Weihnachten und Silvester in Mexiko….
2. Jan 2012 | von Ricardo Rehfeld | Kategorie: Freiwillige, Ricardo Rehfeld in MexikoHeute war der erste Tag im neuen Jahr 2012 und ich habe jetzt schon ganze vier Monate in Mexiko.
Die Zeit geht super schnell vorbei, wenn man bedenkt, dass mir jetzt nur noch knapp 8 Monate bleiben.
In der letzten Zeit ist viel passiert, vor allem der Monat Dezember ging mit seinen Feiern und Festen wie im Flug vorbei. Die Jungs haben über Weihnachten und Silvester auch Ferien und ich hatte die Möglichkeit, noch mehr Zeit mit ihnen zu verbingen.
Jeden Tag gab es etwas anderes zu feiern und die Jungs hatten immer ihren Spaß. Ein Highlight jeder Feier sind Piñatas. Dies sind mit Süßigkeiten gefüllte Ballons, die von den Kindern zerschlagen werden.
Ich war natürlich sehr gespannt, was mich über die Weihnachtstage erwartet. Die Tage bis Weihnachten gingen sehr schnell vorbei. Wir haben viele verschiedene Aktionen mit den Kindern unternommen. Waren im Schwimmbad, im Safaripark, im Museum, im Kino, haben den Weihnachtsbaum und die Krippe aufgestellt, haben dem Mädchenhaus einen Besuch abgestattet etc.
Von dem Besuch bei den Mädchen muss ich dann doch etwas mehr erzählen. Als wir beim Haus der Mädchen ankamen, hörte man das Geschrei und Getöse schon einen Kilometer vorher. Dort angekommen, erwarteten uns 40 pubertierende Mädchen und mir taten die Jungs schon ein bisschen leid. Aber am Ende verlief alles friedlich und der ein oder andere wollte am Schluss gar nicht mehr weg.
Zuürck zu Weihnachten. An Weihnachten war ich den ganzen Tag im Heim. Wir mussten viel vorbereiten.
Abends waren wir in der Weihnachtsmesse und danach gab es ein schönes Abendessen mit allen Jungs und Leitern zusammen. Es war eine angenehme Stimmung, aber ich habe schon das typische Weihnachten aus Deutschland vermisst.
Spät am Abend bin ich dann noch zu meiner Gastfamilie und dort war es genau wie in Deutschland. Mit der ganzen Familie wurde gegessen, erzählt und es wurden einige Geschenke verteilt.
Beide Erfahrungen im Heim und in der Familie waren sehr schön. Am ersten Weihnachtstag war ich dann in der Gastfamilie und wir haben den Tag ganz gemütlich zu Hause verbracht. Am zweiten Weihnachtstag musste ich arbeiten. Es war aber sehr angenehm, da viele der Jungs für eine Woche bei ihren Familien zu Besuch waren. Doch diese Woche bei den Familien ist meistens nicht ganz einfach. Viele der Jungs wollen nicht unbedingt zu ihren Familien, da es dort oft Probleme gibt. Oft kommen sie dann emotional angeschlagen wieder zurück, aber diese Erfahrung soll den Jungs zeigen, dass sie das Leben, das sie im Heim haben schätzen sollen und wissen, wie gut sie es mit Hogares Calasanz (Einrichtung) angetroffen haben.
Aber einige andere Jungs würden gerne für eine Woche zu ihren Familien, doch viele der Jungs haben nicht einmal Oma und Opa oder Tante und Onkel, die sie besuchen können. Einigen Jungs merkte man an, dass sie sehr traurig waren, dass dieses Jahr keiner zum Heim kam, um sie abzuholen und mit ihnen Zeit zu verbingen.
Dies war auch für mich nicht einfach aber ich versuchte, die Jungs so gut es ging zum Fußball oder zum spielen zu motivieren.
Am Samstag war Silvester. Ich war leider etwas angeschlagen und daher nicht so sehr in Feierlaune aber ich fand das Essen im Heim trotzdem sehr angenehm und wir hatten unseren Spaß. Um 12 Uhr wurden dann ein paar Raketen gezündet, aber irgendwie fehlte mir die Feierlaune aus Deutschland. Auch die Wünsche und Umarmungen zum neuen Jahr fehlten mir. Als die Feier im Heim zu Ende war, bin ich noch zu meiner Gastfamilie gefahren. Dort gab es eine große Feier mit der ganzen Verwandschaft, was sehr schön war. Ich wurde herzlich empfangen und wir feierten noch bis in die Morgenstunden.
Diese Woche habe ich dann auch mal ein paar Tage frei und kann entspannen. Darüber bin ich auch sehr froh, da der Monat Dezember nicht ganz einfach war im Heim und ich auch die Erfahrungen mit den Jungs erstmal verarbeiten muss.
Ich wünsche allen einen guten Start ins neue Jahr.