Weltmeisterschaftssonntag
13. Jun 2010 | von Susanne Dietmann | Kategorie: Reise, Susanne Dietmann in SüdafrikaWas haben zwei Fußballtore, Bälle und Flaggen am Kircheneingang verloren? Auf den ersten Blick rein gar nichts. Doch heute, am offiziellen Weltmeisterschaftssonntag, waren viele Gotteshäuser in Johannesburg ganz im Zeichen der WM dekoriert. Die südafrikanische Bischofskonferenz hatte zum WM-Sonntag eingeladen, um gemeinsam für ein “friedliches und sicheres Gelingen, ohne Verbrechen und Ausschreitungen” zu beten.
Südafrika, Brasilien, England, USA, Argentinien - auch in der Kirche der Unbefleckten Empfängnis im Stadtteil Rosebank erschienen viele Gottesdienstbesucher im Trikot ihrer Lieblingsmannschaft. “Hello, Salut, Guten Tag, Goeden dag, Binjour, ¡Bienvenido!, Benvenuta”, empfing sie der Pfarrer gleich in mehreren Sprachen, gekleidet in einer Stola in den Flaggen aller teilnehmenden Mannschaften. Und zum Abschluss betete er: “Lasst uns alle positiv an der Weltmeisterschaft mitwirken, um Verbrechen und Korruption, Hooligans und jegliche Art von Ausbeutung und Missbrauch zu verhindern. … Möge dein Geist der Fairness, Gerechtigkeit und des Friedens sich unter allen Spielern und Beteiligten durchsetzen.” Einzig die Vuvuzelas hatten an diesem Weltmeisterschaftssonntag in den Kirchen “Hausverbot”.
Auf dem Kirchhof diskutierten die Besucher nach dem Gottesdienst bei einer Tasse Tee oder Kaffee über die bereits absolvierten Spiele und spekulierten über einen möglichen Sieg der deutschen Nationalelf am Abend. Mittendrin: eine Gruppe Jugendlicher, die versuchte das WM-Fieber zu ihren Gunsten zu nutzen. Für den stattlichen Preis von knapp vier Euro verkauften sie Glückslose. Die Hauptgewinne: ein handsigniertes Trikot der südafrikanischen Nationalmannschaft, ein Fußball und Vuvuzelas. Doch ihr Engagement war für einen guten Zweck: Mit den Einnahmen der Aktion wollen sich die jungen Männer und Frauen die Teilnahme am Weltjugendtag 2011 in Madrid finanzieren.
