Hilfe für die Schwächsten der Schwachen – auch nach der WM

23. Jun 2010 | von | Kategorie: Reise, Susanne Dietmann in Südafrika

„Da ist ein junge Mädchen auf einem Ball zu sehen. Sie sieht sehr traurig aus“, beschreibt Zandile das Poster. „Sie ist Opfer von Kinderhandel geworden“, spricht die Elfjährige weiter. „Es ist ein weißes Mädchen, aber jedem Kind kann das passieren, egal ob schwarz oder weiß, Junge oder Mädchen.“ Gemeinsam mit ihrer Schulklasse nimmt die Fünftklässlerin an einem Seminar zum Thema Kinderhandel teil, das die Kinder über das Thema aufklären und sie sensibilisieren soll.

„2010 sollte es um das (Fußball-)spiel gehen. Unterstützt den Sexhandel nicht, lasst uns gemeinsam gegen den Menschenhandel kämpfen“, ist außerdem in großen weißen Buchstaben auf dem Poster zu lesen. Landesweit soll es während der Fußballweltmeisterschaft auf das Thema Kinderhandel aufmerksam machen. Rund 5.000 Exemplare hat Schwester Melanie O’Connor mit Hilfe des Kindermissionswerks drucken lassen. Die irische Ordensschwester ist bei der südafrikanischen Bischofskonferenz für das Thema Menschen- und Kinderhandel zuständig. „Das Problem ist vor allem im Umfeld der Fußballweltmeisterschaft akut“, erklärt sie. Die Einreise nach Südafrika wurde zur WM liberalisiert und Kinder sind die größte Risikogruppe, Menschenhandel zum Opfer zu fallen, etwa als Prostituierte, Drogenkuriere oder Bettler. „Kirche am Ball“, heißt die WM-Kampagne der südafrikanischen Bischofskonferenz; mit eigener Website, einem Fußballgebetsbuch und Materialien zum Thema Menschenhandel.

Dawn Linder mit dem Plakat gegen Menschenhandel. Foto: Susanne Dietmann/Kindermissionswerk

Auch vor dem Johannesburger Dom hängt eines der Poster. Dawn Linder hat es dort aufgehängt. Zusammen mit vier Mitarbeitern betreibt sie hier das „Büro für Gerechtigkeit und Frieden“. „Das Wichtigste ist die Arbeit mit den Menschen vor Ort: in den Townships, in den Flüchtlingsunterkünften, auf der Straße. Dort kommen wir mit den Betroffenen direkt in Kontakt. Wir müssen ihnen dabei helfen, sich selbst zu helfen.“

Die ersten Mannschaften sind aus der WM ausgeschieden, die ersten Fans reisen wieder nach Hause. Auch meine Südafrikareise geht heute zu Ende. In rund zwei Wochen ist auch die WM vorbei. Die südafrikanische Kirche will jedoch am Ball bleiben, auch wenn Fans und Kamerateams längst wieder zu Hause sind. „Unsere Aufgabe ist es, den Schwächsten der Schwachen zu helfen“, sagt Dawn Linder zu Abschied, „auch nach der WM.“

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Ein Kommentar
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  1. Ich hoffe, dass die WM einen positiven Effekt auf das Land gehabt hat. Dies stand ja auch schon vor der WM in der Kritik. Leider gib es bisher, bzw. habe ich keine weiteren Informationen zu dem Danach gefunden.

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