Eine Begegnung im Buchladen
15. Okt 2009 | von Stefanie Frels | Kategorie: Aktuell, Reise, Stefanie Frels in Uganda 2009Heute fahre ich mit dem kranken Fr. Darius zu seinem in China studierten Arzt, wo er Blut lassen muss, um dann im Laufe des Tages die Ergebnisse abholen zu können. Dabei lerne ich, dass man für Malariatests am besten Blut aus dem Ohrläppchen nimmt. Da findet man offensichtlich die Malaria am ehesten. Nachdem er seinen eigenen Beschwerdegang beim Internetprovider Warid hinter sich hat, setzt er mich im Büro von Eagle Air ab. Nach einem gewissen Hin und Her kaufe ich hier mein Ticket von Arua nach Entebbe. Anschließend schaffe ich noch einen Abstecher in die nächstgelegene Buchhandlung und treffe dort auf einen ehemaligen Kollegen vom Goethe-Institut in Nairobi. Dr. Kiingi ist inzwischen pensioniert nach Kampala zurückgekehrt und unterrichte noch stundenweise an der Makerere University. Und ich kann ihm ein bisschen über die ehemaligen Kollegen erzählen, die wir im Juli in Nairobi wieder getroffen haben.
Anschließend habe ich mir das Internetcafé redlich verdient. Es ist heiß und stickig und die Verbindung schleppt vor sich hin, aber zumindest kann ich den Rest der Reise regeln. Auf dem Weg nach Hause gibt’s noch leckeres indisches Essen bei Handi’s (einer Restaurantkette, die es in ganz Ostafrika gibt). Endlich kann ich auch die beiden Trommeln für unsere kleinen Herren kaufen. Jetzt hat jeder seine eigene und unsere Nachbarn noch mehr Krach.
Fr. Darius ist inzwischen auch wieder zu Hause – mit Malaria – und verspricht meinen Koffer zu hüten, wenn ich heute Abend umziehe. Nichtsdestotrotz falle ich mit leichtem Gepäck im Dunklen die Treppen runter. Das wird eine Art Ritual, ist mir bei meiner letzten Projektreise nach Kenia auch schon passiert. Das Taxi kommt verhältnismäßig pünktlich und der Fahrer kennt sogar den Stadtteil, in dem die Comboni ihr Gästehaus haben. Die Fahrt durch die spärlich beleuchteten Slums und das „Industrieviertel“ von Kampala erinnert mich wieder daran, dass Uganda entwicklungstechnisch noch einiges vor sich hat.
In dieser Hinsicht hoffen jetzt alle auf die bevorstehende Ölförderung im Rift Valley. Dabei ist nach wie vor nicht klar, wie viel und von welcher Qualität das Öl ist. Jedenfalls haben sich vor allem ausländische Firmen bereits eingekauft und man kann nur hoffen, dass Uganda, und hier vor allem auch die Bevölkerung, von der Ölförderung profitiert.
Normalerweise profitiert die afrikanische Bevölkerung von der Ölförderung überhaupt nicht. Es entstehen nur neue Probleme und die Korruption wird angeheizt, wie Volker Seitz in “Afrika wird armregiert” aufgrund langer Erfahrungen in Afrika feststellt.