Ein Projekt für Waisenmädchen
1. Okt 2009 | von Stefanie Frels | Kategorie: Aktuell, Reise, Stefanie Frels in Uganda 2009Es hat dann natürlich doch noch ein Bett, sogar ein ganzes Zimmer, und ein Abendessen für mich gegeben. Der Vicar General, Msgr. Kato, hat einen Teil der Gebäude in Gästeräume umfunktionieren lassen, da er selbst sehr bescheiden lebt. Der Morgen war reserviert für die erste Runde CARITAS-MADDO im Kontext der Diözese: Möglichkeiten, Schwierigkeiten und Chancen auch im Umgang mit uns als Hilfswerk. Seit dem Krieg gegen Idi Amin (Ende der 70er Jahre) trägt MADDO die Verantwortung für alle Projekte – sozialer, medizinischer, entwicklungsbezogener und katechetischer Art – der Diözese. Ein Rundgang durch die verschiedenen Abteilungen schließt den ersten Teil des Tages ab.
Anne Namuddu, die Verantwortliche für das Transitory Home in Masaka, entpuppt sich als eine Dame der älteren Generation, die vor vielen Jahren in Deutschland studiert hat und in diesem Zusammenhang auch einen Unterstützerkreis hat, der das Projekt in großen Teilen trägt. Vor allem Waisenmädchen zwischen acht und 15 Jahren, die weder bei Verwandten, noch Freunden oder Nachbarn untergebracht werden können, finden Aufnahme im „transitory home“. Hier werden die Mädchen nicht nur versorgt, sondern haben auch die Möglichkeit, in Gemeinschaft mit anderen ihre schmerzhaften Verlusterfahrungen aufzuarbeiten. Das Haus bietet Platz für 100 Kinder. Die Mädchen, die aufgrund ihrer Lebensumstände die Schule schon frühzeitig abgebrochen haben, sollen einen gewissen Bildungsstand erlangen.
Die Verantwortlichen im Heim kümmern sich darum, dass die Kinder in die Lage versetzt werden, später für sich selbst zu sorgen. Deswegen erhalten sie eine mindestens einjährige informelle Ausbildung in den Bereichen der traditionellen und westlichen Haushaltsführung, Schneiderhandwerk, Gartenbau und Viehzucht. Die Erträge im Gartenbau und bei der Viehzucht tragen zum Unterhalt der Kinder bei. Sport und Spiel, Musik und Theater runden die ganzheitliche Ausbildung ab. Dies alles besprechen wir im Auto, während draußen ein gigantischer Platzregen niedergeht. Als der Regen europäischen Standard erreicht hat, steigen wir aus und besuchen das Haus.
Nach dem Mittagessen fahre ich mit Msgr. Kato und Fr. Raphael, dem Hauptverantwortlichen für MADDO, zu einer der Grundschulen, die mit unseren Mitteln renoviert wurde. Da ich die Bilder des früheren Zustands der Schule noch vor Augen habe, bin ich beeindruckt, wie gut die Schule jetzt aussieht. Weiter geht es zur Berufsschule St. Agnes in Biikira. Auch in dieser Schule gibt es einen herzlichen Empfang und vor allem deutschen Marmorkuchen!
Vor dem Abendessen mache ich noch einen Abstecher zum Bischof. Mit „You can’t preach to a hungry person!“ eröffnet er die Unterhaltung. Er unterstreicht damit noch einmal das Anliegen von MADDO, zunächst die Grundbedürfnisse der Menschen zu sichern.