Sanibonani!

Das ist Zulu und heißt soviel wie: ,,Seid gegrüßt.“

Da mein letzter Artikel schon etwas länger her ist, gibt es wirklich viel zu erzählen!

Ich fange einfach mal damit an, meine Aufgaben hier zu schildern. Im Moment ist meine Hauptaufgabe eigentlich das Sortieren von Spenden. Das Heim kriegt Unmengen von Sachspenden, wie zum Beispiel Kleidung, die aber nur zum Teil für die Kinder geeignet ist. Bei manchen Spenden frange ich mich, was der Spender sich denn dabei gedacht hat (High-Heels für schwerbehinderte Kinder?). Außerdem ist vor kurzem aus einer Windel-Fabrik eine riesige Ladung von fehlerhaften Produkten eingetroffen, welche wir hier aber häufig noch gebrauchen können. Die Menge ist allerdings so gewaltig, dass ungelogen ein ganzer Saal voll von Windeln ist. Damit werde ich mich bestimmt auch noch in den nächsten Monaten beschäftigen müssen. Beim Sortieren der Windeln ist mir die super Idee gekommen, dass mein nächster Blogeintrag eigentlich ,,Das Schwimmen in einem Windelmeer“ heißen müsste.

Wenn ich mich mal nicht mehr mit dem Sortieren von irgendwelchen Dingen beschäftigen kann, schnappe ich mir meistens eins von den Kindern und gehe mit ihm auf dem Gelände hier spazieren. Die Kinder lieben es, mal aus dem Heim rauszukommen und die Sonne geniessen zu können.

Letzten Sonntag haben wir mit den Kindern einen Ausflug zu einer spanischen Tanzshow gemacht und Johann war so begeistert, dass er sich aus seinem Rollstuhl geschwungen hat und versucht hat, zu den Tänzern auf die Bühne zu klettern, was mich wirklich zu Tode erschreckt hat! Dennoch war es super schön, die Begeisterung und die Freude der Kinder zu beobachten!

Gestern war ich bei der Chefin meines Projekts zum Essen eingeladen, was sehr nett war. Allerdings hat  meine Mentorin Martha mich gewalltig reingelegt, indem sie mir Fleisch zum probieren gegeben hat, was angeblich Rind sein sollte. Nachdem ich mir schon ordentlich nachgeholt hatte, stellte sich heraus, dass es zwar Rind war, aber leider die Zunge. Aber so bin ich um eine Erfahrung reicher!

Da in Südafrika im Moment Winter ist, wird es extrem früh dunkel, meistens schon um fünf Uhr nachmittags. Diese frühe Dunkelheit verschafft mir eine Menge Freizeit oder auch Langeweile, da es hier nicht empfelenswert für ein Mädchen ist, zu dieser Tageszeit draußen zu sein. Ich glaube aber, dass ich mich langsam an diesen neuen Tagesablauf gewöhnen kann, und habe mir vorgenommen, jeden Nachmittag eine halbe Stunde Zulu zu pauken! (Mal gucken ob ich das einhalten werde)

Salani kahle! Auf Wiedersehen!