Und die Zeit rennt…

3. Okt 2013 | von | Kategorie: Freiwillige 2013/14, Tanja Pointner in Bolivien

Schlappe 33 Stunden in Flugzeugen und auf verschiedenen Flughäfen (München, London, Miami, La Paz, Sucre) und schon scheint die Welt eine andere zu sein. Willkommen in Bolivien!

Am Donnerstag, den 8.8. ging vormittags mein großes Abenteuer am Flughafen in München los. Vollgepackt und nochmal verabschiedet von guten Freunden und Familie (sogar Papa musste ein Tränchen verdrücken) machte ich mich auf mit dem ersten Ziel London, wo ich auf Wiebke (eine andere von uns 11 Freiwilligen) traf und mit der ich dann gemeinsam bis nach La Paz flog. Praktischerweise hatte ich in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag nicht geschlafen und so fiel mir das dann in den Flugzeugen nicht schwer. (Zum Nachteil hatte das allerdings, dass ich ein paar Mal das Essen verschlafen habe…) Als wir schließlich am Freitag in der Früh in La Paz, der größten Stadt Boliviens, auf ca. 4000m Höhe, ankamen, wurden wir von Wiebkes Projektpartnern empfangen und die hielten dann auch gleich mein nächstes (und vorerst letztes) Flugticket von La Paz nach Sucre bereit. Und so, man glaubt es kaum, sind letztlich die ganze Tanja und alle Gepäckstücke da angekommen, wo sie hingehören. Hola Sucre!
Vom Flughafen abgeholt hat mich die Chefin des Projektes, in dem ich das Jahr über arbeite, und auf dem Weg zu meinem neuen Zuhause habe ich das erste Mal Bekanntschaft mit dem bolivianischen Straßenverkehr gemacht. Dieses Phänomen ist aber so interessant, dass ich mich ihm ein anderes Mal ausführlicher widmen möchte.
Mein neues Zuhause ist ein kleines, feines Appartment mit Zimmer, Küche, Bad. Über mir wohnt Katja, eine vor vielen Jahren ausgewanderte Deutsche, die sich auch ganz lieb um mich kümmert. Sie und ihre Freundin Heike haben mich dann am Samstag gleich mit auf den Markt genommen und gezeigt, was es heißt, um Preise zu feilschen (ein Muss auf solchen Märkten). Auf mich wirkte der Markt das erste Mal mehr wie ein riesiges, buntes Chaos mit viel Lärm, vielen Menschen und noch viel mehr Dingen, die man kaufen kann. Jedenfalls war ich dann eingedeckt mit Sachen, die ich kenne und teils ganz anders schmecken, und mit vielen Früchten, die sehr gut schmecken, die ich nicht kannte und deren Namen ich mir beim besten Willen nicht merken kann.
Und wo ich gerade schon beim Essen bin: ganz mutig habe ich mich auch relativ bald an den mir bis dahin unbekannten bolivianischen Gasherd in meiner Küche getraut und mir mein erstes bolivianisches Spiegelei gemacht. Guad wars!
Mittlerweile bin ich schon über einen Monat hier, ich habe mich so weit an das Essen gewöhnt (viel Reis, Kartoffeln, Hühnchen) und mich recht gut eingelebt. Der Alltag ist eingekehrt, meine Wochen sind voll mit Arbeit, Visumsbeschaffung, Spanischunterricht und sonstigen Aktivitäten. Im wahrsten Sinne des Wortes „eingetaucht“ in eine bolivianische Tradition bin ich an meinem Geburtstag. Es ist hier nämlich so üblich, dass das Gesicht des Geburtstagskindes in der Geburtstagstorte landet (in meinem Fall war das eine sehr leckere Schoko-Mokka-Torte). 😉

Noch eine kurze Info zum Wetter: Wir sind gerade unterwegs vom Winter in den Frühling, wobei das hier wohl nicht so viel Unterschied macht, so und so ist gerade Trockenzeit. Das merkt man entweder daran, dass man rausgeht und man wird nicht nass, oder man geht duschen und wird nicht nass, daran merkt man’s auch. Auf jeden Fall sind hier während des Tages Temperaturen von 20-25°C, wobei der Temperaturunterschied von Sonne und Draußen (warm) bzw. Schatten und Drinnen (kalt) ziemlich groß ist. Genauso wird es, sobald es abends dunkel wird, ziemlich schnell kalt. Oft geht auch der Wind und macht es etwas ungemütlich.

Wenn mein Internet die nächste Zeit jetzt etwas besser mitmacht, hört ihr bald wieder von mir und zwar mit Fotos und Erlebnissen vom „Dia de la Virgen de Guadalupe“ („Tag zu Ehren der Jungfrau von Guadalupe“), einem Tag mit vielen Tänzen, großartigen Kostümen und mir mittendrin.

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Ein Kommentar
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  1. Oh tschakka, tanja, 🙂
    das is so typisch du, dieser bericht. 🙂
    ich freu mich schon auf den nächsten bericht von dir.
    vielleicht schreibst ja dann, dass du jetzt auch rührei auf dem herd kannst oder so. 😛
    ganz liebe grüße, maria

    PS: wir hatten am donnerstag training bei dicksten schneeflocken (aber noch ohne schneeschaufeln).

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