Von der Traufe in den Regen

Wie ich vor einer Weile berichtet habe, hat es den gesamten August bis September in Takeo nicht richtig geregnet. Es war heiss und trocken und ich dachte schon die Regenzeit würde überhaupt nicht mehr kommen. .. tja falsch gedacht.

Es fing damit an, dass über zwei Tage in denen ich in Phnom Penh war alle Ponds auf dem Gelände vollliefen. Ein Pond ist im Prinzip ein Teich. Auf dem Gelände von WOCC gibt es zehn Teiche, die in der Trockenheit teilweise völlig ausgetrocknet sind. Und diese waren alle voller Wasser.

Um das ganze etwas zu veranschaulichen:

Innerhalb von 48 Stunden hat es so stark geregnet, dass ein Pond mit der Fläche von 120qm so vollief, dass das wasser über einen Meter hoch stand.

Das schöne an der Regenzeit ist daher für mich,  dass man in Wat Opot immer in den Pinds schwimmen kann. Und die Kinder lieben es schwimmen zu gehen.  Jeden Tag waren sie in einem der Ponds plantschen,  tauchten…. Und jeder der nicht bei drei auf dem Baum war wurde erbarmungslos ins Wasser geworfen.  Ich wurde selbstverständlich nicht verschont.

Ab dann regnete es täglich fast eine Stunde lang.  Dazu kamen noch zwei gebrochene Dämme in der Gegend um die Provinz Takeo, so dass wir mitte Oktober in WOCC überflutet worden waren. Mit anderen Worten die drei Teiche um um das Haus, in dem ich und andere Freiwillige schlafen,  waren zu einem großen See verschmolzen. Das erschwerte den Weg in mein Zimmer….leicht. Die Kinder nutzen diese Gelegenheit um regelmäßig in dem neuentstandenen See zu fischen.

Doch nicht nur WOCC war überflutet,  sondern auch die gesamte Gegend drum herum. Die Hauptstraße sowie sämtliche Häuser,  die nicht etwas höher standen, waren überschwemmt. Ein sehr merkwürdiger Anblick, Leute in ihrem Haus 30cm tief in Wasser sitzen zu sehen und traurig obendrein…..

Der Reisernte hat der Regen jedoch kaum genützt. Wo anfangs zu wenig Wasser war, ist jetzt so viel Wasser,  dass die Reispflanzen quasi ertrinken.

Und so kam ich von der Traufe in den Regen…