Was ist Armut?

1. Jun 2014 | von | Kategorie: Freiwillige 2013/14, Jana Piske in Malawi

„Ich bin in einem der am wenigsten entwickelten Ländern der Welt groß geworden, aber ich bin nicht arm. Für mich ist Armut eine einfache Entschuldigung für das Aufgeben meiner selbst“. Diesen Satz, den ein Freund zu mir sagte, fand ich sehr beeindrukt. Das Wort hat viel Einfluss auf uns. Ich habe während meiner Zeit hier in Malawi viele Leute getroffen, die mir gesagt haben „Weil ich arm bin, kann ich nicht…, aber du kannst, denn du bist reich.“ Natürlich sind finanzielle Notlagen niederschmetternd und demotivierend, aber sich nicht für seine Träume einzusetzen und wenigstens im kleinen etwas schaffen zuwollen, hat nichts mit arm oder reich zutun. Es ist die Gabe in seine eigenen Talente zu vertrauen und zu wissen wie man sie am besten einsetzt. Ich bewundere mehr den Jungen aus Malawi, der sich selbst aus Büchern und mit Hilfe seiner Begabung in Physik beigebracht hat ein Windrad zu bauen und nun seine Familie mit Strom versorgt (Buch: „Der Junge der den Wind einfing“), als den Menschen der zwar reich ist, aber trotzdem nichts aus seinen Talenten macht. Wie kann es sein, dass Gewalt, Suizid und Depression proportional zu dem Wohlergehen unseres Staates wächst, während in Malawi die ganze Hoffnung auf das liebe Geld gesetzt wird.  Wenn Geld wirklich glücklich macht, dann machen wir Deutschen irgendetwas falsch. Und wenn Armut einen Handlungsunfähig macht, dann kann ich mir nur schwer erklären, warum die malawische Bevölkerung auf die Straße geht, wenn bei ihren Wahlen betrogen wurde und warum ein kleiner Junge seine ganze Familie mit Strom versorgen konnte.
Geld regiert nur die Welt, solange es unsere Köpfe regiert. Solange wir daran glauben, dass „wir nicht können, weil wir arm sind.“ Das ist eine sehr schlechte Entschuldigung für ein mangelndes Einbringen seiner Gaben  in die Gesellschaft. Finde heraus wer du bist und was du kannst, keiner ist arm. Jeder hat seine Talente!

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