Fußball an jedem Ort

15. Okt 2016 | von | Kategorie: Freiwillige 2016/2017, Mafalda Sondermann in Nicaragua

Wer mich kennt, weiß: Ich bin verrückt nach Fußball. Eigentlich kann ich mich nicht mehr an die Zeit meines Lebens erinnern, in der ich kein Fußball gespielt habe. Deshalb ist es mir umso schwerer gefallen, für ein Jahr in eine Stadt zu gehen, in der es keine Frauenfußballmannschaft gibt. Denn hier in Nicaragua sind organisierte Sportvereine für Amateure eher selten. Das könnte unter anderem daran liegen, dass es die meiste Zeit viel zu heiß ist, um durch die Sonne zu rennen. Außerdem ist der Nationalsport Baseball, wovon ich ja nicht wirklich viel verstehe.

Trotz allem gibt es hier in Juigalpa in fast allen Stadtvierteln eine Art Bolzplatz. Dieser ist meistens gepflastert und hat zusätzlich noch Basketballkörbe. Auch direkt neben dem Centro ist so ein Platz. Jedem Mittwoch wollen die Kinder also ganz besonders schnell ihre Hausaufgaben erledigen. Denn dann gehen wir danach noch für einige Zeit nach draußen. Ich habe fast schon das Gefühl, dass ich mich noch mehr darüber freue als die Mädels und Jungs. Doch die fragen auch immer begeistert, ob ich denn dieses Mal wieder mitspiele. So habe ich schon die schmerzliche Erfahrung gemacht, dass einige der flinken Kinder mich ganz schön austricksen können!

Fußball am Centro

Fußball am Centro

Doch einmal jede Woche den Ball am Fuß zu haben reicht mir natürlich immer noch nicht. Deshalb treffe ich mich jeden Sonntag mit einer Gruppe von Studenten zum Kicken. Meistens spielen am Bolzplatz der Uni noch andere Fußballbegeisterte und so wird oft ein richtiges Turnier daraus. Ein bisschen komisch fühlt es sich schon an, dabei die einzige Frau zu sein. Aber wenn man dann anfängt zu kicken, spielt das eigentlich keine Rolle mehr.

Wenn ich ganz großes Glück habe, spiele ich sogar Fußball am Strand. Das ist allerdings wirklich eine Ausnahme, denn bis dort sind es ja einige Stunden Busfahrt. Aber letzten Sonntag hatten ein paar Freunde einen Ausflug ans Meer geplant und so ging es in aller Frühe los. Dabei durfte der Fußball natürlich auch nicht fehlen. Das war schon ein tolles Gefühl, die Tore in den Sand zu malen und über den heißen, dunklen Vulkansand zu rennen. Als es zu warm wurde, konnte man sich ja einfach im Meer abkühlen.

Fußball am Strand

Fußball am Strand

Also weiß ich jetzt: Auch wenn es auf den ersten Blick so scheint, als wird in Nicaragua kein Fußball gespielt, wer danach sucht, wird nicht enttäuscht.

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