Meine erste Woche in Südafrika

Meine erste Woche hier in Südafrika ging echt fix rum.

Erst am Samstag habe ich mein Visum in den Händen gehalten, schon am Sonntagabend war ich in Johannesburg. Leider hatte es mein Gepäck nicht ganz so weit geschafft wie ich, das war nämlich noch in Amsterdam, wo ich umsteigen musste. Doch das wurde dann am Dienstag nachgeliefert, wenn auch nicht  – wie versprochen – morgens, aber ich war dann doch ganz glücklich als es hier abgeliefert wurde. Hier, das ist bei den Maristenbrüdern, die auf dem Gelände des Sacred Heart Colleges wohnen. Hier werde ich erst mal für die nächste Zeit wohnen. Die Brüder sind sehr nett und haben immer einen schnellen Witz auf der Zunge. Auch das Essen ist sehr lecker, ungewohnt ist nur die Formel nach der hier Gewürzt wird: (Frei interpretiert) Man würze bis es sehr lecker schmeckt, dann gebe man einen ordentlichen Haufen Pfefferkörner hinzu. Lustig sind auch die schwarzgefiederten Kameraden, die gerne ihre lauten Sitzungen im Garten oder auf dem Dach abhalten (Bild von Wikipedia):

Laut aber Lustig
Laut aber Lustig

Am Montag wurde ich durch die Schule geführt und habe das Projekt  und die Projektleiterin kennen gelernt. Bei dem Three2Six Projekt handelt es sich um eine Schule für Flüchtlingskinder in Südafrika, die nicht die Möglichkeit haben (z.B. wegen fehlenden Papieren) in eine normale Schule zugehen.  Obwohl hier gerade Ferien sind, hat die Arbeit nicht lange auf sich warten lassen. Denn Ende des Monats wird die fünfte und sechste Klasse des Three2Six Projekts in ein Camp nach Pretoria fahren. Dafür müssen die Kinder entsprechend ausgerüstet sein, deshalb hieß es haufenweise Kartons mit Sachen für die Kinder hin und her schleppen. Am Donnerstag habe ich dann auch die Kinder der beiden Klassen getroffen und dabei geholfen nachzugucken, was sie alles schon fürs Camp haben und was sie noch brauchen. Am Freitag haben wir eine Art Inventur durchgeführt und versucht, die Sachen, die den Kindern fehlen, zu sammeln und zu verteilen. Auch etwas Büroarbeit war dabei, denn die Noten der Kinder mussten in den Computer eingetragen werden. Es hat mir aber bisher auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht.

Am Samstag war ich mit einem der Brüder auf dem Markt. Was hier sehr anders ist als in Deutschland, ist dass man sehr viele Menschen auf der Straße grüßt, auch wenn man sie nicht kennt. Das hat auch dazu geführt, dass wir uns kurz mit einer Gruppe Jugendlicher unterhalten haben, die mir anscheinend mein Handy aus der Tasche gezogen haben. Da war ich wohl nicht vorsichtig genug. Aber sonst sind hier alle sehr höflich. Deshalb gibt’s leider auch noch keine Bilder, die waren alle auf meinem Handy.

Heute (Sonntag) bin ich auch das erste Mal Auto gefahren. Auf der falschen Seite, oder wie man mich so gerne berichtigt hat „On the proper side of the road“. Auf der linken Seite zu fahren ist gar nicht so schwer gewesen wie erst angenommen. Nur das hüglige Johannesburg war für jemanden, der aus dem flachen Münsterland kommt, eine größere Schwierigkeit als gedacht, zum Ärgernis der anderen Autofahrer.