Ziele zu erreichen ist ein tolles Gefühl!

24. Jun 2013 | von | Kategorie: Kinderwallfahrt des Erzbistums Berlin

Leon und Jeron sind glücklich, endlich am Ziel der heutigen Tagesetappe angekommen zu sein.

Leon und Jeron sind glücklich, endlich am Ziel der heutigen Tagesetappe angekommen zu sein.

Nicht immer erreicht man sein Ziel auf Anhieb. Diese Erfahrung mussten heute alle kleinen und großen Pilger machen. Jetzt könnten böse Zungen sagen: „Tja, wenn man sich zu sehr auf die Technik verlässt …“ Aber auch das gehört dazu und ist bislang auf jeder Wallfahrt – mal mit, mal ohne Technik – passiert: wir haben uns verlaufen.

Der vierte Tag jedenfalls – die Strecke von Fünfeichen zur Ragower Mühle bei Mixdorf – war um einiges länger als geplant. Von den zwei GPS-Geräten gab eines mangels Energie den Geist auf, das andere war am Vortag schlicht falsch programmiert worden.

Der Umweg forderte auch Jeron (10) und Leon (11) einiges ab. „Mann! Waren wir froh, als endlich Mittagspause war!“

Wie die siebenköpfigen Raupen fielen die Wallfahrer über den vom Tagesteam vorbereiteten Mittagssnack her. Laut Auskunft von Beate Münster-Zorn, Referentin für Kinderseelsorge im Erzbistum, reichten die vorbereiteten zwei Wassermelonen, mehrere Gurken und Äpfel nicht aus. Zusätzlich musste Brot aufgeschnitten werden und es wurden weitere Vorräte aus dem Transportfahrzeug geplündert. Pilgern schenkt viel Kraft, verbraucht aber auch erst mal eine ganze Menge.

Aufgeregt erklären Jeron und Leon, wie das mit den GPS-Geräten passiert ist. Darauf verzichten wollen sie aber trotzdem nicht. Der Grund ist bei näherer Betrachtung auch wirklich nachvollziehbar:

Der herkömmliche (also nicht technisch ausgerüstete) Wanderer läuft an einem Tag z.B. von Fünfeichen nach Mixdorf. Er hat also EIN Ziel.

Unsere Wallfahrer dagegen haben es viel besser!

Eine Streckenführung im GPS-Gerät hat mehrere Zwischenziele. Und jedes einzelne dieser Ziele bietet die Möglichkeit, stolz zu sein. Jeron findet: „Wenn man zwei Ziele geschafft hat, dann konnte man schon zwei Mal stolz sein – auch wenn da vielleicht noch sieben Ziele vor einem liegen.“

Philosophisch ist das ganz groß! Kleine Schritte führen zum Ziel. Und jeder noch so kleine Schritt, der uns näher dort hin bringt, wo wir sein wollen, darf bejubelt werden. Yeah!

Dass auf einer Wallfahrt so viel gebetet wird, haben die beiden nicht erwartet, finden es aber überhaupt nicht schlimm. Nicht alle können alle Gebete. Das ist aber kein Problem. Was man nicht kann, lernt man eben oder schreibt es sich auf einen Zettel – freiwillig übrigens!

Nur der Schweigemarsch, die zehn Minuten, die die Kinder miteinander laufen, ohne Worte zu wechseln, war für sie anfangs ungewohnt. „Man hört Vögel. Und die Geräusche, die man selbst macht. Dieses Rascheln. Das hört man ja sonst nicht“, stellt Leon fest. „Das ist schon irgendwie komisch.“

Heute musste der Schweigemarsch ein wenig nach hinten verschoben werden. Erst war es wichtig, wieder den richtigen Weg zu finden. Und letztlich hat das ja auch geklappt.

Mitten in der Natur zu sein, hat nicht nur Vorteile. Die Pilgerhefte dienen nicht nur als Notenblatt, sondern auch als Mückenklatsche.

Mitten in der Natur zu sein, hat nicht nur Vorteile. Die Pilgerhefte dienen nicht nur als Notenblatt, sondern auch als Mückenklatsche.

Auf der Strecke in Richtung des dritten Etappenziels musste man sich aber schon fragen, ob es wirklich MIXdorf heißt und nicht eher MÜCKSdorf. Es ist sehr schwierig, schweigend durch den Wald zu laufen, ruhig zu werden oder dann oben auf dem Hügel am Christophorusheim hinter der Ragower Mühle mit den Glaubensperlen zu beten oder zu singen, wenn ununterbrochen Mücken die Gruppe umschwärmen. Da helfen weder frisch geduschte Kinder noch chemische Keulen. Die Mücken sind in diesem Jahr eine echte Plage.

Aber die nächsten Tagesziele werden etwas „städtischer“. Sie liegen nicht mitten im Wald. Und so freuen sich alle schon auf die kleinen GPS-Zwischenziele auf dem Weg nach Beeskow. Ich verrate schon mal ein Geheimnis: Dort wird es Nudeln mit Tomatensoße mitten auf dem Dorfplatz am Brunnen geben.

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