So weit, so gut!

15. Nov 2014 | von | Kategorie: Freiwillige 2014/15, Tobias Nordmann in Uganda

Yello liebe Muzungus, wie geht es euch? Ist der Herbst schon da?

Hier ist immer noch Sommer und das wird sich auch nicht ändern! 😉

Ja ja, man kann sagen mir geht es gut. Woche Nr. 8 ist nun um und alles läuft am Schnürchen. Ich habe angefangen zu arbeiten, sprich ich bin jetzt ganz offiziell ein Lehrer und ich habe zusätzlich zu meinen drei Klassen in der St. Jude Primary School noch zwei Klassen an der St. Jude Secondary School bekommen. Ich unter­richte an der Primary Religion und Deutsch, an der Secondary nur Deutsch. Die ersten Stunden verliefen etwas holprig und ich war besonders in der Secondary School ziemlich nervös, was aber wahrscheinlich auch an der mangelhaften Vor­bereitung lag.

Ich dachte nämlich, ich kann mich einfach da hinstellen und los teachen. Aber das war weit gefehlt, es sieht nämlich von der Position eines Schülers leichter aus, als es in Wirklichkeit ist. Doch jetzt bereite ich immer den ganzen Stoff für die Stunden vor und kann mich dann daran durch den Unterricht hangeln.

So und an dieser Stelle möchte ich mich einmal öffentlich bei fast allen Lehrkräf­ten entschuldigen, in deren Unterricht ich mich nicht ganz so korrekt verhalten habe. Denn unterrichten, gerade dann, wenn die Schüler keine Lust haben und das auch zeigen, ist nicht besonders schön und kann einem echt den Tag verderben. Doch wenn alles gut geht, dann kann es auch echt Spaß machen.

Mein “Alltag“ sieht also so aus, dass ich je nachdem, ob der Unterricht vormittags oder nachmittags stattfindet, entweder in der Schule bin zum unterrichten oder ich mich damit beschäftige, den Stoff für die Stunden vorzubereiten. Ich bin auch schon dabei, die ersten Klausuren zu erstellen und besonders daran habe ich Gefallen gefunden.

Des weiteren hatte mich der Direktor der Secondary School darum gebeten, die Ab­schlussprüfungen für das laufende Schuljahr abzutippen und druckfertig zu ma­chen. Alter Verwalter, dass ich das durch habe, macht mich wirklich glücklich! Es waren zwar bloß 87 Seiten, aber das eigentliche Problem lag in der teilweise hie­roglyphischen Schreibweise der Lehrer.

Der letzte Abend vor dem Abgabetermin war der beste. Denn so gegen neun Uhr, als ich damit anfangen wollte zu drucken, musste ich mit Entsetzen feststellen das ich ausgerechnet die längste Prüfung über acht Seiten mit komplizierten Formeln und Zeichnungen gelöscht hatte. Das hieß dann trotz Übermüdung zurück an den Schreibtisch, Kopfhörer auf, Neelix (Energie in Musikform) an und den siebten Gang rein. Erstaunlicherweise war ich dann aber nach gut zweieinhalb Stunden fertig. Fertig mit der Prüfung, aber auch fertig mit der Welt. Nur blöd, dass ich noch drucken musste.

Ich habe also die letzten zwei Wochen meinen Schreibtisch nur zum essen, schla­fen und unterrichten verlassen. Somit habe ich auch nicht viel neues erlebt. Trotz­dem geht es mit meinen Sprachkenntnissen langsam (mpola mpola) bergauf, mit jeder Woche kann ich mich etwas mehr mit den nicht englischsprachigen Leuten verständigen. So ziemlich alle Begrüßungsformen sitzen und auch einige Vokabeln habe ich schon intus.

Doch 98 Prozent von allem was ich zu hören bekomme, bleibt bis auf weiteres Bahnhof. Um diesem kleinen Problemchen etwas auf die Pelle zu rücken, habe ich jetzt Reverent Francis als meinen persönlichen Lehrer eingestellt. Ich entlohne ihn in Deutschstunden, somit haben wir eine „win-win Situation“ geschaffen. Allerdings war aufgrund der Abschlussprüfungen bis jetzt noch keine Zeit, mit dem Unter­richt zu beginnen.

Auserdem muss ich berichten, dass ich hier scheinbar nicht einfach irgendwo in Uganda gelandet bin. Bukoto ist zwar klein (für meine Leser aus Borken und Umgebung: selbst Burlo erreicht Stadtcharakter wenn man es mit Bukoto ver­gleicht), aber für seine Größe scheint es hier in Uganda echt berühmt zu sein. Denn als wir hier vor drei Wochen den Abschied und gleichzeitig die Begrüßung des alten bzw. neuen Gemeindepriesters gefeiert haben, war sogar der Vize-Prä­sident von Uganda zu Gast. Es war eine große Feier mit leckerem Essen und eini­gen Musik- und Tanzaufführungen von Schulen aus der Umgebung.

Naja, heute hat es dann mal wieder Hunde und Katzen oder wahlweise auch Frösche geregnet (aus Eimern). Allerdings habe ich erfahren das sich auch hier die klimatischen Bedingungen etwas zu ändern scheinen und es nicht mehr so viel regnet wie es noch vor ein paar Jahren der Fall war. Doch da die meisten Men­schen hier in Uganda Landwirtschaft betreiben, ist der Klimawandel hier ein grö­ßeres Problem als in Deutschland.

Zum Schluss setzte ich euch noch über meinen neuen, lugandischen Namen in Kenntnis. Ich heiße jetzt Matovu, was mich zu einem Mitglied des Ngabi Clans macht.

PS. Ein paar neue Bilder sind ab sofort in der Galerie zu finden.

Mit südlichen Grüßen

Der Norden 😉

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Ein Kommentar
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  1. Soeben in die Kath. Bloggerliste eingebaut.
    HERZLICH WILLKOMMEN !

    http://www.bloggerliste.blogspot.de

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