Ein schweigsames Frühstück und die Probleme eines Projektes
14. Okt 2009 | von Stefanie Frels | Kategorie: Aktuell, Reise, Stefanie Frels in Uganda 2009Heute gibt’s zunächst ein Arbeitsfrühstück mit dem Generalvikar. Da er der einzige ist, der kein Deutsch spricht, die anderen aber deutlich lieber (und besser) deutsch als englisch sprechen, wird das Frühstück – zumindest für ihn – zu einer recht schweigsamen Veranstaltung. Da der Bischof von Hoima seit längerem ernsthaft krank ist, bildet er gemeinsam mit dem neuen Finanzverwalter Fr. Mark und Fr. Rogers Birija, dem Zuständigen für Hoima Constructions bzw. für alle Außenkontakte, den Kopf der Diözese. Im anschließenden Gespräch stellt sich schnell heraus, dass das Dreigestirn nicht wirklich einheitlich denkt und handelt. Fr. Mark muss die Suppe des Vorgängers auslöffeln, Fr. Rogers hat zu viele Projekte gleichzeitig und der Generalvikar scheint ein wenig mit seiner Arbeit abgeschlossen zu haben und müde zu sein.
Nach einigen einleitenden Worten konnten wir uns auf einige Regeln einigen, die dringend festgelegt werden sollten. So sollten beispielsweise Priester und Schwestern erst versetzt werden, wenn ihre Projekte abgeschlossen sind. Außerdem muss die Farm autark von der Diözese sein, über die üblichen fünf Prozent hinaus darf die Diözese nichts einbehalten. Anschließend machen wir einen Rundgang über das Gelände. Dabei können wir feststellen, dass die Krankenstation noch nicht fertig ist, die Küche für das Schwesternhaus noch fehlt und die Lehrerhäuser auch noch nicht fertig sind.
Nach ca. zwei Stunden kommt das Auto aus der Werkstatt und zusammen mit Fr. Emmanuel, Fr. Rogers und einer Bekannten der beiden schaukele ich gen Kampala. Unterwegs liegen immer wieder LKWs im Straßengraben, häufig viel zu überladen. Vor Kampala nimmt das Verkehrschaos wieder zu, und irgendwann hat der Stau uns verschluckt. Zurück in Ggaba treffen Fr. Emmanuel und Fr. Rogers gleich auf Bekannte, wollen aber nicht mehr zum Tee bleiben und ich kann mich gleich an den gedeckten Tisch setzen. Was bin ich froh, wieder in so gastlicher, warmer Atmosphäre zu sein.