Auto fahren in Südafrika – Der tägliche Kampf ums Überleben :)

21. Dez 2013 | von | Kategorie: Freiwillige 2013/14, Johanna Reichelt in Südafrika

Seit Mitte November habe ich nun ein Auto und mache die Stadt unsicher, obwohl ich die Stadt wahrscheinlich eher sicherer mache. 😉 Der Verkehr ist hier komplett anderes. Der Linksverkehr ist die eine Sache, aber daran gewöhnt man sich recht schnell. Nur wenn kein Auto vor mir fährt, kann es noch manchmal dazu kommen, dass man ein bisschen länger beim Abbiegen überlegen muss, um nicht die falsche Straßenseite zu nehmen. Am lustigsten finde ich die Kreuzungen, wo an jeder Straße ein Stoppschild steht. Dann heißt es, wer als erstes kommt, fährt zuerst. Hier ein paar Regeln, die man unbedingt wissen sollte.

1. Halte Abstand zu Minitaxis und gebe bei Minitaxis immer nach. Diese sind mit Abstand die schlimmsten Autofahrer in Südafrika und sind in fast alle Autounfälle verwickelt.
2. Sehr viele Autofahrer sind hier in Sachen Ampelfarben blind.
3. Minitaxis hupen pausenlos und halten einfach ständig an, um Leute einzusammeln bzw. rauszulassen, was ziemlich verwirrend ist.
4. Einige Straßen sind in sehr schlechtem Zustand und man findet gullideckelgroße Löcher.
5. Immer auf Speadbumps achten, denn die sind so schön konstruiert, dass sie dein ganzes Auto kaputt machen.
6. Südafrikanische Autofahrer und die Nutzung von Blinkern stehen auf Kriegsfuß.
7. Kreuzungen sind ein reines Ampelchaos, denn an einer Kreuzung findet man meist über 8 Ampeln vor einem und man muss erst einmal herausfinden, welche denn nun für die eigene Fahrbahn bestimmt ist. Oftmals sind die Ampeln aber sowieso aus und die Polizisten stehen dann meist an den Kreuzungen, an denen die Ampeln funktionieren. Diese Logik ist für mich noch nicht wirklich ersichtlich.
8. Ach und ganz wichtig: Die Polizei ist das beste Vorbild in all diesen Regeln.

Endspurt in der Schule
Bei uns im Projekt sind für die Kinder nun schon seit dem 30.11., dem Tag der Zeugnis- und Preisübergabe, Sommerferien. Seitdem habe ich im Prinzip auch Ferien, wobei ich trotzdem noch bis letzte Woche ein paar liegengebliebene Aufgaben beendet habe. Allerdings war die Arbeit um einiges entspannter und stressfreier. In der Zeit habe ich z.B. mit zwei anderen das „Stained Glass“ Projekt (Glasmalerei), welches seit mehr als einem Jahr liegen geblieben ist, beendet.

Die fertige Glasmalerei

Die fertige Glasmalerei

In den zwei Wochen vor der Zeugnisübergabe war allerdings die Hölle los und das im wahrsten Sinne des Wortes. Es wurden in jeder Klasse Prüfungen geschrieben, der Chor hatte täglich im Büro Lieder einstudiert und in den jeweiligen Klassen wurden fleißig Stücke für die zeremonielle Zeugnisübergabe eingeübt. Zudem haben wir uns noch um die Registrierung der 6. Klasse gekümmert. Es war nicht leicht, für jedes Kind eine weiterführende Schule zu finden. Ich hatte die ehrenvolle Aufgabe für jedes Kind ein Zeugnis zu schreiben, alle Noten und Bemerkungen einzutragen, Zertifikate anzufertigen und für jedes Kind ein kleines Weihnachtsgeschenk vorzubereiten. Hört sich viel an? Ja, das war es auch!

) Ich als Weihnachtsengel!

Mein Werk 🙂 Ich als Weihnachtsengel!

Die Zeugnisübergabe war für meine deutschen Verhältnisse letztendlich einfach nur überaus chaotisch, was aber eigentlich schon wieder super lustig war. Am Ende hatte meine Chefin an alle Mitarbeiter eine Kleinigkeit verteilt und plötzlich meinen Namen aufgerufen. Die Kinder haben dann mit Abstand am lautesten geklatscht und gejubelt, was für mich das schönste Geschenk in meiner bisherigen Zeit war. Anscheinend habe nicht nur ich die Kinder lieb gewonnen, sondern auch anders herum.
Obwohl ich schon ziemlich traurig war, die Kinder nun über einen Monat nicht zu sehen und die 6. Klasse wohl gar nicht mehr, war ich am Ende des Tages aber auch mehr als froh, dass der ganze Stress nach sechs Tagen Arbeit mit jeweils 9h nun ein Ende hatte.

Weihnachtsimpressionen im Sommer ... Tree of Lights

Weihnachtsimpressionen im Sommer ... Tree of Lights

Besuch bei Karo
Am verlängerten Wochenende war ich Karo (auch vom Kindermissionswerk hier in Südafrika) in Sizanani (ca. 2h von Johannesburg entfernt) besuchen. Ich habe dort eine ganz andere Seite von Afrika kennengelernt und war irgendwo im Nirgendwo zwischen Feldern, Feldern und Farmen. Es war eine sehr lustige Zeit und weil dort wirklich weit und breit nichts ist, haben wir uns so richtig schön entspannt. Ich habe auch ihr Projekt kennengelernt und es war sehr schockierend, die Schwere der Behinderung der Kinder/Erwachsenen zu sehen und ziehe meinen Hut vor Karo, die täglich diesem Schicksal begegnet.

Plätzchen backen mit Karo! Das war ein Spaß und diese sind wohl ein bisschen verbrannt!

Plätzchen backen mit Karo! Das war ein Spaß und diese sind wohl ein bisschen verbrannt!

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3 Kommentare
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  1. Hallo Johanna,

    alles Gute, Gesundheit, viele schöne Stunden und tolle Erlebnisse wünsche ich Dir für das Neue Jahr 2014.

    Nur wer sich auf den Weg macht, erlebt auch etwas. Das hast Du gut gemacht.

    Thomas.

  2. Liebe Johanna,
    ich wünsche dir vom ganzen Herzen ein gutes und glückliches Jahr, vor allem auch Gottes reichen Segen.
    Grüß deine Eltern von mir, wenn du mit ihnen skypst oder schreibst. Sind die Reisevorbereitungen bei Ihnen schon gut weit vorangekommen?
    Ich wünsche dir weiterhin eine gute Zeit mit tollen Begegnungen und Erfahrungen.
    Beate

  3. Wenn auch mit Verspätung: Ein wundervolles Jahr 2014 wünsche ich und noch viele horizonterweiternde Einblicke in das Leben der Menschen dort und damit auch in das der Menschen daheim. Ich bin selbst gerade im Ausland und kann ungefähr nachempfinden wie es ist. Habe von deinem Blog im Pfarrbrief gelesen, als ich zu Weihnachten zu Hause war und war beeindruckt. Alles Gute für die Zukunft!
    Groeten uit Amsterdam
    Konstantin

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