Und plötzlich ist alles vorbei!? – Was bleibt?

19. Sep 2016 | von | Kategorie: Freiwillige 2015/16, Katharina Ziesche in Nicaragua

Ihr Lieben,
da war dieser Plan: „Über … und … und … könntest du doch noch schreiben.“ Tja, und wie es immer so war und ist und sein wird: ein Plan bedeutet noch nicht das ERLEDIGT. Und dann?
Dann begann das große Rennen gegen die Zeit und das verzweifelte Hoffen, dass ich mich Tag für Tag nur im Datum getäuscht hatte und der Rückflug noch nicht so nahe wäre.
Doch vergeblich, ich hatte mich nicht getäuscht…
Die letzten Tage brachen schlaflos, stressig und etwas bedrückend über mich herein. Ich muss ehrlich zugeben, dass sich meine Heim-Kommens-Freude zunächst in Grenzen hielt. Das lag weniger daran, dass ich etwa meine Familie nicht wiedersehen wollte, sondern viel mehr daran: Worauf freut man sich beispielsweise nach einem Urlaub? Wieder im eigenen Bett schlafen, wieder die vertrauten 4 Wände spüren, in bekannte Strukturen zurückkehren, mit Freunden Kaffee trinken oder Verwandte anrufen und vom Urlaub erzählen. Und ich? Ich kam nicht vom Urlaub zurück, sondern ich musste meine Heimat zurücklassen, um in meiner Heimat anzukommen. Klingt wie ein Paradoxon? So hat es sich auch angefühlt. Ich hatte AUCH in Nicaragua mein eigenes Bett, meine vertrauten 4 Wände, vertraute Strukturen, Freunde und auch eine Familie.

letzte Impressionen aus dem Mädchenheim

letzte Impressionen aus dem Mädchenheim

Doch spätestens in Amerika packte mich dann doch ein wenig die Vorfreude und der Empfang war mehr als königlich : )

Mit dem Sonnenaufgang hoch über den Wolken, kam die Vorfreude auf all die Lieben, die so lange auf mich gewartet hatten

Mit dem Sonnenaufgang hoch über den Wolken, kam die Vorfreude auf all die Lieben, die so lange auf mich gewartet hatten

Und was bleibt nun?

Die Motivation weiterzumachen, weiterhin die Augen offenzuhalten. Offen zu sein für Abenteuer und Herausforderungen. Die Begeisterung sich für andere einzusetzen. Die Faszination für Neues und Unbekanntes. Die Dankbarkeit für so unglaublich viel Gastfreundschaft, Geborgenheit, für jeden noch so kleinen Moment und dafür, den Zauber Nicaraguas gespürt zu haben. Und die Gewissheit eine zweite Heimat, eine zweite Familie, 30 „Töchter“ und unzählige Verbündete gefunden zu haben.

Was außerdem bleibt, ist DIE Antwort auf die Frage „Warum dieses Jahr mit den Sternsingern machen“?

Que canten los niños, que alcen la voz,
que hagan al mundo escuchar;
que unan sus voces y lleguen al sol;
en ellos está la verdad.
que canten los niños que viven en paz
y aquellos que sufren dolor;
que canten por esos que no cantarán
porque han apagado su voz…


„yo canto para que me dejen vivir“.
„yo canto para que sonría mamá“.
„yo canto por que sea el cielo azul“.
„y yo para que no me ensucien el mar“.
„yo canto para los que no tienen pan“.
„yo canto para que respeten la flor“.
„yo canto por que el mundo sea feliz“.
„yo canto para no escuchar el cañón“.

„yo canto por que sea verde el jardín“.
„y yo para que no me apaguen el sol“.
„yo canto por el que no sabe escribir“.
„y yo por el que escribe versos de amor“.
„yo canto para que se escuche mi voz“.
„y yo para ver si les hago pensar“.
„yo canto porque quiero un mundo feliz“.
„y yo por si alguien me quiere escuchar“.

Die Kinder sollen singen und ihre Stimmen erheben, damit sie die Welt zum Zuhören bringen.
Sie sollen ihre Stimmen vereinen und leuchten, denn in ihnen liegt die Wahrheit.
Es sollen die Kinder singen, die in Frieden leben, für diejenigen die unter Schmerz leiden und für diejenigen, die nicht singen können, weil man ihnen die Stimme verboten hat…


„Ich singe, damit man mich leben lässt.“
„Ich singe, damit meine Mama lacht.“
„Ich singe, damit der Himmel immer blau ist.“
„Und ich, damit das Meer nicht verschmutzt wird.“
„Ich singe für diejenigen, die kein Brot haben.“
„Ich singe, damit die Blumen respektiert werden.“
„Ich singe, damit die Welt glücklich ist.“
„Ich singe, um die die Kanonen nicht zu hören.“


„Ich singe, damit der Garten grün ist.“
„und ich, damit niemand mir die Sonne ausknipst.“
„Ich singe für die, die nicht schreiben können.“
„Und ich für die, die Liebesgedichte schreiben.“
Ich singe, damit meine Stimme gehört wird.“
„und ich, um zu sehen, ob ich sie zum Denken bringen kann.“
„Ich singe, weil ich eine glückliche Welt haben will.“
„und ich, falls mich jemand hören möchte.“

DESHALB!!!! Um den Gesang der Kindern, der in Deutschland begann, in die Welt zu tragen und ihn von immer mehr Orten ertönen zu lassen, damit die Welt am Ende für alle ein kleines Stück besser werden kann!

Und bevor ich mich nun verabschiede, möchte ich DANKE sagen:

Danke an alle, die mit ihren Spenden, ihrer Unterstützung, ihren wundervollen Worten, dem Zuhören und dem Einfach-an-mich-Denken ein Teil dieses unvergesslichen Jahres waren. Danke an das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und missio, die in der Vorbereitung, der Begleitung und der Nachbereitung nicht nur für mich, sondern auch für die 25 anderen Freiwilligen da waren und mit Rat und Tat zur rechten Zeit am rechten Ort waren. Danke an euch alle, dass ihr mit Freude und Neugier diesen Blog verfolgt habt. Danke an diejenigen, die nach meiner Rückkehr und auch jetzt für mich da sind und die mir geduldig und interessiert zuhören. Y finalmente gracias a todos ustedes que me hicieron amar a Nicaragua – por siempre estáran en mi corazón!!!

Abschied am Flughafen

Abschied am Flughafen

Was bleibt, sind Erinnerungen an ein riesen Wunder und die Gewissheit, etwas Unvergessliches gelebt zu haben.
Mein Jahr als Freiwillige in Nicaragua ist zwar vorbei, aber die Spuren, die es hinterlässt, werden hoffentlich noch lange nicht abreißen.

So wie ein nicaraguanischer Freund sich von mir verabschiedete, so möchte ich mich auch von euch verabschieden:

HASTA SIEMPRE!

BIS IMMER! 😀

Dankbare Grüße
Katharina

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