Ein Marktbesuch im Regen
2. Okt 2009 | von Stefanie Frels | Kategorie: Aktuell, Reise, Stefanie Frels in Uganda 2009
Heute treffe ich Father George Lubega, einem Projektpartner aus der Diözese Masaka. Nachdem wir die Abläufe noch einmal besprochen haben, wir schnell klar, dass das Schulprojekt schon recht optimal läuft. Einziger Wehrmutstropfen sind die Plumpsklos, die aufgrund der räumlichen Enge die angrenzenden Klassenräume verpesten und deren Inhalt auf dem Schulgelände alternierend in drei Löcher gekippt wird. Hinzu kommt, dass der Staat mittels einer neuen Verordnung versucht, den Einsatz von Plumpsklos im Stadtgebiet zu verbieten.
Nach dem Mittagessen fahren wir in die Stadt, um ein Geschenk für den Geburtstag einer der Freiwilligen der Diözese zu kaufen. Es tropft bereits als wir losfahren und als Father Paul in einem gewagten Satz das Auto verlässt um einen Korb mit Deckel zu erwerben, hagelt es. Der Wind peitscht Regen und Hagel durch die Stadt und im Handumdrehen schwimmen die Straßen und alles, was sich nicht rechtzeitig retten konnte.
Auf dem Markt ist entweder alles abgedeckt oder bewegt sich im Verband mit Schlamm und Straßendreck die Straße hinunter. Als der Schauer nachlässt, kaufen wir mühsam verhandelnd zwei Ananas und eine Melone. Beinah wäre der Deal nicht zu Stande gekommen, weil die Marktfrauen auf einem Preis beharrten, der exorbitant war. Für uns unverständlich, müssen sie doch alles nicht verkaufte wieder nach Hause schaffen, was mit verderblicher, nassgeregneter Ware nur wenig Sinn macht. Vor kurzem haben die Marktfrauen schon einmal wegen der Unruhen um den Kabaka (König der Baganda) viel verloren. Dabei sind Gegner und Fürsprecher des Königs aneinander geraten und es gab in einigen größeren Zentren Ausschreitungen, die in Straßenschlachten und Plünderungen mündeten.
Die über 30 Mio. Einwohner Ugandas verteilen sich über mehr als 40 verschiedene Volksgruppen, wobei die Baganda mit 17% den weitaus größten Teil ausmachen, gefolgt von den Ankole, den Basoga und den Teso mit jeweils 8%, den Basiga mit 7% und den Langi mit 6%.
Die Geburtstagsfeier findet schließlich am Lake Nabugabo statt, hier unterhält die Diözese ein kleines Zentrum. Nach 20 Minuten Autofahrt gibt es keine Wolke mehr am Himmel und geregnet hat es hier auch nicht. Wir verbringen den Rest des Nachmittags unter Palmen und wer clever genug war, einen Badeanzug mitzunehmen, springt ins Wasser. (Meiner liegt leider in Kampala im Koffer). Erst weit nach Sonnenuntergang fahren wir zurück, ziemlich erholt von dem täglichen Elend.