Uli! Wo ist der Bulli?!

25. Jun 2013 | von | Kategorie: Kinderwallfahrt des Erzbistums Berlin

Problemen kann man auch mit Musik begegnen! In diesem Fall mit der gesungenen Frage an Pfarrer Ulrich Kotzur.

Problemen kann man auch mit Musik begegnen! In diesem Fall mit der gesungenen Frage an Pfarrer Ulrich Kotzur.

Singend ging diese muntere Herrentruppe der Frage nach, was wohl mit einem der beiden Transportfahrzeuge passiert ist. Der markante gelbe Bulli, in dem das Gepäck der Kinder von Ort zu Ort transportiert wird, verbrachte den Tag in der Werkstatt. Das Tagesteam (das sind jeweils die beiden Betreuer, die nicht pilgern, sondern sich um Reinigung der Quartiere, Transport, Einkauf etc. kümmern) hatte es an diesem Tag nicht leicht.

In Mixdorf reichten bei der großen Zahl der Wallfahrer die Kapazitäten des Hauses nicht aus. Zelte wurden benötigt. Und zur großen Freude aller gab es im Dorf selbst eine Familie, die vor ihrem eigenen Sommerurlaub schon in der Vorwoche große und kleine Zelte am Christophorusheim aufgebaut hatte. Diese mussten aber nun auch wieder abgebaut werden. Fast zwei Stunden verbrachten Pfarrer Kotzur und Vinzenz Münster mit dieser Arbeit – immer wieder unterbrochen von riesigen Mückenschwärmen, die sich irgendwo tief in den Falten einen Innenschlafkabine versteckt hatten.

Vinzenz Münster - hier mit seiner Schwester Beate, der Kinderstufenreferentin - nimmt sich jedes Jahr Urlaub für die Kinderwallfahrt. 

Vinzenz Münster - hier mit seiner Schwester Beate, der Kinderstufenreferentin - nimmt sich jedes Jahr Urlaub für die Kinderwallfahrt.

Zuvor hatten die Kinder erfahren, dass heute kein Bulli mit kleinen Leckereien zu ihrer Mittagspause kommen würde. Der Bulli war nämlich kaputt und musste erst mal aufs „Trockendock“. Das stört natürlich erfahrene Begleiter wie Pfarrer Kotzur und Vinzenz Münster nicht.

Schon im 6. Jahr ist Vinzenz jetzt ein zuverlässiger „Oberpilger“. Ruhig und besonnen kümmert er sich um alles, was mit Technik zu tun hat, um Einkäufe, um das Be- und Entladen des Bullis – einfach um alles, was so zu tun ist. Angefangen hat dieses Engagement mit einer Bitte seiner Schwester zu Beginn der Kinderwallfahrten. Und seither steht das jährliche Pilgern fest in seinem Kalender. DANKE, Vinz!

Von kaputten Bullis und schwer zu verpackenden Riesenzelten völlig unbeeindruckt machten sich die Wallfahrer auf zu ihrem vierten Ziel: Beeskow.

David (13) startete nicht nur mit seiner Tagesration Brötchen und Obst im Gepäck, sondern auch mit einer besonderen Aufgabe.

Wenn das Quartier einfach zu klein für Tische und Stühle und Schlafsäcke ist, darf's auch schon mal etwas unkonventioneller sein. David isst im Liegen. Und es schmeckt trotzdem - oder gerade deswegen?

Wenn das Quartier einfach zu klein für Tische und Stühle und Schlafsäcke ist, darf's auch schon mal etwas unkonventioneller sein. David isst im Liegen. Und es schmeckt trotzdem - oder gerade deswegen?

Ähnlich dem „Denkarium“ in Harry Potter sollte er drei schöne Erinnerungen aus diesem Tag mit ins Quartier bringen. Und das ist ihm wirklich gelungen:

  • Am Vormittag konnte er zusammen mit anderen Kindern beobachten, wie ein sehr großer Greifvogel (nach seiner Beobachtung ein Adler) sich Thermik zunutze machte. Majestätisch ließ sich der Vogel ohne Regung seiner Flügel in die Höhe tragen und ließ eine beeindruckte Gruppe von Kindern zurück.
  • Die zweite Erinnerung beschreibt ein verwunschenes kleines Häuschen, das am Wegesrand stand. Beim Pilgern kam die Gruppe an der einsam gelegenen Hütte vorbei. Und die Kinder begannen sich auszumalen, wie das wäre, wenn das Häuschen ihnen gehörte. Irgendwie kamen in der Geschichte tatsächlich auch alle Kinder vor. Sooo schön kann Gemeinschaft sein!
  • Der gestrige Blog endet mit dem Hinweis darauf, dass die nächsten Ziele „städtischer“ sind. Und erstaunlicherweise ist dies auch die dritte Erinnerung, die David sich bewahrt hat. „Wie durch ein großes Tor in eine andere Welt“ sind die Pilger nach den ersten Tagen in der puren Natur in das kleine Städtchen Beeskow eingelaufen. Da waren plötzlich wieder Häuser und Autos, Straßen und Geschäfte. Eine Normalität, die schon nach dieser sehr kurzen Zeit (der ersten Hälfte der Wallfahrt) fremd anmutet.

David würde jederzeit wieder auf eine Wallfahrt fahren. Es ist zwar „irgendwie ganz anders“, als er es sich vorgestellt hat. Aber es ist trotzdem „voll cool“!

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