Endlich Regen!

7. Jun 2016 | von | Kategorie: Freiwillige 2015/16, Katharina Ziesche in Nicaragua

Vor einigen Tagen haben wir es noch für völlig unwahrscheinlich gehalten, aber er ist tatsächlich auch endlich hier angekommen: Der REGEN. Wie durch ein Wunder hat es nun 3 Tagen fast ununterbrochen geregnet. Ein Segen für alle: für die Pflanzen, die Tiere, die Menschen, …

Seit September hatte kaum einen Tropfen gegeben. Es ist alles furchtbar trocken und braun, aus umliegenden Dörfern gibt es bereits Nachrichten von extremer Wasserknappheit, der ständige Staub wird nicht nur zum täglichen Ärgernis, sondern vor allem auch zur häufigen Krankheitsursache und die Hitze ist erdrückend. Mit den Regen hält die Farbe Grün wieder Einzug die Umgebung.

Ist es nicht wunderbar,
an diesem Tag zu sein.
Es ist ein Privileg,
erachte es nicht als klein.

Und er tut auch heute noch Wunder,
Stunde um Stunde,
Tag für Tag.
Tut der Herr heute noch Wunder,
Stunde um Stunde,
Tag für Tag.
Tag für Tag.

Das wird Wunder sein,
weder zu groß, zu klein.
Lebe die Zeit in Perspektive Ewigkeit.

Denn der Herr tut heute noch Wunder,
Stunde um Stunde,
Tag für Tag.
Tut der Herr heute noch Wunder,
Stunde um Stunde,
Tag für Tag.
Tag für Tag.

Tatsächlich lebe ich hier jeden Tag eine Aneinanderreihung von kleinen und großen Wundern und kann gar nicht in Worte fassen welche unendliche Dankbarkeit ich dafür empfinde. Ich hätte also schon mehr als 300 Tage Zeit gehabt dieses Lied zu singen. Zu meinem Erstaunen jedoch geht es mir erst seit 2 Tagen nicht mehr so richtig aus dem Kopf.

Wie oft habe auch ich mich in Deutschland lautstark über die ekligen, nicht enden wollenden und einfach grauen Regentage aufgeregt. Und ich gebe auch ehrlich zu, dass ich die vielen nicaraguanischen Sonnentage in vollen Zügen genieße. Es wird – glaube ich – nicht umsonst von der psychologisch positiven Auswirkung der Sonne gesprochen. Ich meine sie gefühlt zu haben, denn schlechte Laune gehört hier eigentlich nicht in meinen Wortschatz 🙂

Doch irgendwann kommt der Moment, wo man einfach einmal der drückenden Hitze, die jeden Tag gefühlt noch eine kleine Schippe drauflegt, entkommen mag. Jetzt nicht lachen, aber ich habe tatsächlich einen Nachmittag mit meiner Gastfamilie einen Ausflug zum Supermarkt gemacht, denn dort gibt es eine Klimaanlage… Aber so ganz zufriedenstellend war das auch nicht – jedenfalls nicht langfristig gesehen – weil wir nach dem Rückweg bereits wieder verschwitzt waren…

Deshalb war der erste Regentag auch so ein kleines und gleichzeitig großes Wunder. Denn erst in dem Moment, als es so richtig anfing, habe ich gemerkt, dass es doch in den letzten Monaten gefehlt hat
Und kaum fängt es zu regnen und gleichzeitig abzukühlen an, spüre ich eine ungewohnte Frische. So schnell kann man sich an Hitze gewöhnen… Ja, das mag komisch klingen, aber ich friere bei kühlen 28°C. Und intuitiv frage ich mich, wie das wohl erst in Deutschland werden soll!? Diesen Gedanken schiebe ich allerdings schnell wieder beiseite, kuschele mich in eine Strickjacke und lausche auf das Trommeln der Wassermassen auf dem Wellblechdach des Hauses (nicht mal ein Gespräch am Esstisch ist bei dieser Lautstärke möglich) und schaue fasziniert dabei zu wie sich in wenigen Minuten unser Hof in einen einzigen See verwandelt.

D

Diesen Regen hält so schnell nichts auf 😀

Da mag man nicht mal mehr in den Hof gehen

Da mag man nicht mal mehr den großen Zeh in den Hof strecken

Betreten nur mit Schwimmflügeln gestattet!?

Wo ist das Schild: Betreten nur mit Schwimmflügeln gestattet!?

Das Wunder Regen!

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Ein Kommentar
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  1. Liebe Katharina,
    vielen Dank für die immer wieder sehr interessanten und sehr persönlichen Berichte aus deiner Zeit in Nicaragua. Eine völlig andere Welt beschreibst du mir und allen anderen Lesern und bringst mir damit dein derzeitiges Zuhause näher. Dafür möchte ich dir danken und wünsche dir noch ein paar schöne und erlebnisreiche Wochen. Liebe Grüße, Gabriele

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