37, 15, 42 – Bingo!!!! Oder: ein arbeitsschweres Wochenende

Ihr glaubt nicht, dass auf einem Gelände, gebaut für 30 Kinder, 5 Ordensschwestern und ein bisschen Personal, Platz für 800 Menschen ist??? – Falsch gedacht!!! Das geht tatsächlich. Es ist zwar etwas eng, aber als ob das hier jemanden stören würde…
Anfang Dezember habe ich schon einmal vom „großen Bingo“ berichtet.
Was ihr bereits im Allgemeinen wisst:

Das Bingo findet halbjährlich statt und ist eine der wichtigsten Einnahmequellen

Es kommen eine Menge begeisterte Menschen, die den ganzen Tag geduldig spielen und es gibt wirklich lohnenswerte Preise (der Hauptgewinn ist ein Fahrrad)

Für uns als Personal gibt es eine riesige Menge Arbeit

Es gibt nicht nur das Bingo, sondern auch einen Kleidungsverkauf und einen großen Basar

Hinterher sind alle völlig fertig, aber zufrieden und haben sich das Ausruhen redlich verdient

Nun aber wollt ihr ja sicher auch noch einiges Neues wissen:

Was passiert mit den Mädchen an diesem Wochenende?
– Die Kleinen werden Donnerstag in ein verlängertes Wochenende geschickt, damit sich das Team auf die Vorbereitungen konzentrieren kann. Die größeren helfen fleißig mit. Am Bingotag selbst hefen die größeren im Verkauf und die kleineren sind für das Drehen der Zahlentombola zuständig.

Wer hilft noch alles mit?
– Neben den größeren Mädchen hilft natürlich das gesamte Mitarbeiterteam mit: Das Büro der Psychologin wir kurzerhand zum Second-Hand-Kleidungs-Laden umgebaut und alle helfen mit beim Putzen, Aufräumen, Aufbauen und Vorbereiten. Die Schwestern haben über alles den Überblick und geben die Anweisungen während sie selbst noch die letzten Sachen organisieren. Die Novizinnen von der Schwesterngemeinschaft eilen zu Hilfe und außerdem packen Freunde und Unterstützer des Heims mit an. Am Bingo-Tag selbst helfen außerdem die Eltern der Mädchen beim Verkaufen mit.

Was gibt es zu essen?
– Es gibt alles Mögliche: frittierte Yuka-Bällchen mit Honig (Bunuelos), Kochbananenchips mit Käse, Kafffee und Kuchen, gegrilltes Hühnchen und gegrillte Fleischspieße, Kuhmagen-Suppe (sopa de mondongo) vieles mehr! Dazu Limo, Wasser, Cola und Säfte.

Woher kommen die Sachen aus dem Kleidungsverkauf und dem Basar?
– Das ganze Jahr über bekommt das Heim „Madre Albertina“ riesige Mengen an Sachspenden aus aller Welt, denn die Mädchen brauchen ja auch eine Menge an Dingen. Doch in Wirklichkeit können sie gar nicht alles selbst verbrauchen, was sie geschenkt bekommen. Deshalb werden Sachspenden großzügig geteilt in Dinge, die die Mädchen brauchen, und Dinge die zu viel sind. Dieses „zu viel“ wird dann im Kleidungsverkauf und im Basar verkauft.

Woher kommen die Bingoprämien?
– Viele Organisationen, die das Heim kennen, und Freude, spenden extra für das Bingo die Prämien. Sei es nun der persönliche Kontakt zum Chef des nahegelegenen Supermarktes, der uns zu Geschenkkörben verhilft oder der enge freundschaftliche Kontakt zu einem Unternehmen, das Spenderanfragen aus Nicaragua in die Vereinigten Staaten zu Spenderangeboten vermittelt.

Wie geht das mit dem Bingo überhaupt?
– Jeder hat vor sich eine Bingokarte liegen mit 25 Zahlen zwischen 1 und 75. Vom Spielleiter werden nach und nach in zufälliger Reihenfolge Zahlen genannt und es heißt AUFMERKSAM SEIN, denn wenn eine der Zahlen auf der eigenen Karte genannt wird, dann wird dieses Feld abgedeckt (egal ob mit Geldmünzen, Knöpfen, Steinen oder Maizkörnern). Gewonnen hat derjenige, der zuerst alle Zahlenfelder auf seiner Karte abgedeckt hat und „BINGO“ ruft! Variationen können sein: es muss nur eine Zeile oder Spalte abgedeckt sein ODER es müssen alle Vier Eckfelder bedeckt sein.
Wie kommt der Spielleiter aber zu den Zahlen? – Dafür ist die Tombola zuständig. Diese enthält Tischtennisbälle mit den Zahlen von 1 bis 75 und wird gut durchgerührt. Dann werden der Reihe nach Zahlen herausgezogen und diese vom Spielleiter laut vorgelesen.

Vorbereitung der Kuhmagenstücke für die Suppe
Vorbereitung der Kuhmagenstücke für die Suppe

Bis in die Nacht dauerten die Vorbereitungen an
Bis in die Nacht dauerten die Vorbereitungen an
Eltern...
Alle helfen mit: Eltern...
... die größeren Mädchen ...
... die größeren Mädchen ...
)
.. und auch die Kleinen. 🙂
alle Mühe hat sich gelohnt, wenn man den Spaß der Menschen am Spielen sieht
alle Mühe hat sich gelohnt, wenn man den Spaß der Menschen am Spielen sieht

Neben all dieser Aufregung schien das kleine Konzert, das wir mit einigen Freunden auf die Beine gestellt haben, fast unterzugehen. Mit 2 Gitarren, Klavier, Cello und viel Gesang konnten wir einige Hits und vor allem viele selbstgeschriebene Lieder präsentieren und das kleine, aber sehr begeisterte Publikum erfreuen. Trotz der zusätzlichen Ermüdung, hat es den Bingo-Tag mit einem nicht entspannten, aber dennoch fröhlichen Abend abgerundet. So brauchte ich absolut gar kein schlechtes Gewissen zu haben, dass ich den folgenden Montag quasi nur zwischen meinem Bett und der Hängematte gependelt bin 😀

und exclusiv für euch eine kleine Hörprobe 🙂
sabes-que

Ich grüße euch ganz lieb aus der sonnigen Ferne!
Katharina