das sehr lecker ist. Ein Großteil wurde an MICANTO von örtlichen Firmen gespendet, sie haben den Kindern damit eine große Freude gemacht.
Pech war allerdings, dass die Sonne an diesem Tag unglaublich stark geschienen hat. Die ist auf 2900m deutlich intensiver und ich hatte zeitweise das Gefühl, dass mir gleich mein Körper verbrennt. Deswegen haben alle Kinder Schattenplätze gesucht, was bei einer fast senkrecht stehenden Sonne schwierig ist.

Aber es war trotzdem ein schönes Fest, die glücklichen Kinderaugen machen vieles wett und außerdem habe ich auch eine Tasse heiße Schokolade bekommen;)
In meiner Familie haben wir in der Nacht von 24. auf 25.12. gefeiert, denn hier wird erst um Mitternacht das Kind in die aufgebaute Krippe gelegt. Um 20.00 Uhr wollten wir eigentlich in die Kirche gehen, da mein Gastbruder traditionell getanzt hat. Allerdings war diese überfüllt und wir haben nichts gesehen. So gegen 22.00 Uhr gab es dann das Adendessen. Meine Gastmutter hat Ente zubereitet, sehr lecker, auf offenem Feuer gekocht. Normalerweise essen die Peruaner zu Weihnachten Truthahn, in meiner Gastfamilie schmeckt der aber keinem. Dazu gibt es wieder Panetón, Brot, kleine Kekse und heiße Schokolade, es wird also süß und salzig gemischt. Bis 24.00 Uhr haben wir dann noch Filme (Kevin allein in New York) angeschaut und kurz nach Mitternacht habe ich dann meine Geschenke verteilt, die mir meine Familie (Dankeschön!) geschickt hatte. Zwar hatten die Kinder schon Spielsachen bekommen, aber das ich auch was für die Erwachsenen hatte, war dann doch ungewöhnlich. Auch sie haben sich sehr gefreut über die Kleinigkeiten.

Ein Gruppenbild

Ehrlich gesagt haben mich dann die Weihnachtsgrüße, die mich durch das Internet erreicht haben nachdenklich gemacht. Ist “Lasst euch reichlich beschenken” der passende Weihnachtsgruß? Warum gibt es zu Weihnachten die größten Geschenke? Das beste Bild ist der Weihnachtsbaum, mit gefühlt unendlichen Geschenken?

Versteht mich nicht falsch, ich verurteile niemand, bin ja selber ein Teil dieser Gesellschaft. Aber was zählt zu Weihnachten wirklich? Und haben wir nicht schon längst alles Materielle was wir brauchen?

Ich hoffe ihr hattet alle ein schönes Weihnachtsfest und ruhige, erholsame Tage. Ich wünsche euch einen gutes, glückliches neue Jahr 2017, vergesst die Welt um euch herum nicht!

Liebe Grüße aus der Ferne,

Julia

2 Kommentare
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  1. Liebe Frau Wolf, ein eindrucksvoller Bericht über Weihanchten in Peru. Ich würde die Kinder gerne mit einem oder zwei Sonnenschirmen unterstüzen. Kontaktieren Sie mich hierzu gerne!

  2. Hallo Julia,
    vielen Dank für den Einblick. Mein Mann und ich wollen in den nächsten Weihnachtsferien nach Peru reisen. Da mein Mann schnell einen Sonnenbrand bekommt, wollte ich mich im Voraus über die Winterzeit dort drüben informieren. Dank Ihres Beitrages, kann ich mich schon vor der Abreise um den Sonnenschutz kümmern.

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