Auf Safari mit HIV-positiven Kindern
1. Okt 2009 | von Svenja Gabriel | Kategorie: Aktuell, Reise, Svenja Gabriel in Südafrika 2009/2010Ende September war ich mit den Kindern aus dem ZipZap-HIV-Projekt und ein paar Trainern bei einer Safari im Aquila Park. Um sieben Uhr morgens ging es schon los. Mit zwei Zirkusbussen haben wir die Kinder im Township Khayelitsha abgeholt.
Die Jungen und Mädchen sind mit dem HI-Virus infiziert. Artisten und Trainer von Zip Zap besuchen sie regelmäßig in der Klinik in Khayelitsha und trainieren mit ihnen Akrobatik- oder Jonglagenummern. Im Moment entwickeln sie eine komplette Zirkusshow.
Nach zwei Stunden Fahrt waren wir endlich im Aquila Park angekommen. Wir wurden auf drei Wagen verteilt, je zehn Kinder und zwei Ältere. Und dann ging es los!
Die Kinder sahen zum ersten Mal die großen, aufregenden Tiere und lernten etwas über Elefanten, Tiger, Löwen und Giraffen. Nevel musste es ihnen aus dem Englischen in Xhosa (das ist die Sprache, die die Menschen in Khayelithsa sprechen, sie hat sehr viele Klicklaute und hört sich ganz fremd und auch ein bißchen lustig an) übersetzen.
Die Jungen und Mädchen hörten gespannt zu und wenn sie ein neues Tier entdeckten, waren sie ganz aufgeregt. Am Ende durften wir sogar aussteigen und näher an den Zaun rangehen, hinter dem die Löwen und Tiger bis jetzt noch faul herumlagen.
Als die Kinder jedoch näher kamen, sprangen die Raubtiere auf und verfolgten uns am Zaun, besonders am kleinsten Kind schienen sie großes Interesse zu haben. Unser Tourführer erklärte uns dann auch, dass sich die wilden Tiere immer den Kleinsten zuerst schnappen würden. Wir alle hatten schon ein wenig Angst, obwohl die Tiere ja hinter einem Zaun waren.
Gegen zwei Uhr haben wir dann alle zusammen Mittag gegessen und dabei sind einigen der Kleineren schon fast die Augen zugefallen. Nach einem Gruppenfoto saßen wir alle wieder in den Bussen und es ging zurück nach Kapstadt. Schnell waren die ersten eingeschlafen.
Ich glaube für jeden Einzelnen war dieser Tag sehr aufregend und etwas ganz Besonderes! Ohne Zip Zap hätten diese Kinder aus dem Elendsviertel Khayelitsha wohl einen solchen Tag nie erlebt. Auch für mich war es ein toller Tag. Müde, aber auch ein wenig traurig habe ich abends im Bett darüber nachgedacht, ob ich diese Kinder wohl irgendwann wiedersehe.


