Drei Schulen, zwei Projekte und eine geschenkte Ziege

8. Okt 2009 | von Stefanie Frels | Kategorie: Aktuell, Reise, Stefanie Frels in Uganda 2009

Man bekommt nicht alle Tage eine Ziege geschenkt.

Heute fahre ich in die Pfarrei Mirembe Maria, die von uns durch zwei Projektpartnerschaften und zwei Kinderpatenschaften unterstützt wird, während Barbara, Andrea und Jens HOSFA – Hope Sharing Family besuchen. Bedingt durch die vielen Außenstationen und die schlechte infrastrukturelle Anbindung der Pfarrei gibt es hier viel zu tun. Mein Fahrer Ronald ist Katechist mit begrenzten Englischkenntnissen und noch begrenzteren Autokenntnissen. Umso beeindruckender ist das Gebet, das er auf den ersten Metern unserer gemeinsamen Reise in den Himmel schickt.

Aktuell werden über eines der Kinderpatenschaftsprogramme drei Grundschulen in ihrem Aufbau unterstützt. Ziel ist es, die Schulen auf so stabile Füße zu stellen, dass sie sich nach rund fünf Jahren selbst versorgen können. Nachdem wir Fr. Heptner und Fr. Ireneus im Konvent der Little Sisters of St. Francis abgeholt haben, fahren wir in die Grundschule in Mujunwa. Dort werden wir schon lange vor der eigentlichen Schule von singenden und trommelnden Schülern in Empfang genommen.

Kunstunterricht in der Grundschule in Mujunwa.

Kunstunterricht in der Grundschule in Mujunwa.

Es folgt ein Rundgang über das Schulgelände. Der Schulleiter ist sichtlich stolz auf die Schule und vor allem auch auf das, was er gemeinsam mit den Eltern aus eigener Kraft schon geschafft hat. Besonders beeindruckend ist auch der Schulgarten, in dem das tägliche Essen für Schüler und Lehrer erwirtschaftet wird. Im Anschluss gibt es ein Treffen mit den Eltern, viele Reden und Fragen und unsere Zusage, dass der halbfertige neue Klassenraumblock noch beendet wird. Währenddessen haben die Kinder normalen Unterricht. Nach der Runde mit den Eltern sind die Schüler an der Reihe. Sie hören lange und geduldig zu und haben dann auch noch viele kleine Präsente. Unser Pickup füllt sich mit Obst und Gemüse aus den kleinen Gärten und Produkten aus dem Kunstunterricht. Nach einer kleinen Stärkung und dem obligatorischen Eintrag ins Besucherbuch fahren wir weiter zur Grundschule von Buswa.

Bei unserer Ankunft stürzen sich alle auf Mama Margret (Fr. Heptner). Es gibt Reden, viel Musik und Tanz, sowohl von den Müttern als auch von den Kindern. Die Krönung ist die Überreichung einer Ziege, die ich doch bitte für meine Familie mit nach Deutschland nehmen soll. Leider ziehen am Himmel schwarze Wolken auf und als die letzten Geschenke überreicht sind, bricht eines der zahlreichen tropischen Gewitter über uns herein. Alle flüchten sich in die Klassenräume und beim verspäteten Mittagessen versteht man dank des auf dem Wellblech trommelnden Regen sein eigenes Wort nicht mehr.

Die Besichtigung der Schule fällt aufgrund der Wetterlage sehr kurz aus, anschließend umrunden wir nicht sehr ladylike die inzwischen entstandenen Schlammsuhlen und retten uns ins Auto. Die Ziege auf der Ladefläche erträgt das ganze mit stoischer Ruhe, während Fr. Ireneus sich immer wieder besorgt zu ihr umsieht (Ziegen sind eine kostbare Fracht). Am Konvent angekommen gibt es ein großes Hallo wegen der mitgebrachten Ziege, die ich Schwester Theo für ihre Zucht schenke.  Außerdem laden wir einen Großteil der geschenkten Lebensmittel für die Schwestern ab.

Gestärkt mit heißem Tee und Erdnüssen treten Ronald und ich die Heimreise an. Ich lade die Puppen und einige wenige Lebensmittel für die Schwestern ab, den Rest nimmt Ronald mit nach Hause und freut sich sehr darüber.

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Ein Kommentar
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  1. schade, über die ziege hätte ich mich ja schon gefreut…
    und die kinder hätten da erst recht spass dran gehabt!

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