Reise in den Süden Mexikos und Seminar in Cuernavaca

21. Feb 2012 | von | Kategorie: Freiwillige 2011/12, Tamesh Wagner in Mexiko

Liebe Blogleser,

Puebla, Villahermosa, Merida, Playa del Carmen – hier kommt von meiner Seite nach langer Zeit mal wieder ein neuer Eintrag über meine Urlaubs- und Seminarerfahrungen. Am 11. Januar bin ich mit Ricardo, dem anderen Freiwilligen des Kindermissionswerks, in den Süden Mexikos aufgebrochen. Ich bin dafür erst nach Puebla zu Ricardo gefahren, ca. 9 Stunden Busfahrt von Guadalajara aus, und habe in den folgenden Tagen sein Projekt und die Stadt gesehen, koloniales Zentrum und hübsche kleine Gassen. Auch war es sehr interessant seine Gastfamilie vor Ort und seine Projektarbeiter kennenzulernen.

Am 14. Januar ging es dann auf die zehnstündige Fahrt nach Villahermosa in den schon südlich gelegenen Bundesstaat Tabasco. Die Stadt war überflutet, da es bei dem Klima dort sehr viel regnet. Es gab auch touristisch nicht so viel zu sehen, sodass wir, mit dem schlechtem Wetter, die Stadt als Zwischenstation einbauten und nur eine Nacht blieben. Am darauffolgenden Tag sind wir weiter nach Merida gereist. Die Hauptstadt des Bundesstaates Yucatan, auf der bekannten Halbinsel Yucatan, lockt mit sehr netten Plätzen, offenen Menschen und jeder Menge alter Häuser im französisch-spanischem Stil. Von Merida aus sind wir einen Tag die berühmten Unterwasserhöhlen der Stadt besuchen gegangen, die zum Baden und Schnorcheln einladen. Auch Meridas Zentrum bei Nacht ist ein absoluter Höhepunkt eines Besuches, da es viele Straßenkünstler und Verkäufer etc. gibt.

Nach einem aufregenden Wochenende in der Stadt ging es danach wieder 4 Stunden mit dem Bus in der am Meer gelegenen Ort Playa del Carmen. Der Ort liegt in Quintana Roo mit der vorgelagerten Insel Cozumel. Dort haben wir 4 Nächte bei einem Freund von mir übernachtet. War eine tolle Erfahrung, das karibische Jugendleben zu sehen. Playa del Carmen hat einen wunderschönen Strand, eine sehr nette Strandpromenade und ein ausgefülltes Nachtleben. Dort haben wir eigentlich nur Bade- und Ausruhurlaub gemacht. Auch diente uns die freie Zeit, um die Insel Cozumel auf eigene Faust zu erkunden. Abends dann mit der Fähre zurück aufs Festland und ab in die Salsadisco. Wir haben sehr schöne Tage in dieser Etappenstation verbracht. Am Abend des fünften Tages vor Ort haben wir uns auf den Weg ins Nachbarland Belize gemacht.

Nach der siebenstündigen Busfahrt in Belize-City angekommen hatten wir einen kleinen Kulturschock. Das kleine Land südöstlich von Mexiko, ist ein englischsprachiges Land, das noch zum Commonwealth-Abkommen gehört, wie Jamaika. Hier fühlt man sich auch so wie auf der Karibikinsel Jamaika. Die Straßen sind voll von Afro-Amerikanern und aus den Häusern hört man Reggae-Musik. Es ging weiter zur vorgelagerten Insel San Pedro, die zu Belize gehört. Hier sind wir drei Nächte geblieben. Eine Trauminsel aus dem Bilderbuch. Dunkelblau-türkises Wasser und Palmen gesäumter Strand. Hier haben wir meinen Geburtstag verbracht, haben uns ein Golf-Buggy ausgeliehen und sind abends mit einigen Einheimischen draußen gewesen. Dies war im nachhinein der schönste Ort auf unserer Reise, obwohl man dies auch nicht klar sagen kann, da ganz Zentralamerika traumhaft schöne Ecken hat.

Am 26. Januar haben wir dann mittags das Boot nach Belize-City zurück aufs Festland genommen und sind nach einer lustigen Nacht in der Stadt am nächsten Morgen weiter nach Guatemala gefahren. Die holprige Fahrt nach Flores im Norden Guatemalas war ein Abenteuer. Über eine grobe Steinpiste kamen wir nach kleinen Problemen mit den Grenzposten nach 8 Stunden endlich in Flores an. Flores ist eine kleine Halbinsel in einem Süßwassersee. Von hier aus kann man die Maya-Pyramiden von Tikal besuchen oder einem zoologischen Park einen Besuch abstatten. Dort haben wir die vier Nächte in einem günstigem Hostal verbracht und haben dort durch Zufall noch Jakob, den Freiwilligen des Kindermissionswerks in Nicaragua, der auch auf Urlaubsreise in Guatemala war, getroffen. War cool mit ihm über seine Erfahrungen in Nicaragua und in seinem Projekt zu sprechen und sich auszutauschen. Nach dem Pyramidenbesuch haben wir uns abends wieder weiter auf die Reise zurück nach Mexiko gemacht, bei der wir auch mit kleinen Kanus einen Fluss überqueren mussten mit dem ganzem Gepäck.


