Abschied
2. Okt 2009 | von Lisa Braun | Kategorie: Aktuell, Lisa Braun in Mexiko 2009, ReiseNun sitze ich hier am Flughafen von Mexico-City und warte auf meinen Anschlussflug nach Frankfurt und möchte am liebsten noch nicht gehen.
Vor rund zwei Monaten habe ich genau hier an diesem Ort meinen allerersten Tagebucheintrag verfasst, seitdem ist sehr viel passiert. Wenn ich mich an diese Nacht zurückerinnere, wie aufgeregt ich war und wie viel Angst ich hatte, dass ich mich nicht wohlfühlen würde, dann kann ich jetzt nur darüber schmunzeln. Ich kann von mir selber behaupten, dass ich die schönste Reise meines Lebens hier in Guadalajara (Mexiko) verbringen durfte. Meine mexikanische Familie ist für mich zu einem zweiten Zuhause geworden und ich habe sie allesamt sehr in mein Herz geschlossen. Man kann sich hier gar nicht unwohl fühlen, denn die Mexikaner sind sehr warm, offen und liebenswert.
Wenn ich nun auf meine Zeit in Mexiko zurückblicke, dann muss ich sagen, dass ich unheimlich viel erleben und lernen durfte. Die strahlenden Kinderaugen, „mein“ Baby Maria, Rudolpho und seine Familie, die wundervolle Natur, das mexikanische Essen und die mexikanische Mentalität, die vielen Ausflüge in wunderschöne kleine Städte und natürlich auch meine mexikanische Familie Leano, die mich stets wie eine Tochter behandelt hat, werde ich nie vergessen!
Nun sitze ich hier mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Natürlich habe ich meine Familie und Freunde sehr vermisst, doch es gab hier wirklich keine Minute, in der ich mich nicht wohl gefühlt habe. Ich hatte die Chance, das Land und die Menschen hier in Mexiko besser kennenzulernen und ich bin überglücklich, dass ich diese Chance wahrnehmen durfte. Ich bin auch sehr froh, dass ich miterleben konnte, wie sich Alma Rosa dafür einsetzt, fremden und elternlosen Kindern ein Zuhause zu geben. Wir alle sollten uns daran ein Beispiel nehmen und nie vergessen, wie gut es uns allen eigentlich geht. Wir sollten anderen, denen es nicht so gut geht, stets unsere Hilfe anbieten.
Wenn man sieht, wie sehr die Kinder, Alma Rosa oder Rudolpho, und seine Familie sich über Kleinigkeiten freuen, dann gibt einem das ein unglaubliches, nicht beschreibbares Gefühl. Dann erscheinen einem alle eigenen Probleme plötzlich ganz klein. Wahrscheinlich hat mich diese Reise in meiner Art und Weise des Denkens sehr geprägt und ich werde mich wahrscheinlich noch oft an bestimmte Situationen zurückerinnern.
Eines muss ich aber noch auf jeden Fall los werden: Die deutschen Jungs sollten sich ab und zu mal ein Beispiel an den mexikanischen nehmen. Hier wird einem Mädchen immer die Autotüre geöffnet und generell wird hier das Wort GENTLEMAN ganz groß geschrieben.
In ungefähr 14 Stunden werde ich wieder in Deutschland sein und ich bin schon sehr gespannt. Nun fragt ihr euch wahrscheinlich: „Wie wird es weiter gehen?“
Ich werde erst Mal wieder in mein altes Leben zurückkehren und mein Studium fortsetzen, aber bestimmt mit einer anderen Denkweise, aber: Meine nächsten Semesterferien möchte ich wieder auf jeden Fall hier in Mexiko verbringen und sogar vielleicht einmal ein Auslandssemester verbringen. Ich kann jedem nur empfehlen, auch einmal nach Mexiko zu reisen. Und wer weiß, vielleicht seid ihr ja auch neugierig darauf geworden, mal auf einer Reise nach Mexiko ein Projekt persönlich kennenzulernen und in all die wunderschönen Kinderaugen zu blicken. Ich kann es jedem nur empfehlen!
Ich werde mich jetzt versuchen etwas abzulenken und schon bald in das Flugzeug nach Frankfurt steigen. Ich hoffe sehr, dass euch meine Tagebucheinträge gefallen haben und natürlich dass ihr neugierig auf Mexiko geworden seid. Mir hat es sehr viel Spaß bereitet, euch von all meine Erlebnissen zu berichten und hoffentlich darf ich bald wieder schon über meine dritte Mexikoreise schreiben.
Viva Mexiko, viva Guadalajara!
ADIOS AMIGOS,
eure Lisa