Ein Pflänzchen, das sich Glauben nennt

Alles muss klein beginnen…: Von 10 neuen Mädchen zu Beginn dieses Jahres waren 6 noch nicht getauft. Für die Schwestern ist das zum Glück jedoch keine Hürde, denn für die zählt in erster Hinsicht der Auftrag der Ordensgründerin: „Denen helfen, die Hilfe brauchen.“ Klein und auch schon etwas größer waren deshalb die 5 Mädchen, die in diesen Tagen im Mädchenheim getauft wurden. Dafür waren Eltern, Paten und Familie eingeladen und der Pfarrer kam extra ins Heim. So fangen sie nun ganz klein ihren Glaubensweg an.

Lass etwas Zeit verrinnen: So wie man einem Pflänzchen Zeit geben muss, damit es sich in seiner Umgebung einfinden und wachsen kann, so muss das auch mit dem Glaube geschehen. Den Kindern den Glauben zu zeigen und ihre Neugierde und Begeisterung dafür zu wecken, dafür erklären sich in der Taufe Eltern und Paten bereit. Stück für Stück wachsen die Kinder in die Glaubensgemeinschaft hinein. Teil dieses Kennenlernens und Hineinwachsens ist auch die Erstkommunion.

Es muss nur Kraft gewinnen: Als ich mich habe firmen lassen, hatte ich das Gefühl mich selbst, aus freier Entscheidung und Überzeugung für ein Leben als Christin zu entscheiden. Es fühlt sich gut an, statt „Meine Eltern haben das so entschieden.“ sagen zu können „Das wollte ich so.“ Es gibt einem selbst Kraft und Bedeutung. Genau diese Entscheidung haben drei Mädchen getroffen.

Und endlich ist es groß: Als kleine Vorgeschichte muss man hier erwähnen, dass in Nicaragua – besonders für die Mädchen – der 15. Geburtstag besonders wichtig ist. Das kommt historisch gesehen daher, dass traditionell an diesem Tag das Mädchen zur jungen Frau wird und das erste Mal der Nachbarschaft auch als solches präsentiert wird. Das bedeutet ein pompöses Fest, zu dem das „junge Fräulein“ am Arm des Vaters durch die Nachbarschaft geführt wird und vor allen Freunden, Bekannten und Verwandten den ersten Walzer tanzt.

Um diese Begebenheiten gebührend zu feiern gab es eine RIESENFETE. Freunde, Familie, Paten, Mitarbeiter, … alle waren eingeladen und nach dem großen Festgottesdienst gab es Musik, Tanz, Piñata (für die Kinder), Buffet, Kuchen, viele Fotos und einfach fröhliches Zusammensein.

Mmmmh - Kuchen anschneiden!
Mmmmh - Kuchen anschneiden!

Die Geschichte der Piñata:

Die Pappmascheepuppe gut festbinden und alle in Position gehen
Schritt 1: Die Pappmascheepuppe gut festbinden und alle in Position gehen
Tanzen, tanzen und schon mal das Ziel anpeilen
Schritt 2: Tanzen, tanzen und schon mal das Ziel anpeilen
Im richtigen Moment zuschlagen und die Puppe möglichst präzise treffen
Schritt 3: Im richtigen Moment zuschlagen und die Puppe möglichst präzise treffen
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Schritt 4: Über die herunterfallenden Süßigkeiten herfallen 🙂

Neben all dem ist der Festtag selbst zum Gedenken an die Ordensstifterin und Namensgeberin des Mädchenheims „Mutter Albertina“ fast ein wenig untergegangen… Kleine Aktionen, wie ein selbstausgedachtes Theaterstück über die Kindheit von „Mutter Albertina“, selbstgebastelte Poster und eine Feierstunde mit Gebet und Gesang erinnerten jedoch jeden Tag ein bisschen daran.

Die Freude und der Stolz dieser Tage haben mir so manche Gänsehaut und der Gedanke an einen baldigen Abschied schon so manchen melancholischen Moment beschert.

Und nein, der Eindruck täuscht nicht: Momentan fühlt es sich so an, als rutschten wir von einer Feierlichkeit in die nächste. Natürlich bedeutet das auch manchmal, dass ich da das ein oder andere Stündchen länger arbeite, um mit den Vorbereitungen rechtzeitig fertig zu werden, aber Zeit zum Ausruhen habe ich schließlich auch noch in Deutschland genug 😉 Seid also gespannt, was als nächstes folgt!

Bis ganz bald
Katharina