Vier Plumpsklos für 400 Schülerinnen

30. Sep 2009 | von Stefanie Frels | Kategorie: Aktuell, Reise, Stefanie Frels in Uganda 2009

Vor dem Frühstück komme ich nun doch zu meiner „one million dollar view“. Man kann über die grüne Ebene hinweg bis zu den Ruwenzori Mountains blicken, dazwischen liegen zahlreiche Seen. Der Schulbesuch beginnt mit einer Reihe nicht endenwollender Formalitäten, die in Uganda jeden ernstzunehmenden Besuch begleiten: Aufstellung der Schüler, Singen der Nationalhymne, feierliches Gebet und Vorstellung der Anwesenden.

Der Schulrundgang selber verdeutlicht sehr schnell das akute Problem: vier fast volle Plumpsklos für rund 400 Schülerinnen. Die Klos für die Jungen werden evtl. noch ein halbes Jahr länger halten. Bei uns beantragt sind ausreichend Toiletten für Jungen und Mädchen (für die Mädchen im Internat auch Duschen), deren Gruben entleert werden können, um nicht weiterhin spätestens alle drei Jahre neue Toiletten bauen zu müssen. Aufgrund des Alters der Schule gibt es großflächig Erderhebungen, die ehemals Toiletten waren, dann abgerissen und zugeschüttet wurden und dann mindestens 15 Jahre ruhen müssen, bis sie wieder aktiviert werden. Gleichzeitig versickert der Inhalt dieser Plumpsklos in den Boden und kann das Grundwasser erheblich schädigen.

Im Anschluss an den Schulrundgang kommt der MP (Member of Parliament) der Region zur Projektbesprechung dazu. Die lange Rede des Schuldirektors  gibt uns allen die Gelegenheit gedankenversunken in unsere Sodaflaschen zu blicken. Anwesend ist auch Fr. Dido, der zwar durch die angebliche Schweinegrippeerkrankung eines seiner Seminaristen arg unter Druck steht, vor allem durch die Presse, aber sehr wichtig für die Durchführung des Projekts vor Ort ist. Der Architekt, ehemaliger Schüler, jetzt angesehener Architekt in Kampala, ist eigens angereist und erläutert den inzwischen modifizierten Kostenplan.
Anschließend werden wir alle vom MP zum Mittagessen ins Kingfischer eingeladen, einem idyllisch gelegenen Platz am Rand des Grabenbruchs. Da immer nur zwei Fische gleichzeitig in die Bearbeitung gehen können verzögert sich das Essen immens und wir fahren erst um 15.00 Uhr zurück Richtung Mbarara. Dort erwartet mich als letzter offizieller Termin des Tages noch ein kurzes Gespräch mit dem Erzbischof.
Schließlich fahren wir in die Dunkelheit hinein und bis zum Stadtrand von Masaka ist nicht klar, wo ich übernachten werde, da sich die Verantwortlichen von MADDO Masaka noch nicht gemeldet haben (später stellt sich heraus, dass sie mit meinem Erscheinen erst einen Tag später gerechnet haben).

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