Kollegen kommen an
6. Okt 2009 | von Stefanie Frels | Kategorie: Aktuell, Reise, Stefanie Frels in Uganda 2009Heute ist der Tag, an dem alles organisiert werden muss, denn heute Abend kommen Barbara, Andrea und Jens in Entebbe am Flughafen an und morgen soll es weiter nach Mityana gehen. Aufgrund meiner kostbaren Fracht, Mac und Kamera, bringt mich Fr. Darius zum Taxistand, wo ich mir den Luxus eines eigenen Taxis’ in die Stadt leiste. Im Customer Service Büro von Warid baue ich den Mac auf und erkläre, dass ich mit dem Internetzugang nicht weiterkomme. Versprochen war: Stick in den Rechner, alles installieren und schon geht’s ins Internet. Leider war die Kiste trotz aller Bemühungen bisher zu keiner Verbindung fähig. Jetzt ist alles, was Rang und Namen hat, vor dem Mac versammelt und steht meinem zuständigen Berater mit vielen guten Ratschlägen zur Seite. Meine Anwesenheit dient nur der Übersetzung, bis ich alles auf Englisch eingestellt habe. Dann kann ich mich zurücklehnen und abwarten.
Zwei Stunden später läuft die Kiste und ich kann mich als nächstes um einen Adapter für den Computer kümmern, da die Stromschwankungen so extrem sind, dass ich um das Überleben des Mac fürchte. Die Suche nach dem Adapter treibt mich in eines der edlen Shopping Center in Kampala. Hier gibt es alles außer einem Adapter. Dafür aber ein Internetcafé, einen indischen Schnellimbiss und einen Postkartenladen. Hier kaufen nur die Reichen und Schönen, bzw. die Weißen und die Asiaten ein. Nach dem Trubel in der Stadt tut die Ruhe hier aber auch ganz gut, zumal ich jetzt nicht ständig auf den Inhalt meines Rucksacks achten muss. Kampala ist zwar grundsätzlich viel sicherer als die anderen Großstädte in Ostafrika, aber mit all der Technik in der Tasche läuft es sich trotzdem nicht entspannt herum.
Zurück in Ggaba nutze ich den Rest des Nachmittags zum Schreiben und Umpacken. Fr. Henry holt mich um 19.00 Uhr ab, damit wir um 20.15 Uhr Barbara und die anderen am Flughafen abholen können. Eigentlich wollte er schon viel früher kommen, aber diözesane Geschäfte haben ihn in Mityana festgehalten. Unter erhöhtem Tempo und außer Acht lassen jeglicher Verkehrsregeln suchen wir nach möglichen Abkürzungen durch das verstopfte Kampala. Kurz vor halb neun rauschen wir auf den Flughafenparkplatz, wo uns schon Passagiere entgegenkommen. Die Maschine ist deutlich früher angekommen als geplant und wir können Barbara direkt am Ausgang in Empfang nehmen.
Auf Andrea und Jens müssen wir noch eine zeitlang warten, da sie sich erst ein Visum besorgen müssen. Während Henry sich noch mit einem der neuen Parkscheinautomaten rumärgert, verstauen wir das Gepäck auf dem Pickup. Schwester Benedicta hat uns bei den Reparatrix Schwestern in Bugonga einquartiert, die wir dank Henrys Bruder, der mit seinem Motorrad vorfährt, auch schnell finden. Leider sind die kongolesischen Schwestern, die ich aus dem Bett klopfe, hier auch nur zu Besuch, und die eigentliche Hausherrin nicht aufzufinden. Irgendwann taucht recht verschlafen eine Schwester auf, die von keiner Reservierung weiß und die auch nur Zimmer anzubieten hat, die „kind of not arranged“ sind. Es reicht, wir sind alle müde und hungrig und müssen dringend irgendwo ankommen.
Das nächste Hotel, das wir ansteuern, ist recht elegant und komplett ausgebucht. Dafür können sie uns aber eine Reservierung in einem ähnlich teuren, aber deutlich weniger schicken Hotel, direkt gegenüber vom State House verschaffen. Kurze Zeit später sitzen wir auf dem Grünstreifen des Parkplatzes und haben eine dieser klassischen Unterhaltungen mit der Kellnerin, die immer damit beginnen, dass man eine Speisekarte erhält, die einem gewisse Wahlmöglichkeiten vorgaukelt. Beim Bestellen wird dann recht schnell klar, dass selbige sehr begrenzt bzw. gar nicht vorhanden sind. Es gibt also Fisch aus dem Viktoriasee mit Pommes und Hähnchen mit Pommes. Das Bier geht bereits nach der ersten Runde aus und es wird erstmal jemand zum Einkaufen geschickt (ein Hoch auf die nicht existenten Ladenöffnungszeiten). Dafür ist die Klimaanlage in unserem Zimmer umso effizienter und binnen kürzester Zeit wird es empfindlich kühl.