Weihnachten und Silvester mal anders ;)

7. Feb 2015 | von | Kategorie: Freiwillige 2014/15, Julia Höschle in Nicaragua

Nun bin ich schon über 5 Monate in Nicaragua. Die Hälfte der Zeit ist fast schon um.

Ich hatte über die Feiertage drei Wochen Urlaub, da das Mädchenheim in dieser Zeit geschlossen hat. Die Kinder dürfen entweder nach Hause zu ihrer Familie oder sind in einem anderen Heim untergebracht.

Ich freute mich riesig, dass mein Freund Kay für 3 Wochen hierher kam, und wir zusammen  durch das Land reisen konnten.

Das Weihnachtsfest verbrachten wir gemeinsam mit meiner Gastfamilie. Am 24.12. gingen wir in den Gottesdienst. Danach gab es Essen: Rinderzunge mit Reis, Gemüse und Tortilla (ein typisches Essen zu Weihnachten). Ich war zunächst skeptisch, doch es hat sehr lecker geschmeckt. Danach sind wir zur Verwandtschaft meines Gastvaters gegangen. Dort wurde laut Musik gehört, getanzt, getrunken und geredet. Um 0 Uhr – also am 25.12.- beginnt erst richtig Weihnachten: Man beglückwünscht sich gegenseitig und es werden Raketen, Böller und Wunderkerzen gezündet.

Am 25.12. selbst haben alle Geschäfte geschlossen, und man ruht sich vom Feiern am Vortag aus. Viele gehen an den Strand, See oder zur Lagune. Letzteres machten wir mit meiner Gastfamilie. Am 26.12. ist hier kein Feiertag, es ist ein normaler Arbeitstag. Kay und ich fuhren nach San Juan del Sur zum Strand. Dort badeten wir im Pazifik und genossen Sonne und Strand. Es war schon ungewohnt für mich: In Deutschland ist an Weihnachten die Heizung an und hier bei uns die Ventilatoren :D.

Strand bei San Juan del Sur

Strand bei San Juan del Sur

Zwei Tage später ging es dann mit dem Flugzeug auf Great Corn Island. Dies ist eine kleine, wunderschöne Insel in der Karibik. Dort verbrachten wir eine entspannte und erholsame Woche. Auch über Silvester waren wir dort. Wir gönnten uns ein Menü in unserem Hotel und betrachteten das Feuerwerk.

Traumhafter Strand

Traumhafter Strand

Üblich ist es in Nicaragua menschengroße Puppe aus Stroh in Kleidung zu basteln oder zu kauften. Diese ist mit Feuerwerken gefüllt.  In die Arme der Puppe  werden noch 2 Flaschen Rum oder Bier gelegt, und um Mitternacht wird alles in die Luft gesprengt. Der Sinn dahinter ist, dass man mit dem alten Jahr abschliessen will und das Schlechte hinter sich lassen möchte.

Danach fuhren wir in den Norden nach Esteli. Durch die Lage in den Bergen ist hier das Klima sehr angenehm, viel kühler als im Rest des  Landes. Wir machten eine Tour in die Schlucht ‚Grand Canyon‘. Zuerst kletterten wir in die Schlucht hinunter und dann ging es nur noch schwimmend weiter. Das kristallklare Wasser ist eiskalt. Von verschieden hohen Felsen kann man bis zu 20m herunterspringen. Das macht Spaß!

Von da aus sind wir weiter nach Léon gefahren, wo wir den Vulkan Cerro Negro erklommen. Er ist etwa 800m hoch und noch aktiv. Der Aufstieg dauerte etwa 1h. Es war gar nicht so einfach mit einem Brett unter dem Arm gegen den Wind zu laufen. Warum ein Brett?!  Abwärts kann man auf einem Holzbrett hinunterfahren. Dies ist das sogenannte Vulkanboarding und auch nur hier in Nicaragua möglich zu machen. Viele Abenteuerlustige wollen dies erleben – natürlich auch ich! Mit 51 km/h raste ich den Berg herunter – ein unglaubliches Gefühl. Leider dauerte das Ganze nur eine Minute. Das hätte länger dauern können. In Deutschland fahren wir mit dem Schlitten im Schnee; wir fuhren auf Brettern einen Vulkan hinunter 😀

Vulkan 'Cerro Negro'

Vulkan 'Cerro Negro'

Diese drei Wochen vergingen wie im Flug. Nun ist Kay wieder abgereist, und meine Arbeit ging wieder los. In der ersten Woche fand für uns Mitarbeiterinnen ein 4-tägiges Seminar über den Umgang mit den Kindern statt. Da wir über Nacht weg waren, konnten wir uns auch privat austauschen. Danach gestalteten wir das Mädchenheim um, damit sich die Kids nach den Ferien wohl fühlen. Alles wurde geputzt gestrichen, bemalt und dekoriert. Ich war für die Küche zuständig und habe dort die Wände mit Bilder bemalt. Es hat richtig Spaß gemacht.

Fahrrad fahren wie die Einheimischen

Fahrrad fahren wie die Einheimischen

Hasta luego – Bis bald

Julia

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