Die Farben Nicaraguas

29. Sep 2016 | von | Kategorie: Freiwillige 2016/2017, Lea Mirlach in Nicaragua

Blau-Weiß-Blau.

Am vergangenen Mittwoch und Donnerstag war es endlich so weit: die Nationalfeiertage Nicaraguas. Schon Wochen vorher wurde im Mädchenheim fleißig Nicaraguaflaggen und die Nationalsymbole gemalt, meine Gastoma führte mich in die Heldentaten und Nationalgeschichten ihres Vaterlandes ein und meine Gastschwester präsentierte mir ihr Band, das sie bei dem Festumzug tragen würde. Denn hier ist es üblich, dass die Schüler der verschiedenen Schulen am 14. September mit Musik und Tanz durch die Straßen ziehen. So kam es also, dass ich mich Mittwochnachmittag auf dem Platz vor der Kathedrale in der prallen Sonne in einer Menschenmenge aus Schülern in Schuluniformen und Müttern mit Wasserflaschen wiederfand. Um 4 Uhr ging dann der Umzug los- und für mich die Jagd nach guten Bildern meiner Gastschwester, die als sehrgute Schülerin eine der Fahnen tragen durfte.

Ich war wirklich beeindruckt, wie die Menschen hier ihren Nationalfeiertag und ihre Unabhängigkeit feiern. Überall waren die nationalen Farben zu sehen und die Nationallieder zu hören.

Der 15. September, der offizielle Nationalfeiertag, war dann vergleichsweise ruhig, aber genau die richtige Einstimmung auf die Ferien!

Erfrischendes Blau.

Während meiner freien Tagen habe ich Besuch von Mafalda aus Juigalpa, Chontales bekommen. Das erste schon aus Deutschland bekannte Gesicht hier in Nicaragua! Es war wirklich schön, sich mal austauschen zu können und zusammen die Gegend rund um Granada zu erkunden.

Unser erster Ausflug ging zur Laguna de Apoyo, ein Vulkankrater, der sich vor vielen, vielen Jahren mit Wasser gefüllt hat und jetzt einfach wunderschön ist. Die Anreise mit Bus, Wandern in der Mittagshitze, Taxifahrt und Mitfahrgelegheit hat uns mal wieder eines gezeigt- immer spontan und flexibel bleiben! 😉 Der Tag an der Lagune hat sich wirklich angefühlt, wie ein Tag Urlaub und war eine ganz andere Seite des Nicaraguas, das ich bis jetzt kenne: erfrischend blau und grün.

Laguna de Apoyo

Laguna de Apoyo

... einige Minuten spaeter

... einige Minuten später

Bei Sonnenschein...

Bei Sonnenschein...

Am nächsten Tag ging es dann mit einer Fähre zu den Isletas, kleine idyllische Inseln, die sich vor Granada im Nicaraguasee befinden. Aber seht selbst…

Die Isletas und der Vulkan Mombacho

Die Isletas und der Vulkan Mombacho

Idylle pur

Idylle pur

Braun-Weiß-Rot.

„Glaubst du, wenn ich nach Deutschland gehe und deutsch spreche werde ich auch weiß?“

„Warum bist du so oft rot im Gesicht?“

„Warum bin ich braun und du weiß?“

Alles Fragen, die mir im Heim von Mädchen gestellt wurden und gar nicht so leicht zu beantworten sind, wie man vielleicht denken mag. Dass man seine Hautfarbe nicht ändert, nur weil man in einem anderen Land und in einer anderen Kultur lebt und eine andere Sprache spricht, kann ich nur bestätigen. 😉 Aber eigentlich ist es doch eine ganz interessante Idee, oder?

Rot ist hier absolut nicht meine Lieblingsfarbe, auch wenn sie sowas wie meine zweite Hautfarbe geworden ist. Für die Mädchen hier immer wieder ein Rätsel und erstaunt wird festgestellt: „Estás roja.“ ( Du bist rot.) Ich war auch ziemlich überrascht, als an den ersten Tagen verzweifelt versucht wurde meine Lippen und Backen abzuschminken…

Anfangs ist mir noch richtig aufgefallen, wie dunkel die Hautfarbe der Menschen hier ist. Mittlerweile bin ich ehr überrascht, wenn ich in den Spiegel schaue und mir auffällt, wie weiß ich im Gegensatz zu ihnen bin. Und es ist wirklich so, dass man sich an alles nach und nach an alles gewöhnt und jeden Tag mehr Dinge normal und alltäglich werden, die am Anfang noch so ungewohnt waren. Langsam habe ich das Gefühl, dass ich hier wirklich ankomme…

Darüber und über meinen ‚“Alltag“ in Nicaragua dann aber das nächstes Mal!

Viele Liebe Grüße aus dem farbenfrohen Nicaragua! 🙂

Lea

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