Palenque, San Cristobal de las Casas, Oaxaca

Aus Guatemala raus fuhr der Bus ca. 3 Stunden nach Palenque, eine kleine Stadt in Norden des Staates Chiapas. Hier gibt es große archäologische Fundstätten und kleine Pyramiden. Auch zwei berühmte Wasserfälle liegen hier in der Nähe, Misol-Ha und Agua Azul, an denen wir waren und sehr viel Schwimmspaß hatten. Unglaublich viel Wasser! In Palenque blieben wir auch nur eine Nacht und so ging es schnell weiter nach San Cristobal de las Casas. Die Stadt liegt auf 2300 Metern und ist von Bergen umschlossen. Hier hatten wir frische 10°C und viel Wind. Wir hatten eigentlich keine Klamotten für so kalte Temperaturen dabei. Wir haben hier das Stadtzentrum besucht und kurz einen Einblick in die umliegenden Mayadörfer bekommen. Da wir auch eine Kontaktperson vor Ort hatten, war es um so leichter, viele verschiedene Leute kennenzulernen und viel zu sehen, was die normalen Touristen nie zu Gesicht bekommen.

Am nächsten Tag sind wir in den Cañón de Sumidero gefahren. Ein Fluss, der sich durch einen atemberaubenden Cañón zieht. Nach der dreistündigen Bootsfahrt, haben wir auch noch ein nahegelegenes Städtchen besucht, das aussieht wie ein Dorf im spanischen Andalusien. Auch eine Möglichkeit zum Höhlenbesuch haben wir wahrgenommen. Insgesamt sehr schöne, aber auch anstrengende Tage in Chiapas.
Dann haben wir uns letztendlich zu unserem letzten Etappenziel aufgemacht, die im Herzen Mexikos liegende Stadt Oaxaca. Wie fast alle Städte gab es dort ein sehr koloniales Zentrum, ausgezeichnetes Essen und einen unglaublichen Ausblick auf die Stadt vom Berg Monte Alban. Hier findet man heute auch noch Pyramiden, die allerdings von den Azteken gebaut wurden. Mit gut gefülltem Magen ging es abends dann auf’s Reiseende hin und auf den Weg nach Cuernavaca, wo das Zwischenseminar der deutschen Freiwilligen in Mexiko stattfand. Wir waren dort eine Woche zusammen.


Seminar Cuernavaca

Das Seminarhaus in Cuernavaca ist ein Entwicklungszentrum. Die 24 Freiwilligen wurden nach Geschlechtern getrennt auf die Schlafzimmer zugeteilt. Wir haben dort eine sehr intensive Woche erlebt. Es tat gut, sich mit all den Freiwilligen mit den unterschiedlichen Erfahrungen auszutauschen. Wir haben einen Projektfluss angefertigt, eine Art Skizze des halben Jahres in Mexiko, die aussieht wie ein Fluss. Mit allen Höhen und Tiefen des halben Jahres. Wir haben mit den Freiwilligen und den drei Leitern einen sehr schönen Ausflugstag nach Taxco in den Bundesstaat Guerrero gemacht. Dort konnte man sich auch nochmal intensiver austauschen und Erlebnisse mit den anderen teilen. Auch waren wir alle zusammen nachts feiern, haben eine Tour durch Cuernavacas Zentrum gemacht und ein Piñata-Party veranstaltet. In der Gruppe wurde die ganze Woche über Themen gesprochen, die für jeden interessant sind, wie z.B. Erfahrungen mit Überfällen, Reflexion des Erlebten etc.. Das Seminar hat geholfen, neue Kontakte zu den Freiwilligen zu knüpfen. Die Woche ging wie im Flug vorbei und ich bin mit drei anderen Freiwilligen, die auch hier in Guadalajara arbeiten, mit dem Bus zurück nach
Guadalajara gefahren.

Insgesamt lässt sich sagen, dass ich tolle drei Urlaubswochen hatte und eine schöne Seminarwoche hatte. Wir haben auf unserer Reise sehr viele Leute kennengelernt mit vielen Lebensgeschichten. Eine erfahrungsreiche Zeit. Der Sünden Mexikos ist unglaublich reich an Natur, Menschen und Landschaften. Ich bin jetzt seit einer Woche wieder in der Schule La Barranca. Hier hat sich einiges verändert. Ich werde mich jetzt aber erstmal um die Fortsetzung des Theaterprojekts von Wolfgang Maria Herbst kümmern. Auch stehen viele Arbeiten im Garten und mit dem Hausmeister Juan Manuel an.
Danke für das Warten auf diesen Blogeintrag und bis zum nächsten 🙂

Viele liebe Grüsse aus Guadalajara und alles Gute euch allen

Euer
Tameshito 🙂

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