Ein vielversprechendes Krankenhaus

16. Okt 2009 | von Stefanie Frels | Kategorie: Aktuell, Reise, Stefanie Frels in Uganda 2009

Dank des Umzugs gestern musste ich heute nur noch um 05.30 Uhr aus dem Bett, unter die Dusche und dann ins Auto fallen. Nach einem kurzen Zwischenstop mit Frühstück kommen wir in Mbale an. Hier ist von dem sonst so grünen Uganda nicht mehr viel zu sehen. Es wird zunehmend trockener und man kann auf der einen Seite weit in die Savanne gucken, auf der anderen Seite fährt man lange am Mount Elgon vorbei. Hinter Soroti hört die Teerstraße auf und die rote Piste und die Savanne drum herum bereiten auf den Norden vor. Irgendwann taucht dann auch das Tor zur Karamoja auf. Der Berg Akisim auf der einen und der Apak auf der anderen Seite bilden den Einlass in eine Gegend, in die sich der „Normal-Ugander“ nicht verirren möchte. Hier gibt es nur wenig Wasser und gar keinen Strom. Wer keinen Generator bzw. keine Solaranlage hat geht früh schlafen oder braucht ein Feuer.

Mathany selber ist ein kleines Handelszentrum, durch das wir mit dem Auto durch müssen, um zum St. Kizito Krankenhaus zu kommen, einem auffallend gut organisiertes und ausgerüstetes Krankenhaus. Von Frühgeburten über Schusswunden bis hin zu HIV/Aids-Patienten kann hier jeder behandelt werden.  Auf dem Rundgang darf ich die verschiedenen Stationen, die Behandlungsräume, die Ambulanz, die angrenzenden Workshops und die Krankenschwestern/-pflegerschule besichtigen. Hier kann ein Großteil des Pflegenachwuchses für das Krankenhaus ausgebildet werden, gleichzeitig bieten sowohl die Schule als auch einige Werkstätten Ausbildungsmöglichkeiten für die Jugendlichen der Umgebung.

Zur Zeit wird eine zweite Kinderstation gebaut, da die bestehende bereits zu normalen Zeiten ausgelastet ist. Sobald die Regenzeit beginnt oder Epidemien ausbrechen, müssen bis zu 600 Kinder stationär aufgenommen werden. Um die laufenden Kosten möglichst selbstständig zu erwirtschaften, wird soviel wie möglich selbst produziert. An das Projekt angeschlossen sind auch eine Baumschule und eine Farm. Auch das Gästehaus, indem ich untergebracht bin, erwirtschaftet Einkommen, ebenso die verschiedenen Werkstätten. Zum einem können sie durch das Krankenhaus genutzt werden, zum anderen erledigen sie Auftragsarbeit für „draußen“.

Die Drillinge auf der Kinderstation des Krankenhauses.

Die Drillinge auf der Kinderstation des Krankenhauses.

Auf der Neugeborenenstation sind Drillinge angekommen, die auch für hiesige Verhältnisse nicht zu zart sind. Daneben liegt Säugling mit Malaria im Inkubator, sein Zwilling ist bereits zu Hause gestorben. Viele Menschen warten mit dem Gang ins Krankenhaus so lange, bis es gar nicht mehr geht. Im Rahmen der Betreuung der umliegenden Gesundheitszentren versuchen die Mitarbeiter dahingehend aufzuklären, dass Krankheiten wie Malaria und Tuberkulose nur Aussicht auf Heilung haben, wenn die Behandlung rechtzeitig begonnen wird.

Für ganz schwere Fälle gibt es Krankenwagen. Die müssen zwar mit 3,50 EUR pro Fahrt für Schwangere und Kinder und 7,00 EUR für alle anderen bezahlt werden, werden aber zum Glück immer häufiger in Anspruch genommen. Oft werden die Menschen auch nach der ersten Behandlung in einem der Gesundheitszentren nach Mathany überwiesen. So wie der junge Mann, der heute mit einer Schussverletzung eingeliefert worden ist. Diese Fälle sind zum Glück seltener geworden, früher waren es bis zu 30 im Monat heute nur noch 15-20.

Mein Abendessen verbringe ich im Kreis der anwesenden italienischen Ärzte. Die medizinische Abteilung der Uni von Turin hat kürzlich eine Partnerschaft mit dem Krankenhaus gestartet. Der Arbeitsschwerpunkt liegt auf Behandlung und Prävention von HIV/Aids, besonders Schulung der Mitarbeiter. Aber natürlich wird auch überall sonst angepackt.

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