Tell me where’s the rain?

Kennt ihr das? Man hat diese spezielle Vortsellung von etwas, diese Erwartung und dann kommt es doch ganz ganz anders.

Ich komme am 5. August, zwei Stunden spaeter als geplant, am Flughafen von Phnom Penh an. In Erwartung von Regen oder zumindest schwueler Hitze, die einen bei jedem Schritt schwitzen laesst wie ein Wasserfall, verlasse ich den Flughafen. Was erwartet mich? Trockene Hitze. Von Melinda, der Projetleiterin, erfahre ich, dass es bis jetzt keinen richtigen Monsunregen gab. Nur „kleinere“ Schauer. Und Phnom Penh hat es fast gar nicht geregnet. Dabei befinden wir uns doch in der Regenzeit! So sieht man wie weit er Klimawandel schon gekommen ist. Besoners in dem laendlichen Gebiet in dem ich wohne und arbeite sind die Menschen auf den Monsunregen angewiesen. Ohne ihn koennen sie keinen Reis anbauen, dsa die Reisfelder quasi ueberschwemmt sein muessen. Regnet es nicht, haben diese Menschen nichts zu essen und muessen hungern…..

Im Wat Opot Projekt angekommen, werde ich freudig begruesst. Die meisten der 44 Kinder renne und springen ummich herum oder fallen mir gleich in die Arme. Auch die Projektleiter Melinda und Wayne, die beide urspruenglich aus Amerika kommmen, helfen mir mich gut einzuleben. Und das ist gar nicht so einfach wie gedacht. Da ist die bestaendige Hitze, die Muecken, die Erenaehrung…. Vieles ist sehr anders, aber das ist ja gerade das spannende daran.

Besonder ueberrascht bin ich ueber die Freundlichkeit der Leute, denen ich begegne. Ein kambodschanischer Mitarbeiter erklaert mir, dass die Leute hier besonders Gastfreundlich sind und immer Essen und Trinken fuer Gaest und Beduerftige bereitstehen haben. Ausser in Phnom Penh, denn da wird diese Gastfreundschaft haeufig missbraucht. Gerade fuer mich, die ich in einer fuer ihre (un)freundlichkeit bekannten Stadt aufgewachsen bin (Berlin), ist das wie Balsam.

Aber was mache ich hier eigentlich in der Wat Opot Children’s Community? Eine meiner hauptaufgaben besteht darin, die „Vorschule“ zu betreuen. D.h. ich kuemmere mich um fuenf Kinder zwischen drei und fuenf und spiele mit ihnen im Play Room. Das macht sehr viel Spass ist aber auch sehr anstrengend, weil selbstverstaendlich kein Kind Lust hat seine Spielsachen anschliessend wieder ordentlich wegzuraeumen.

Ausser dem Play Room gibt es noch einen Malraum, ein Musikzimmer, einen Familienraum und einen Raum in dem die Kinder Ketten, Ohrringe und Armbaender selber machen koennen. Es gibt natuerlich auch einen Essensraum usw.

Was mich am meisten fasziniert ist, dass die Kinder sich hier behandeln wie Geschwister und die Gesamtatmosphaere, wie die in einer grossen Familie ist. Jeder hilft jedem und niemand wird im Stich gelassen. Gerade das macht dieses Kinderheim so grossartig und ich hoffe, dass sich viele davon einen Scheibe abschneiden werden.

Viele Gruesse aus Wat Opot und bis bald!

Eure Sophia