Unerwartete Verzögerungen
24. Okt 2009 | von Stefanie Frels | Kategorie: Aktuell, Reise, Stefanie Frels in Uganda 2009Bei einem frühen Frühstück besprechen Fr. Tonino und ich die Möglichkeiten einer weiteren Zusammenarbeit mit der Diözese. Über viele Jahre hinweg war er der pastorale Koordinator der Diözese und sein Nachfolger bespricht sich noch immer mit ihm. Außerdem treffen sich jährlich im November alle Gemeindepfarrer plus ein Vertreter der Männer und eine Vertreterin der Frauen pro Gemeinde. Da der bisherige Bischof von Arua in den Ruhestand gegangen ist, wurde Bischof Odoki für die nächsten zwei Jahre übergangsweise zum Bischof ernannt. In dieser Funktion kommt er im November zu dem besagten Treffen, Fr. Tonino wird dann mit ihm über unsere Fördermöglichkeiten und -grundsätze besprechen.
Anschließend geht’s ins Studio, wo die Kinder bereits vorbereitet werden. Die acht sind ganz schön aufgeregt. Zumal einige von ihnen neu dabei sind und zu allem Überfluss auch noch eine „Fotografin“ mit tollen T-Shirts anwesend ist. Wenn die „Fotografin“ nur halb soviel könnte wie die acht!!! Die Live-Sendung mit Rätseln, Geschichten, Liedern, Nachrichten und einer Diskussionsrunde läuft gut und die Kinder legen nach und nach ihre Scheu ab und gehen richtig mit.
Ich hingegen habe den nächsten Flug vor mir und überlege noch intensiv, ob es nicht doch eine andere Lösung gibt, nach Kampala zurückzukommen. Letztendlich gibt es auf dem „internationalen“ Flughafen von Arua, dann aber sogar eine Taschen- und Passkontrolle, und der Flieger ist auch nicht ganz so klein wie befürchtet. Der Flug dauert rund 1 ¼ Stunden und lässt noch einmal einen Großteil dieses schönen Landes an mir vorbeiziehen. Wir kommen pünktlich in Entebbe an und schon hier hätte mir klar sein müssen, dass der Rest nicht so einfach wird: überdurchschnittliche Armee- und Polizeipräsenz.
Das Treffen der Afrikanischen Union ist gestern zu ende gegangen und ab heute wird abgereist. Bei genauerem Hinsehen fallen auch die vielen großen Privatmaschinen auf. Jedenfalls dauert die Fahrt nach Kampala statt den üblichen 40 Minuten geschlagene 2,5 Stunden. Bei jedem sich nähernden Staatsmann das gleiche Procedere: vorweg Polizei mit Blaulicht, dann eine Reihe Motorräder, dann Sicherheitskräfte, schwer bewaffnet auf der Ladefläche eines Pick-Up, dann der betreffende Staatsmann und dann noch jede Menge andere Autos und schließlich wieder Polizei. Jedes Mal anhalten, bzw. von der Straße runter, warten und danach weiter fahren. Auch die Straße nach Kampala rein ist weiträumig gesichert. Der samstägliche Shopping-Stau tut sein übriges.
Den Abend verbringe ich mit Packen. Zentrale Frage: „Wie kommt das Straußenei“ heil nach Deutschland?